Produkt, Wirkspektrum und Konzentration-Zeit-Relation ablesen
→04.2 · Desinfektion
Konzentration, Menge & Einwirkzeit
Die fünf Richtigen verbinden: Mittel, Konzentration, Menge, Einwirkzeit und Anwendung.
HYGIENE ALS REGELKREIS
Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.
Mehr Konzentrat macht aus einem falschen Verfahren kein richtiges.
Dosierhilfe oder geprüfte Dosieranlage verwenden
→Gebrauchslösung mit der vorgeschriebenen Wassertemperatur ansetzen
→genügend Lösung für vollständige Benetzung und vorgesehene Flächenreichweite einsetzen
↺EINORDNUNG
Worum geht es bei Konzentration, Menge & Einwirkzeit?
Eine chemische Desinfektion funktioniert nur innerhalb der geprüften Konzentration-Zeit-Relation. Zusätzlich müssen ausreichende Lösungsmenge, anfänglich vollständige Benetzung, passende Temperatur und die vorgesehene Anwendung zusammenkommen. Einwirkzeit und Freigabe zur Wiederbenutzung sind dabei getrennt zu prüfen.
- zu niedrige Konzentration kann die notwendige Wirkung verfehlen
- zu hohe Konzentration kann Material, Haut und Umwelt stärker belasten, ohne den Prozess sicherer zu machen
- zu geringe Menge oder Lücken lassen Flächenbereiche unzureichend behandelt
- Schmutzbelastung und Temperatur können die Leistung des Verfahrens verändern
PRAXISFELDER
Wo spielt das im Arbeitsalltag eine Rolle?
Dosieranlagen und automatische Mischsysteme
manuelles Ansetzen von Gebrauchslösungen nach Dosiertabelle
gebrauchsfertige Flüssigkeiten und vorgetränkte Tuchsysteme
Konzentrate mit dokumentierter Standzeit der angesetzten Lösung
WIRKUNG & GRENZEN
Was entscheidet über die sichere Wirkung?
Die Konzentration-Zeit-Relation ist verbindlich. Menge und Anwendung sorgen zusätzlich dafür, dass diese Vorgabe auf der gesamten vorgesehenen Fläche ankommt.
Konzentration
Sie wird für Produkt, Wirkspektrum und Einsatz abgelesen und mit geeigneter Dosiertechnik hergestellt.
Menge & Benetzung
Die Produktmenge muss alle vorgesehenen Bereiche lückenlos erreichen und über die Vorgabe feucht halten.
Einwirk- & Standzeit
Einwirkzeit betrifft den Kontakt auf der Zieloberfläche; Standzeit die zulässige Nutzungsdauer der Lösung oder des Tuchsystems.
In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.
Konzentrat
Dosiertabelle, Dosierhilfe, Wasserqualität und Wassertemperatur werden produktbezogen eingehalten.
Ready to use
Gebrauchsfertig bedeutet nicht fehlerfrei: Flächenreichweite, Einwirkzeit und Haltbarkeit bleiben verbindlich.
Tuchspender
Deckel, Anbruchdatum, Tränkung und Standzeit entscheiden, ob jedes Tuch ausreichend Wirkstoff liefert.
ARBEITSABLAUF
Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?
Merke dir die fünf Richtigen: richtiges Mittel, richtige Konzentration, richtige Menge, richtige Einwirkzeit und richtige Anwendung. Fehlt eines davon, kann die Desinfektion scheitern – Desinfektionsmittel können leider nicht erraten, was gemeint war.
- 01Produkt, Wirkspektrum und Konzentration-Zeit-Relation ablesen
- 02Dosierhilfe oder geprüfte Dosieranlage verwenden
- 03Gebrauchslösung mit der vorgeschriebenen Wassertemperatur ansetzen
- 04genügend Lösung für vollständige Benetzung und vorgesehene Flächenreichweite einsetzen
- 05Einwirkzeit, zulässige Wiederbenutzung, Standzeit und gegebenenfalls Nacharbeit getrennt kontrollieren
RISIKOGRENZEN
Hier besonders aufpassen.
- !nach Augenmaß dosieren
- !Konzentrationen verschiedener Produkte übertragen
- !eine längere Einwirkzeit ohne ausreichende Benetzung annehmen
- !Desinfektionsmittel vor Ende der Einwirkzeit mit Wasser oder trocken entfernen
- !Gebrauchslösung über die angegebene Standzeit hinaus verwenden
- !Haltbarkeits- und Anbruchdatum ignorieren
- !vorgetränkte Tücher offen austrocknen lassen
BEGRIFFE RICHTIG LESEN
Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.
Gebrauchskonzentration
für die Anwendung vorgeschriebener Anteil des Konzentrats in der Lösung
Einwirkzeit
vorgeschriebene wirksame Kontaktzeit; ob sie vor Wiederbenutzung vollständig abzuwarten ist, hängt von Fläche und Anlass ab
Standzeit
zulässige Nutzungsdauer einer angesetzten Lösung oder eines Tuchsystems
Benetzung
lückenloser Kontakt der vorgesehenen Oberfläche mit dem Mittel
OFFIZIELLE QUELLEN