Schmuck an Händen und Unterarmen ablegen und Haut auf Verletzungen prüfen
→04.2 · Desinfektion
Händedesinfektion
Trockene Hände vollständig benetzen, alle Bereiche einreiben und die ausgewiesene Einwirkzeit einhalten.
HYGIENE ALS REGELKREIS
Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.
Daumen, Fingerspitzen und Zwischenräume sind keine freiwillige Zugabe.
ausreichende Produktmenge auf trockene Hände geben
→Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen sorgfältig einreiben
→Hände während der ausgewiesenen Einwirkzeit vollständig feucht halten
↺HYGIENISCH · CHIRURGISCH · PRODUKTWAHL
Zwei Ziele – und kein universeller Einzelwirkstoff.
Im Gesundheitswesen sind alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel Standard. Entscheidend ist trotzdem die nachgewiesene Leistung des fertigen Produkts im vorgesehenen Anwendungsbereich, nicht ein einzelner Stoffname.
Hygienische Händedesinfektion
- Ziel
- Vorübergehend durch Kontakte aufgenommene Mikroorganismen auf den Händen wirksam reduzieren und Übertragungsketten unterbrechen.
- Anlass
- Sie folgt den festgelegten Indikationen bei Patientenkontakt, potenzieller Kontamination, aseptischer Tätigkeit und Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.
- Ausführung
- Produktmenge und Zeit richten sich nach Produktangabe und Hygieneplan; alle Handbereiche bleiben vollständig benetzt.
Chirurgische Händedesinfektion abgrenzen
- Anderes Ziel
- Sie ist die präoperative Maßnahme des Operationsteams und senkt neben vorübergehender auch die Abgabe der residenten Hautflora für die Dauer des Eingriffs.
- Anderer Umfang
- Hände und Unterarme werden nach dem lokal freigegebenen Verfahren behandelt. Die konkrete Durchführung gehört zur OP-Organisation und nicht in einen allgemeinen Reinigungsablauf.
Alkoholbasierte Produkte
- Mögliche Alkohole
- Ethanol, 1-Propanol, 2-Propanol oder abgestimmte Kombinationen können die alkoholische Grundlage bilden.
- Kein Universalrezept
- Es gibt keinen einzigen Hauptwirkstoff, der jedes Händedesinfektionsmittel fachlich beschreibt. Wirkspektrum, Einwirkzeit, Zulassung beziehungsweise Listung, Hautverträglichkeit und die fertige Rezeptur entscheiden.
- Nicht übertragen
- Ein Flächenprodukt darf nicht wegen eines ähnlichen Wirkstoffnamens auf der Haut eingesetzt werden.
EINORDNUNG
Worum geht es bei Händedesinfektion?
Die hygienische Händedesinfektion reduziert die vorübergehend auf die Hände gelangte Flora (Mikroorganismen, die durch Kontakte aufgenommen wurden). Sie ist in medizinischen und pflegerischen Abläufen eine zentrale Maßnahme gegen Kontaktübertragung.
- Desinfektionsmittel wird auf trockene Hände gegeben; Restwasser kann das Produkt verdünnen
- ausreichende Menge muss alle Handbereiche während der gesamten Einwirkzeit feucht halten
- Hautschäden, Schmuck, künstliche Fingernägel und ausgelassene Bereiche erschweren eine sichere Durchführung
PRAXISFELDER
Wo spielt das im Arbeitsalltag eine Rolle?
vor und nach festgelegten pflegerischen oder medizinischen Tätigkeiten
nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material und nach dem Ausziehen kontaminierter Handschuhe
vor aseptischen Tätigkeiten und nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
im Privathaushalt nur bei begründeter Situation und fachlicher Empfehlung
WIRKUNG & GRENZEN
Was entscheidet über die sichere Wirkung?
Die Händedesinfektion unterbricht vor allem direkte und indirekte Kontaktketten. Entscheidend ist nicht eine starre Choreografie, sondern dass alle Handbereiche vollständig benetzt werden.
Trockene Hände
Restwasser kann das Produkt verdünnen; nach notwendigem Waschen werden die Hände sorgfältig getrocknet.
Vollständige Benetzung
Handflächen, Handrücken, Zwischenräume, Daumen, Fingerspitzen und Nagelfalze bleiben während der Vorgabe feucht.
Handschuhwechsel
Handschuhe werden tätigkeitsbezogen gewechselt und ersetzen die vorgeschriebene Händehygiene nicht.
In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.
Pflege & Medizin
Die Indikationen werden im Hygieneplan und nach der konkreten Tätigkeit festgelegt.
Kontamination
Sichtbare Verschmutzung wird passend entfernt; danach müssen die Hände trocken sein, bevor desinfiziert wird.
Privathaushalt
Händedesinfektion ist normalerweise nicht nötig und wird auf begründete Situationen beschränkt.
ARBEITSABLAUF
Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?
Als verständliche Orientierung nennt das BIÖG mindestens drei Milliliter. Im professionellen Bereich gelten jedoch Produktangabe und Hygieneplan; bei VAH-zertifizierten Mitteln beträgt die Standardeinwirkzeit der hygienischen Händedesinfektion 30 Sekunden. Entscheidend bleibt: alle Bereiche vollständig und lange genug benetzen.
- 01Schmuck an Händen und Unterarmen ablegen und Haut auf Verletzungen prüfen
- 02ausreichende Produktmenge auf trockene Hände geben
- 03Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen sorgfältig einreiben
- 04Hände während der ausgewiesenen Einwirkzeit vollständig feucht halten
- 05anschließend weder abwaschen noch mit einem Handtuch abtrocknen
RISIKOGRENZEN
Hier besonders aufpassen.
- !nasse Hände desinfizieren
- !zu wenig Mittel verwenden oder vorzeitig aufhören
- !Daumen, Fingerspitzen, Nagelfalze und Fingerzwischenräume auslassen
- !Handschuhe als Ersatz für Händedesinfektion betrachten
- !sichtbar verschmutzte Hände ohne vorherige passende Reinigung desinfizieren
- !Spenderflaschen ungeprüft nachfüllen
BEGRIFFE RICHTIG LESEN
Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.
hygienische Händedesinfektion
gezielte Reduktion vorübergehend aufgenommener Mikroorganismen
Einreibemethode
systematisches Verteilen des Mittels auf allen Handbereichen
transiente Flora
vorübergehend durch Kontakte aufgenommene Mikroorganismen
Einwirkzeit
Zeit, in der das Mittel vollständig auf der Haut wirken muss
OFFIZIELLE QUELLEN