Die Dosis ist Teil des Verfahrens.
Ein Reiniger wirkt nicht unabhängig von Wasser, Zeit, Mechanik und Temperatur. Die Dosierung legt fest, mit welcher Konzentration die Chemie überhaupt an die Aufgabe geht.
WICHTIG ZU WISSEN · KAPITEL 01.3
Dosieren heißt, eine vom Hersteller vorgesehene Gebrauchskonzentration reproduzierbar herzustellen. Zu wenig kann Wirkung kosten. Zu viel bleibt häufig als Problem auf der Fläche zurück.
Produkt · Aufgabe · Wassermenge · Verfahren
Ein Reiniger wirkt nicht unabhängig von Wasser, Zeit, Mechanik und Temperatur. Die Dosierung legt fest, mit welcher Konzentration die Chemie überhaupt an die Aufgabe geht.
VIER ANGABEN STATT AUGENMASS
Eine Zahl allein genügt nicht. Erst wenn Produkt, Aufgabe, benötigte Menge und Einsatzbedingungen feststehen, wird aus einer Herstellerangabe ein kontrollierter Ansatz.
Welche Anwendung und welche Dosierung nennt der Hersteller für genau dieses Mittel?
Unterhalt, Grundreinigung, Desinfektion oder Pflege verlangen unterschiedliche Gebrauchskonzentrationen.
Wie viele Liter Lösung, wie viel Fläche oder wie viele vorbereitete Textilien werden tatsächlich benötigt?
Verschmutzung, Wasserhärte, Verfahren und Objektvorgabe können die freigegebene Dosierstufe beeinflussen.
Noch nicht automatisch die Lösung, mit der gearbeitet wird.
Menge und Reihenfolge nach Produktinformation.
Die vorgesehene Konzentration für das konkrete Verfahren.
MILLILITER · LITER · PROZENT
Die folgenden Beispiele erklären nur die Rechnung. Welche Konzentration verwendet werden darf, steht immer auf dem Produktetikett, im technischen Merkblatt oder im betrieblichen Plan.
Beispiel: Der Hersteller verlangt 5 ml pro Liter und der Eimer enthält 8 Liter Wasser.
0,5 % entsprechen 5 ml je Liter. Die vereinfachte Praxisrechnung gilt nur, wenn die Herstellerangabe so gemeint ist.
UNTERDOSIERUNG
Unterdosierung spart nicht automatisch Produkt. Wenn die vorgesehene Leistung ausbleibt, steigen Arbeitszeit, Mechanik, Wasserverbrauch und das Risiko unvollständiger Ergebnisse.
Schmutz wird nur angelöst oder verteilt, statt sicher aus der Oberfläche gelöst und aufgenommen zu werden.
Mehrere Arbeitsgänge, stärkere Mechanik und Nacharbeit können erforderlich werden.
Bei Desinfektionsmitteln kann eine zu geringe Konzentration die vorgeschriebene Wirksamkeit verfehlen.
Fettfilm, Laufspuren oder Geruch bleiben bestehen, obwohl die Fläche oberflächlich feucht bearbeitet wurde.
Ein ungeeignetes Produkt, ein gesättigter Bezug, fehlende Einwirkzeit oder zu wenig Mechanik werden durch unkontrolliertes Nachdosieren nicht zuverlässig gelöst.
ÜBERDOSIERUNG
Ein Produkt kann nur wirken, wenn gelöster Schmutz und überschüssige Reinigungsflotte anschließend von der Oberfläche verschwinden. Was nach dem Trocknen zurückbleibt, gehört zum neuen Oberflächenzustand.
Nicht aufgenommene Tenside, Seifen oder Pflegestoffe können als Film auf der Fläche zurückbleiben.
Ein klebriger oder ungleichmäßiger Film kann Staub und Laufspuren schneller sichtbar machen.
Zu viel Säure, Alkalität, Lösemittel oder Pflegestoff erhöht die Belastung von Belag, Fuge, Finish und Beschichtung.
Schaum kann Schmutzwassertank, Absaugung und Flottenaufnahme stören; Düsen und Leitungen können stärker belegt werden.
Kontakt mit Konzentrat und Wirkstoffen nimmt zu. Auch das Rutschverhalten kann durch Film oder Schaum unberechenbar werden.
Mehr Verbrauch, mehr Verpackung und eine höhere Stofffracht entstehen ohne gesicherten Mehrnutzen.
FEHLERBILDER AUF DEM BODEN
Ein Film beweist noch keine Überdosierung. Auch verschmutzte Flotte, Wasserhärte, ein gesättigter Bezug, falsche Pflegechemie oder eine beschädigte Oberfläche können ähnlich aussehen.

Film trocknet ungleichmäßig, überlappt oder wird mit verschmutztem Bezug verteilt.

Produktreste oder Pflegestoffe bleiben zurück und werden nicht vollständig aufgenommen.

Schuhe tragen neuen Schmutz auf einen bindenden Rückstand; jeder Durchgang wird deutlicher.

Der Rückstandsfilm verändert Lichtreflexion und Gleitverhalten – je nach Produkt in beide Richtungen.

Ungeeignetes oder zu hoch dosiertes Produkt, Fremdchemie oder unzureichend gespülte Tanks können die Ursache sein.

Neben Produktresten kommen auch Wasserhärte, Salze und unvollständig aufgenommene Schmutzflotte infrage.
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Frische Lösung, sauberes Textil und dosierte Probefläche vergleichen.
Rückstandsprobe, Wechselrhythmus und Schmutzfangzone prüfen.
Tank, Leitungen, Produktfreigabe und Dosieranlage kontrollieren.
Pflegesystem und trockene Probefläche bewerten; nicht blind grundreinigen.
KORRIGIEREN STATT ÜBERDECKEN
Nicht sofort ein zweites Produkt aufbringen. Produkt, Ansatz, Wassermenge, Werkzeug und Fehlerbild festhalten.
Gebindeangabe, Dosierhilfe, Hubmenge, Kanisteranschluss und tatsächliches Behältervolumen vergleichen.
An einer unauffälligen, wasserbeständigen Probefläche nach Produkt- und Materialvorgabe mit sauberem Wasser und weißem Textil prüfen.
Wenn freigegeben: mit frischem Wasser abschnittsweise lösen, saubere Bezüge verwenden und die Flüssigkeit vollständig aufnehmen.
Erst die vollständig trockene Probefläche vergleichen. Bleibt der Film, Hersteller oder Objektleitung einbeziehen.
Mit frischem Arbeitsmaterial abschnittsweise arbeiten und gelösten Rückstand vollständig aufnehmen. Sonst wird er lediglich dünner und großflächiger verteilt.
MESSEN · MISCHEN · KONTROLLIEREN
Das passende Gerät richtet sich nach Produkt, Zielvolumen, Wiederholungshäufigkeit und Gefährdung. Ein Messbecher kann für einen einzelnen Ansatz genügen; bei vielen täglich befüllten Flaschen oder Maschinen sind geschlossene beziehungsweise automatisch geregelte Systeme meist sicherer und gleichmäßiger.
Sprühflasche, Schaumgerät oder Maschinentank bestimmen nicht automatisch das richtige Mischungsverhältnis. Erst korrekt ansetzen, dann die vorgesehene Flottenmenge auftragen.
AUSGABEKONTROLLE
Die tatsächliche Ausgabe wird mit einem produktverträglichen Messgefäß und nach Geräte-, Produkt- und Betriebsanweisung geprüft. Bei automatischen Anlagen gehört die Kontrolle in geschulte Hände oder den vorgesehenen Service.
Produkt, Konzentration, Wasservolumen und vorgesehene Ausgabemenge müssen vor der Kontrolle feststehen.
Nennangabe und reale Ausgabe können durch Verschleiß, Luft, Ablagerungen, falsche Bedienung oder Druckschwankungen voneinander abweichen.
Dosiereinsatz, Hub, Programm oder Konzentration nicht eigenmächtig verändern. Zulässige Toleranz und Prüfverfahren kommen vom Hersteller beziehungsweise Qualitätsplan.
Gerät, Produkt, Soll- und Istwert, Datum, prüfende Person, Abweichung und Maßnahme nachvollziehbar festhalten.
REPRODUZIERBARER ANSATZ
Anwendung, Dosierbereich, Wasserhärte, Temperatur, Einwirkzeit und Schutzmaßnahmen klären.
Nur die Lösungsmenge ansetzen, die im vorgesehenen Arbeitsgang sicher verbraucht wird.
Dosierflasche, Messbecher, Pumpe oder automatische Anlage verwenden – niemals nach Gefühl nachgießen.
Mischreihenfolge des Herstellers einhalten. Spritzer, Schaum und Kontakt mit Konzentrat vermeiden.
Arbeitsbehälter eindeutig nach Betriebsanweisung kennzeichnen; keine Lebensmittelbehälter oder fremden Gebinde verwenden.
Reinigungswirkung, Rückstände, Trocknung und Materialzustand kontrollieren und Abweichungen melden.
MENSCH · MATERIAL · UMWELT
Geschlossene oder spritzarme Dosierung bevorzugen. Schutzmaßnahmen aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Produktunterlagen umsetzen.
Produkte, Reste und Gebinde nicht zusammengeben. Besonders saure und chlorhaltige Mittel können gefährlich reagieren.
Arbeitslösungen eindeutig kennzeichnen und niemals in Trinkflaschen, Lebensmittelbehälter oder fremde Produktflaschen füllen.
Defekte Dosiergeräte, ungewöhnlichen Geruch, Wärme, Verfärbung, starken Schaum oder wiederkehrende Rückstände nicht improvisierend „wegdosieren“.
SELBSTKONTROLLE
Nicht ohne Prüfung. Zuerst Produkt, bisherige Dosierung, Wassermenge, Bezug, Flottenaufnahme und vorhandenen Pflegefilm klären. Danach eine dokumentierte Probefläche mit der freigegebenen Dosierung anlegen.
30 ml: 6 Liter × 5 ml je Liter = 30 ml Produkt.
Weil Reinigungsleistung fehlen kann und dadurch Nacharbeit, mehr Mechanik, zusätzliche Textilien, Wasser und Arbeitszeit nötig werden.
Weil auch verschmutzte Lösung, ein gesättigter Bezug, Wasserhärte, ungleichmäßige Benetzung, Pflegefilme oder Materialveränderungen ähnlich aussehen können.
Nein. Es wird genau in einer für den Anwendungsbereich vorgesehenen Konzentration mit der zugehörigen Einwirkzeit verwendet. Hygieneplan und Produktangaben sind verbindlich.
Nein. Die Angabe ist ein Sollwert. Vollständiger Hub, Ansaugweg, Ventile, Produktviskosität, Ablagerungen und Verschleiß können die tatsächliche Ausgabe beeinflussen. Deshalb nach dem vorgesehenen Prüfplan gegenmessen und Abweichungen dokumentieren.
FACHLICHE GRUNDLAGEN
NÄCHSTER BEREICH · 02