EINZELKAPITEL · REINIGUNGSTECHNIK 03.2 · STAND 14.09.2026

Flüssigkeit aufnehmen.
Nicht nur verschieben.

Nasssaugen entfernt freie Flüssigkeit und Schmutzflotte mit einem dafür geeigneten Gerät. Das klingt einfach – bis eine beschädigte Gummilippe Streifen zieht, Schaum den Behälter füllt oder vermeintlicher Restschmutz in Wahrheit schon ein Feuchteschaden ist.

KONTROLLKETTESechs Entscheidungen vor dem Einschalten.
  1. 01MEDIUM
  2. 02FLÄCHE
  3. 03GERÄT
  4. 04KONFIGURATION
  5. 05SAUGWEG
  6. 06ENTSORGUNG

KURZFORMEL Sammeln · einziehen · abscheiden · rechtzeitig entleeren.

Professioneller Nasssauger mit breitem Hartboden-Saugfuß und Gummilippen nimmt Schmutzflotte auf
PRAXISBILD

Die sichtbare Flüssigkeit muss in die Düse, durch einen dichten Saugweg und sicher in den Behälter gelangen. Ein laufender Motor allein ist noch kein Aufnahmeergebnis.

DAS VERFAHRENSPRINZIP

Drei Funktionen. Ein geschlossener Saugweg.

  1. 01
    Sammeln

    Düse und Lippen führen Flüssigkeit zum Saugspalt.

  2. 02
    Transportieren

    Der Luftstrom trägt Flüssigkeit durch Rohr und Schlauch.

  3. 03
    Abscheiden

    Behälter und Schutzsystem trennen Flüssigkeit von der Abluft.

01

GLEICHE SAUGTURBINE · ANDERES VERFAHREN

Nasssaugen ist Funktion und eigenständige Methode.

Mehrere Maschinen ziehen Flüssigkeit ein. Entscheidend ist, was davor und gleichzeitig passiert: Wird nur vorhandene Flüssigkeit aufgenommen, Reinigungslösung in Textilien gesprüht oder ein Hartboden mechanisch gescheuert?

01 · NASSSAUGEN

Freie Flüssigkeit aufnehmen

Ein geeigneter Nass- oder Nass-/Trockensauger nimmt bereits vorhandene Flüssigkeit auf. Er sprüht nicht automatisch Reiniger auf und erzeugt nicht automatisch Scheuermechanik. Typisch ist die getrennte Aufnahme nach manuellem oder maschinellem Nassscheuern.

02 · SPRÜHEXTRAHIEREN

Einsprühen und wieder absaugen

Eine Pumpe bringt Reinigungslösung kontrolliert in einen textilen Belag. Eine Saugturbine zieht die belastete Lösung über die Saugdüse zurück. Nasssaugen steckt als integrierte Funktion im Verfahren – Sprühextraktion ist deshalb aber nicht bloß Nasssaugen.

03 · SCHEUERSAUGEN

Scheuern und absaugen in einer Fahrt

Ein Scheuersaugautomat dosiert Lösung, bearbeitet einen wasserbeständigen Hartboden mit Bürste oder Pad und nimmt die Flotte über Saugbalken und Saugturbine wieder auf. Auch hier ist Nassaufnahme integriert, aber mit eigener Mechanik und Wasserführung.

Nasssauger mit professionellem Saugfuß und Gummilippen nimmt Flüssigkeit vom Hartboden auf
NASSSAUGENVorhandene Flüssigkeit aufnehmen
Sprühextraktionsgerät mit transparenter Textildüse auf einem Teppichboden
SPRÜHEXTRAHIERENSprühen und integriert nass absaugen
Scheuersaugmaschine bearbeitet und saugt einen nassen Hartboden
SCHEUERSAUGENScheuern und integriert nass absaugen
02

VOM BODEN BIS ZUR ABLUFT

Saugleistung entsteht im gesamten Weg – nicht nur an der Turbine.

DÜSE

Flüssigkeit gezielt sammeln

Die Düse begrenzt den Einzugsbereich. Auf glatten Böden führen passende Gummi- oder Lippenleisten die Flüssigkeit zu einem schmalen Saugspalt.

LUFTSPALT

Strömung erzeugen

Unterdruck ist die Druckdifferenz, Luftstrom die tatsächlich bewegte Luftmenge. Erst ein ausreichend dichter Saugspalt bringt die Flüssigkeit in Bewegung.

SCHLAUCH

Flotte transportieren

Luft und Flüssigkeit laufen durch den Schlauch. Knicke, Verstopfungen, Risse oder undichte Kupplungen senken die Aufnahme deutlich.

BEHÄLTER

Flüssigkeit abscheiden

Im Behälter wird die Flüssigkeit aus dem Luftstrom getrennt und gesammelt. Deckel, Dichtung und Ablassverschluss müssen dicht sitzen.

SCHWIMMER

Füllstand begrenzen

Der Schwimmer beziehungsweise Füllstandsschutz sperrt den Saugweg bei vollem Behälter. Er ist eine Schutzfunktion – kein Ersatz für rechtzeitiges Entleeren.

ABLUFT

Turbine schützen

Filter- und Abscheidesystem sollen verhindern, dass Schmutz, Tropfen oder Schaum in die Turbine gelangen. Die genaue Konfiguration bestimmt ausschließlich die Geräteanleitung.

01

DICHTHEIT

Ein kleiner Nebenluftweg kann eine große Wirkung haben: Deckel, Dichtung, Schlauchkupplung, Ablassschlauch und Verschluss einzeln prüfen.

02

FREIER WEG

Düse, Rohr, Schlauch, Krümmer, Schwimmerkäfig und Filter kontrollieren. Eine Turbine kann laut laufen, obwohl am Boden kaum noch Luft ankommt.

03

FÜLLSTAND

Bei verändertem Geräusch, nachlassender Aufnahme oder ausgelöstem Schwimmer sofort stoppen und den Behälter leeren – nicht durch Schütteln weiterarbeiten.

04

SCHAUM

Schaum beansprucht Volumen, kann den Abscheideweg stören und bis zum Saugkopf steigen. Ursache klären; Entschäumer nur einsetzen, wenn Hersteller und Verfahren ihn vorsehen.

03

KLEINES VERSCHLEISSTEIL · GROSSE WIRKUNG

Die Gummilippe macht aus Luftstrom eine saubere Aufnahmelinie.

Bei Boden- und Saugbalkendüsen führen elastische Lippen die Flüssigkeit zum Saugkanal und begrenzen Nebenluft. Sie müssen sauber, gerade, elastisch und über die Arbeitsbreite gleichmäßig in Kontakt sein. Bauform, Profil und Einstellung unterscheiden sich je nach Gerät.

EINE SCHMALE LINIE

Kerbe oder Fremdkörper

Bleibt an derselben Stelle der Düsenbreite eine Wasserlinie zurück, steckt häufig ein Haar, Span oder Sandkorn unter der Lippe – oder die Lippe ist dort eingeschnitten.

BREITER WASSERFILM

Kontakt fehlt über die Breite

Mögliche Ursachen sind falscher Winkel, zu hohe Geschwindigkeit, eine verformte oder verhärtete Lippe, falsches Zubehör oder ein unebener Boden.

WELLIGE KANTE

Lippe verformt

Eine dauerhaft wellige, gequetschte oder verhärtete Lippe folgt der Fläche nicht mehr. Reinigen genügt dann nicht; nach Herstellervorgabe wenden oder ersetzen.

EINGERISSEN / AUSGEBROCHEN

Lippe beschädigt

Fehlstellen öffnen Nebenluft und hinterlassen Flüssigkeit. Mehr Anpressdruck repariert kein Gummi und kann Düse, Halter sowie Boden zusätzlich belasten.

SCHMUTZ AN DER KANTE

Abstreiflinie unterbrochen

Fasern, Haare und körniger Schmutz halten die Lippe offen. Kante stromlos reinigen und gleichzeitig auf Schnitte oder herausgezogene Stellen prüfen.

NUR IN FUGEN NASS

Geometrische Grenze

Eine glatte Lippe erreicht tiefe Strukturen und offene Fugen nur begrenzt. Flüssigkeitsmenge verringern, Düse wechseln oder Restfeuchte materialgerecht nacharbeiten.

Kaputte Lippe plus mehr Druck ergibt: kaputte Lippe mit müdem Rücken.

Eine Kerbe wird nicht zugedrückt. Erst reinigen, ansehen, korrekt einstellen und bei bleibendem Fehler nach Herstellervorgabe wenden oder ersetzen.

04

VOR DEM EINSCHALTEN

Das Gerät wird für Medium, Fläche und Bauart vorbereitet.

AUFNAHMEGUT

Nur bekannte, freigegebene Flüssigkeit

Sauberes Wasser und übliche Schmutzflotte sind nicht dasselbe wie Lösemittel, Kraftstoff, Säure, heiße Flüssigkeit, Abwasser oder unbekannte Chemikalie. Im Zweifel nicht aufsaugen.

GERÄTEZUSTAND

Kabel bis Lippe ansehen

Stecker, Leitung, Gehäuse, Räder, Behälter, Deckeldichtung, Saugschlauch, Kupplungen, Schwimmer, Ablassverschluss, Düse und Lippen vor Beginn kontrollieren.

FILTERSYSTEM

Exakte Anleitung statt Gewohnheit

Bei manchen Geräten bleibt ein Patronenfilter auch beim Nasssaugen eingesetzt; oft muss dagegen der Papierfilterbeutel entfernt werden. Andere Bauarten verlangen eine andere Umrüstung.

ZUBEHÖR

Düse zur Fläche

Bodendüse mit intakten Lippen für glatte Flächen, passende Aufnahme- oder Fugendüse für Kanten und nur freigegebenes Zubehör verwenden. Eine Teppichdüse ist keine Universal-Bodendüse.

ARBEITSBEREICH

Rutschzone und Kabelweg planen

Bereich wirksam sperren, Stromversorgung sicher festlegen, Kabel aus Flüssigkeit und Fahrweg halten und einen trockenen Rückzugsweg offenlassen.

ENTSORGUNGSWEG

Vor dem vollen Behälter klären

Reiniger, aufgenommene Verschmutzung und örtliche Entwässerung entscheiden über den Weg. Hofgully und Regenablauf sind keine automatische Entsorgungsstelle.

BEUTEL

Ein Papier- oder Vliesbeutel kann sich mit Flüssigkeit zusetzen oder beschädigt werden. Ob er herausmuss, steht in der Anleitung des konkreten Geräts.

HAUPTFILTER

Nicht pauschal ausbauen: Manche Nass-/Trockensauger müssen auch beim Nassbetrieb mit eingesetztem Patronen- oder Flachfaltenfilter arbeiten.

SCHWIMMER

Frei beweglich, sauber und unbeschädigt halten. Ein zugesetzter Käfig oder verklebter Schwimmer reagiert nicht zuverlässig.

NACH DEM EINSATZ

Behälter, Schwimmer und Zubehör reinigen und trocknen. Gerät geöffnet beziehungsweise nach Herstellerangabe belüftet lagern, damit kein feuchter Geruchsbiotop entsteht.

05

VON DER QUELLE BIS ZUM TROCKENEN GERÄT

Der vollständige Arbeitsweg in dreizehn Schritten.

01

Auftrag und Flüssigkeitsquelle klären

Feststellen, woher die Flüssigkeit kommt, was sie enthält und ob der Zufluss bereits gestoppt ist. Bei unbekanntem Stoff, Gefahrstoff oder Abwasser nicht improvisieren.

02

Oberfläche und Aufbau beurteilen

Belag, Fugen, Nähte, Sockel, angrenzende Bauteile und mögliche Eintrittswege prüfen. Freies Wasser kann aufgenommen werden; eingedrungene Feuchte verlangt eine andere Diagnose.

03

Entsorgung vorplanen

Festlegen, wo Behälter sicher entleert werden dürfen und wie der Transport ohne Verschütten gelingt. Gewicht und Weg bis zur Entleerungsstelle mitdenken.

04

Arbeitsbereich sichern

Rutschzone absperren, Personen umleiten, Strom- und Kabelweg schützen und bei größerer Flüssigkeitsmenge eine Ausbreitung in trockene Bereiche verhindern.

05

Grobstoffe getrennt aufnehmen

Scherben, Metallteile, Späne, Textilien oder andere sperrige Stoffe mit geeignetem Werkzeug entfernen. Sie können Düse, Schlauch und Schwimmer blockieren.

06

Gerät korrekt konfigurieren

Behälter leeren, Filter- und Beutelsystem laut Anleitung auf Nassbetrieb vorbereiten, Schwimmer prüfen und alle Verschlüsse dicht schließen.

07

Passende Düse montieren

Lippen auf Sauberkeit, Elastizität und Schäden prüfen. Schlauch und Rohr dicht verbinden; auf glattem Boden die vorgesehene Nassbodendüse verwenden.

08

Kontrolliert am Rand beginnen

Von einem sicheren, möglichst trockenen Stand aus in beherrschbaren Bahnen arbeiten. Flüssigkeit nicht blind in Fugen, Türen, Wände oder unter Einbauten schieben.

09

Düse langsam ziehend führen

Düse vollständig aufliegen lassen, gleichmäßig zurückziehen und Bahnen leicht überlappen. Nur so schnell arbeiten, dass hinter der Düse kein durchgehender Wasserfilm bleibt.

10

Aufnahmebild und Geräusch beobachten

Wasserlinien, Schaum, nachlassender Luftstrom, verändertes Turbinengeräusch oder ausgelöster Schwimmer bedeuten: stoppen und Ursache prüfen.

11

Behälter rechtzeitig entleeren

Nicht bis zur Schutzabschaltung planen. Gerät ausschalten, Netzstecker nach Anleitung ziehen, Behälter kontrolliert entleeren und Verschlüsse anschließend wieder dicht einsetzen.

12

Restflüssigkeit gezielt nacharbeiten

Problemzonen, Kanten und Strukturen mit passender Düse erneut bearbeiten. Bei Sprühextraktion kann ein zusätzlicher Saugzug ohne Sprühen die Trocknung verkürzen.

13

Reinigen, trocknen und freigeben

Behälter, Schwimmer, Schlauch, Düsen und Lippen reinigen; Gerät vollständig trocknen lassen. Fläche erst freigeben, wenn Restnässe, Rutschgefahr und Materialzustand geprüft sind.

06

PUMPE + DÜSE + SAUGTURBINE

Bei der Sprühextraktion ist Nasssaugen eingebaut.

Das Gerät hat einen Frischwasserweg zum Sprühen und einen getrennten Rückweg für die belastete Flüssigkeit. Die Saugturbine übernimmt dabei die Nassaufnahme. Entscheidend bleibt jedoch das Gesamtsystem aus Textilprüfung, Dosierung, Sprühbild, Kontaktzeit, Düse, Rückgewinnung und Trocknung.

01

Sprühen

Eine Pumpe fördert Reinigungslösung über die Düse kontrolliert in den textilen Belag.

02

Lösen

Lösung, Zeit und gegebenenfalls Düsenzug bearbeiten lösliche und angelöste Verschmutzung.

03

Nass absaugen

Die Saugturbine zieht einen möglichst großen Teil der belasteten Flüssigkeit in den Schmutzwassertank zurück.

EINSTUFIG

Sprühen und Saugen in einem Zug

Die Lösung wird beim langsamen Rückwärtsziehen aufgebracht und nahezu gleichzeitig abgesaugt. Das begrenzt die Nässe, wenn Dosierung, Düse und Zuggeschwindigkeit passen.

ZWEISTUFIG

Vorlegen, wirken lassen, extrahieren

Bei stärkerer Verschmutzung kann zuerst gesprüht und nach vorgesehener Kontaktzeit abgesaugt werden. Die Teilfläche darf dabei nicht unkontrolliert übernässen oder antrocknen.

NACHSAUGEN

Ohne Sprühen weiter absaugen

Ein oder mehrere kontrollierte Saugzüge holen zusätzliche Feuchte aus dem Textil. Sie ersetzen weder ausreichende Lüftung noch eine Prüfung des Untergrunds.

SCHAUM

Alte Tensidreste können stören

Shampoonierreste oder Überdosierung erzeugen starken Schaum im Schmutzwassertank. Arbeit stoppen, Ursache klären und nur freigegebenen Entschäumer einsetzen.

07

SYMPTOM → URSACHE → KORREKTUR

Die Düse schreibt den Fehler oft direkt auf den Boden.

BeobachtungMögliche UrsacheSichere Korrektur
Schmale Wasserlinie bleibt

Schmutzpartikel oder Kerbe unterbrechen die Gummilippe an einer festen Stelle.

Gerät ausschalten, Lippe reinigen und gegen Licht prüfen; beschädigte Lippe nach Herstellervorgabe wenden oder ersetzen.

Breiter Film hinter der Düse

Düse liegt nicht voll an, wird zu schnell geführt oder die Lippen sind verhärtet, verformt beziehungsweise falsch montiert.

Geschwindigkeit und Winkel korrigieren, Zubehör prüfen, Lippenzustand beurteilen und auf unebenem Boden kleinere Bahnen fahren.

Saugleistung von Beginn an schwach

Deckel, Dichtung, Schlauch, Kupplung oder Ablassverschluss sind undicht; Düse, Schlauch oder Filter können blockiert sein.

Saugweg vom Boden bis zum Behälter systematisch Abschnitt für Abschnitt prüfen.

Saugen stoppt plötzlich

Behälter ist voll oder der Schwimmer schließt den Luftweg. Auch Schaum oder ein verschmutzter Schwimmerkäfig kommen infrage.

Sofort ausschalten, Behälter entleeren und Schwimmer sowie Schaumursache prüfen.

Turbine klingt hoch, kaum Aufnahme

Nebenluft, ein geschlossener Schwimmer oder eine Verstopfung verhindert den nutzbaren Luftstrom.

Nicht am Geräusch raten: Dichtheit, Füllstand und jeden Abschnitt des Saugwegs kontrollieren.

Schaum steigt im Behälter

Unpassendes Mittel, Überdosierung oder alte Tensidreste erzeugen zu viel Schaum.

Aufnahme stoppen, Behälter reinigen und Verfahren sowie Produktdosierung korrigieren; nur freigegebenen Entschäumer nutzen.

Flüssigkeit kommt aus Fugen zurück

Wasser steckt möglicherweise im Aufbau oder läuft aus einem weiterhin aktiven Leck nach.

Nicht endlos weitersaugen. Ursache stoppen, Bereich sichern, Feuchte beziehungsweise Schaden fachlich beurteilen lassen.

Gleiche Stelle riecht später

Restflotte blieb in Gerät, Textil oder Fuge; Bauteil und Zubehör konnten nicht vollständig trocknen.

Quelle lokalisieren, hygienisches Risiko bewerten, Gerät nachreinigen und Trocknung des betroffenen Aufbaus klären.

Schmutzrand nach dem Trocknen

Die Düse hat Flotte verschoben, Aufnahmebahnen waren lückenhaft oder Rückstände blieben zurück.

Rand erneut mit passendem Verfahren bearbeiten, Aufnahmebahnen überlappen und Trockenbild kontrollieren.

Wenn der Sauger pfeift und der Boden schwimmt, ist „mehr Watt“ nicht die Diagnose.

Meist fehlt irgendwo Dichtheit, Durchgang oder Bodenkontakt. Vom Gummi bis zum Deckel prüfen – systematisch, nicht mit dem Ohr am Werbeprospekt.

08

WASSER · ELEKTRIK · INHALTSSTOFF

Nicht jede Pfütze gehört in denselben Behälter.

Elektrische Sicherheit

Nur unbeschädigte, geeignete Geräte und Leitungen verwenden. Vor Wartung, Öffnen, Entleeren oder Reinigen ausschalten und Netzstecker ziehen; Herstellerangaben und betriebliche Prüfung beachten.

Rutsch- und Verkehrsweg

Nasszonen wirksam absperren, Kabel ohne Stolpstellen führen und den Arbeitsweg so planen, dass niemand durch die Flüssigkeit oder über den Schlauch laufen muss.

Unbekannte und brennbare Stoffe

Lösemittel, Kraftstoff, explosive Gemische, heiße, ätzende oder reaktive Flüssigkeiten niemals mit einem normalen Nasssauger aufnehmen. Stoff bestimmen und Spezialverfahren festlegen.

Biologische Belastung

Fäkalwasser, Abwasser und Körperflüssigkeiten sind nicht einfach ‚schmutziges Wasser‘. Infektionsschutz, geeignete PSA, Gerätetrennung, Desinfektion und Entsorgung müssen vorher geklärt sein.

Gewicht und Entleerung

Ein voller Behälter wird schnell schwer. Füllmenge begrenzen, Ablasssystem nutzen und ohne Verdrehen oder unkontrolliertes Kippen entleeren.

Wasserempfindliche Bauteile

Holz, Laminat, offene Nähte, Hohlräume, Elektroinstallationen und quellfähige Untergründe nicht weiter fluten. Freies Wasser zügig aufnehmen und Folgeschaden beurteilen.

09

PRAXISFALL UND TROCKENBILD

Aufgenommenes Wasser ist nicht automatisch ein gelöstes Problem.

SANITÄR · SICHERHEITSFLIESE

Schmutzflotte nach Nassscheuern

Flotte in kleinen Feldern sammeln, mit geeigneter Lippenbodendüse aufnehmen und Fugen gezielt nacharbeiten. Wasserlinien zeigen zuerst Düse und Lippen prüfen – nicht einfach noch mehr Lösung verteilen.

ENTSCHEIDUNG: Getrennte Nassaufnahme beendet den Scheuervorgang.
TEPPICH · SPRÜHEXTRAKTION

Lösung einsprühen und zurückholen

Textile Konstruktion und Farbstabilität prüfen, passend dosieren, langsam rückwärts sprühen und saugen, anschließend ohne Sprühen nachsaugen. Untergrund und Trocknung mitbewerten.

ENTSCHEIDUNG: Integriertes Nasssaugen ist Teil der Sprühextraktion.
FLUR · SAUBERWASSER

Trinkwasserleitung tropft

Zufluss stoppen, Umgebung sichern, freies Wasser aufnehmen und angrenzende Fugen beziehungsweise Bauteile auf Feuchteeintritt kontrollieren.

ENTSCHEIDUNG: Flüssigkeit entfernen – Ursache und Aufbau trotzdem prüfen.
KÜCHE · STARKER SCHAUM

Schmutzwassertank füllt sich mit Schaum

Sofort unterbrechen, Produkt und Dosierung prüfen, Behälter reinigen und nur nach Geräte- und Verfahrensfreigabe mit Entschäumer fortfahren.

ENTSCHEIDUNG: Schaum ist ein Prozessfehler, keine besonders gründliche Reinigung.
WERKSTATT · UNBEKANNTE Pfütze

Ölig, riecht auffällig, Herkunft unklar

Bereich sichern, Stoffinformation beschaffen und geeignete Aufnahme sowie Entsorgung festlegen. Ein normaler Nasssauger bleibt aus.

ENTSCHEIDUNG: Unbekanntes Medium bedeutet Stopp.
BODEN · OFFENE FUGE

Wasser tritt wieder hervor

Oberflächenwasser aufnehmen, weiteres Eindringen verhindern und Aufbau prüfen lassen. Wiederkehrende Feuchte ist kein Zeichen für zu wenig Saugdurchgänge.

ENTSCHEIDUNG: Eingedrungene Feuchte ist Befund, nicht bloß Restschmutz.
VERSCHMUTZUNG

Liegt in der Flüssigkeit oder auf der intakten Fläche

Schmutzflotte, Sand, Getränkerückstand oder gelöster Reinigungsfilm lassen sich aufnehmen, ohne dass Oberfläche und Aufbau ihre Eigenschaften verloren haben.

MATERIALVERÄNDERUNG

Aussehen oder Verhalten ist verändert

Feuchteverdunkelung, aufgestellter Textilflor, Glanzunterschied oder Farbverschiebung können nach der Aufnahme sichtbar bleiben. Erst trocknen, vergleichen und beurteilen – nicht automatisch weiter bearbeiten.

ECHTER SCHADEN

Substanz oder Aufbau ist verletzt

Quellung, offene Naht, Delamination, ausgebrochene Fuge, Riss, abgelöste Beschichtung oder durchnässter Untergrund werden durch Nasssaugen nicht repariert. Sichern und dokumentieren.

FACHLICHER ABGLEICH · STAND 14.09.2026

Fachlich geprüft. Quellen direkt zum Nachlesen.

Geräteaufbau, Nasskonfiguration, Schwimmerschutz, Sprühextraktion, Sauglippen-Fehler und Schmutzwasserweg wurden anhand von Herstellerunterlagen und öffentlichen Fachinformationen abgeglichen. Die Anleitung des konkreten Geräts sowie Objekt- und Betriebsangaben bleiben verbindlich.

01Kärcher · Betriebsanleitung NT 48/1Nasskonfiguration, Filterbeutel, Schwimmer, Wartung und Fehlersuche ↗02Kärcher · Betriebsanleitung Puzzi 10/1 und 10/2Ein- und zweistufige Sprühextraktion, Nachsaugen, Schaum und Pflege ↗03Kärcher · Sprühextraktionsgerät Puzzi 10/1Sprühfunktion, Saugturbine, flexible Sauglippe und Rückgewinnung ↗04Nilfisk · SC250 FehlerbeseitigungSaugleistung, Sauglippen, Saugöffnung, Schmutzwassertank und Schwimmerkäfig ↗05Umweltatlas Berlin · Regen- und AbwasserGetrennte Wege von Schmutz- und Niederschlagswasser als Beispiel für die Entsorgungsprüfung ↗

WEITER IM SYSTEM

Aufnahme passt nur, wenn der ganze Prozess passt.

03.1 · Manuelles Nassscheuern 03.3 · Einscheibenmaschinenverfahren 05.3 · Sprühextrahieren Werkzeugkunde · Saugtechnik