INHALTMahagoni
MATERIALKUNDE · BEREICH 05Holz
Alle Kapitel im Überblick

KAPITEL 12 · TROPISCHES LAUBHOLZ · CITES

Mahagoni.

Mahagoni ist ein Handelsname, keine sichere Materialbestimmung. Dieses Kapitel meint Swietenia macrophylla; andere als Mahagoni verkaufte Hölzer können botanisch, technisch und rechtlich etwas anderes sein.

Swietenia macrophyllaTropisches AmerikaUmwelt-Check · hoch

01 · REALBILD

Werkstoff.
Baum und Standort.

Links siehst du Material, Hirnholz und Rindenhinweis; rechts den ausgewachsenen Baum in einer typischen Landschaft. Das eigens generierte Lehrbild ist keine sichere Artbestimmung.

Fotorealistisches Bildpaar aus rötlich braunen Echtholz-Mahagonibrettern, Furnier und Hirnholz sowie einem ausgewachsenen Swietenia-macrophylla-Baum im tropischen amerikanischen Wald
LINKS · WERKSTOFF / HIRNHOLZ

Rötlich bis tief rotbraun, fein bis mittelporig, häufig mit schimmerndem Wechseldrehwuchs. Splint deutlich heller.

RECHTS · BAUM / STANDORT

Tropische Laub- und saisonale Regenwälder. Große alte Bäume stehen oft weit verteilt; selektive Entnahme kann Straßenbau und weitere Waldöffnung nach sich ziehen.

02 · HERKUNFT UND WUCHS

Wo Mahagoni
wirklich wächst.

Bigleaf Mahogany ist in den Neotropen von Mexiko über Mittelamerika bis in Teile Südamerikas verbreitet. Plantagen existieren auch außerhalb des natürlichen Areals.

VERBREITUNG

Tropisches Amerika

Bigleaf Mahogany ist in den Neotropen von Mexiko über Mittelamerika bis in Teile Südamerikas verbreitet. Plantagen existieren auch außerhalb des natürlichen Areals.

STANDORT

Klima, Boden, Wald.

Tropische Laub- und saisonale Regenwälder. Große alte Bäume stehen oft weit verteilt; selektive Entnahme kann Straßenbau und weitere Waldöffnung nach sich ziehen.

03 · HERSTELLUNG

Vom Stamm
zur Sichtfläche.

Schnittart, Trocknung und Oberflächenbehandlung verändern Optik, Formstabilität und Reinigungsgrenze.

  1. 01

    botanische Art und Handelsname eindeutig festhalten

  2. 02

    CITES- und Legalitätsdokumente prüfen

  3. 03

    wertvolle Stämme effizient zu Furnier oder Massivholz schneiden

  4. 04

    schonend trocknen und fein oberflächenbehandeln

04 · SEITENANSICHT

Vom Außenrand
bis zum Kern.

Der Querschnitt ist schematisch. Farbe, Anteil und Eigenschaften der Zonen unterscheiden sich nach Art, Alter, Standort und Einzelstamm.

BORKESPLINTKERN / REIFHOLZMARK
Borke
Dunkelgrau bis braun und im Alter schuppig rissig.
Splintholz
Hell und klar vom wertvollen Kern getrennt.
Kern / Reifholz
Rötlich braun, dekorativ und natürlich dauerhaft.
Gefüge
Gerade bis wechseldrehwüchsig; charakteristischer Seidenglanz möglich.

05 · ERKENNEN

Maserung lesen.
Nachweis behalten.

Farbe allein reicht nie. Finish, Beize, Druckdekor und Lichtalterung können andere Hölzer täuschend ähnlich aussehen lassen.

01

Rötlich bis tief rotbraun, fein bis mittelporig, häufig mit schimmerndem Wechseldrehwuchs. Splint deutlich heller.

02

Hirnholz, Poren, Jahrringe, Holzstrahlen, Harzkanäle und Faserverlauf gemeinsam betrachten.

03

Botanischen Namen, Bauteilaufbau, Finish und Herkunft aus Rechnung, Datenblatt oder Bestandsunterlagen sichern.

06 · VERWENDUNG

Wo du Mahagoni
finden kannst.

Einbauort und Bauteil verraten viel über Finish, Feuchtebelastung, Verschleiß und mögliche Altbeschichtungen.

01hochwertige Möbel und Furnier
02Türen, Wandbekleidungen und Innenausbau
03Boots- und Instrumentenbau
04Restaurierung historischer Ausstattung

07 · EIGENSCHAFTEN

Dichte. Härte.
Stärken und Grenzen.

Holz bleibt ein Naturwerkstoff. Rohdichte und Brinellhärte schwanken nach Wuchs, Herkunft, Jahrringbau und Feuchte – deshalb stehen hier belastbare Bereiche statt einer scheinbar exakten Einzelzahl.

01 · ROHDICHTELUFTTROCKEN · 12–15 % HOLZFEUCHTE490–590 kg/m³leicht bis mittelschwer

Masse je Volumen. Dichte beeinflusst Gewicht, Bearbeitung und häufig die mechanische Belastbarkeit, ersetzt aber keine Härteprüfung.

02 · BRINELLHÄRTEQUER ZUR FASER · 12–15 % HOLZFEUCHTE36–39 N/mm²hart

Widerstand gegen das Eindrücken einer Prüfkugel. Ein höherer Wert bedeutet meist weniger Druckstellen – nicht automatisch bessere Chemie- oder Feuchtebeständigkeit.

POSITIV

Stärken

  • dimensionsstabil und gut bearbeitbar
  • dekorative Tiefe und Glanz
  • dauerhaftes Kernholz
  • Furnier ermöglicht sehr sparsamen Einsatz
NEGATIV

Schwächen

  • CITES- und Entwaldungsrisiko
  • Handelsname wird für Ersatzhölzer benutzt
  • teuer und begrenzt verfügbar
  • Wechseldrehwuchs kann Bearbeitung erschweren

08 · OBERFLÄCHEN

Holzart darunter.
Finish darüber.

Für die Reinigung ist eine intakte Lackschicht etwas anderes als Öl, Wachs, Lasur oder rohes Holz.

01

Schellack, Lack oder Öl bei historischen und modernen Flächen

02

Furnier nur mit minimaler Feuchte reinigen

03

alte Polituren können alkohol- oder wärmeempfindlich sein

04

Restaurierungsflächen brauchen konservatorische Freigabe

09 · REINIGUNG

Wenig Wasser.
Richtiges System.

Trocken vorreinigen, Finish bestimmen, sparsam feucht arbeiten und schnell trocknen. Herstellerfreigabe und Probefläche haben Vorrang.

01UNTERHALT

Weich entstauben und nur bei bekanntem, intaktem Finish minimal feucht reinigen. Historische Polituren trocken oder konservatorisch abgestimmt pflegen.

02INTENSIVER

Vor jeder Intensivreinigung Echtholz, Furnier, Ersatzholz und Finish bestimmen. Wertvolle Altoberflächen nicht als normale Möbelreinigung behandeln.

03ABSCHLUSS

Ohne Druck trocknen und Oberfläche bei Streiflicht auf Erweichung, Weißbruch oder Furnierhebung prüfen.

10 · UMWELT UND BESCHAFFUNG

Waldwirkung.
Lieferkette.

Hohe Sorgfaltspflicht: Ohne eindeutige Art, legale Dokumente und entwaldungsfreie Lieferkette keine verantwortbare Beschaffung.

WIRKUNGEN
  • selektiver Einschlag trifft seltene große Samenbäume
  • Erschließungswege können weitere Entwaldung begünstigen
  • historische Bauteile sollten erhalten statt ersetzt werden
BESCHAFFUNG
  • botanischen Namen auf Rechnung und Nachweis verlangen
  • CITES-, EUDR- und Legalitätsunterlagen prüfen
  • Restaurierung, Recyclingholz oder zertifizierte Alternativen priorisieren
11 · ARBEITSSICHERHEIT

Staub, Splitter,
Pflegeöl.

Tropenholzstaub kann sensibilisieren. Altbeschichtungen können unbekannte Gefahrstoffe enthalten; nur mit Absaugung und passender Gefährdungsbeurteilung bearbeiten.

12 · QUELLEN

Holztechnik.
Wald und Herkunft.

Fachquellen für Werkstoffverständnis, technische Kennwerte, Waldzustand und Beschaffungsprüfung.

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