Lange Oberflächenfeuchte
Tau, Regen, Spritzwasser, schlechte Entwässerung und langsame Trocknung ermöglichen Wachstum.
BIOLOGISCHE VERÄNDERUNGEN · FEUCHTE · BEWUCHS · ABBAU
Grüne bis dunkle Beläge entstehen auf länger feuchten Außenflächen – besonders im Schatten, an Tauzonen und im Spritzwasserbereich.

Der grüne Bewuchs folgt Feuchte- und Trocknungszonen. Reinigung kann ihn entfernen, ändert aber nicht automatisch Schatten, Tauwasser oder konstruktive Feuchte.
SCHADENSBILD & BEGRIFF
Algen sind photosynthetisch aktive Mikroorganismen, die bei ausreichender Feuchte Außenputz, Fassadenbeschichtungen, Stein, Beton und Pflaster besiedeln können. Typisch sind grüne, olivfarbene oder dunkle Schleier und Streifen. Die Farbe allein beweist keine Art. Auf Gehflächen kommt zusätzlich Rutschgefahr hinzu; an Fassaden ist der Bewuchs zunächst oft optisch, kann aber Feuchte halten und mit anderen Organismen einen Biofilm bilden.
WIE KANN DAS PASSIEREN?
Biologisches Wachstum entsteht nicht aus einer einzigen Fleckfarbe. Material, Feuchteverlauf, Temperatur, Licht, Nährstoffangebot, Luftbewegung und Reinigungszustand bestimmen das sichtbare Bild.
Tau, Regen, Spritzwasser, schlechte Entwässerung und langsame Trocknung ermöglichen Wachstum.
Nordseiten, Vegetationsnähe, Dachüberstände, geringe Luftbewegung und wärmegedämmte Fassaden bleiben länger kühl oder feucht.
Poren, Risse, Schmutzfilm und abgewitterte Beschichtung halten Wasser und Nährstoffe fest.
ERKENNEN & EINORDNEN
Bewuchsverteilung zu Himmelsrichtung, Vegetation, Ablauf, Sockel und Dachdetails vergleichen.
Rutschgefahr auf Gehflächen sofort sichern und trockene beziehungsweise saubere Referenz dokumentieren.
Mit materialschonender Probestelle zwischen aufliegendem Bewuchs, bleibender Verfärbung und beschädigter Beschichtung unterscheiden.
Fassade auf Risse, Abkreiden, Hohlstellen und Feuchteeintrag prüfen; Hochdruck kann einen schwachen Aufbau abtragen.
Bewuchs liegt auf einer intakten, gut zugänglichen Fläche und ist kontrolliert entfernbar.
Raue Poren, Fugen oder Beschichtung sind stärker besiedelt; Feuchteursache bleibt bestehen.
Rutschfläche, tiefe Durchfeuchtung, Risse oder instabile Beschichtung erfordern Fachreinigung und Instandsetzung.
REPARABEL ODER IRREPARABEL?
Der Belag kann häufig gereinigt werden. Bleiben Mikroklima, Ablaufproblem oder geschädigte Beschichtung unverändert, kehrt er zurück. Bereits ausgebleichte oder abgewitterte Flächen werden durch Entfernen des Bewuchses nicht automatisch farbgleich.
Wichtig: Sichtbar sauber bedeutet nicht automatisch trocken, hygienisch freigegeben oder materialtechnisch intakt. Bei biologisch belasteten, porösen oder tragenden Bauteilen entscheidet die Fachprüfung.
MÖGLICHE BEHEBUNG
Gehbereich absperren, Wasserführung, Auffang- und Entsorgungsweg planen.
Freigegebenes Verfahren mit kontrollierter Chemie, Mechanik, Einwirkzeit und vollständiger Aufnahme einsetzen.
Abläufe, Tropfkanten, Vegetation, Verschattung und Beschichtungszustand fachlich bewerten.
MATERIAL- & SYSTEMVERGLEICH
Auf glattem Glas kann ein Film aufliegen, in Fuge, Textil, Holz oder Putz kann er eindringen beziehungsweise Materialabbau begleiten. Deshalb folgt die Maßnahme immer Werkstoff, Nutzung und Gefährdungsbeurteilung.
VORBEUGEN
DOKUMENTATION
Himmelsrichtung und Verschattung
Ablauf-, Sockel- und Spritzwasserzonen
Flächenausmaß und Rutschgefahr
Material und Beschichtungszustand
Verfahren, Auffangweg und Wiederkehr
FACHLICHE ANKNÜPFUNG
Die Kapitel helfen beim Erkennen, Sichern und richtigen Eskalieren. Probenahme, Artbestimmung, Gefährdungsbeurteilung und Sanierungsplanung bleiben Aufgaben der jeweils qualifizierten Fachstellen.