Bei Duschglas treffen Wasserhärte, Körperfett, Tensid- und Silikonreste auf Beschichtungen, Dichtungen und Beschläge. Die Glasart allein gibt keine Entkalkungsfreigabe.
Nassbereich · mineralische Ablagerung · oft oberflächenveredelt
A · ZUERST DER BAUTEILAUFBAU
Glas. Dichtung. Beschlag.
Duschabtrennungen verbinden Sicherheitsglas mit Profilen, Beschlägen, Dichtungen und Fugen. Kalk und Seifenfilm treffen deshalb immer auf mehrere Werkstoffe gleichzeitig.
VEREINFACHTER DUSCHQUERSCHNITT · GLAS, DICHTUNG UND ANSCHLUSS
01 · MATERIALZONE
Glasfläche
meist ESG, je nach System auch VSG
klar, ornamentiert, bedruckt oder mattiert
werkseitige oder nachträgliche Pflegebeschichtung
Innen- und Außenseite getrennt bestimmen
02 · MATERIALZONE
Dicht- & Fugenstoffe
Silikonfuge am Baukörper
PVC-, TPE- oder Elastomer-Dichtprofil
Magnetdichtung an Türflügeln
Wasserabweiser und untere Schleifdichtung
03 · MATERIALZONE
Beschlag & Profil
Edelstahl, Messing oder beschichtete Metallteile
Wandprofil, U-Profil oder Klemmhalter
Band, Griff, Laufrolle und Schiene
Bodenanschluss und angrenzende Fliese/Naturstein
Für die Reinigung entscheidend:
Entkalkung immer als Systemprüfung verstehen: Glasbeschichtung, Metalloberfläche, Dichtung, Silikon und angrenzender Stein können unterschiedlich säurebeständig sein.
B · AKTUELLE BAUARTEN UND SYSTEME
Von Walk-in bis Falttür.
Die sechs Grundformen unterscheiden sich in Rahmenanteil, Bewegungsfugen, Schienen und zugänglichen Kanten. Die Glasart wird zusätzlich am realen Produkt geprüft.
MARKTÜBERSICHT · STAND AUGUST 2026 · PRODUKT- UND OBJEKTFREIGABE BLEIBEN MASSGEBEND
Glas Folie/Zwischenlage Rahmen/Halter Funktionsschicht oder aktive Zone
01 · ESG/VSG · Punktbeschläge · Dichtprofile
Rahmenlose Drehtür
Ganzglas-Pendeltür oder Anschlagtüroffene, reduzierte Badgestaltung
Wenig Rahmen, dafür freie Kanten und punktuelle Beschläge.
Band- und Dichtbereiche tragen besonders viel Seifenfilm.
Tür vor Reinigung sichern und nicht an der Kante belasten.
Ein festes Feld wird meist im Profil oder mit Haltern befestigt.
Die Stabilisationsstange ist kein Griff und keine Lastaufnahme für Personal.
Unterer Anschluss und Silikonfuge trocken kontrollieren.
03 · Sicherheitsglas · Teilrahmen · Beschläge
Teilgerahmte Kabine
Profil an Wand und Unterkantehäufige Systemkabine
Profile stabilisieren Anschlussbereiche, Glaskanten bleiben teilweise frei.
Hohlräume und Ecken sammeln Biofilm und Kalk.
Abdeckkappen und Dichtungen nicht mit Werkzeug aufhebeln.
04 · Rahmen · Dichtung · Glasfüllung
Vollgerahmte Kabine
umlaufende Profilkonstruktionrobuste Bestands- und Systemlösung
Das Glas liegt umlaufend in Profilen und Dichtungen.
Viele Fugen bedeuten viele Wasser- und Schmutzsammelstellen.
Profile materialgerecht reinigen und nicht mit Säure fluten.
05 · Glasflügel · Rollen · obere/untere Führung
Schiebetür-Kabine
ein- oder mehrflügeligplatzsparende Duschlösung
Flügel laufen aneinander vorbei; Überlappungen sind schwer zugänglich.
Schienen sammeln Haare, Kalk und Seifenreste.
Rollen und Führungen nicht mit Fettlöser auswaschen.
06 · mehrere Scheiben · Gelenke · Dichtprofile
Falt- oder Faltschiebetür
mehrteilige bewegliche Glasflügelkleine Räume und breite Öffnungen
Mehrere gelenkig verbundene Felder falten sich zusammen.
Viele Kanten, Magnetprofile und Gelenke erhöhen den Prüfaufwand.
Faltbewegung nur kontrolliert und ohne seitliche Glasbelastung ausführen.
Begriffe sauber trennen:
Pflegeleicht-Beschichtung ist eine zusätzliche Oberflächeneigenschaft, keine eigene Kabinenart. Säure, Pad und Einwirkzeit nur nach Freigabe des konkreten Glas- und Beschlagsystems wählen.
01 · AUFBAU
Was steckt typischerweise drin?
Rahmenlose Anlagen bestehen häufig aus ESG, abhängig von Konstruktion und Anforderung auch aus VSG oder gerahmten Systemen.
Hydrophobe, hydrophile oder andere pflegeleichte Oberflächen können werkseitig oder nachträglich aufgebracht sein.
Dichtprofile, Silikonfugen, Metallbeschläge und gegebenenfalls bedruckte beziehungsweise geätzte Zonen gehören zum System.
02 · PRÜFEN
Was muss ich vor Ort klären?
ESG-Kennzeichnung, Verbundkante und Beschichtungsunterlagen prüfen.
Wassertropfenbild liefert höchstens einen Hinweis auf eine Beschichtung, aber keine sichere Produktbestimmung.
Kalk, Seifenfilm, Silikonabrieb und bereits angegriffene matte Bereiche unterscheiden.
03 · VERSCHMUTZUNG
Was liegt typischerweise auf?
Calcium- und Magnesiumsalze aus hartem Wasser bilden Kalkschleier und Tropfenränder.
Körperfett, Seife, Shampoo und Silikone erzeugen wasserabweisende Mischfilme.
Biofilm und Verfärbungen konzentrieren sich an Dichtprofilen, Schienen und Silikonfugen.
04 · REINIGUNG
Was ist die sichere Grundidee?
Nach Nutzung Wasser abziehen und Kanten lüften; das verhindert mehr Ablagerung als spätere aggressive Chemie.
Beschichtungsfreigabe prüfen und mild beginnen; geeignete Entkalkung nur kontrolliert und ohne Antrocknen.
Beschläge, Dichtungen und Naturstein in der Umgebung vor saurer Chemie schützen und gründlich klar nachspülen.
ARBEITSABLAUF
Fünf Schritte für Duschabtrennungen.
01
System bestimmen
Glas, Beschichtung, Beschläge, Dichtungen und angrenzende Materialien prüfen.
02
Mischfilm lösen
Fett- und Seifenanteile mit freigegebener milder Chemie entfernen.
03
Kalk behandeln
Nur bei Freigabe kontrolliert entkalken; Fläche feucht halten.
04
Klar spülen
Reiniger und gelöste Mineralsalze vollständig abführen.
05
Trocknen
Glas abziehen, Kanten und Beschläge trocknen, Lüftung sicherstellen.
STOPPSCHILDER
Hier wird nicht improvisiert.
01
Fluoridhaltige Mittel sind ausgeschlossen; sie greifen siliciumdioxidhaltiges Glas an.
02
Keine Schmutzradierer, Klingen oder abrasiven Pads auf unbekannten Beschichtungen.
03
Tiefe Mattierung kann Glasätzung oder Korrosion sein und ist nicht durch stärkeres Scheuern heilbar.