Ein leicht feuchtes Reinigungsgranulat wird dünn verteilt, mit einer freigegebenen Bürstenmaschine an die Teppichfasern gearbeitet und danach zusammen mit der gebundenen Verschmutzung vollständig aufgenommen. „Trocken“ ist hier eine Verfahrensbezeichnung – kein Beweis dafür, dass weder Wasser noch Chemie eingesetzt werden.
DÜNN DOSIERT
Das Granulat liegt nicht zentimeterdick auf der Fläche. Eine gemessene, dünne Verteilung wird mit freigegebenen Bürsten in den Flor gearbeitet und später mit einem geeigneten Bürstsauger vollständig aufgenommen.
KURZABLAUF
Vorsaugen, dosieren, einbürsten und vollständig aufnehmen
01
Trocken vorbereiten
Aufbau prüfen, Vorschäden dokumentieren, gründlich vorsaugen und Flecken getrennt behandeln.
02
Dünn dosieren und einbürsten
Gebrauchsfertiges Granulat nach Flächenvorgabe verteilen und mit dem freigegebenen Bürstensystem einarbeiten.
03
Trocknen und austragen
Produktspezifische Zeit einhalten, in mehreren Richtungen bürstsaugen und Ränder sowie Fugen kontrollieren.
01
WAS DAS VERFAHREN MACHT
Leicht feuchtes Granulat löst, bindet und transportiert Schmutz
Trockenpulver- oder Granulatreinigung ist ein feuchtearmes Verfahren für textile Beläge. Produkt, Chemie, Bürstenmechanik und Endaufnahme bilden ein Gesamtsystem. Kein einzelner Schritt darf den Schmutzaustrag nur behaupten.
TROCKEN HEISST FEUCHTEARM
Das Granulat ist meist leicht feucht
Der Name beschreibt den geringen Wassereintrag in den Teppich und den trockenen Endzustand – nicht zwingend ein staubtrockenes Produkt. Viele Systeme liefern kleine, mit Reinigungslösung angefeuchtete Trägerteilchen gebrauchsfertig.
TRÄGER + REINIGUNGSLÖSUNG
Das Produkt arbeitet wie viele kleine Reinigungskörper
Der Träger bringt eine begrenzte Menge Reinigungslösung an die Faser. Seine genaue Zusammensetzung ist produktspezifisch; aus Begriffen wie Pulver, Compound oder Mikro-Schwamm lässt sie sich nicht sicher ableiten.
MECHANIK + KONTAKT
Bürsten verteilen und lösen
Die Bürsten öffnen einen geeigneten Flor, verteilen das Granulat an den Faseroberflächen und unterstützen das Ablösen haftender Verschmutzung. Zu harte oder ungeeignete Bürsten können Schlingen und Fasern schädigen.
AUFNAHME + AUSTRAG
Gebundener Schmutz muss die Fläche verlassen
Verschmutzung haftet außen am Granulat und kann je nach Träger auch aufgenommen werden. Fachlich spricht man von Adsorption an der Oberfläche und Absorption in den Träger. Entscheidend bleibt das anschließende vollständige Aufsaugen.
02
UNTERSCHIEDE ZU ANDEREN VERFAHREN
Granulat ist nicht Verkapselung, Shampoo oder Sprühextraktion
Mehrere Teppichverfahren nutzen Bürsten und werden als feuchtearm beworben. Entscheidend ist deshalb nicht die Maschine, sondern was aufgebracht wird und auf welchem Weg gelöster Schmutz die Fläche wieder verlässt.
01
05.7 · GRANULATREINIGUNG
Ein bereits vorhandener, meist leicht feuchter körniger Träger wird verteilt, eingebürstet und zusammen mit gebundener Verschmutzung wieder aufgenommen.
02
05.8 · VERKAPSELUNGSREINIGUNG
Eine flüssige Spezialchemie wird aufgebracht und trocknet zu absaugbaren Rückständen aus. Gegenläufige Bürsten können auch dort eingesetzt werden, machen die beiden Verfahren aber nicht gleich.
03
05.2 · SHAMPOONIEREN
Shampoo bildet eine Schaumflotte. Granulat ist kein Schaumberg und wird nicht durch wahlloses Nachsprühen zu einem Shampoosystem.
04
05.3 · SPRÜHEXTRAHIEREN
Wasser beziehungsweise Spülmedium wird eingesprüht und unmittelbar nass abgesaugt. Bei der Granulatreinigung gibt es diesen Spül- und Rückgewinnungsweg nicht.
05
BÜRSTSAUGEN
Ein Bürstsauger löst und entfernt trockenen losen Schmutz. Ohne Reinigungsgranulat bleibt es Bürstsaugen – mit Granulat wird es Teil eines chemomechanischen Reinigungsverfahrens.
06
DETACHUR
Flecken werden stoff- und materialgerecht separat behandelt. Eine Handvoll Granulat auf jedem Fleck ersetzt weder Fleckbestimmung noch kontrollierten Austrag.
03
GEEIGNETER EINSATZ
Für freigegebene Teppiche mit begrenzter Verschmutzung
Kurze Trocknungs- und Sperrzeiten sind der große praktische Vorteil. Die Grenze liegt dort, wo Granulat nicht mehr vollständig aufgenommen werden kann oder Verschmutzung tiefer sitzt, als Bürste und Träger erreichen.
01 · GEEIGNET
Leichte bis mittlere Laufspuren
Auf einem freigegebenen Objektteppich kann das Verfahren oberflächennahe, anhaftende Verschmutzung mindern und Nutzungsausfälle kurz halten.
02 · GEEIGNET
Feuchteempfindliche Umgebung mit Systemfreigabe
Der geringe Flüssigkeitseintrag kann Fugen, Klebung und Doppelbodenkonstruktionen weniger belasten als ein Nassverfahren. Granulat in Fugen und Bodenauslässen bleibt trotzdem ein eigenes Risiko.
03 · PRÜFEN
Naturfasern und empfindliche Farben
Einzelne Produktsysteme besitzen Freigaben für Wolle, Sisal oder andere empfindliche Fasern. Das ist keine pauschale Freigabe für jedes Granulat und jede Bürstenmaschine.
04 · PRÜFEN
Nadelvlies und sehr dichter Flor
Kleine Teilchen können sich festsetzen und schwer aussaugen lassen. Nur mit ausdrücklicher Belags- und Systemfreigabe sowie belastbarer Probefläche arbeiten.
05 · NICHT AUSREICHEND
Tiefe, klebrige oder massive Verschmutzung
Altchemie, tief eingelagerter Sand, große Mengen Fett, Getränke, Urin, Geruchsquellen oder Kontamination im Rücken werden nicht zuverlässig herausgespült.
06 · STOPP
Lose Schlingen, offene Nähte oder instabiler Verbund
Gegenläufige Bürsten können lose Garne erfassen. Wellen, Delamination, weiche Klebezonen und offene Teppichfliesen werden vor jeder Maschinenarbeit geklärt.
04
MATERIALPRÜFUNG
Flor, Farbe, Nähte, Rücken und Klebung gemeinsam prüfen
Der geringe Flüssigkeitseintrag löst nicht jedes Materialproblem. Vor allem Floraufbau und offene Stellen entscheiden, ob Granulat wieder herauskommt und ob die Bürsten arbeiten dürfen.
PFLEGEANLEITUNG
Belagshersteller und Produktsystem bestimmen, ob Granulat, konkrete Bürstenmechanik und abschließendes Bürstsaugen zugelassen sind.
FASERART
Polyamid, Polyester, Polypropylen, Wolle, Sisal, Viskose und Mischungen reagieren unterschiedlich auf Reiniger, Restfeuchte und mechanische Belastung.
FLORKONSTRUKTION
Schnittpol, Schlinge, Hoch-Tief-Struktur, Nadelvlies und Hochflor halten Granulat unterschiedlich fest. Je tiefer und verschachtelter der Flor, desto schwieriger der vollständige Austrag.
FARBE
Granulat, Fleckmittel und Bürsten gemeinsam an einer unauffälligen Stelle prüfen. Erst trocken auf Ausbluten, Aufhellung, Farbwanderung und Abrieb kontrollieren.
NÄHTE UND KANTEN
Offene Nähte, lose Garnenden, Fransen und hochstehende Fliesenkanten können von Walzen erfasst oder durch mehrfaches Bürsten vergrößert werden.
RÜCKEN UND KLEBUNG
Feuchte bleibt gering, ist aber vorhanden. Fugen, Rücken, Tackifier, Kleber, Doppelboden und Bodenauslässe müssen gegen Eintrag geprüft werden.
FUNKTIONSAUSRÜSTUNG
Fleckschutz, Antistatik und Flammschutz können durch Reiniger oder Bürsten beeinflusst werden. Nutzungsklasse und Brennverhalten sind keine Reinigungsfreigabe.
VORSCHÄDEN
Shading, Polumkehr, verfilzte Laufstraßen, Faserabrieb und Delamination vor Beginn dokumentieren. Granulat macht einen verschlissenen Flor nicht wieder neu.
DICHTER FLOR · AUSTRAG PRÜFENNadelvlies kann kleine Granulatteilchen festhalten. Die Eignung wird nicht geraten, sondern mit Herstellerfreigabe und vollständiger Probefläche geprüft.HOCHFLOR · MECHANIKGRENZELange Garne erschweren gleichmäßigen Kontakt und vollständiges Aussaugen. Walzen können Fasern verdrillen oder lose Enden erfassen.
05
MASCHINEN UND BÜRSTEN
Dosierhilfe, Bürstenmaschine und Bürstsauger haben getrennte Aufgaben
Gegenläufige Walzenbürstmaschinen sind bei Granulatsystemen weit verbreitet, aber nicht die einzige mögliche Bauart. Verbindlich ist immer die Kombination, die Produkt- und Teppichhersteller freigeben.
01
Bürstsauger für die Vorbereitung
Entfernt trockenen Abrasivschmutz vor der Chemie. Bürstenhöhe und Walze müssen zum Teppich passen; empfindliche oder beschädigte Konstruktionen werden mit freigegebener Düse ohne aggressive Walze abgesaugt.
02
Dosierhilfe oder Streuer
Messbecher, Schaufel oder Systemstreuer verteilt die vorgeschriebene Menge gleichmäßig. Eine breite Handvoll nach Gefühl erzeugt überdosierte Inseln und erschwert den Austrag.
03
Gegenläufige Walzenbürstmaschine
Zwei zylindrische Bürsten drehen gegeneinander, arbeiten das Granulat von mehreren Seiten an die Fasern und richten geeigneten Flor auf. Bürstenhärte und -drehzahl bleiben systemabhängig.
04
Maschine mit Auffangwannen
Einige Systeme besitzen sogenannte Renovator- oder Auffangwannen. Sie können verschmutztes Granulat während weiterer Maschinenfahrten aufnehmen, ersetzen aber nur dann den vorgesehenen Endgang, wenn der Hersteller dies ausdrücklich so beschreibt.
05
Freigegebene Bürst- oder Einscheibenmaschine
Manche Produktsysteme erlauben andere Bürstmaschinen oder eine langsam laufende Einscheibenmaschine mit Teppichbürste. Das ist eine konkrete Systemfreigabe – keine Einladung, irgendeine Bürste einzusetzen.
06
Bürstsauger für die Endaufnahme
Ein geeigneter Bürstsauger löst getrocknete Teilchen aus dem Flor und führt sie in Filtertüte beziehungsweise Behälter. Saubere Filter, passende Bürstenhöhe und mehrere überlappende Richtungen sind Teil des Reinigungsverfahrens.
06
GRANULAT RICHTIG VERWENDEN
Produktzustand, Dosierung und Lagerung kontrollieren
Granulat ist kein neutrales Sägemehl. Träger, Reinigungswirkstoffe, Feuchte und eventuelle Ausrüstungen unterscheiden sich je Produkt. Deshalb werden Gebinde, Produktinformation und Sicherheitsdatenblatt vor der Fläche gelesen.
01
Gebrauchsfertig bedeutet nicht beliebig veränderbar
Granulat in der gelieferten Konsistenz verwenden. Weder Wasser noch Allzweckreiniger, Duftstoff oder Fleckmittel in den Eimer mischen.
02
Feuchte vor der Arbeit beurteilen
Gleichmäßig leicht feuchte, lockere Teilchen passen zum typischen Systemprinzip. Ausgetrocknetes, staubendes oder verklumptes Material nicht eigenmächtig nachbefeuchten, sondern Produktangabe und Lagerzustand klären.
03
Dosierung messen
Die Herstellerangabe in Gramm beziehungsweise Kilogramm pro Fläche auf den tatsächlichen Abschnitt übertragen. Zu viel Granulat erhöht weder automatisch Lösekraft noch Reinigungstiefe.
04
Nur sauberes Produkt entnehmen
Messhilfe sauber halten und verschmutztes, bereits benutztes Granulat niemals in das Frischgebinde zurückgeben.
05
Gebinde sofort schließen
Offene Eimer verlieren Feuchte, nehmen Fremdschmutz auf und können zum Stolperhindernis werden. Lagerbedingungen und Mindesthaltbarkeit des Herstellers einhalten.
06
Produktwechsel nicht mitten auf der Fläche
Trägergröße, Feuchte, Chemie und Farbe unterscheiden sich. Zwei Produkte in einer Arbeitszone machen Wirkung, Rückstände und Reklamation unnötig schwer nachvollziehbar.
Wenn der Teppich aussieht wie ein frisch gestreuter Gehweg, war die Dosierung nicht großzügig, sondern daneben.
Mehr Granulat heißt vor allem: mehr Material kaufen, mehr Material einbürsten und mehr Material wieder heraussaugen. Die Reinigungsgrenze wandert davon keinen Millimeter tiefer.
07
ARBEITSABLAUF
Die Granulatreinigung Schritt für Schritt ausführen
Der Ablauf trennt trockenen Vorschmutz, Fleckbehandlung, gemessene Granulatgabe, Bürstmechanik, Zeit und Endaufnahme. So bleibt nachvollziehbar, welcher Schritt welche Aufgabe erfüllt.
01
Reinigungsziel festlegen
Klären, ob oberflächennahe Verschmutzung feuchtearm entfernt werden soll oder ob Tiefe, Rückstände beziehungsweise Kontamination ein anderes Verfahren verlangen.
02
Gesamtsystem freigeben
Pflegeanleitung des Teppichs sowie Angaben zu Granulat, Fleckmitteln, Bürstenmaschine, Bürstenbesatz und Aufnahmegerät gemeinsam prüfen.
03
Gefährdungen beurteilen
Chemie, Staub, elektrische Maschinen, Kabel, bewegte Bürsten, Verkehrswege, Bodenauslässe und Entsorgung in die Arbeitsplanung aufnehmen.
04
Fläche vorbereiten und sperren
Möbel entfernen oder schützen, lose Gegenstände sichern, Steckdosen und Bodentanks vor Teilcheneintrag schützen und einen geordneten Arbeitsweg festlegen.
Den freigegebenen Flor langsam und überlappend aus mehreren Richtungen absaugen. Sand und lose Partikel werden nicht erst mit Granulat vermischt.
07
Flecken separat behandeln
Fleckart bestimmen, passendes Mittel sparsam einsetzen und Rückstände nach Systemvorgabe austragen. Unbekannte Chemie nicht unter Granulat verstecken.
08
Vollständige Probefläche anlegen
Dosierung, Granulat, Bürsten, Maschinenfahrten, Trockenzeit und Endaufnahme gemeinsam testen und das trockene Ergebnis beurteilen.
09
Granulat und Geräte prüfen
Produktzustand, Messhilfe, Bürstenbesatz, Kabel, Auffangwannen, Filter, Filtertüte und Bürstsaugerhöhe kontrollieren.
10
Teilfläche festlegen
Nur einen Abschnitt bearbeiten, dessen Dosierung, Bürstung, Kontaktzeit und Aufnahme sicher beherrscht werden. Ränder und Anschlüsse von Anfang an einplanen.
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Granulat dünn und gleichmäßig verteilen
Vorgeschriebene Menge über die Teilfläche geben. Der Teppich bleibt zwischen den Teilchen sichtbar; dicke Haufen werden vor dem Bürsten verteilt.
12
Systemgerecht einbürsten
Maschine ruhig in den vorgeschriebenen überlappenden Richtungen führen. Nicht auf der Stelle arbeiten und Kanten, Nähte sowie Wendepunkte laufend prüfen.
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Ränder kontrolliert bearbeiten
Nur freigegebene Hand- oder Maschinenbürsten verwenden. Granulat nicht unter Sockelleisten, Türen, Möbelkanten oder in Bodenauslässe drücken.
14
Verschmutztes Granulat beurteilen
Farbwechsel kann auf Schmutzaufnahme hinweisen. Verklumpen, Schmieren, starkes Stauben, Faserzug oder ungewöhnlicher Maschinenlauf sind Stoppsignale.
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Kontakt- und Trockenzeit einhalten
Zeitpunkt und Nutzung richten sich nach dem konkreten Produkt. Leicht feucht an der Oberfläche ist nicht automatisch trocken im gesamten Flor.
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Granulat systemgerecht aufnehmen
Auffangwannen verwenden, wenn vorgesehen, und anschließend beziehungsweise alternativ mit dem freigegebenen Bürstsauger langsam, überlappend und aus mehreren Richtungen arbeiten.
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Ränder und Technikzonen nachsaugen
Sockelkanten, Übergänge, Nähte, Möbelstandflächen und geschützte Bodentanks kontrollieren. Filter beziehungsweise Tüte prüfen und bei nachlassendem Luftstrom wechseln.
18
Trockenes Ergebnis abnehmen
Flor, Farbe, Griff, Geruch, Restgranulat, Nähte, Kanten und Übergänge prüfen. Produktmenge, Maschinenwahl, Zeiten und Abweichungen dokumentieren.
08
TROCKNEN UND VOLLSTÄNDIG AUSSAUGEN
Die Endaufnahme entscheidet über Rückstände und Wiederanschmutzung
Hersteller unterscheiden sich bei Kontaktzeit, sofortiger Nutzung und maschineller Aufnahme. Die gemeinsame Grundregel bleibt: Das belastete Granulat muss systemgerecht aus dem Flor, den Rändern und allen Anschlusszonen entfernt werden.
GRANULAT WIRD GRAU
Gebundene Verschmutzung wird sichtbar
Das kann funktionierende Aufnahme zeigen, beweist aber allein keine vollständige Reinigung. Entscheidend sind sauberer Belag und vollständiger Austrag.
TEILCHEN BLEIBEN SICHTBAR
Endaufnahme ist noch nicht beendet
Bürstenhöhe, Fahrtrichtung, Filter, Luftstrom und Florzugang prüfen. Nicht einfach Möbel zurückstellen und auf den nächsten Unterhaltssauger hoffen.
HELLER RAND AN SOCKELN
Granulat wurde in die Randzone geschoben
Mit passender Fugendüse beziehungsweise freigegebener Bürstdüse sorgfältig aufnehmen und Dosier- sowie Bürstweg korrigieren.
STAUBWOLKE ENTSTEHT
Produkt ist ausgetrocknet, zermahlen oder schlecht erfasst
Arbeit stoppen, Produktzustand und Sicherheitsdatenblatt prüfen, lüften beziehungsweise Staubausbreitung kontrollieren und geeignetes Saugsystem einsetzen.
FILTERANZEIGE ODER SAUGKRAFT FÄLLT
Tüte, Behälter oder Filter sind belastet
Gerät ausschalten und nach Anleitung warten. Schwache Aufnahme mit weiteren Leerfahrten zu kaschieren lässt Rückstände im Teppich.
GRANULAT TAUCHT SPÄTER WIEDER AUF
Tiefe Teilchen wurden nicht erreicht oder durch Nutzung hochgearbeitet
Nachsaugen, Austragsweg überprüfen und bei wiederholtem Auftreten Verfahren beziehungsweise Belagsfreigabe neu bewerten.
Granulat, das im Teppich bleibt, ist kein Langzeit-Reinigungsdepot.
Es ist liegen gebliebener Schmutzträger. Der nächste Kollege soll reinigen – nicht deine Krümelsammlung archäologisch ausgraben.
09
TYPISCHE FEHLER
Fehlerbild erkennen, Ursache prüfen und sicher reagieren
Die häufigsten Fehler entstehen durch Überdosierung, falsche Bürsten, unvollständiges Aussaugen und den Versuch, eine tiefe Verschmutzung mit einem Zwischenreinigungsverfahren zu lösen.
FEHLERBILDWAHRSCHEINLICHE URSACHESICHERE REAKTION
Weiße oder beige Inseln im Flor
Granulat wurde zu dick oder ungleichmäßig verteilt und nicht vollständig aufgenommen.
Bereich gründlich in mehreren Richtungen bürstsaugen; Dosierung messen und kleinere Teilflächen wählen.
Teppich staubt nach der Reinigung
Produkt war ausgetrocknet, wurde mechanisch zermahlen oder der Austrag war unvollständig.
Nutzung begrenzen, Sicherheitsdatenblatt prüfen, staubarm nachsaugen und Produkt- sowie Maschinenzustand klären.
Klebriger oder seifiger Griff
Granulat, Vorreiniger oder Fleckmittel war überdosiert, ungeeignet oder chemisch nicht kompatibel.
Keine weitere Chemie aufbringen. Rückstandsart bestimmen und ein freigegebenes Austrags- oder Spülverfahren planen.
Dunkle Laufstraße bleibt
Verschmutzung sitzt tiefer, Flor ist verschlissen oder die Dosierung beziehungsweise Mechanik reicht nicht aus.
Trockenbild mit Vergleichsfläche prüfen und zwischen weiterer Reinigung, anderem Verfahren und Materialveränderung unterscheiden.
Schlinge oder Naht wird gezogen
Bürstenbesatz beziehungsweise Walzenbewegung hat ein loses Garn oder eine Vorschadstelle erfasst.
Sofort ausschalten, Garn nicht herausziehen, Stelle sichern und vor weiterer Mechanik reparieren beziehungsweise freigeben lassen.
Wolken oder unterschiedliche Florlage
Maschine wurde ungleichmäßig geführt oder der Flor liegt nach mehreren Richtungen verschieden.
Nicht nass nacharbeiten. Materialgerecht ausrichten, vollständig trocknen lassen und erst dann bewerten.
Granulat liegt in Bodentank oder Fuge
Anschlüsse waren ungeschützt oder die Maschine hat Teilchen in Randzonen gedrückt.
Technikzone spannungs- und objektsicher behandeln, geeignet absaugen und Schutzmaßnahmen vor dem nächsten Abschnitt verbessern.
Saugkraft bricht schnell ein
Feuchtes Granulat oder große Mengen belasten Tüte, Filter oder ein ungeeignetes Saugsystem.
Nur freigegebenes Aufnahmegerät verwenden, Filterweg warten und Füllstand sowie Herstellergrenzen einhalten.
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GRENZEN UND ARBEITSSCHUTZ
Chemie, Staub, Bürsten, Elektrik und Materialgrenzen beachten
Feuchtearm bedeutet weder gefahrlos noch für jeden Teppich geeignet. Die Gefährdungsbeurteilung umfasst den chemischen Träger, mögliche Staubbildung, Maschinenarbeit, Verkehrswege und die vorhandene Verschmutzung.
Sicherheitsdatenblatt und Produktinformation
Granulat ist Reinigungschemie auf einem Träger. Inhaltsstoffe, Kennzeichnung, Haut- und Augenschutz, Lagerung, Lüftung, Erste Hilfe und Entsorgung werden nicht aus dem Wort trocken abgeleitet.
Staub nicht unterschätzen
Ausgetrocknetes oder zerriebenes Granulat kann einatembaren Staub erzeugen. Nicht trocken zusammenkehren, nicht aus großer Höhe ausschütten und kein ungeeignetes Gerät verwenden, das Staub wieder ausbläst.
Bewegte Bürsten
Maschine vor Bürstenkontrolle, Entwirren oder Wannenwechsel ausschalten, Netzstecker ziehen und Stillstand abwarten. Kabel, Fransen und lose Garne dürfen nicht in die Walzen gelangen.
Elektrische Betriebsmittel
Kabel, Stecker, Zugentlastung und Gehäuse vor Arbeitsbeginn prüfen. Beschädigte Geräte aussortieren und Leitungen so führen, dass weder Überfahren noch Stolperstellen entstehen.
Verkehr und Nutzung
Granulat auf Hartboden kann rutschig wirken und wird leicht verschleppt. Arbeitszone kennzeichnen, Übergänge sauber halten und Fläche erst nach systemgerechter Aufnahme freigeben.
Hygienische und gefährliche Belastungen
Granulat ist kein Verfahren zur sicheren Aufnahme unbekannter Gefahrstoffe, Schimmelbelastung, Körperflüssigkeiten oder anderer kontaminierter Stäube. Hier gelten spezielle Beurteilung und Verfahren.
Materialgrenze
Hochflor, lose Schlingen, Fransen, instabile Nähte, offene Teppichfliesen, unbekannte Naturfasern und schwer aussaugbare Konstruktionen bleiben ohne eindeutige Freigabe außen vor.
Leistungsgrenze
Das Verfahren hat keine Klarspülung und keine unmittelbare Nassrückgewinnung. Tiefer Schmutz, Altchemie, Geruchsquellen und starke fettige Belastung verlangen häufig eine andere Reinigungsstufe.
11
PRAXIS UND ZUSTÄNDE
Verschmutzung, Materialveränderung und echten Schaden trennen
Ein dunkler Laufweg kann schmutzig, verfilzt, anders gepolt oder verschlissen sein. Erst Probefläche, vollständiger Austrag und trockenes Vergleichsbild zeigen, was Reinigung leisten kann.
FALL 01
Leichte Laufspur im Büroflur
Kurzfloriger Objektteppich, freigegebenes System, trockener loser Schmutz bereits entfernt. Eine gemessene Granulatmenge wird abschnittsweise eingebürstet und vollständig bürstgesaugt.
PASSEND · WENN PROBEFLÄCHE UND AUSTRAG STIMMENFALL 02
Granulat bleibt im Nadelvlies
Die dichte, verfilzte Konstruktion hält kleine Teilchen trotz mehrerer Saugfahrten. Weitere Produktgabe würde das Problem nur vergrößern.
STOPP · AUFNAHMEWEG UND VERFAHRENSFREIGABE NEU PRÜFENFALL 03
Hochfloriger Teppich
Lange Garne erschweren gleichmäßigen Bürstenkontakt und vollständige Rückgewinnung. Walzen können Fäden verdrillen oder erfassen.
NICHT PAUSCHAL EINSETZEN · HERSTELLERFREIGABE ERFORDERLICHFALL 04
Dunkle Zone bleibt nach dem Saugen
Möglich sind tief sitzender Schmutz, Polumkehr, verfilzter Flor oder Faserabrieb. Mehr Granulat ist erst nach richtiger Einordnung sinnvoll.
TROCKEN VERGLEICHEN · VERSCHMUTZUNG VOM MATERIALZUSTAND TRENNENFALL 05
Beige Krümel an der Sockelleiste
Das sind Rückstände des Reinigungsverfahrens, keine Materialveränderung. Randabsaugung und Dosierweg waren unvollständig.
NACHARBEIT · VOLLSTÄNDIG AUFNEHMENFALL 06
Walze zieht eine Schlinge
Die Maschine hat eine lose oder vorgeschädigte Garnschlinge erfasst. Weiterfahren kann Laufmasche, Nahtöffnung oder Flächenschaden vergrößern.
ECHTER SCHADEN · SOFORT STOPPEN UND SICHERN
VERSCHMUTZUNG
Entfernbarer Fremdstoff oder liegen gebliebenes Granulat
Sand, Laufstraßenschmutz, fettige Anhaftung und Rückstände des Reinigungsgranulats können bei geeignetem Verfahren ausgetragen werden.
MATERIALVERÄNDERUNG
Florbild oder Faseroberfläche ist verändert
Shading, Polumkehr, Mattierung, Verfilzung und druckbelastete Laufwege können fleckig oder dunkler wirken. Bürsten kann das Bild ändern, macht Verschleiß aber nicht rückgängig.
ECHTER SCHADEN
Garn, Naht, Rücken oder Klebeverbund ist beschädigt
Gezogene Schlingen, Faserbruch, offene Nähte, Delamination und gelöste Fliesen werden durch Granulat nicht sauber. Weitere Mechanik kann den Schaden vergrößern.
QUELLEN · STAND 15.09.2026
Herstellerangaben und Arbeitsschutz
Produktrezepturen und Arbeitszeiten unterscheiden sich; verbindlich bleiben die Pflegeanleitung des tatsächlich eingebauten Teppichs und die Angaben des verwendeten Granulatsystems.