Den Mopp neu benetzen
Hier wird die zum Boden passende Gebrauchslösung bereitgestellt. Beim erneuten Benetzen soll der Bezug bereits ausgespült und ausgepresst sein.
Werkzeugkunde · Kapitel 04.2
Zwei Behälter, eine Presse und ein Fahrgestell: Der Doppelfahreimer hält Reinigungslösung und Schmutzwasser beim Wischen getrennt bereit.
Entscheidend ist der Weg des Mopps zwischen Boden, Spülseite und frischer Lösung. Auch mit zwei Eimern werden Wasser und Bezug regelmäßig gewechselt.

Hier liegt die dosierte Reinigungslösung bereit. Diese Arbeitslösung wird auch Reinigungsflotte genannt.
Nimmt ausgepresste Flüssigkeit auf. Beim hier beschriebenen Spülverfahren enthält er zusätzlich Wasser zum Ausspülen des Mopps.
Regelt die Restfeuchte im Bezug. Pressenart, Bezug und Halter müssen zusammenpassen; nicht jeder Flachmopp lässt sich in jeder Presse auspressen.
Tragen die Behälter und halten sie in Position. Leicht laufende Rollen erleichtern das Manövrieren; vorhandene Feststeller müssen funktionieren.
Zum kontrollierten Bewegen des Wagens. Der Presshebel ist davon zu unterscheiden und nur bei dafür vorgesehenen Modellen auch ein Fahrgriff.
Zweieimerverfahren
Hier wird die zum Boden passende Gebrauchslösung bereitgestellt. Beim erneuten Benetzen soll der Bezug bereits ausgespült und ausgepresst sein.
Beim klassischen Spülverfahren wird der benutzte Bezug hier ausgewaschen. Die Presse führt die herausgedrückte Flüssigkeit ebenfalls dieser Seite zu.
Die Trennung ist nicht vollständig: Im wiederverwendeten Mopp verbleiben Schmutz und Flüssigkeit. Beim erneuten Eintauchen können sie in die Reinigungslösung gelangen. Zwei Eimer ersetzen deshalb weder den Lösungswechsel noch die Aufbereitung der Bezüge.
Blau und Rot zeigen in der Geräteansicht nur eine mögliche Zuordnung. Andere Systeme verwenden andere Farben. Behälter eindeutig kennzeichnen und nach dem betrieblichen Ablauf einsetzen; die Farbe allein sagt nichts über Inhalt oder Sauberkeit aus.
Bauformen und Fassungsvermögen
Es gibt zwei entnehmbare Eimer, breitere Wannen und geteilte Behälter. Kunststoff-, verchromte und Edelstahlgestelle sind erhältlich. Die Literzahl allein beschreibt weder die Abmessungen noch das passende Pressensystem.
Zwei gleich große EimerBeispiel einer Bauform mit getrennt entnehmbaren Behältern und Edelstahlgestell.
Zwei gleich große EimerIn professionellen Nasswischwagen erhältlich, je nach Ausführung mit Kunststoff- oder Metallgestell.
Zwei WannenEin Beispiel für Wischsysteme mit zugehöriger Presse. Wannenform und Moppaufnahme gemeinsam prüfen.
Unterschiedlich große EimerBeispiel eines Systems mit größerem Lösungsbehälter und kleinerem zweitem Behälter. Dessen Füllstand besonders im Blick behalten.
Geteilter BehälterAuch Systeme mit zwei Kammern in einem Behälter sind erhältlich. Hier ist die angegebene Literzahl das Gesamtvolumen, nicht das Volumen jeder Kammer.
Fassungsvermögen ≠ Arbeitsfüllung
Die Arbeitsfüllung richtet sich nach Systemvorgabe, Aufgabe und benötigter Eintauchtiefe. Freiraum für Bezug und Rücklauf lassen. Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm; Wagen, Presse und Eimer kommen hinzu. Mehr mitgeführtes Wasser bedeutet auch mehr Gewicht beim Bewegen und Entleeren.
Vom Ansetzen bis zum Wechsel
Beispiel für das klassische Zweieimerverfahren mit Spülwasserbehälter. Füllmengen, Pressenanordnung und Bedienung des jeweiligen Systems beachten.
Vor dem Start zuordnen:
Welche Seite enthält die Reinigungslösung? Wo wird gespült? Wohin entwässert die Presse?
Bodenfreigabe und Verschmutzung prüfen, lose Partikel entfernen und den Arbeitsbereich absichern. Vorgeschriebene Schutzausrüstung nutzen. Saubere Behälter, sicheren Pressensitz und einen passenden, aufbereiteten Mopp kontrollieren.
Reinigungslösung nach Produktangabe ansetzen. Beim Spülverfahren Wasser in den zweiten Behälter geben. Die Füllvorgaben des Systems einhalten; Platz für Mopp und Flüssigkeitsrücklauf lassen.
Den sauberen Bezug vollständig benetzen und passend zum Boden auspressen. Abgepresste Flüssigkeit läuft in den zugeordneten Schmutzwasserbehälter. Nicht in die arbeitende Pressenmechanik greifen.
Ränder und freie Fläche systematisch bearbeiten. Bahnen überlappen lassen und zum Ausgang arbeiten. Die Feuchte kontrollieren, statt unabhängig vom Belag möglichst viel Lösung aufzutragen.
Den benutzten Mopp rechtzeitig auf der Spülseite auswaschen und gut auspressen. Erst danach wieder Reinigungslösung aufnehmen und auf die benötigte Restfeuchte pressen.
Spülwasser, Reinigungslösung und Mopp nach Verschmutzung und betrieblichem Plan wechseln. Ergebnis prüfen. Den Bereich erst freigeben, wenn der Boden wieder sicher begehbar ist.
Zwei Begriffe unterscheiden
Zweieimerverfahren beschreibt die getrennte Bereitstellung der Flüssigkeiten. Zweistufiges Nasswischen beschreibt dagegen zwei Arbeitsgänge auf dem Boden.
Beim zweistufigen Wischen wird zuerst Lösung aufgetragen und Schmutz gelöst. Anschließend nimmt ein ausgespülter, gut ausgepresster Mopp die Schmutzflotte auf. Beim einstufigen Verfahren erfolgen Reinigen und Aufnehmen in einem Arbeitsgang. Ein Doppelfahreimer kann für beide Abläufe eingesetzt werden, wenn Boden und System dafür geeignet sind.
Zweistufiges Nasswischen im Detail ↗Material und Hygiene
Ein funktionierender Wagen ist keine Freigabe zum Nasswischen. Bei Holz, Laminat, offenen Fugen und empfindlichen Beschichtungen gelten die jeweiligen Pflegevorgaben. Eine kräftige Presse allein garantiert keine geeignete Restfeuchte.
Reiniger und Bezug müssen auch zu Belag, Oberflächenbehandlung und Verschmutzung passen. Ungeeignete Chemie wird durch weniger Wasser nicht materialverträglich.
Bezug, Halter, Presse und Wagenaufnahme zusammen prüfen. Eine Vertikalpresse und eine Flachpresse arbeiten unterschiedlich. Baugleiche Literangaben sind kein Nachweis für kompatibles Zubehör.
Auch Behälter, Gestell, Dichtungen und Pressenteile müssen für eingesetzte Chemie, Konzentration und Temperatur geeignet sein. Eine mittig oder hinten montierte Presse ist nur dort richtig, wo die Systemanleitung sie vorsieht.
Ausspülen und Auspressen bereiten einen benutzten Bezug nicht hygienisch auf. Raum- und Bereichswechsel sowie Mopp- und Lösungswechsel nach dem festgelegten Reinigungs- und Hygieneplan ausführen.
Beim Moppwechselverfahren gebrauchte Bezüge getrennt sammeln; sie kommen nicht zurück in den Frischvorrat. Für Desinfektionsaufgaben müssen Verfahren, Textil und Mittel abgestimmt sein. Zwei Eimer allein sichern keine Desinfektionswirkung.
Auswahl im Objekt
Ein Doppelfahreimer kann sinnvoll sein, wenn Laufwege, Türen und der vorgesehene Wischmopp dazu passen. An Wasserentnahmestelle, Ausguss und Stellplatz denken. Die tatsächlich benötigte Arbeitsmenge entscheidet über die Füllung.
Praktischer Check: Passt der Wagen durch Türen und lässt er sich drehen, ohne Verkehrswege zu blockieren?
Ein größerer Wagen kann hier eher im Weg stehen. Außenmaße, Wendekreis und Entleerung sind oft wichtiger als zusätzliche Liter. Auch ein kompaktes System oder das Arbeiten mit vorbereiteten Wechselmopps kann passen.
Praktischer Check: Lässt sich der Ablauf mit weniger Wassertransport und kurzen Wegen organisieren?
Mehr Behältervolumen allein macht das manuelle Wischen nicht automatisch wirtschaftlicher. Fläche, Möblierung, Schmutzmenge und verfügbare Technik gemeinsam beurteilen. Auf geeigneten freien Flächen kann maschinelles Scheuersaugen eine Alternative sein.
Praktischer Check: Braucht es wirklich einen größeren Wagen – oder ein anderes Reinigungsverfahren?
Bei Schwellen und Treppen: Einen gefüllten Wagen nicht am Presshebel hochreißen oder über Stufen ziehen. Den vorgesehenen Transportweg nutzen; Behälter bei Bedarf nach Anleitung getrennt und mit sicher handhabbarer Füllung transportieren. Ein normaler Fahrwagen ist kein Treppentransportsystem.
Nach dem Einsatz
Restlösungen über den vorgesehenen Entsorgungsweg abführen. Beide Behälter, Randbereiche, Presskorb, Abläufe und Rahmen reinigen; nach Vorgabe nachspülen. Benutzte Mopps dem vorgesehenen Waschverfahren zuführen.
Haare und Fäden von den Rollen entfernen. Wasser ablaufen lassen und die Teile vollständig trocknen, bevor der Wagen sauber abgestellt wird. Eine erforderliche Desinfektion richtet sich nach dem Hygieneplan und der Materialfreigabe.
Vorherige Schmutzaufnahme, Spülfolge und Wechselhäufigkeit prüfen. Ein schmutziger Bezug trägt Rückstände weiter. Lösung und Bezug rechtzeitig wechseln; zusätzliches Konzentrat beseitigt den Schmutzeintrag nicht.
Passung von Mopp und Presse, Einlegen des Bezugs und Pressenfunktion kontrollieren. Die benötigte Restfeuchte richtet sich nach dem Belag. Stehende Flüssigkeit aufnehmen und den Ablauf anpassen.
Fäden, Haare oder Fremdkörper an den Rollen sowie beschädigte Achsen und ungleich sitzende Behälter prüfen. Nicht mit mehr Kraft über ein Hindernis drücken.