INHALTKehrmaschine
WERKZEUGKUNDEHartbodenmaschinen
Alle Kapitel im Überblick

WERKZEUGKUNDE · KAPITEL 07.7

Kehrmaschine

Mechanische Trockenaufnahme für losen Grobschmutz auf größeren Innen- und Außenflächen.

GRUNDPRINZIP

Ein oder zwei Seitenbesen führen Rand- und Eckschmutz vor die Hauptkehrwalze. Diese wirft Partikel nach dem Kehrschaufel- oder Überwurfprinzip in einen Behälter. Der Antrieb kann rein mechanisch über die Räder oder motorisch erfolgen. Ohne wirksame Absaugung bleibt Feinstaub die klare Systemgrenze.

Generierte markenneutrale Außenansicht einer professionellen handgeführten Kehrmaschine
REALITÄTSNAHE KI-AUSSENANSICHTEigenständige, markenneutrale LehrdarstellungKeine Herstellerabbildung · Bauform kann abweichen

WIRKWEG

Was in der Maschine passiert.

01ZUFÜHREN

Seitenbesen aus Randzone

02AUFNEHMEN

Hauptkehrwalze greift Partikel

03FÖRDERN

Kehrschaufel- oder Überwurfprinzip

04SAMMELN

Kehrgutbehälter

ZWEI KEHRPRINZIPIEN

Gleiche Aufgabe, anderer Schmutzweg.

In beiden Fällen führt der Seitenbesen den Randschmutz zur Hauptkehrwalze. Entscheidend ist, ob die Walze das Kehrgut kurz anhebt oder über ihren Scheitel in einen dahinterliegenden Behälter wirft.

KEHRSCHAUFELPRINZIP
FAHRTRICHTUNGKEHRWALZEVORDERER BEHÄLTER

Kurzer Förderweg

Die Walze kehrt das Material ähnlich wie auf eine Kehrschaufel in einen niedrig liegenden Behälter. Das System kann kompakt sein; Füllgrad und Aufnahme größerer Teile hängen stark von Bauform und Kehrkante ab.

ÜBERWURFPRINZIP
FAHRTRICHTUNGKEHRWALZEHINTERER BEHÄLTER

Über die Walze hinweg

Die Walze befördert das Kehrgut über ihren oberen Bereich in den Behälter. Dieser lässt sich häufig höher befüllen und nimmt je nach Bauart auch größere Teile gut auf.

AUFBAU VERSTEHEN

Von außen erkennen. Innen logisch zuordnen.

Der Querschnitt zeigt den Funktionsweg schematisch. Die reale Konstruktion, Anordnung und Wartungszugänglichkeit unterscheiden sich je Maschine.

SCHEMATISCHER QUERSCHNITTKehrmaschineNicht maßstabsgerecht · Bauformen unterscheiden sich je Gerät
01SCHUBBÜGEL02SEITENBESEN03HAUPTKEHRWALZE04KEHRGUTBEHÄLTER05RADANTRIEB06DICHTLEISTE
  1. 01
    Schubbügel

    Führt die Maschine und überträgt bei mechanischen Modellen den Vortrieb.

  2. 02
    Radantrieb

    Räder treiben über Getriebe die Kehrwalze an oder rollen bei Motorantrieb frei mit.

  3. 03
    Seitenbesen

    Holt Schmutz aus Randzonen; zu tiefe Einstellung erzeugt Staub und schnellen Verschleiß.

  4. 04
    Hauptkehrwalze

    Nimmt Partikel über die Arbeitsbreite auf; Walzenspiegel und Höhe müssen passen.

  5. 05
    Kehrkante

    Der Abstand zum Boden entscheidet, welche Partikel in den Behälter gelangen.

  6. 06
    Kehrgutbehälter

    Sammelt trockenes Kehrgut und muss staubarm entleert werden.

  7. 07
    Staubschutz

    Dichtleisten und einfache Filter unterstützen, ersetzen bei Feinstaub aber kein echtes Kehrsaugsystem.

EINSATZGEBIETE

Wo die Maschine ihren Vorteil ausspielt.

Entscheidend ist nicht nur die Quadratmeterzahl. Freie Fläche, Randanteil, Bodenaufbau, Schmutz, Rückgewinnung und Verkehrsführung bestimmen die reale Eignung.

01

Außenwege

Blätter, Sand, Splitt und Verpackungsreste auf trockenen befestigten Flächen.

02

Lager & Werkstatt

Trockener Grobschmutz ohne gesundheitsgefährdenden Staub.

03

Parkflächen

Größere, weitgehend freie Flächen mit Rand- und Grobschmutzanteil.

04

Vorreinigung

Lose Partikel vor Nass- oder Scheuersaugreinigung wirtschaftlich reduzieren.

VOR DEM START

Fünf kontrollierte Schritte.

  1. 01

    Schmutzart prüfen und Feinstaub, Gefahrstoff oder Feuchte ausschließen.

  2. 02

    Walzen, Seitenbesen, Behälter, Dichtleisten und Antrieb kontrollieren.

  3. 03

    Hauptwalze nach Walzenspiegel beziehungsweise Vorgabe einstellen; Seitenbesen nur so tief wie nötig.

  4. 04

    Fahrweg und Windrichtung berücksichtigen, Personenbereich freihalten.

  5. 05

    Probelauf durchführen und Staubfahne sowie Reststreifen beobachten.

WERKZEUGWAHL

Kontaktmittel und Maschine als System auswählen.

Farben, Härten und Bezeichnungen sind nicht herstellerübergreifend eindeutig. Maßgeblich bleiben die Freigaben des konkreten Maschinen-, Werkzeug- und Bodensystems.

WERKZEUG / BAUTEILSINNVOLL WENNNICHT MACHEN
Weiche Hauptwalze

Feiner loser Schmutz auf glatter Fläche

Schweren Grobschmutz erzwingen

Harte Hauptwalze

Gröberer Schmutz auf robuster Struktur

Feinstaub oder empfindliche Beschichtung

Seitenbesen

Kanten und Ränder gezielt zuführen

Dauerhaft zu tief einstellen

Hand-/Fahrantrieb

Fläche, Steigung und Einsatzdauer passend wählen

Ergonomie und Bremsweg nur nach Gerätegröße beurteilen

SYSTEMGRENZEN

Hier besonders aufpassen.

  • Feiner, gesundheitsgefährdender oder unbekannter Staub darf nicht einfach aufgewirbelt werden.
  • Feuchte, klebrige oder ölige Rückstände verkleben Walzen, Behälter und Dichtungen.
  • Schnüre, Folien und lange Bänder wickeln sich um Walze und Achsen.
  • Seitenbesen vergrößern Reichweite, können feinen Schmutz aber auch aus der Arbeitszone schleudern.

ARBEITSSICHERHEIT

Vor Wirkung kommt Kontrolle.

  1. 01

    Nur trockene, nicht gefährliche Stoffe aufnehmen, sofern das konkrete Gerät nichts Weiteres freigibt.

  2. 02

    Walzenstillstand und gesicherte Energie vor Entwirren, Einstellung oder Wartung.

  3. 03

    Verkehrswege, Gefälle, Kanten und rückwärtigen Raum kontrollieren.

  4. 04

    Behälter ergonomisch und staubarm entleeren; Staub nicht ausblasen.

NACH DEM EINSATZ

Pflegen, prüfen, Fehler lesen.

Das Reinigungsbild ist ein Diagnosewerkzeug. Streifen, Vibration, Schaum, Staubaustritt oder sinkende Laufzeit weisen auf konkrete Systemfehler hin.

TÄGLICHE PFLEGE
01

Behälter nach Einsatz leeren und trocken reinigen.

02

Walzen und Seitenbesen von Schnüren, Folien und Haaren befreien.

03

Borstenlänge, Walzenspiegel, Dichtleisten, Riemen und Räder prüfen.

04

Gerät trocken lagern und Bürsten nach Vorgabe entlasten.

FEHLERDIAGNOSE
Schmutzstreifen

Hauptwalze zu hoch/verschlissen, Behälter voll oder Kehrkante undicht.

Staubwolke

Fahrtempo, Untergrundfeuchte, Dichtungen und Eignung des Systems prüfen; gegebenenfalls Kehrsauger wählen.

Seitenbesen schleudert

Drehzahl beziehungsweise Höhe reduzieren und Fahrweise anpassen.

Schwerer Lauf

Wickelgut an Walzen/Achsen, gefüllter Behälter oder Antriebsproblem.

VERBINDLICHE GRENZE

Das Kapitel erklärt das System – nicht dein konkretes Modell.

Für Bedienung, zulässige Drehzahl, Arbeitsmittel, Steigung, Batterie, Wartung und Schutzmaßnahmen gelten Betriebsanleitung, Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung, Boden- und Produktfreigabe. Bei unbekanntem Aufbau oder auffälligem Maschinenverhalten stoppen und fachlich klären.

FACHLICHE GRUNDLAGEN

Sicherheit und Verfahren nachprüfen.

BG BAUBetriebsanweisung · ReinigungsmaschinenDGUVDGUV Information 214-022 · IndustriereinigungBG BAUGebäudereinigung: aber sicher!