Nasse, nicht farbechte Quelle
Eingangsmatte, Textil, Leder, Verpackung, Markierung oder Druckfarbe gibt bei Feuchte lösliche Farbstoffanteile ab.
MIGRATION & STOFFWANDERUNG · MATERIALWECHSELWIRKUNG
Gelöste Farbstoffe werden durch direkten Kontakt oder Feuchtigkeit aus Textilien, Leder, Druckfarben und Kunststoffen in Nachbarflächen transportiert.

Der rote Farbstoff folgt der feuchten Mattenkante und zieht in Fuge und porösen Stein. Wischen verteilt den gelösten Farbstoff weiter, wenn Quelle und Aufnahmeweg nicht zuerst gestoppt werden.
SCHADENSBILD
Farbstoffwanderung bezeichnet den Übergang färbender Stoffe aus einer Quelle in ein anderes Material. Beim Ausbluten werden unzureichend fixierte oder durch Wasser, Reiniger, Lösemittel beziehungsweise alkalische Bedingungen gelöste Farbstoffe mobil. Sie können durch Kontakt, Kapillarität und wiederholte Feuchte in Fugen, Textilien, Kunststoffe, Beschichtungen oder Naturstein eindringen.
ENTSTEHUNG
Migration braucht bewegliche Stoffe und einen möglichen Weg. Direkter Kontakt, Feuchtigkeit, Wärme, Lösemittel, Konzentrationsgefälle und poröse Strukturen können den Transport einzeln oder gemeinsam antreiben.
Eingangsmatte, Textil, Leder, Verpackung, Markierung oder Druckfarbe gibt bei Feuchte lösliche Farbstoffanteile ab.
Zu alkalische, lösemittelhaltige oder warme Reinigung löst Farbstoffe und erhöht ihre Beweglichkeit.
Poröse Fuge, Stein, Estrich, Textilfaser oder geöffnete Beschichtung saugt die farbige Flüssigkeit ein und transportiert sie über den sichtbaren Kontakt hinaus.
ERKENNEN & EINORDNEN
Quelle, Feuchteweg und Farbrichtung gemeinsam suchen; ein Farbhof am Mattenrand ist aussagekräftiger als der Farbton allein.
Farbechtheit nur an unauffälliger Stelle mit weißem Prüftuch und freigegebener Methode prüfen.
Pigmentabrieb auf der Oberfläche von eingedrungenem Farbstoff unterscheiden; nicht durch Reiben erst selbst verteilen.
Chemische Verfärbung, Rost, Holzinhaltstoffe und mikrobiellen Bewuchs als Alternativen berücksichtigen.
Farbe liegt überwiegend auf einer dichten Oberfläche und wurde noch nicht durch Reiben verteilt.
Farbstoff ist kapillar eingezogen; die Quelle kann bereits entfernt sein.
Belag, Beschichtung, Naturstein oder Textil ist dauerhaft durchgefärbt beziehungsweise mehrfach kontaminiert.
REPARABEL ODER IRREPARABEL?
Bei frischem Übertrag kann kontrolliertes Abtupfen und materialverträgliche Fleckbehandlung helfen. Poröse, durchgefärbte Zonen benötigen eine objektspezifische Extraktion, Kompresse oder Sanierung. Jeder Versuch muss verhindern, dass der Farbstoff weiter gelöst und verteilt wird.
Wichtig: Bleibt die Quelle im Aufbau, kann eine neue Oberfläche erneut verfärben oder erweichen. „Fleck entfernt“ ist deshalb nicht dasselbe wie „Ursache behoben“.
MÖGLICHE BEHEBUNG
Nässe und färbende Quelle entfernen, Kontaktflächen trennen und weiteres Betreten beziehungsweise Verschleppen verhindern.
Von außen nach innen abtupfen oder mit objektspezifischer Extraktion arbeiten; Aufnahme ständig wechseln.
Bei porösem Stein, Fugen oder durchgefärbtem Belag Fachverfahren, Kompresse, Fugenersatz oder Elementtausch prüfen.
MATERIALVERGLEICH
Auf Glas kann ein Fremdstoff oberflächlich bleiben; in PVC, Fuge, Holz oder Naturstein kann er in den Werkstoff wandern. Material, Schichtaufbau und Kontaktgeschichte gehören deshalb in jede Beurteilung.
VORBEUGEN
DOKUMENTATION
Farbquelle und Kontaktkante
Feuchteereignis und verwendetes Mittel
Farbechtheitstest und Tuchübertrag
Material und Porosität der Empfängerfläche
Ausbreitungsrichtung und Flächengröße
FACHLICHE ANKNÜPFUNG
Die Kapitel helfen bei Beobachtung, Sofortmaßnahme und sauberer Abgrenzung. Eine eindeutige Stoffzuordnung oder Sanierungsfreigabe kann Materialprüfung, Herstellerbewertung, Bodenleger-, Stein-, Fugen- oder Beschichtungsfachkunde erfordern.