INHALTDosierung
WICHTIG ZU WISSEN · BEREICH 01Wie Reinigung funktioniert
Alle fünf Bereiche

WICHTIG ZU WISSEN · KAPITEL 01.3

Die richtige Menge.
Nicht möglichst viel.

Dosieren heißt, eine vom Hersteller vorgesehene Gebrauchskonzentration reproduzierbar herzustellen. Zu wenig kann Wirkung kosten. Zu viel bleibt häufig als Problem auf der Fläche zurück.

zu wenigArbeitsbereichzu viel
VORGABE TRIFFT BEDARF

Produkt · Aufgabe · Wassermenge · Verfahren

EINFACH GESAGT

Die Dosis ist Teil des Verfahrens.

Ein Reiniger wirkt nicht unabhängig von Wasser, Zeit, Mechanik und Temperatur. Die Dosierung legt fest, mit welcher Konzentration die Chemie überhaupt an die Aufgabe geht.

NACH DIESEM KAPITEL KANNST DU
  • Gebrauchslösung und Konzentrat unterscheiden,
  • Milliliter pro Liter und Prozentangaben umrechnen,
  • Dosiergeräte nach Aufgabe auswählen und ihre Ausgabe kontrollieren,
  • Unter- und Überdosierung an typischen Folgen erkennen,
  • Rückstände auf Böden systematisch eingrenzen,
  • einen Ansatz kontrolliert herstellen und dokumentieren.
01

VIER ANGABEN STATT AUGENMASS

Was die richtige Dosis bestimmt.

Eine Zahl allein genügt nicht. Erst wenn Produkt, Aufgabe, benötigte Menge und Einsatzbedingungen feststehen, wird aus einer Herstellerangabe ein kontrollierter Ansatz.

01

Produkt

Welche Anwendung und welche Dosierung nennt der Hersteller für genau dieses Mittel?

02

Aufgabe

Unterhalt, Grundreinigung, Desinfektion oder Pflege verlangen unterschiedliche Gebrauchskonzentrationen.

03

Menge

Wie viele Liter Lösung, wie viel Fläche oder wie viele vorbereitete Textilien werden tatsächlich benötigt?

04

Bedingungen

Verschmutzung, Wasserhärte, Verfahren und Objektvorgabe können die freigegebene Dosierstufe beeinflussen.

KONZENTRATProdukt im Gebinde

Noch nicht automatisch die Lösung, mit der gearbeitet wird.

ABMESSEN + WASSERVorgabe einhalten

Menge und Reihenfolge nach Produktinformation.

GEBRAUCHSLÖSUNGFertiger Ansatz

Die vorgesehene Konzentration für das konkrete Verfahren.

02

MILLILITER · LITER · PROZENT

Dosierungen sicher umrechnen.

Die folgenden Beispiele erklären nur die Rechnung. Welche Konzentration verwendet werden darf, steht immer auf dem Produktetikett, im technischen Merkblatt oder im betrieblichen Plan.

ANGABE IN ml/L

Wassermenge × Milliliter je Liter

8 L×5 ml/L=40 ml Produkt

Beispiel: Der Hersteller verlangt 5 ml pro Liter und der Eimer enthält 8 Liter Wasser.

ANGABE IN PROZENT

1 % entspricht 10 ml je Liter

8 L×0,5 %=40 ml Produkt

0,5 % entsprechen 5 ml je Liter. Die vereinfachte Praxisrechnung gilt nur, wenn die Herstellerangabe so gemeint ist.

0,1 %1 ml/L
0,25 %2,5 ml/L
0,5 %5 ml/L
1 %10 ml/L
2 %20 ml/L
03

UNTERDOSIERUNG

Wenn zu wenig Mittel in der Lösung ist.

Unterdosierung spart nicht automatisch Produkt. Wenn die vorgesehene Leistung ausbleibt, steigen Arbeitszeit, Mechanik, Wasserverbrauch und das Risiko unvollständiger Ergebnisse.

01

Wirkung

Schmutz wird nur angelöst oder verteilt, statt sicher aus der Oberfläche gelöst und aufgenommen zu werden.

02

Zeit

Mehrere Arbeitsgänge, stärkere Mechanik und Nacharbeit können erforderlich werden.

03

Hygiene

Bei Desinfektionsmitteln kann eine zu geringe Konzentration die vorgeschriebene Wirksamkeit verfehlen.

04

Qualität

Fettfilm, Laufspuren oder Geruch bleiben bestehen, obwohl die Fläche oberflächlich feucht bearbeitet wurde.

NICHT SOFORT NACHKIPPENErst prüfen, welcher Faktor wirklich fehlt.

Ein ungeeignetes Produkt, ein gesättigter Bezug, fehlende Einwirkzeit oder zu wenig Mechanik werden durch unkontrolliertes Nachdosieren nicht zuverlässig gelöst.

04

ÜBERDOSIERUNG

Wenn mehr Chemie zum neuen Schmutz wird.

Ein Produkt kann nur wirken, wenn gelöster Schmutz und überschüssige Reinigungsflotte anschließend von der Oberfläche verschwinden. Was nach dem Trocknen zurückbleibt, gehört zum neuen Oberflächenzustand.

01

Rückstände

Nicht aufgenommene Tenside, Seifen oder Pflegestoffe können als Film auf der Fläche zurückbleiben.

02

Wiederanschmutzung

Ein klebriger oder ungleichmäßiger Film kann Staub und Laufspuren schneller sichtbar machen.

03

Material

Zu viel Säure, Alkalität, Lösemittel oder Pflegestoff erhöht die Belastung von Belag, Fuge, Finish und Beschichtung.

04

Maschine

Schaum kann Schmutzwassertank, Absaugung und Flottenaufnahme stören; Düsen und Leitungen können stärker belegt werden.

05

Sicherheit

Kontakt mit Konzentrat und Wirkstoffen nimmt zu. Auch das Rutschverhalten kann durch Film oder Schaum unberechenbar werden.

06

Kosten & Umwelt

Mehr Verbrauch, mehr Verpackung und eine höhere Stofffracht entstehen ohne gesicherten Mehrnutzen.

01zu viel Produkt
02unvollständige Aufnahme
03Film auf der Fläche
04schnelle Wiederanschmutzung
05

FEHLERBILDER AUF DEM BODEN

Rückstände lesen, ohne vorschnell zu urteilen.

Ein Film beweist noch keine Überdosierung. Auch verschmutzte Flotte, Wasserhärte, ein gesättigter Bezug, falsche Pflegechemie oder eine beschädigte Oberfläche können ähnlich aussehen.

Wolkige Schlieren und überlappende Wischspuren auf einem grauen Boden

Schlieren & Wolken

Film trocknet ungleichmäßig, überlappt oder wird mit verschmutztem Bezug verteilt.

Klebriger Rückstandsfilm mit gebundenem Feinstaub und Fasern

Klebrige Fläche

Produktreste oder Pflegestoffe bleiben zurück und werden nicht vollständig aufgenommen.

Dunkle Laufstraße und Schuhspuren auf einem gewerblichen Boden

Schnelle Laufstraßen

Schuhe tragen neuen Schmutz auf einen bindenden Rückstand; jeder Durchgang wird deutlicher.

Ungleichmäßig matte und stark glänzende Bereiche eines Bodenfilms

Stumpf oder speckig

Der Rückstandsfilm verändert Lichtreflexion und Gleitverhalten – je nach Produkt in beide Richtungen.

Übermäßiger Reinigungsschaum im Schmutzwassertank einer Scheuersaugmaschine

Starker Schaum

Ungeeignetes oder zu hoch dosiertes Produkt, Fremdchemie oder unzureichend gespülte Tanks können die Ursache sein.

Getrocknete weiße Rückstands- und Verdunstungsränder auf einem grauen Boden

Weiße Ränder

Neben Produktresten kommen auch Wasserhärte, Salze und unvollständig aufgenommene Schmutzflotte infrage.

FOTOREALISTISCHE KI-LEHRBILDER · TYPISCHE BEISPIELE · DAS AUSSEHEN ALLEIN BEWEIST KEINE URSACHE

BeobachtungMögliche UrsacheAls Nächstes prüfen
Streifen nach jedem WischgangAnsatz, Bezug oder Überlappung

Frische Lösung, sauberes Textil und dosierte Probefläche vergleichen.

Fläche wird schnell graubindender Film oder Schmutzverschleppung

Rückstandsprobe, Wechselrhythmus und Schmutzfangzone prüfen.

Schaum im SchmutzwassertankÜberdosierung, Fremdchemie oder falsches Produkt

Tank, Leitungen, Produktfreigabe und Dosieranlage kontrollieren.

Fleckiger GlanzPflegefilm, ungleichmäßige Menge oder Materialschaden

Pflegesystem und trockene Probefläche bewerten; nicht blind grundreinigen.

06

KORRIGIEREN STATT ÜBERDECKEN

So grenzt du einen Reinigerfilm ein.

  1. 01
    Stoppen und dokumentieren

    Nicht sofort ein zweites Produkt aufbringen. Produkt, Ansatz, Wassermenge, Werkzeug und Fehlerbild festhalten.

  2. 02
    Dosierweg prüfen

    Gebindeangabe, Dosierhilfe, Hubmenge, Kanisteranschluss und tatsächliches Behältervolumen vergleichen.

  3. 03
    Rückstand eingrenzen

    An einer unauffälligen, wasserbeständigen Probefläche nach Produkt- und Materialvorgabe mit sauberem Wasser und weißem Textil prüfen.

  4. 04
    Flotte entfernen

    Wenn freigegeben: mit frischem Wasser abschnittsweise lösen, saubere Bezüge verwenden und die Flüssigkeit vollständig aufnehmen.

  5. 05
    Trockenbild bewerten

    Erst die vollständig trockene Probefläche vergleichen. Bleibt der Film, Hersteller oder Objektleitung einbeziehen.

PROFI-REGELLösen allein reicht nicht – die Flotte muss weg.

Mit frischem Arbeitsmaterial abschnittsweise arbeiten und gelösten Rückstand vollständig aufnehmen. Sonst wird er lediglich dünner und großflächiger verteilt.

07

MESSEN · MISCHEN · KONTROLLIEREN

Dosiergeräte machen Vorgaben wiederholbar.

Das passende Gerät richtet sich nach Produkt, Zielvolumen, Wiederholungshäufigkeit und Gefährdung. Ein Messbecher kann für einen einzelnen Ansatz genügen; bei vielen täglich befüllten Flaschen oder Maschinen sind geschlossene beziehungsweise automatisch geregelte Systeme meist sicherer und gleichmäßiger.

WICHTIGE TRENNUNGEin Dosiergerät stellt die Konzentration ein. Ein Auftragsgerät verteilt die fertige Lösung.

Sprühflasche, Schaumgerät oder Maschinentank bestimmen nicht automatisch das richtige Mischungsverhältnis. Erst korrekt ansetzen, dann die vorgesehene Flottenmenge auftragen.

01MANUELL

Messbecher & Messzylinder

Funktion
Das Konzentrat wird an einer Volumenskala abgelesen und anschließend in das vorgesehene Ansatzgefäß gegeben.
Geeignet für
Kleine bis mittlere Ansätze, wechselnde Produkte und Kontrollmessungen.
Vorteil
Flexibel, unmittelbar ablesbar und ohne feste Installation für viele Produkte nutzbar.
Nachteil
Offener Konzentratkontakt, Ablese- und Übertragungsfehler sowie zusätzlicher Reinigungsaufwand.
Kontrollieren
Gerader Stand, passende Skala, richtige Einheit, Meniskus und vollständig entleertes Messgefäß.
02MANUELL VORDOSIERT

Dosierkammerflasche

Funktion
Durch Drücken oder Kippen füllt sich eine getrennte Kammer bis zur vorgesehenen Marke.
Geeignet für
Wiederkehrende kleine Produktmengen ohne separates Messgefäß.
Vorteil
Schnelle wiederkehrende Portionierung direkt am Gebinde und weniger separates Zubehör.
Nachteil
Nur für vorgesehene Mengen brauchbar; falsches Kippen, defekte Belüftung oder schlecht erkennbare Marken verfälschen die Ausgabe.
Kontrollieren
Steigrohr, Belüftung, Füllmarke und Restprodukt; die Kammer nicht nach Augenmaß überfüllen.
03MECHANISCH

Dosier- & Kanisterpumpe

Funktion
Ein vollständiger Pumpenhub soll eine festgelegte Produktmenge ausgeben.
Geeignet für
Häufig wiederholte Eimer-, Flaschen- oder Maschinenansätze aus demselben Gebinde.
Vorteil
Schnell, ergonomisch und bei vollständigen Hüben gut wiederholbar.
Nachteil
Luft, verklebte Ventile, Teilhübe und Verschleiß verändern die tatsächliche Hubmenge unbemerkt.
Kontrollieren
Nennmenge je Hub gegenmessen; Teilhübe, Luft, verklebte Ventile und einen leeren Ansaugweg erkennen.
04PORTIONIERT

Portion, Beutel & Kapsel

Funktion
Eine werkseitig festgelegte Produktmenge wird mit einem eindeutig bestimmten Wasservolumen kombiniert.
Geeignet für
Standardisierte Ansätze, wenn Produkt, Zielbehälter und Auflösung zusammengehören.
Vorteil
Sehr einfache Anwendung mit geringem Dosierrechnen und wenig direktem Kontakt zum Konzentrat.
Nachteil
Unflexibel bei abweichendem Behältervolumen; Verpackungsaufwand und Verwechslungsgefahr bleiben bestehen.
Kontrollieren
Richtige Portion, richtiges Zielvolumen, vollständige Entleerung beziehungsweise Auflösung und unbeschädigte Verpackung.
05WASSERANGESCHLOSSEN

Wasserstrahl- & Venturi-Dosierer

Funktion
An einer Engstelle beziehungsweise Düse steigt die Strömungsgeschwindigkeit und der lokale statische Druck sinkt. Die entstehende Druckdifferenz saugt Konzentrat über eine Seitenleitung an; stromabwärts entsteht die Gebrauchslösung.
Geeignet für
Regelmäßiges Befüllen von Sprühflaschen, Eimern oder Maschinentanks an einem festen Ort.
Vorteil
Schnelle geschlossene Ausgabe größerer Mengen mit gleichbleibender Einstellung und geringerem Konzentratkontakt.
Nachteil
Wasserdruck, Dosiereinsatz, Rückdruck, Produktviskosität, Ansaugweg und Wartungszustand können Ansaugung und Konzentration verändern.
Kontrollieren
Wasserzulauf, Dosiereinsatz, Düse, Rückdruck, Ansaugschlauch, Rückfluss-Sicherung, Produktviskosität und tatsächliche Konzentration.
06FEST INSTALLIERT

Dosierstation & Mehrproduktsystem

Funktion
Ein geschlossenes oder zugangsgesichertes System wählt Produkt und Ausgabemenge für definierte Behälter.
Geeignet für
Objekte mit vielen wiederkehrenden Ansätzen und mehreren freigegebenen Produkten.
Vorteil
Hohe Prozesssicherheit, klare Produktzuordnung und geringer Kontakt mit Konzentraten bei vielen Ansätzen.
Nachteil
Installation, Wartung und Einweisung sind aufwendiger; eine falsche Kanister- oder Leitungszuordnung vervielfacht den Fehler.
Kontrollieren
Kanisterzuordnung, Farbcodierung, Kupplungen, Leitungen, Tropfwanne, Auslaufhygiene und Wartungsnachweis.
07MASCHINENINTEGRIERT

On-board-Dosierung

Funktion
Die Maschine führt dem Frischwasser aus einem separaten Konzentratbehälter die eingestellte Produktmenge zu.
Geeignet für
Scheuersaugmaschinen und andere Geräte mit freigegebenem Dosiermodul.
Vorteil
Frischwasser und Konzentrat bleiben getrennt; die Dosierung lässt sich während des maschinellen Einsatzes bedarfsgerecht steuern.
Nachteil
Fehleinstellung, leere oder nicht gefüllte Leitungen und ungeeignete Produkte bleiben ohne Funktionskontrolle leicht unbemerkt.
Kontrollieren
Einstellung, Programm, Leerstandsmeldung, Leitungsfüllung, Fördermenge und Produktfreigabe der Maschine.
08ELEKTRONISCH GEREGELT

Dosierpumpe mit Steuerung

Funktion
Zeit, Volumen, Impuls oder Prozesssignal steuern eine Pumpe; je nach Anlage können Verbräuche dokumentiert werden.
Geeignet für
Größere Maschinen, Wasch- und Spülprozesse oder zentrale Systeme mit wiederkehrenden Programmen.
Vorteil
Automatisierbar, dokumentierbar und bei kalibrierter Anlage sehr gleichmäßig über viele Wiederholungen.
Nachteil
Technisch und finanziell aufwendig; Sensor-, Programm- oder Pumpenfehler verlangen Fachkontrolle statt Improvisation.
Kontrollieren
Programm, Schlauch- und Pumpenverschleiß, Sensor beziehungsweise Impulsgeber, Alarmmeldungen und dokumentierte Kalibrierung.

AUSGABEKONTROLLE

„20 ml pro Hub“ ist zunächst ein Sollwert.

Die tatsächliche Ausgabe wird mit einem produktverträglichen Messgefäß und nach Geräte-, Produkt- und Betriebsanweisung geprüft. Bei automatischen Anlagen gehört die Kontrolle in geschulte Hände oder den vorgesehenen Service.

  1. 01
    Sollwert kennen

    Produkt, Konzentration, Wasservolumen und vorgesehene Ausgabemenge müssen vor der Kontrolle feststehen.

  2. 02
    Tatsächliche Ausgabe prüfen

    Nennangabe und reale Ausgabe können durch Verschleiß, Luft, Ablagerungen, falsche Bedienung oder Druckschwankungen voneinander abweichen.

  3. 03
    Nur nach Vorgabe einstellen

    Dosiereinsatz, Hub, Programm oder Konzentration nicht eigenmächtig verändern. Zulässige Toleranz und Prüfverfahren kommen vom Hersteller beziehungsweise Qualitätsplan.

  4. 04
    Prüfung dokumentieren

    Gerät, Produkt, Soll- und Istwert, Datum, prüfende Person, Abweichung und Maßnahme nachvollziehbar festhalten.

WERKZEUGKUNDEDosierflasche, Pumpe, Behälter und Sprühtechnik vertiefen
08

REPRODUZIERBARER ANSATZ

Von der Vorgabe zur fertigen Lösung.

  1. 01

    Etikett lesen

    Anwendung, Dosierbereich, Wasserhärte, Temperatur, Einwirkzeit und Schutzmaßnahmen klären.

  2. 02

    Bedarf bestimmen

    Nur die Lösungsmenge ansetzen, die im vorgesehenen Arbeitsgang sicher verbraucht wird.

  3. 03

    Sauber messen

    Dosierflasche, Messbecher, Pumpe oder automatische Anlage verwenden – niemals nach Gefühl nachgießen.

  4. 04

    Vorgegebene Reihenfolge

    Mischreihenfolge des Herstellers einhalten. Spritzer, Schaum und Kontakt mit Konzentrat vermeiden.

  5. 05

    Kennzeichnen

    Arbeitsbehälter eindeutig nach Betriebsanweisung kennzeichnen; keine Lebensmittelbehälter oder fremden Gebinde verwenden.

  6. 06

    Ergebnis prüfen

    Reinigungswirkung, Rückstände, Trocknung und Materialzustand kontrollieren und Abweichungen melden.

09

MENSCH · MATERIAL · UMWELT

Dosieren gehört in die Gefährdungsbeurteilung.

Konzentratkontakt minimieren

Geschlossene oder spritzarme Dosierung bevorzugen. Schutzmaßnahmen aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Produktunterlagen umsetzen.

Nicht mischen

Produkte, Reste und Gebinde nicht zusammengeben. Besonders saure und chlorhaltige Mittel können gefährlich reagieren.

Kein anonymes Gebinde

Arbeitslösungen eindeutig kennzeichnen und niemals in Trinkflaschen, Lebensmittelbehälter oder fremde Produktflaschen füllen.

Störung melden

Defekte Dosiergeräte, ungewöhnlichen Geruch, Wärme, Verfärbung, starken Schaum oder wiederkehrende Rückstände nicht improvisierend „wegdosieren“.

10

SELBSTKONTROLLE

Hast du die Dosierung im Griff?

Ein Boden ist nach dem Trocknen klebrig. Darf ich beim nächsten Ansatz einfach weniger nehmen?+

Nicht ohne Prüfung. Zuerst Produkt, bisherige Dosierung, Wassermenge, Bezug, Flottenaufnahme und vorhandenen Pflegefilm klären. Danach eine dokumentierte Probefläche mit der freigegebenen Dosierung anlegen.

Wie viel Produkt werden bei 5 ml/L und 6 Litern Wasser benötigt?+

30 ml: 6 Liter × 5 ml je Liter = 30 ml Produkt.

Warum kann Unterdosierung trotz weniger Produkt teurer sein?+

Weil Reinigungsleistung fehlen kann und dadurch Nacharbeit, mehr Mechanik, zusätzliche Textilien, Wasser und Arbeitszeit nötig werden.

Warum beweisen Schlieren keine Überdosierung?+

Weil auch verschmutzte Lösung, ein gesättigter Bezug, Wasserhärte, ungleichmäßige Benetzung, Pflegefilme oder Materialveränderungen ähnlich aussehen können.

Darf ein Desinfektionsmittel zwischen zwei Tabellenwerten frei dosiert werden?+

Nein. Es wird genau in einer für den Anwendungsbereich vorgesehenen Konzentration mit der zugehörigen Einwirkzeit verwendet. Hygieneplan und Produktangaben sind verbindlich.

Eine Kanisterpumpe ist mit 20 ml je Hub angegeben. Reicht diese Angabe dauerhaft aus?+

Nein. Die Angabe ist ein Sollwert. Vollständiger Hub, Ansaugweg, Ventile, Produktviskosität, Ablagerungen und Verschleiß können die tatsächliche Ausgabe beeinflussen. Deshalb nach dem vorgesehenen Prüfplan gegenmessen und Abweichungen dokumentieren.

FACHLICHE GRUNDLAGEN

Quellen und Vertiefung

UmweltbundesamtDosierung, Kosten und Umweltbelastung EU EcolabelWirksamkeit bei niedrigster empfohlener Dosierung BAuA · TRGS 401Reinigungsverfahren, Hautkontakt und Schutzmaßnahmen EU Ecolabel ReinigungsdiensteKonzentrierte Produkte, dokumentierte Verdünnung und Personalschulung Diversey · DosiertechnikBeispiele für mobile, wandmontierte und geschlossene Verdünnungssysteme Kärcher · DosierstationPraxisbeispiel zum Befüllen von Eimern und Reinigungsmaschinen Hydro Systems · Venturi-DosiererFunktionsprinzip und Einflussgrößen wasserbetriebener Dosierung

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