Massiv oder mehrschichtig?
Die sichtbare Holzoptik kann täuschen. Erst die Schnittkante zeigt, ob Vollholz, echte Deckschicht, HDF-Kern oder Korkgegenzug vorhanden ist.
MATERIALKUNDE · BEREICH 02 · HOLZ & KORK
Massiv oder mehrschichtig, geklebt oder geklickt, lackiert, geölt oder gewachst: Erst Konstruktion und Oberfläche zusammen ergeben eine sichere Reinigungsentscheidung.
„Eiche“ oder „Kork“ ist noch keine Reinigungsanweisung. Prüfe immer Konstruktion, Verlegeart, Fugen, aktuelle Oberflächenbehandlung und bereits vorhandene Schäden.
KONSTRUKTION ZUERST
Die sichtbare Holzoptik kann täuschen. Erst die Schnittkante zeigt, ob Vollholz, echte Deckschicht, HDF-Kern oder Korkgegenzug vorhanden ist.
Eine geklickte Fläche hat bewegliche Fugen und häufig einen feuchteempfindlichen Kern. Vollflächige Klebung ändert Schall, Fuge und Renovierung.
Lack bildet eher einen Film; Öl imprägniert, Wachs ergänzt einen Pflegeanteil. Werkfinish und Altbestand müssen dokumentiert oder geprüft werden.
PARKETT RICHTIG BENENNEN
Im Alltag wird alles schnell „Verlegeart“ genannt. Fachlich helfen drei getrennte Angaben: Welche Parkettart liegt vor? In welchem Verband liegt sie? Wie ist sie mit dem Untergrund verbunden?
HÄUFIGE EINHEIMISCHE HOLZARTEN
In Deutschland und Mitteleuropa werden besonders Eiche, Buche, Ahorn und Esche für Parkett genutzt. Kiefer und Lärche kommen ebenfalls vor, sind aber häufiger bei Dielen zu finden. Weitere mögliche Hölzer sind beispielsweise Birke, Kirsche oder Robinie.
Der häufigste Klassiker: meist hart, druckfest und deutlich gemasert. Poren, Äste und Sortierung verändern das Erscheinungsbild.
Hart und fein bis ruhig gezeichnet, aber bei wechselnder Feuchte vergleichsweise bewegungsfreudig.
Sehr hell, feinporig und je nach Ahornart hart. Auf der ruhigen Fläche fallen Kratzer, Laufspuren und Farbänderungen schnell auf.
Hart, elastisch und markant gemasert. Früh- und Spätholzzonen können sich haptisch und optisch deutlich unterscheiden.
Helles bis rötliches Nadelholz mit sichtbaren Ästen und Harzkanälen. Weicher und eindruckempfindlicher als typische Eiche.
Rötlich bis gelblich, harzreich und lebhaft durch ausgeprägte Jahresringe. Häufig eher als Diele, aber auch als Parkett erhältlich.
PARKETTARTEN & ELEMENTE
Massive längliche Stäbe oder Riemen, meist mit Nut und Feder. Sie werden geklebt oder auf geeigneten Blindboden genagelt und erlauben viele klassische Verbände.
Massive, meist 10 bis 12 mm dünne Glattkantstäbe ohne Nut und Feder. Sie werden vollflächig geklebt und häufig in der Renovierung eingesetzt.
Kleine, typischerweise etwa 8 mm starke Holzlamellen werden zu Verlegeeinheiten zusammengefasst. Häufig sind Würfel, Fischgrät oder regelmäßige Verbände.
Schmale Lamellen stehen auf der Kante und werden als Einheiten geklebt. Die große Holzdicke ist robust; gebräuchlich sind auch die Begriffe Industrie- oder Mehrzweckparkett.
Zwei- oder dreischichtige Elemente mit echter Holzdeckschicht. Erhältlich als Ein-Stab, Mehr-Stab, Diele oder speziell gefertigtes Fischgrätelement.
Geometrische Muster werden zu quadratischen Tafeln oder Kassetten vormontiert. Aufbau, Holzarten und Befestigung sind produkt- beziehungsweise objektbezogen zu prüfen.
VERLEGEMUSTER & VERBÄNDE
Die Skizzen zeigen nur die Anordnung. Dass ein Boden wie Schiffsboden oder Fischgrät aussieht, beweist noch nicht, ob einzelne Massivstäbe oder vormontierte Mehrschichtelemente darunterliegen.
Stäbe oder Decklamellen laufen parallel; ihre Stirnstöße springen ohne festes Raster.
Jede Reihe ist regelmäßig um eine halbe Stablänge versetzt. Das Bild wirkt geordnet und ruhig.
Variante des regelmäßigen Verbands mit um etwa ein Drittel gegeneinander versetzten Stößen.
Stäbe liegen ohne Längsversatz nebeneinander. Die durchlaufenden Stoßlinien erzeugen ein strenges Raster.
Die rechteckigen Stäbe bilden fortlaufende V- oder Zickzacklinien. Einfaches, doppeltes und dreifaches Fischgrät sind möglich.
Zwei schräg geschnittene Stabenden treffen auf einer geraden Mittelachse. Winkel und Benennung sind produktspezifisch zu prüfen.
Mehrere Stäbe bilden Quadrate; benachbarte Felder wechseln zwischen Längs- und Querrichtung.
Parallel liegende Stäbe wechseln mit quer dazu ausgerichteten Reihen – wie Holme und Sprossen einer Leiter.
Stabpakete, Rahmen und Quadrate werden kombiniert. Der konkrete Aufbau reicht vom handwerklichen Einzelstab bis zur vormontierten Tafel.
BEFESTIGUNG & VERLEGEWEISE
Elemente liegen nahezu hohlraumfrei im Klebstoffbett. Viele Einzelstab- und Musterböden brauchen diese Befestigung; Klebstoff und Untergrund gehören zum System.
Die Elemente sind untereinander verbunden, aber nicht mit dem Untergrund verklebt. Vor allem Mehrschichtparkett; Fugen, Trittschalllage und Feuchteschutz sind besonders relevant.
Stabparkett oder Dielen werden auf geeignetem Blindboden beziehungsweise einer Holzkonstruktion mechanisch befestigt. Nicht jedes Element ist dafür vorgesehen.
Mehrere sichtbare Stäbe oder Musterteile können bereits ein einziges Paneel bilden. Das Oberflächenbild allein verrät deshalb weder Elementgröße noch Befestigung.
Bezeichnungen überschneiden sich: Eine breite Landhausdiele kann massiv oder mehrschichtig sein. Ein Korkboden kann direkt verklebt oder als Klickpaneel mit Holzwerkstoffkern aufgebaut sein. Deshalb ordnet dieses Kapitel zuerst nach dem tatsächlichen Querschnitt.
Beide Werkstoffe nehmen Feuchte aus Luft und Reinigung auf. Quellen, Schwinden, Fugen und Verformung gehören zur Beurteilung.
Vollholz, Deckschicht, Mittellage, HDF-Kern, Korklage und Klebung bestimmen, wo Feuchte den größten Schaden verursacht.
Lack, Öl, Wachs oder Spezialfinish brauchen ihr eigenes Reinigungs- und Pflegesystem. Produktdaten schlagen Gewohnheit.

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Kleine bis mittelgroße Parkettelemente mit Echtholzmaserung. An einer freien Kante oder einem Reparaturstück setzt sich dieselbe Holzart durch die gesamte Dicke fort.
Wohn- und Aufenthaltsbereiche · Büros · Hotelzimmer · repräsentative Innenräume

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Oben echtes Holz, an einer Schnittkante aber klar getrennte Lagen. Unter der Edelholzdeckschicht liegen quer orientierte Holz- oder Holzwerkstofflagen.
Wohnbereiche · Büros · Hotels · Renovierungsbau · geeignete Fußbodenheizung

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Lange, breite Bretter mit durchgehender Maserung. An Stirn- oder Seitenkante ist ein homogener Vollholzquerschnitt mit Nut und Feder erkennbar.
Wohnräume · Gastronomie mit Schutzkonzept · historische und repräsentative Innenräume

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Eine breite, lange Ein-Stab-Optik wie bei einer Diele. Die Seitenkante zeigt jedoch Deckschicht, quer liegende Mittellage und Gegenzug statt durchgehendem Vollholz.
Große Wohn- und Aufenthaltsflächen · Büros · Hotels · Renovierungsbau

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Auf der Oberfläche sind Jahresringe als Kreise, Bögen oder Punkte zu sehen. Die Holzfaser steht senkrecht zur Nutzfläche und die kleinen Blöcke bilden viele Fugen.
Werkstätten · historische Industrieflächen · Hallen · besondere Innenarchitektur

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Fein- bis grobkörnige, natürliche Korkstruktur. An einer Kante ist die Platte durchgehend aus gepresstem Kork aufgebaut und direkt mit dem Untergrund verklebt.
Wohnräume · Büros · Bibliotheken · Kinder- und Aufenthaltsbereiche

Draufsicht auf Oberfläche, Format, Fugen und typische Struktur

Schnittansicht auf Nutzseite, Träger, Verbindung und Unterbau
FOTOREALISTISCHE KI-ANSICHT · KEIN PRODUKTFOTO · KONKRETER AUFBAU KANN ABWEICHEN
Korkoptik auf einem länglichen Paneel mit sichtbarer Klickverbindung. Im Querschnitt folgen unter der Korknutzseite ein Holzwerkstoffkern und häufig ein Korkgegenzug.
Wohn- und leichte Objektbereiche · schnelle Renovierung · schwimmende Verlegung
OBERFLÄCHENSYSTEME
Roh, lackiert, geölt oder gewachst: Glanz, Farbe und Haptik liefern Hinweise, aber keinen sicheren Nachweis. Baubuch, Produktunterlagen, frühere Pflegeprotokolle und eine verdeckte Prüffläche sind verlässlicher als der schnelle Blick.
Staubbindend wischen und/oder mit geeigneter Hartbodendüse saugen. Feuchtigkeit nur nach eindeutiger Freigabe und verdeckter Probe minimal einsetzen.
Filmverträglichen Reiniger sparsam einsetzen; Kratzer und Durchlaufstellen nicht mit Öl oder Wachs kaschieren.
Abgestimmte Öl-/Seifenpflege nur nach Systemvorgabe; Überdosierung und wechselnde Pflegechemie vermeiden.
Mit dem ausgewiesenen Pflegesystem arbeiten; Polieren und Nachpflegen nur kontrolliert.
Produktdatenblatt und Pflegeanweisung haben Vorrang vor allgemeinen Holzregeln.
Dokumente suchen, verdeckte Prüffläche anlegen und mit der mildesten sicheren Methode beginnen.
VERSIEGELUNGSMITTEL & KORKAUFBAU
Versiegeln bedeutet im engeren Sinn: Ein Lack bildet einen zusammenhängenden Film. Öl imprägniert eher die Porenzone; Wachs oder Hartwachsöl liegt dazwischen. Für die Reinigung zählt der vorhandene, intakte Zustand – nicht nur der frühere Produktname.
Bildet einen geschlossenen Film. Verarbeitung und Beständigkeit sind produktabhängig; die Bezeichnung „Wasserlack“ ist keine pauschale Chemie- oder Reinigungsfreigabe.
Ergibt häufig einen besonders widerstandsfähigen Film. Mischungsverhältnis, Topfzeit und Arbeitsschutz gehören zum Beschichtungsauftrag – nicht zur normalen Reinigung.
Ältere und spezielle Systeme können optisch wie Öl wirken, bilden aber eine Versiegelung. Geruch oder Glanz reichen zur Bestimmung nicht aus.
Kann bei älteren Flächen vorkommen. Renovierung berührt Emissionen, Brandgefahr und Arbeitsschutz und gehört in qualifizierte Hände.
Typisch bei Fertigparkett und Kork-Fertigböden. Ein Werkslack ist keine vor Ort nachfüllbare „PU-Schicht“, sondern Teil des Produkts.
VON DER RINDE ZUM BELAG
Massivkork, furnierter Klebekork und mehrschichtige Klickpaneele können oben ähnlich aussehen. Der Querschnitt zeigt, ob du eine Korkplatte oder ein Bauteil mit Holzwerkstoffkern vor dir hast.
Ausgangspunkt ist die nachwachsende Rinde der Korkeiche. Sie kann geerntet werden, ohne den Baum zu fällen.
Die gereinigte Rinde wird zerkleinert und nach Körnung sortiert. Farbe und Struktur hängen von Granulat, Pressung und weiterer Bearbeitung ab.
Granulat wird unter Wärme und Druck mit einem produktspezifischen Bindemittel zu Platten oder Blöcken verbunden. „Kork“ bedeutet deshalb nicht automatisch bindemittelfrei.
Lack, Öl, Wachs, Dekor- oder Verschleißschichten bestimmen die nutzbare Oberfläche. Bei Klickware kommen häufig HDF-/Holzwerkstoffkern und Korkgegenzug hinzu.
Trocken entlasten, anschließend mit freigegebenem Reiniger nebelfeucht und rückstandsarm wischen.
Staub und Sand zuerst trocken aufnehmen. Danach nur sparsam feucht und ausschließlich mit kompatibler Reinigungs- und Pflegechemie arbeiten.
Vorrangig staubbindend wischen und/oder mit geeigneter Düse saugen. Flüssigkeiten sofort abtupfen und Nassverfahren vermeiden.
Unterlagen, Rand- oder Schnittkante und verdeckte Prüffläche zusammen auswerten; mit der mildesten sicheren Methode beginnen.
„Kork ist ein Naturprodukt“ ist eine Materialbeschreibung, keine Wischanweisung. Spätestens beim HDF-Kern unter einer offenen Klickfuge interessiert sich der Boden erstaunlich wenig für romantische Rohstoffgeschichten.
UNVERSIEGELTE HOLZBELÄGE
Die Bezeichnung beschreibt zunächst nur: Es liegt kein geschlossener Lackfilm vor. Das Holz kann trotzdem geölt, gewachst oder mit Hartwachsöl behandelt sein. Wirklich rohes Holz besitzt dagegen keinen wirksamen Oberflächenschutz und saugt Wasser sowie gelöste Stoffe besonders schnell auf.
Kein Lack, Öl- oder Wachssystem schützt die Poren. Feuchte kann Fasern aufstellen, Flecken vertiefen sowie Quellen, Verfärbungen und Fugenveränderungen auslösen.
Öl dringt in die Holzoberfläche ein, bildet aber keinen geschlossenen Lackfilm. Ausgemagerte Laufzonen saugen stärker und benötigen ein abgestimmtes Pflegesystem.
Wachs oder Hartwachsöl erhöht den Oberflächenschutz. Zu viel oder unverträgliche Pflege kann klebrige, wolkige oder schmutzbindende Filme erzeugen.
Ein ursprünglich behandelter Boden kann in Laufstraßen oder an Kratzern offenliegen. Diese Stellen dürfen nicht wie eine intakte Gesamtfläche weitergereinigt werden.
SICHERER ABLAUF
Staubbindendes Wischen und/oder Staubsaugen mit einer sauberen, geeigneten Hartbodendüse entfernt Staub, Sand und Splitt ohne Wasser. Weiche Bürsten und Düsen verwenden und möglichst in Faserrichtung arbeiten.
Holzart, Verlegung, Fugen, Oberflächenzustand und frühere Behandlung klären. „Matt“ beweist kein rohes Holz.
Lose Verschmutzung staubbindend wischen und/oder saugen. Die Düse darf weder harte Rollen noch scharfkantige oder verschmutzte Kontaktflächen besitzen.
Flüssigkeiten sofort abtupfen, nicht großflächig verreiben. Feuchte nur nach Systemfreigabe, minimal dosiert und nach verdeckter Probe einsetzen.
Eingezogene Flecken, Vergrauung, aufgestellte Fasern oder offene Finishstellen dokumentieren und als möglichen Pflege- oder Renovierungsfall weitergeben.
Loser Staub, Sand oder oberflächlich anhaftender Schmutz kann materialgerecht aufgenommen werden.
Aufgestellte Fasern, eingezogene Farbe oder dunkle Gerbstoffreaktionen haben das Holz selbst verändert.
Quellung, Schüsselung, Kantenhochstand und breite Fugen weisen auf Feuchte-, Klima- oder Konstruktionsprobleme hin.
Rohes Holz ist kein besonders ökologischer Schwamm für Reinigungsflotte. Was tief eingezogen ist, lässt sich selten mit noch mehr Wasser überzeugen, wieder herauszukommen.
PARKETTGRUNDREINIGER · BEGRIFF MIT GRENZEN
Ein Parkettgrundreiniger ist keine universelle starke Chemie für jeden Holzboden. Gemeint sein kann je nach Produktsystem ein Intensivreiniger für lackierte Flächen, ein Öl-/Seifen-Systemreiniger oder ein Wachsentferner. Diese Aufgaben sind chemisch und handwerklich nicht austauschbar.
Nur einen für den intakten Lack freigegebenen Intensivreiniger einsetzen. Durchgelaufene, gerissene oder unterwanderte Versiegelung wird durch stärkere Reinigung nicht wieder dicht.
Systemreiniger begrenzt und abschnittsweise einsetzen; anschließend kann eine passende Nachpflege nötig sein. Stark alkalische Entfetter und lange Nassstandzeiten sind keine Abkürzung.
Nur mit nachgewiesen kompatiblem Reiniger und geplantem Neuaufbau arbeiten. Unkontrolliertes Lösemittel oder Wärme kann Wachs verschmieren, Flecken vertiefen und die Fläche gefährlich glatt machen.
Ohne Bestandsunterlagen, verdeckte Probefläche und sichere Zuordnung des Finishs keine pauschale Grundreinigung. Schäden dokumentieren und bei Renovierungsbedarf an einen Boden- oder Parkettfachbetrieb übergeben.
SICHERE ENTSCHEIDUNG
Auch ein freigegebenes Intensivprodukt hebt die Feuchteempfindlichkeit von Fugen, Kanten, Klebstoff und Untergrund nicht auf. Produktmenge, Kontaktzeit und Flottenaufnahme werden enger kontrolliert als auf einem dichten Kunststoffboden.
Konstruktion, Finish, Schäden, frühere Pflege und Herstellerunterlagen bestimmen.
Trocken vorreinigen und eine verdeckte Probefläche mit dem vollständigen System anlegen.
Abschnittsweise arbeiten, Lösung sparsam dosieren und sofort vollständig aufnehmen.
Trockenbild, Quellung, Farbe, Glanz, Haftung und nötige Nachpflege vor der Freigabe kontrollieren.
Wenn auf dem Kanister „Parkett“ steht, hat das Produkt noch lange nicht den Lack, das Öl, den Kleber und jede offene Fuge deines Bodens persönlich kennengelernt. Erst das System gibt frei.
UNTERHALTSREINIGUNG
Die sichere Reihenfolge ist unspektakulär – und genau deshalb wirksam: erst erkennen, dann Sand entfernen, anschließend passend zum Finish nebelfeucht arbeiten und das Ergebnis kontrollieren.
Konstruktion, Verlegeart, Holz- oder Korkart und sichtbaren Zustand dokumentieren.
Lack, Öl, Wachs, Werkfinish oder unbekannten Mischzustand nicht allein nach Glanz vermuten.
Sand, Splitt und Staub durch staubbindendes Wischen und/oder Staubsaugen mit geeigneter Hartbodendüse vollständig entfernen, bevor Feuchtigkeit eingesetzt wird.
Flüssigkeit dosieren, Bezug gut auspressen und Fugen sowie Ränder ohne stehende Feuchte hinterlassen.
Keine Wasserreste, klebrigen Filme, Kantenhebung oder neue Glanz- und Farbunterschiede zurücklassen.
STOPPSCHILDER
Diese Grenzen gelten als sichere Ausgangslage, bis ein konkretes Produkt- oder Renovierungssystem etwas anderes nachweist.
Kein Fluten, kein stehendes Wasser, keine Sprühextraktion und kein Dampfreiniger.
Padfarbe allein ist keine Freigabe. Abrasive Pads und Schleiftechnik gehören nur in ein geprüftes Renovierungssystem.
Keine pauschalen Rezepte mit Essig, Ammoniak, Lösemittel oder stark alkalischer Chemie. Das Finish entscheidet.
Öl, Wachs und Lack nicht miteinander vermischen. Ein fremder Pflegefilm kann Haftung und spätere Renovierung stören.
Nie ohne Aufbau- und Deckschichtprüfung schleifen. Bei Mehrschichtparkett und Kork kann die Nutzlage sehr begrenzt sein.
Aufwölbung und Fugen nicht kosmetisch überarbeiten. Erst Feuchtequelle und Raumklima klären.
SCHNITTSTELLE ZUM PARKETTLEGERHANDWERK
Beim vollflächigen Schleifen wird Holz dauerhaft abgetragen und anschließend ein neues Oberflächensystem aufgebaut. Das ist eine Renovierungs- beziehungsweise Instandsetzungsleistung und keine normale Unterhalts-, Intensiv- oder Grundreinigung.
Die Gebäudereiniger-Ausbildung umfasst das Reinigen, Pflegen, Konservieren und Aufbereiten von Oberflächen. Das maschinelle Schleifen von Parkett wird dort jedoch nicht als eigener Regelfall benannt.
Im Ausbildungsrahmenplan der Parkettleger werden das maschinelle Schleifen von Parkett, Holzböden und Kork sowie Fugenfüllung und anschließende Oberflächenbehandlung ausdrücklich aufgeführt.
Ein entsprechend qualifizierter Betrieb kann solche Leistungen anbieten. Entscheidend sind nachgewiesene Fachkunde, klarer Auftrag, geeignete Technik, Gefährdungsbeurteilung und ein vollständiges Renovierungssystem – nicht allein die Berufsbezeichnung auf dem Fahrzeug.
Warum Holzstaubwissen trotzdem zum Handwerk gehört – mit Gefahren, Saugerauswahl, STOP-Prinzip und sicherem Ablauf.
→SCHADENSBILDER EINORDNEN
Vor Fleckmittel, Pad oder Pflegefilm steht die Diagnose. Ein Reinigungsteam muss Schäden nicht sanieren – aber erkennen, dokumentieren und richtig eskalieren.
Feuchtegefälle, Wassereintrag oder ungünstiges Klima prüfen; nicht durch mehr Nässe „angleichen“.
Raumklima, Verlegung und saisonale Bewegung dokumentieren; Reinigung kann die Konstruktion nicht schließen.
Wasser, Metallreaktion, Gerbstoffe, Urin oder alte Chemie sind möglich – Ursache vor Fleckmittel klären.
Kann Schmutzfilm, ausgemagertes Öl oder durchgelaufener Lack sein; jede Ursache braucht eine andere Maßnahme.
Überpflegung, unverträgliche Reiniger oder Wachsüberschuss prüfen; nicht unkontrolliert weiter beschichten.
Punktlast, ungeeignete Rollen und weicher Kork können mechanisch verformt sein; Reinigung entfernt keine Delle.
Typischer Feuchtehinweis bei Holzwerkstoffkern; Ursache stoppen und Bauteilzustand fachlich beurteilen lassen.
UV-Licht, abgedeckte Flächen, Holzalterung, Pflege oder Reparatur können den Ton verändern.
ABNAHME NACH DER REINIGUNG
Fugen, Ränder und Möbelzonen sind frei von stehender Feuchte.
Kein klebriger Film, keine Überdosierung und keine ungleichmäßigen Polierspuren.
Offene Finishstellen, Kantenhebung, dunkle Fugen und neue Schäden sind dokumentiert.
Schutzgleiter, Matten und geeignete Rollen verhindern den nächsten mechanischen Schaden.
FACHLICH ABGEGLICHEN
Konkrete Reiniger, Pflegeöle, Maschinen und Renovierungsverfahren gelten nur für das freigegebene Oberflächen- und Produktsystem.
NÄCHSTE BELAGSART