INHALTEpoxidharzfuge
MATERIALKUNDE · BEREICH 06Fugen
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WissensplattformMaterialkundeFugenEpoxidharzfuge

KAPITEL 02 · ZWEIKOMPONENTIGER REAKTIONSHARZMÖRTEL

Epoxidharzfuge.

Eine Epoxidharzfuge ist dichter und chemisch belastbarer als eine Zementfuge. Sie ist trotzdem keine Universaloberfläche: Harzsystem, Füllstoffe, Aushärtung und angrenzender Belag setzen Grenzen.

ReaktionsharzRG-Fugenmörtel2-komponentig

01 · REALBILD

Werkstoff.
Einbausituation.

Links Material und Querschnitt, rechts eine typische Fuge im Gebäude. Die eigens generierte Lehrdarstellung ist kein Produktfoto und keine sichere Bestimmung.

Fotorealistisches Bildpaar aus Epoxidharz-Fugenmörtel, Harz und Härter sowie fertiger dichter Gewerbefuge
LINKS · MATERIAL / QUERSCHNITT

Bindemittel, Füllstoff und Fugenform als fotorealistische Orientierung.

RECHTS · EINGEBAUTE FUGE

Eine typische Anwendung zwischen oder an Bauteilen.

02 · ZUSAMMENSETZUNG

Was die Fuge
zusammenhält.

Epoxidharz, Härter, mineralische Füllstoffe und Pigmente reagieren zu einem duroplastischen Netzwerk. Mischungsverhältnis und Verarbeitung bestimmen die spätere Beständigkeit.

03 · EINBAU & AUSHÄRTUNG

Vom Produkt
zur Funktion.

Verarbeitung, Geometrie und Aushärtung entscheiden mit darüber, ob die Fuge später dicht, abriebfest oder bewegungsfähig arbeitet.

  1. 01

    Harz- und Härterkomponente vollständig und exakt mischen

  2. 02

    Mörtel in die vorbereiteten Fugen einarbeiten

  3. 03

    Rückstände innerhalb des Verarbeitungsfensters emulgieren und abwaschen

  4. 04

    Vollständig chemisch aushärten lassen

04 · SEITENANSICHT

Oberfläche, Kern
und Flanken.

Der technische Querschnitt zeigt das Prinzip, nicht die exakten Maße eines Produkts. Verbindlich bleiben Systemaufbau und Datenblatt.

BELAGFUGENKERNBELAGUNTERGRUND / KLEBER
Oberfläche
Dichte, glatte bis leicht körnige Reaktionsharzoberfläche.
Kern
Vernetztes Harz mit mineralischen Füllstoffen.
Flanken
Starre Verbindung an den Belagskanten; keine Bewegungsfuge.

05 · ERKENNEN

Prüfen statt
wegschrubben.

Fugenart, Funktion und Zustand werden vor der Chemiewahl bestimmt. Optik und Fingerprobe allein reichen nicht.

01

harte und meist sehr dichte Fuge in Gewerbe- oder Nassbereichen

02

gleichmäßige Farbe und geringe Wasseraufnahme können Hinweise sein

03

sichere Bestimmung nur über Bauunterlagen, Produktangabe oder Fachprüfung

06 · VERWENDUNG

Wo du die Fuge
finden kannst.

Der Einbauort zeigt, welche Feuchte, Bewegung, Hygiene und Chemikalienbelastung vorgesehen sein kann.

01Großküchen und Lebensmittelbereiche
02Labore und Werkstätten
03Schwimm- und Duschbereiche
04hoch chemisch oder hygienisch belastete Flächen

07 · EIGENSCHAFTEN

Stärken.
Grenzen.

Klebrigkeit, Erweichung, Risse oder Ablösung sind Systemschäden. Ein nachträglicher Harzschleier auf der Fliese wird mit einem dafür vorgesehenen Spezialverfahren behandelt.

POSITIV

Stärken

  • geringe Wasseraufnahme
  • hohe Chemikalien- und Abriebbeständigkeit möglich
  • gut hygienisch reinigbar bei intakter Oberfläche
NEGATIV

Schwächen

  • falsche Mischung oder Aushärtung verursacht klebrige Stellen
  • Oberfläche kann vergilben, kreiden oder verkratzen
  • Reparatur ist aufwendig

08 · REINIGUNG

Sauber machen.
Funktion erhalten.

Schmutz entfernen, ohne Binder, Flankenhaftung, Elastizität oder angrenzende Materialien zu beschädigen.

01UNTERHALT

Mit rückstandsarmem Neutral- oder geeignetem alkalischem Reiniger und weicher Bürste reinigen.

02INTENSIVER

Chemikalienbeständigkeit des konkreten Produkts prüfen; Fett oder Film kontrolliert lösen und Flotte absaugen.

03ABSCHLUSS

Klarspülen, trocknen und auf klebrige oder beschädigte Zonen kontrollieren.

08.1 · RÜCKSTÄNDE NACH DER VERFUGUNG

Epoxidharzschleier.
Erst den Zustand klären.

Epoxidharzschleier ist ein dünner Rückstand aus Harz und Füllstoffen auf der Belagsoberfläche. Frischer Waschfilm, ausgehärteter Film und eine fehlerhafte Fuge sehen ähnlich aus, verlangen aber unterschiedliche Entscheidungen.

01NOCH IM VERARBEITUNGSFENSTER

Frischer Waschfilm

Rückstände innerhalb des Verarbeitungsfensters (Zeitraum, in dem das angemischte Produkt noch bearbeitet werden kann) nach der Anleitung des verwendeten Fugensystems emulgieren (in eine abwaschbare Mischung einarbeiten) und mit sauberem Wasser sowie geeignetem Schwamm oder Pad vollständig aufnehmen.

02DÜNNER FILM AUF DER KERAMIK

Ausgehärteter Harzschleier

Nur einen ausdrücklich geeigneten Epoxidharzschleier-Entferner verwenden. Verträglichkeit an einer unauffälligen Probefläche prüfen, die vorgeschriebene Einwirkzeit einhalten, den angelösten Film kontrolliert bearbeiten und vollständig aufnehmen. Anschließend nach Produktvorgabe klar nachspülen.

03MEHR ALS EIN OBERFLÄCHENSCHLEIER

Harzbatzen oder Fehlverfugung

Dicke Harzreste, klebrige Fugen, weiche Bereiche oder falsch gemischtes Material sind kein gewöhnlicher Schleier. Hier Reinigung stoppen und Verarbeiter beziehungsweise Systemhersteller einbeziehen. Eine fehlerhafte Fuge wird durch stärkeren Reiniger nicht nachträglich korrekt ausgehärtet.

VORHER PRÜFEN
  • Welches Fugenprodukt wurde verarbeitet?
  • Wie alt ist der Rückstand und ist er bereits ausgehärtet?
  • Liegt glasierte, unglasierte, polierte, strukturierte oder werkseitig vergütete Keramik vor?
  • Gibt es empfindliche Dekore, Metalle, Naturstein oder elastische Dichtstoffe im Arbeitsbereich?
BEI DER ARBEIT
  • Herstellerangaben, Sicherheitsdatenblatt (Hinweise zu Gefahren und Schutzmaßnahmen) und persönliche Schutzausrüstung beachten.
  • Mittel weder überdosieren noch antrocknen lassen.
  • Gelöstes Harz nicht mit verschmutztem Wasser oder demselben gesättigten Schwamm weiterverteilen.
  • Rückstände und Spülwasser vollständig aufnehmen und ordnungsgemäß entsorgen.
09 · ARBEITSSICHERHEIT

Reinigung oder
Instandsetzung?

Nicht ausgehärtete Harz- und Härterkomponenten können sensibilisieren. Reparatur und Neuverfugung sind keine Reinigungsarbeit und brauchen eigene Schutzmaßnahmen.

10 · QUELLEN

Fugenwerkstoff.
Produktpraxis.

Direkte Fachquellen für die sichere Einordnung und Arbeitsplanung.

SoproFugenmörtel und Dichtstoffe für keramische BelägeMapeiZweikomponentiger Epoxidharzfugenmörtel