Weiß oder krustig
Ränder, Schleier, Ablagerungen oder kristalline Krusten.
SCHMUTZ VERSTEHEN · RICHTIG ENTSCHEIDEN
Zuerst kommt die Übergruppe: anorganisch, organisch, biologisch, partikulär/farbgebend oder gemischt. Danach wird die konkrete Schmutzart bestimmt – erst dann entsteht zusammen mit dem Material ein kontrollierter Reinigungsweg.
SCHMUTZ-FINDER
Beginne beim Erscheinungsbild und öffne einen möglichen Treffer. Farbe und Gefühl geben nur eine Richtung vor – sie ersetzen keine Materialprüfung.
Ränder, Schleier, Ablagerungen oder kristalline Krusten.
Glänzender Film, Griffspuren oder schmierige Rückstände.
Der Rückstand zieht Fäden, haftet stark oder wird beim Reiben weich.
Farbe wandert, färbt ab oder bildet eine deutlich begrenzte Spur.
Trockene bis fettige dunkle Partikel, Striche oder Brandrückstände.
Geruch, Schleim, Flecken oder sichtbarer Bewuchs treten mit Feuchte auf.
Staub, Sand und Partikel liegen frei auf oder sammeln sich in Zonen.
Eiweiß, Zucker, Stärke oder hygienisch relevante Rückstände.
5 GRUPPEN · 20 FACHKAPITEL
Die Bilderkarten erscheinen nur in der gewählten Gruppe. So wird nichts doppelt aufgelistet und die Nummer verrät sofort, wohin ein Kapitel gehört.
Diese Verschmutzungen stammen überwiegend aus mineralischen Stoffen oder Metallverbindungen. Wasser kann sie eintragen oder zurücklassen; Säure kann bei manchen Arten helfen, ist wegen der Materialgrenzen aber niemals eine pauschale Lösung.

Rückstände nach Verdunstung, häufig weißgrau und rau
Mineral lösen – Untergrund schützenFachkapitel öffnen →
Korrosionsprodukte oder eingetragener Fremdrost
Quelle klären – punktuell behandelnFachkapitel öffnen →
Alkalische Baustoffrückstände nach Bau- und Verfugungsarbeiten
Baustoff lösen – Fuge und Belag schützenFachkapitel öffnen →
Salztransport aus dem Baustoff oder lose anorganische Partikel
Feuchteweg klären – trocken abnehmenFachkapitel öffnen →Organische Verschmutzungen enthalten überwiegend kohlenstoffbasierte Stoffe aus Lebensmitteln, Körperkontakt, Pflanzen, Tieren oder technischen Produkten. Tenside, Alkalität, Enzyme und Lösemittel wirken je nach Stoffklasse sehr unterschiedlich.

Tierische, pflanzliche oder mineralölbasierte lipophile Rückstände
Benetzen, emulgieren, abtragenFachkapitel öffnen →
Proteinische Rückstände wie Ei, Milch, Blut oder Speisereste
Kühl anlösen – nicht fixierenFachkapitel öffnen →
Wasserlösliche bis verkleisterte Kohlenhydratbeläge
Mit Wasser anlösen – Verkleisterung austragenFachkapitel öffnen →
Zähe oder ausgehärtete Binder mit eigener Lösemittelgrenze
Binder bestimmen – von mechanisch zu lösendFachkapitel öffnen →Chemisch bestehen biologische Rückstände ebenfalls weitgehend aus organischem Material. In der Reinigungspraxis werden sie trotzdem separat geführt, weil Wachstum, Feuchteursache, mögliche Gesundheitsgefahren und Verschleppung den Arbeitsablauf bestimmen.

Pilzwachstum als Folge ausreichender Material- oder Oberflächenfeuchte
Feuchteursache beseitigen – Belastung entfernenFachkapitel öffnen →
Mikroorganismen in einer schützenden, haftenden Matrix
Matrix aufbrechen – Feuchte und Nährstoff stoppenFachkapitel öffnen →
Feuchtegebundener Außenbewuchs auf Fassaden, Stein und Fugen
Bewuchs entfernen – Feuchtebedingungen verändernFachkapitel öffnen →
Hygienisch zu bewertende Kontaminationen nach Nutzung und Umfeld
Gefährdung bewerten – sicher reinigen – gezielt desinfizierenFachkapitel öffnen →Diese Praxisgruppe beschreibt vor allem das Verhalten: lose oder haftende Teilchen, abfärbende Pigmente und lösliche Farbstoffe. Ihre chemische Herkunft kann organisch oder anorganisch sein – deshalb wäre eine pauschale Zuordnung zu nur einer Stoffklasse fachlich falsch.

Unlösliche Farbteilchen oder lösliche, wandernde Farbsubstanzen
Farbstoff, Pigment und Bindemittel trennenFachkapitel öffnen →
Lose mineralische, textile oder gemischte Fein- und Grobpartikel
Binden oder saugen – nicht aufwirbelnFachkapitel öffnen →
Sehr feine Verbrennungspartikel, häufig mit Fett oder Kondensaten vermischt
Trocken sichern – Binder getrennt lösenFachkapitel öffnen →
Mechanisch eingetragene Partikel und Striche auf belasteten Flächen
Partikel lösen – Finish nicht abschleifenFachkapitel öffnen →In der Praxis liegt selten nur eine reine Stoffart vor. Kalk bindet Seifenreste, Fett hält Pigmente fest und Straßenschmutz verbindet Sand, Reifenabrieb, Salz und organische Bestandteile. Dann wird schichtweise gearbeitet statt ein einziges Wundermittel zu suchen.

Mineralische Härtebildner plus Fettsäurereste aus Seife
Fettfilm öffnen – Mineralanteil kontrolliert lösenFachkapitel öffnen →
Fett, Eiweiß, Stärke, Pigmente und thermische Alterung
Schichten lösen – Schmutzfracht konsequent austragenFachkapitel öffnen →
Sand, Salz, Feuchte, Ruß, Gummiabrieb und organische Partikel
Trocken stoppen – Feuchtschmutz zonenweise austragenFachkapitel öffnen →
Ruß, kondensierte organische Stoffe, Löschmittel und Materialabbau
Gefahr klären – trocken sichern – Sanierung planenFachkapitel öffnen →VOR JEDER CHEMIE
Ein Fleck ist ein Symptom. Die Diagnose wird belastbar, wenn Herkunft, Untergrund, Alter und Schadensgrenze zusammenpassen. Fehlt eine dieser Antworten, beginnt die Arbeit mit einer kleinen Probefläche – nicht mit dem stärksten Mittel.
Wasser, Lebensmittel, Korrosion, Feuchte, Nutzung oder Beschichtung liefern mehr Hinweise als die Farbe.
Oberfläche, Porigkeit, Faser, Fuge und vorhandenes Finish begrenzen Chemie, Wasser und Mechanik.
Frisch, gealtert, eingebrannt, polymerisiert oder tief eingezogen verändert den sinnvollen Reinigungsweg.
Verfärbung, Quellen, Korrosion, Ätzung, Faser- oder Glanzverlust sind vor dem Start als Stoppzeichen festzulegen.
GRUNDLAGE · NACHSCHLAGEN
Die Auswahl der Schmutzart steht jetzt zuerst. Die fachlichen Grundlagen bleiben vollständig erhalten und lassen sich hier gezielt öffnen, ohne die Kapitelübersicht zu überladen.
Von lose aufliegend bis eingedrungen: Haftung bestimmt, wie viel abgestimmte Wirkung nötig ist.
Die Teilchen liegen überwiegend frei auf. Sie lassen sich meist kehren, saugen oder staubbindend beziehungsweise trocken wischen.
Der Schmutz besitzt Kontakt zur Oberfläche und benötigt meistens Wasser, ein geeignetes Reinigungsmittel und mechanische Wirkung.
Alterung, Wärme oder chemische Veränderung haben die Bindung verstärkt. Einwirkzeit, Materialprüfung und kontrollierte Mechanik werden wichtiger.
Der Schmutz sitzt unterhalb der leicht erreichbaren Oberfläche. Reinigungsergebnis und Schadenrisiko hängen stark vom Material und von der Eindringtiefe ab.
Kehren, Saugen oder geeignetes Trockenwischen genügt häufig. Die Methode soll den Schmutz binden und nicht in die Luft oder auf andere Flächen verschleppen.
Meist wirken Wasser, materialgeeignetes Reinigungsmittel, Mechanik und Einwirkzeit zusammen. Gelöster Schmutz muss anschließend vollständig von der Fläche entfernt werden.
Grobschmutz, Feinstaub und Gefahrstoffstaub verlangen unterschiedliche Aufnahme- und Schutzmaßnahmen.
Typische Beispiele sind Laub, Papierstücke, Krümel, Steinchen und gröberer Sand. Grobschmutz wird vor einem feuchten Verfahren aufgenommen, damit keine Schmutzschlämme oder Kratzer entstehen.
Hausstaub, Ruß, feiner Sand, textile Fusseln und Blütenpollen liegen häufig lose auf. Sie werden möglichst staubarm gebunden oder abgesaugt, statt mit einem beherzten Besenschwung in die Raumluft umzuziehen.
Eine sichtbare Korngröße reicht für die Gefährdungsbeurteilung nicht aus. Entscheidend ist, welche Partikel eingeatmet werden können und welche Stoffe oder biologischen Bestandteile darin stecken.
E-Staub ist die einatembare Staubfraktion (Anteil, der über Mund und Nase aufgenommen werden kann). A-Staub ist die alveolengängige Staubfraktion (Anteil, der bis in die Lungenbläschen gelangen kann). PM10 und PM2,5 bezeichnen dagegen größenbezogene Feinstaubfraktionen der Außenluft.
Wasser, Lösemittel und mechanische Aufnahme folgen der Stoffart und den Grenzen des Untergrunds.
Löslichkeit (Fähigkeit eines Stoffes, sich in einem Medium gleichmäßig zu verteilen) ist nur ein Teil der Reinigung. Alter, Menge, Haftung, Oberfläche und Arbeitsschutz entscheiden mit.
Ein wässriger Reiniger besteht überwiegend aus Wasser und passenden Hilfsstoffen. Fett kann damit emulgiert (fein verteilt) werden, ohne selbst wirklich wasserlöslich zu sein.
Wasser als Reinigungsmedium →Aceton ist ein leicht entzündbares organisches Lösemittel (kohlenstoffhaltige Flüssigkeit zum Lösen bestimmter Stoffe). Es kann gleichzeitig Kunststoffe, Lacke, Kleber und Beschichtungen angreifen – Freigabe, Gefährdungsbeurteilung und Probefläche gehen vor.
Lösemittel sicher vertiefen →Mineralischer Staub (feine anorganische Partikel aus Stein, Baustoffen oder Keramik) wird nicht nach Farbe beurteilt. Quarzhaltige Anteile können besonders gesundheitsgefährlich sein und verlangen passende Stauberfassung.
Mineralstaub richtig einordnen →Die Stoffart gibt die erste Richtung für das Reinigungsverfahren vor. Häufig liegen mehrere Arten gleichzeitig als Mischverschmutzung vor.
Bindung, Materialveränderung und Schadenrisiko bestimmen die fachliche Grenze des Verfahrens.
Schmutz haftet an der Oberfläche.
Schmutzteilchen halten untereinander zusammen.
Typisch zum Beispiel bei Staub auf Kunststoff.
Schwache Anziehung zwischen sehr nahen Teilchen.
Flüssigkeit und Schmutz werden in Poren und feine Zwischenräume gezogen.
Teilchen sitzen in Ritzen, Fasern oder Unebenheiten fest.
Stoff und Oberfläche reagieren miteinander; aus Verschmutzung kann eine Materialveränderung werden.
Korrosion, geätzte Oberflächen, durchfeuchtete Bauteile, verfärbte Fugen oder tief eingezogene Farbstoffe können nach der Reinigung sichtbar bleiben. Dann ist die richtige Leistung nicht „noch stärker reinigen“, sondern Schaden dokumentieren und Instandsetzung klären.
Schmutzmatrix, Stoffeigenschaften, Infektionskette, Übertragungswege, Biofilm, Reinigung versus Desinfektion, Partikel- und Staubkunde sowie fachliche Erfolgskontrolle – mit offiziellen Quellen und Praxisfällen.
FACHLICHE EINORDNUNG
Die Kapitel erklären die Entscheidungssystematik. Bei professionellen Produkten gelten zusätzlich Etikett, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung und Herstellerangaben.