Gefährdungsbeurteilung, Etikett, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung lesen
→04.2 · Desinfektion
Eigenschutz & Chemiesicherheit
Gefährdungsbeurteilung, passende PSA, Hautschutz und sichere Produkttrennung gehören zum Verfahren.
HYGIENE ALS REGELKREIS
Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.
Ein Mittel darf Mikroorganismen angreifen – nicht unkontrolliert die Person davor.
geeignete PSA anlegen und bei Kontamination beziehungsweise Bereichswechsel sicher wechseln
→Lüftung, Zündquellen und sichere Dosierstelle prüfen
→Produkte im Originalgebinde beziehungsweise eindeutig gekennzeichnet lagern
↺EINORDNUNG
Worum geht es bei Eigenschutz & Chemiesicherheit?
Eigenschutz umfasst alle Maßnahmen, die Haut-, Augen-, Atemwegs-, Brand- und Schnittgefahren beim Desinfizieren verhindern. Welche PSA (persönliche Schutzausrüstung) erforderlich ist, ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt und Tätigkeit.
- häufiger Feuchtkontakt und ungeeignete Handschuhe können die Hautbarriere schädigen
- Dämpfe oder Sprühnebel können Augen und Atemwege belasten
- alkoholische Mittel bilden brennbare Dämpfe
- chemische Gemische können neue, deutlich gefährlichere Stoffe freisetzen
PRAXISFELDER
Wo spielt das im Arbeitsalltag eine Rolle?
Umgang mit Konzentraten und Ansetzen von Gebrauchslösungen
Aufnahme von Blut, Ausscheidungen, Erbrochenem und scharfkantigem Material
großflächige oder schlecht belüftete Arbeitsbereiche
Lagerung, Transport, Umfüllen und Entsorgung von Resten
WIRKUNG & GRENZEN
Was entscheidet über die sichere Wirkung?
Desinfektion ist zugleich eine Biostoff- und Gefahrstofftätigkeit. Schutzmaßnahmen müssen zur Kontamination, zum Produkt und zum Arbeitsverfahren passen.
Haut & Augen
Geeignete Handschuhe, Schutzbrille, Hautschutz und sichere Wechsel verhindern vermeidbare Expositionen.
Dämpfe, Aerosole & Brand
Lüftung, Vermeidung von Sprühnebel und Abstand zu Zündquellen sind produkt- und tätigkeitsbezogen festzulegen.
Chemische Reaktion
Mischen kann giftige oder stark reaktive Stoffe freisetzen; Produkte bleiben getrennt und eindeutig gekennzeichnet.
In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.
Dosierstelle
Sichere Aufstellung, geeignete PSA, klare Kennzeichnung und erreichbare Spülmöglichkeit werden vorab organisiert.
Kontaminationsereignis
Spritz-, Stich- und Schnittgefahr erfordern besondere Aufnahme-, Abfall- und Meldewege.
Lager & Transport
Originalgebinde, Trennung unverträglicher Stoffe und sichere Behälter verhindern Verwechslung und Leckagen.
ARBEITSABLAUF
Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?
Schutzhandschuhe, Schutzkleidung und Augenschutz werden tätigkeitsbezogen gewählt. Einmalhandschuhe ersetzen weder Handwechsel noch Händehygiene. Hautschutz vor der Arbeit, schonende Reinigung und Hautpflege nach dem Plan halten die Haut als wichtigste Schutzbarriere funktionsfähig.
- 01Gefährdungsbeurteilung, Etikett, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung lesen
- 02geeignete PSA anlegen und bei Kontamination beziehungsweise Bereichswechsel sicher wechseln
- 03Lüftung, Zündquellen und sichere Dosierstelle prüfen
- 04Produkte im Originalgebinde beziehungsweise eindeutig gekennzeichnet lagern
- 05Reste und gebrauchte Arbeitsmittel nach betrieblicher Vorgabe entsorgen beziehungsweise aufbereiten
RISIKOGRENZEN
Hier besonders aufpassen.
- !chlorhaltige Mittel mit Säuren mischen – dabei kann giftiges Chlorgas entstehen
- !chlorhaltige Mittel mit ammoniakhaltigen Produkten kombinieren
- !Produkte in Getränkeflaschen oder unbeschriftete Behälter umfüllen
- !mit Einmalhandschuhen Türen, Telefone und weitere Räume kontaminieren
- !alkoholische Mittel nahe Flammen, heißen Flächen oder Zündquellen einsetzen
- !Sprühdesinfektion ohne begründete Ausnahme und Schutzmaßnahmen durchführen
BEGRIFFE RICHTIG LESEN
Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.
PSA
persönliche Schutzausrüstung wie geeignete Handschuhe, Schutzbrille oder Schutzkleidung
Gefährdungsbeurteilung
systematische Bewertung der Risiken einer Tätigkeit
Sicherheitsdatenblatt
Dokument zu Gefahren, Schutz, Lagerung und Entsorgung eines Produkts
Chlorgas
hochgiftiges Gas, das unter anderem bei Kontakt von Aktivchlor mit Säuren entstehen kann
OFFIZIELLE QUELLEN