EINZELKAPITEL · REINIGUNGSTECHNIK 04.1 · STAND 15.09.2026

Wenig Spray.
Kontrollierte Filmsanierung.

Spray-Cleanern entfernt örtliche Geh- und Absatzspuren und kann einen geeigneten Pflegefilm angleichen. Entscheidend ist nicht die Sprühflasche, sondern das abgestimmte System aus Schichtaufbau, Cleaner, Pad, Maschine, sehr kleiner Produktmenge und trockenem Endergebnis.

Professionelle Einscheibenmaschine mit montiertem Pad neben einem Drucksprüher auf einem glatten Pflegefilmboden
FACHMOTIV

Einscheibenmaschine, Pad und fein dosierbarer Sprüher. Die sichtbare Padfarbe ist nur ein Beispiel und keine allgemeine Freigabe.

DAS GRUNDPRINZIP

Klein dosieren. Sofort bearbeiten. Trocken urteilen.

  1. 01
    Vorbereiten

    Lose Partikel und harte Körner vollständig aufnehmen.

  2. 02
    Fein dosieren

    Nur eine kleine, beherrschbare Zone bodennah besprühen.

  3. 03
    Direkt verarbeiten

    Mit sauberem Pad gleichmäßig bis zur Trocknung bearbeiten.

  4. 04
    Trocken prüfen

    Glanz, Klebrigkeit, Griffigkeit und mögliche Schäden bewerten.

01

VERFAHREN RICHTIG BENENNEN

Eine Sprühflasche macht noch kein Spray-Cleanern.

Das Verfahren wird durch Ziel, Pflegefilm, Cleaner, Maschinenmechanik und trockenes Ergebnis definiert. Wer nur auf das Sprühen schaut, verwechselt schnell eine manuelle Unterhaltsreinigung mit maschineller Pflegefilmsanierung.

01 · SPRAY-CLEANERN

Maschinelle Teilflächensanierung

Ein dafür vorgesehener Cleaner wird sehr sparsam auf örtliche Geh- oder Absatzspuren eines tragfähigen, polierfähigen Pflegefilms aufgebracht. Eine geeignete Maschine und ein abgestimmtes Pad lösen Verschmutzung, verteilen Produktbestandteile und gleichen den Film trocken an.

02 · SPRÜH-WISCHVERFAHREN

Feucht reinigen mit Wischbezug

Eine geringe Menge Gebrauchslösung wird vor einen Mopp oder über ein Dosiersystem aufgebracht und mit einem Textil verteilt. Es fehlt die rotierende oder orbitale Padmechanik. Deshalb ist Sprüh-Wischen trotz ähnlicher Sprühflasche kein Spray-Cleanern.

03 · POLIEREN ODER GRUNDREINIGEN

Andere Ziele, andere Eingriffstiefe

Beim reinen Polieren wird ein geeigneter Film ohne Cleaner trocken bearbeitet. Eine Grundreinigung soll dagegen alte Pflegefilme weitgehend entfernen und arbeitet mit deutlich mehr Reinigungsflotte sowie anschließender Aufnahme. Spray-Cleanern liegt dazwischen und darf keines von beidem vortäuschen.

02

VON UNTEN NACH OBEN DENKEN

Der Cleaner arbeitet oben. Der Fehler kann tiefer liegen.

Ein glänzender Boden besteht nicht automatisch aus einem polierfähigen Pflegefilm. Nutzbelag, werkseitige Vergütung, aufgebrachte Pflege und Verschmutzung müssen getrennt betrachtet werden.

NUTZBELAG

PVC, Linoleum, Kautschuk oder ein anderer freigegebener Boden ist die tragende Materialschicht. Sie darf beim Cleanern nicht angeschliffen oder freigelegt werden.

WERKSVERGÜTUNG

Viele moderne Beläge besitzen eine werkseitige Oberflächenvergütung. Sie ist nicht automatisch ein erneuerbarer Pflegefilm und kann andere Pflegevorgaben haben.

PFLEGEFILM

Eine aufgebrachte, erneuerbare Schutz- oder Pflegeschicht kann Verschleiß aufnehmen und je nach System polier- oder cleanerfähig sein. Genau diese Freigabe muss bekannt sein.

VERSCHMUTZUNG

Absatzstriche, leichte Gehspuren und haftender Oberflächenschmutz liegen auf dem Film. Sie können bei richtiger Kombination entfernt werden.

FILMVERÄNDERUNG

Mattierung, Verdichtung, Laufstraßen oder örtlich dünner gewordener Film sind Veränderungen der Schutzschicht. Leichter Verschleiß kann angeglichen werden; fehlender Film nicht.

ECHTER SCHADEN

Kratzer, Verfärbung, Schmelz- oder Scheuerspuren, offene Nähte und freigelegte Nutzschicht bleiben Schäden. Weiteres Cleanern macht sie meist deutlicher.

03

CHEMIE KONTROLLIEREN

Cleaner ist eine Produktklasse – kein Universalrezept.

Reinigende und pflegende Bestandteile unterscheiden sich je nach Produkt. Deshalb gibt es weder eine allgemeine Verdünnung noch eine seriöse pauschale Milliliterangabe pro Quadratmeter.

01

GEBRAUCHSFERTIG ODER KONZENTRAT

Einige Spray-Cleaner werden unverdünnt eingesetzt, andere nach Herstellerangabe angesetzt. Der Methodenname liefert keine Dosierung. Etikett, Produktinformation und betriebliche Vorgabe entscheiden.

02

REINIGENDE BESTANDTEILE

Sie sollen leichte haftende Verschmutzungen anlösen. Zu viel Produkt verlängert die Trocknung, erhöht die Schmierneigung und bindet neuen Schmutz.

03

PFLEGENDE BESTANDTEILE

Je nach Produkt können polierfähige Pflegekomponenten enthalten sein, die kleine Filmdefizite angleichen. Nicht jeder Cleaner ergänzt einen Film und nicht jeder vorhandene Film verträgt jeden Cleaner.

04

SPRÜHBILD STATT PÜTZE

Feine, bodennahe Verteilung auf eine kleine beherrschbare Zone ist das Ziel. Große Tropfen, breite Sprühnebel und auf Vorrat eingesprühte Flächen verursachen Punkte, Ränder, Aerosole und Antrocknung.

04

SYSTEM STATT PADFARBE

Maschine, Drehzahl und Pad bestimmen den realen Materialangriff.

Ein Cleaner allein löst das Ergebnis nicht. Die Mechanik entsteht aus Bewegungsart, Drehzahl, Auflage, Zeit, Padstruktur und Verschmutzungsgrad des Pads.

01

KLASSISCHE EINSCHEIBENMASCHINE

Ein professioneller Normalläufer kann Spray-Cleanern, wenn Hersteller, Cleaner, Pflegefilm und Pad zusammenpassen. Die seitliche Führung verlangt Übung; langes Stehen auf einer Stelle erhöht Abrieb und Wärme.

02

HIGH-SPEED-MASCHINE

Eine höhere Drehzahl kann geeignete Filme schneller auspolieren oder verdichten. Sie ist keine pauschale Qualitätssteigerung: Film, Pad, Maschine und Produkt müssen ausdrücklich für die höhere Reibung freigegeben sein.

03

ORBITAL- / EXZENTERMASCHINE

Die kleine überlagerte Schwingbewegung lässt sich kontrolliert und randnah führen. Ob sie zum Cleanern geeignet ist, bestimmt das konkrete System. Ein beliebiges Rechteckpad ersetzt keine Verfahrensfreigabe.

04

TREIBTELLER UND PAD

Der Teller muss zur Maschine und Drehzahl passen; das Pad muss ihn vollständig abdecken, exakt zentriert, sauber und unbeschädigt sein. Sand oder harte Splitter im Pad werden zu unkontrollierten Schleifkörnern.

05

DRUCK- ODER HANDSPRÜHER

Er muss ein gleichmäßiges, fein dosierbares Sprühbild liefern und eindeutig beschriftet sein. Düse bodennah richten, Nachbarflächen schützen und niemals ein unbekanntes Produkt in eine unbeschriftete Flasche umfüllen.

06

TROCKENSAUGER UND STAUBAUFNAHME

Lose Partikel werden vor der Maschinenarbeit vollständig aufgenommen. Entsteht nach dem Auspolieren feiner Abrieb oder Polierstaub, wird auch dieser entfernt – nicht mit dem nächsten Cleanerauftrag festgeklebt.

01

Padfarbe ist keine Norm

Rot, Weiß, Beige oder andere Farben werden zwar häufig bestimmten Wirkungsstufen zugeordnet, aber nicht herstellerübergreifend verbindlich. Produktbezeichnung, technische Freigabe und Probefläche schlagen die Gewohnheitsfarbe.

02

Milde Kombination zuerst

Mit der geringsten freigegebenen Abrasivität beginnen. Abrasiv bedeutet schleifend. Mehr Abrieb kann einen Fleck schnell aufhellen und gleichzeitig den Pflegefilm oder die Vergütung dauerhaft entfernen.

03

Padzustand laufend lesen

Ein dunkles, klebriges oder zugesetztes Pad verteilt aufgenommenen Schmutz und Produkt erneut. Rechtzeitig wechseln oder nur dann wenden, wenn das konkrete Pad beidseitig nutzbar ist.

04

Maschinenklasse nicht erraten

Drehzahl, Auflage, Arbeitsbreite und Reibungswärme wirken zusammen. Zubehör nur innerhalb der zulässigen Drehzahl und nach Maschinenanleitung montieren; improvisierte Gewichte gehören nicht zum Verfahren.

05

VOR DEM START

Sechs Prüfungen verhindern den Großteil der Cleanerfehler.

Die eigentliche Maschinenfahrt ist kurz. Die fachliche Leistung steckt in der Diagnose und in einer kontrollierten Probefläche.

AUFTRAG

Teilfläche und Abnahmebild festlegen

Markieren, welche Laufspur oder Absatzstelle bearbeitet wird und wie weit angeglichen werden soll. Eine komplette stumpfe Fläche spricht eher für ein anderes Pflegeverfahren.

BELAG

Material und Herstellervorgabe klären

Belag, Oberflächenvergütung, Fugen, Nähte und Objektvorgabe bestimmen. Bei unbekanntem Aufbau weder Cleaner noch aggressives Pad auf Verdacht einsetzen.

PFLEGEFILM

Tragfähigkeit und Polierbarkeit prüfen

Klebt, kreidet, löst oder schuppt der Film bereits, ist er keine stabile Arbeitsgrundlage. Ist er bis zum Nutzbelag durchgelaufen, kann Spray-Cleanern die fehlende Schicht nicht zurückbringen.

SCHMUTZ

Lose Partikel vollständig entfernen

Sand, Metallspäne und harte Krümel vorsaugen. Absatzstrich, klebrigen Schmutz, Mattierung und tiefen Kratzer im Streiflicht voneinander unterscheiden.

AUSRÜSTUNG

Maschine, Pad und Sprüher kontrollieren

Leitung, Stecker, Bedienelemente, Treibteller, Padzentrierung und Düse prüfen. Saubere Ersatzpads und eine sichere Staubaufnahme bereithalten.

PROBE

Klein, mild und trocken bewerten

An unauffälliger Stelle minimal dosieren. Erst nach vollständiger Trocknung mit einer unbehandelten Referenz vergleichen; nasser Glanz kann Wolken und Filmabtrag verdecken.

06

KOMPLETTER ARBEITSWEG

Vom trockenen Befund bis zur sauberen Maschine.

Jeder Schritt hält Produktmenge, Mechanik und Fläche klein genug, damit sich der Prozess noch sicher korrigieren lässt.

01

Arbeitsziel eindeutig benennen

Reinigen, örtlich sanieren, nur polieren oder grundreinigen sind verschiedene Aufträge. Spray-Cleanern nur wählen, wenn ein geeigneter Pflegefilm erhalten und angeglichen werden soll.

02

Belag und Schichten identifizieren

Nutzbelag, werkseitige Vergütung, aufgebrachten Pflegefilm und bekannte Vorschäden feststellen. Produkt- und Belagsfreigaben im Objekt berücksichtigen.

03

Befund trocken einordnen

Verschmutzung, Filmveränderung und echten Schaden bei gutem Licht trennen. Die Grenze der Teilfläche so wählen, dass keine sichtbare Sauberkeitsinsel entsteht.

04

Arbeitsbereich sichern

Verkehr umleiten, Stolper- und Rutschgefahr kennzeichnen, Inventar und Sockel vor Sprühnebel schützen und für ausreichende Lüftung sorgen.

05

Lose Verschmutzung aufnehmen

Fläche gründlich staubsaugen oder mit einem geeigneten staubbindenden Verfahren vorbereiten. Unter dem Pad darf kein unkontrolliertes Schleifmaterial bleiben.

06

Maschine und Werkzeug prüfen

Energiequelle trennen, Treibteller kontrollieren und ein sauberes, freigegebenes Pad exakt mittig montieren. Leitung, Griff, Zugentlastung und Bedienelemente prüfen.

07

Cleaner korrekt bereitstellen

Gebrauchsfertiges Produkt verwenden oder Konzentrat exakt nach Vorgabe ansetzen. Sprüher beschriften, Düse testen und keine Produkte mischen.

08

Probefläche bearbeiten

Cleaner sehr sparsam auf eine kleine Zone sprühen und sofort maschinell verarbeiten. Mit ruhigen, überlappenden Bahnen beginnen und das Pad nicht auf einer Stelle drehen lassen.

09

Produkt vollständig ausarbeiten

So lange kontrolliert bearbeiten, bis die Fläche trocken und gleichmäßig ist. Schmierende Spuren sind kein Signal für mehr Cleaner, sondern für einen noch nicht beherrschten Produkt- oder Padüberschuss.

10

Padbelastung kontrollieren

Padunterseite in kurzen Abständen ansehen. Bei Schmutz- oder Produktüberladung ein sauberes Pad einsetzen; ein zugesetztes Pad nicht auf der Fläche leerfahren.

11

Teilfläche anschließen

Nur die nächste kleine Zone dosieren, Übergänge überlappend bearbeiten und Sprühabstand sowie Arbeitsgeschwindigkeit konstant halten. Sockel und Ränder trocken halten.

12

Trockenbild und Griffigkeit prüfen

Aus normaler Blickhöhe und im Streiflicht auf Wolken, Sprühpunkte, klebrige Stellen, Kratzer und Glanzsprünge kontrollieren. Auffällige Wärme oder Geruch bedeuten Stopp.

13

Abrieb aufnehmen und nachbereiten

Polierstaub vollständig absaugen, Arbeitsbereich erst trocken freigeben und Ergebnis dokumentieren. Pads reinigen beziehungsweise entsorgen und Maschine nach Anleitung pflegen.

07

PROZESSSIGNALE LESEN

Der Boden und das Pad melden Fehler früh.

Wer Sprühbild, Pad, Maschinenlauf, Wärme und Trockenbild beobachtet, kann stoppen, bevor aus einer kleinen Fehlstelle ein großflächiger Schaden wird.

01

Fein sprühen

Nur eine kleine Zone mit gleichmäßigen, kleinen Tropfen dosieren.

02

Sofort verarbeiten

Cleaner ohne Liegezeit überlappend ausarbeiten und Padbelastung prüfen.

03

Trocken beurteilen

Klebrigkeit, Glanzsprünge, Wärme, Abrieb und Kratzer kontrollieren.

SPRÜHBILD

Punkte bleiben sichtbar

Tropfen waren zu groß, lagen zu lange oder enthielten zu viel Produkt. Kleinere Zone wählen, Sprühbild korrigieren und sofort verarbeiten.

PADBELASTUNG

Pad wird dunkel und klebrig

Schmutz und Cleaner überladen die Faserstruktur. Frisches Pad einsetzen, statt den aufgenommenen Film wieder großflächig zu verteilen.

MASCHINENLAUF

Maschine zieht oder hüpft

Pad sitzt möglicherweise außermittig, ist gesättigt, beschädigt oder ein Fremdkörper liegt darunter. Ausschalten, Energie trennen und Ursache prüfen.

TEMPERATUR

Fläche wird warm

Reibung, Drehzahl, Pad oder Standzeit sind für das System zu hoch. Sofort unterbrechen und trocken beurteilen; Wärme kann Pflegefilm und Nutzschicht verändern.

OBERFLÄCHE

Stelle wird heller oder matter

Es kann bereits Film oder Oberfläche abgetragen werden. Nicht mit zusätzlichem Cleaner oder härterem Pad angleichen, sondern den Schichtzustand neu bestimmen.

TROCKENBILD

Fläche bleibt klebrig

Produktmenge, Konzentration, Padwechsel oder Ausarbeitung stimmen nicht. Verkehr sperren und Ursache nach Produktsystem korrigieren; klebrig ist kein fertiges Ergebnis.

FEHLERBILDWAHRSCHEINLICHE URSACHESICHERE REAKTION
Schmierige, klebrige Fläche

Zu viel Cleaner, falsche Konzentration, Pad gesättigt oder Produkt nicht trocken ausgearbeitet.

Bereich sperren, Produktvorgabe prüfen, sauberes Pad einsetzen und nur systemgerecht korrigieren. Nicht noch einmal übersprühen.

Punkte und Tropfenränder

Grobes Sprühbild, zu großer Abstand oder Cleaner lag vor der Bearbeitung zu lange auf.

Düse prüfen, bodennah und feiner dosieren, kleinere Zonen sofort verarbeiten. Eingetrocknete Punkte erst an Probefläche korrigieren.

Wolken und Glanzsprünge

Ungleichmäßige Menge, unruhige Überlappung, wechselnde Padbelastung oder unterschiedliche Filmstärke.

Arbeitsbreite, Tempo und Übergänge vereinheitlichen; Pad wechseln und Trockenbild mit Referenzfläche vergleichen.

Dunkle Kreise oder graue Paste

Lose Partikel wurden nicht vollständig entfernt oder das Pad verteilt stark aufgenommenen Schmutz.

Stoppen, Fläche und Padunterseite prüfen, Partikel absaugen und mit sauberem Pad neu ansetzen.

Kaum Wirkung auf die Laufstraße

Der Befund ist möglicherweise Filmverschleiß, freigelegte Nutzschicht oder Materialveränderung statt oberflächlicher Verschmutzung.

Schichtaufbau prüfen. Nicht automatisch mehr Produkt, Drehzahl oder Abrasivität einsetzen; gegebenenfalls anderes Pflegeverfahren planen.

Heller oder matter Fleck

Pad zu aggressiv, zu lange Standzeit, ungeeignete Drehzahl oder Pflegefilm beziehungsweise Vergütung wurde örtlich abgetragen.

Arbeit beenden und trocken beurteilen. Materialabtrag lässt sich nicht durch weiteres Cleanern zurückreinigen.

Feine Kratzer

Sand, Metallsplitter, hartes Granulat oder ein beschädigtes beziehungsweise ungeeignetes Pad arbeitete mit.

Sofort stoppen, Werkzeug und Fläche reinigen, Kratzer dokumentieren und weitere Bearbeitung nur nach Schadensdiagnose.

Starker Seitenzug oder Vibration

Pad nicht zentriert, Treibteller verschmutzt oder beschädigt, Pad einseitig abgenutzt oder Maschine technisch auffällig.

Ausschalten, Energiequelle trennen und Montage prüfen. Bleibt die Unruhe, Maschine sperren und fachlich prüfen lassen.

Sprühnebel auf Sockel und Inventar

Düse zu hoch, Strahl zu breit oder auf Vorrat in den Raum gesprüht.

Nachbarflächen nach Materialvorgabe sofort reinigen, Sprühweg korrigieren und nur kleine bodennahe Zonen dosieren.

Hitze, Geruch oder Verfärbung

Zu viel Reibung, Trockenlauf, lange Standzeit oder unverträgliches Produkt-Pad-Film-System.

Sofort abschalten, Fläche abkühlen lassen und als möglichen Schaden behandeln. Keine weitere Probefahrt an derselben Stelle.

08

MATERIALGRENZEN & ARBEITSSCHUTZ

Wenig Flüssigkeit bedeutet nicht wenig Verantwortung.

Sprühnebel, Chemie, Strom, rotierende Werkzeuge, Reibungswärme und Publikumsverkehr bleiben reale Gefährdungen. Materialfreigabe und Gefährdungsbeurteilung gehören zusammen.

Unbeschichtete oder unbekannte Böden

Spray-Cleanern ist kein Universalverfahren für blanken Belag. Ohne nachgewiesenen geeigneten Pflegefilm können Rückstände, Flecken oder ein unerwünschter Schichtaufbau entstehen.

Wasser- und lösemittelempfindliche Systeme

Holz, Laminat, offene Nähte, geschädigte Klebungen und bestimmte Beschichtungen können schon auf kleine Produktmengen reagieren. Inhaltsstoffe und Materialfreigabe prüfen.

Strukturierte oder rutschhemmende Flächen

Ein flaches Pad erreicht Vertiefungen schlecht und kann erhabene Spitzen glätten. Pflegekomponenten dürfen die geforderte Rutschhemmung nicht unerwünscht verändern.

ESD- und leitfähige Beläge

Pflegefilm, Cleaner und mechanischer Abrieb können elektrische Eigenschaften beeinflussen. Nur freigegebene Systeme verwenden und vorgeschriebene Messungen einhalten.

Chemie, Sprühnebel und Hautkontakt

Etikett, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung beachten. Düse bodennah halten, lüften und Schutzbrille sowie Handschuhe nach Gefährdungsbeurteilung auswählen.

Maschine, Kabel und Verkehrsweg

Nur eingewiesene Personen einsetzen. Leitung aus dem Werkzeugweg führen, vor Padwechsel Energie trennen, Rutschzone sichern und Defekte nicht provisorisch überkleben.

09

PRAXIS ENTSCHEIDEN

Sechs Befunde – und nicht jeder gehört unter das Cleanerpad.

Das passende Verfahren ergibt sich aus dem trockenen Befund. Je früher Verschmutzung, Filmveränderung und Schaden sauber getrennt werden, desto weniger wird auf Verdacht aggressiver gearbeitet.

BESCHICHTETER PVC-FLUR

Schwarze Absatzstriche auf sonst tragfähigem Film

Nach vollständiger Trockenreinigung zeigt die Probefläche: Die Striche lösen sich mit minimalem Cleaner und mildem Pad, ohne Glanzsprung. In kleinen Zonen weiterarbeiten und Padbelastung kontrollieren.

PASSEND: Verschmutzung liegt auf einem intakten, cleanerfähigen Film.
LEICHTE LAUFSPUR

Film ist matt, aber noch geschlossen und fest

Systemfreigabe prüfen und eine unauffällige Probe bis zum vollständigen Trockenbild ausarbeiten. Gleicht sich der Bereich ohne Klebrigkeit und Abtrag an, kann die Teilfläche saniert werden.

MÖGLICH: Leichte Filmveränderung, nicht automatisch Schmutz.
GANZER FLUR IST GRAU UND KLEBRIG

Vollflächiger, tiefer Befund statt örtlicher Spur

Spray-Cleanern nicht als Ersatz für eine geplante Zwischen- oder Grundreinigung missbrauchen. Ursache, alte Produktlagen und Reinigungsbedarf systematisch bewerten.

NICHT PASSEND: Das Verfahren ist zu klein für den Befund.
PFLEGEFILM BIS ZUM BELAG DURCHGELAUFEN

Laufstraße unterscheidet sich deutlich von den Randzonen

Trocken prüfen, Schichtaufbau klären und ein geeignetes Sanierungs- beziehungsweise Beschichtungskonzept planen. Cleaner kann einen vollständig fehlenden Schutzfilm nicht lokal in gleicher Schichtstärke aufbauen.

GRENZE: Fehlender Film ist mehr als eine leichte Laufspur.
KLEBRIGE INSEL NACH DEM CLEANERN

Die bearbeitete Stelle nimmt sofort neuen Schmutz an

Fläche sperren, Produktkonzentration, Sprühmenge, Padzustand und Ausarbeitung kontrollieren. Erst nach systemsicherer Korrektur freigeben.

FEHLERBILD: Rückstand ist kein zusätzlicher Schutz.
UNBEKANNTE VERGÜTUNG

Belag wirkt gepflegt, Objektunterlagen fehlen

Nicht aus dem Glanz auf einen Pflegefilm schließen. Hersteller, Produktgeschichte oder Fachprobe klären; bis dahin ein materialneutrales Reinigungsverfahren wählen.

STOPP: Glanz ist keine Schichtdiagnose.
VERSCHMUTZUNG

Liegt auf einem intakten Film

Absatzgummi, leichte Gehspuren oder ein kleiner klebriger Rückstand können sich lösen, ohne dass Film oder Nutzbelag sichtbar verändert werden. Das ist der typische Einsatzbereich.

MATERIALVERÄNDERUNG

Der Film selbst hat sich verändert

Mattierung, Verdichtung, Laufstraßen und örtlich dünner Film sind keine gewöhnlichen Schmutzlagen. Leichte, geschlossene Veränderungen lassen sich eventuell angleichen; durchgelaufene Stellen nicht.

ECHTER SCHADEN

Schicht oder Boden ist verletzt

Kratzer, Verfärbung, Hitzezeichen, abgelöste Vergütung, offene Naht oder freigelegter Nutzbelag bleiben nach dem Reinigen. Stoppen, dokumentieren und Reparatur oder Sanierung planen.

FACHLICHER ABGLEICH · STAND 15.09.2026

Verfahren, Maschine, Pads und Schutzmaßnahmen geprüft.

Die Aussagen wurden mit Herstellerinformationen zu Sprayreinigung, Einscheibenmaschinen und Pads sowie mit Unterlagen der gesetzlichen Unfallversicherung abgeglichen. Im Objekt bleiben die aktuellen Produkt- und Maschinenunterlagen verbindlich.

01Wetrok · professionelle ReinigungsmethodenHerstellerübersicht mit Sprayreinigen / Cleanern als eigenständiger Teilspray-Methode ↗02Kiehl · Methode Spray-CleanernHerstelleranleitung zur Reinigung, Pflege und Ergänzung geeigneter Pflegefilme ↗033M · Scotch-Brite HartbodenpadsHerstellerunterlage zu Padtypen, Wirkungsstufen und Maschinenanwendungen ↗04Numatic · professionelle EinscheibenmaschineTechnische Grunddaten eines klassischen Normalläufers als Maschinenbeispiel ↗05BG BAU · ReinigungsmaschinenBetriebsanweisungen als Grundlage für Unterweisung und sicheren Maschineneinsatz ↗06DGUV / BG BAU · Reinigungs- und PflegemittelGefährdungen und Schutzmaßnahmen beim Einsatz professioneller Reinigungschemie ↗

WEITER IM SYSTEM

Pflegefilm erhalten, Maschine beherrschen und Verfahren sauber trennen.

03.3 · Einscheibenmaschinenverfahren 03.4 · Maschinelles Nassscheuern 04.2 · Polieren / Poliersaugen Pflegefilm und Cleaner verstehen Teilflächenreinigung planen