INHALTKunststoffvergütete Böden
MATERIALKUNDE · BEREICH 07Industrieböden
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INDUSTRIEBODEN · BEGRIFFSKLÄRUNG

Kunststoffvergütete Industrieböden

Der Sammelbegriff sagt noch nicht, wo der Kunststoff steckt. Für die Reinigung muss klar sein, ob er einen mineralischen Binder verbessert, Poren füllt oder als eigene Nutzschicht oben liegt.

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MATERIAL BESTIMMEN

Name ist Startpunkt, nicht Beweis.

WORAUS BESTEHT ES?

Je nach System werden Polymere einem mineralischen Mörtel zugesetzt oder Reaktionsharze bilden eine Imprägnierung, Versiegelung, Beschichtung beziehungsweise einen Kunstharzestrich. Häufige Bindemittel der oberen Nutzschicht sind Epoxidharz, Polyurethan und PMMA.

WORAN ERKENNEN?
  • Produktname und Farbe reichen nicht zur Zuordnung; Schichtaufbau und technisches Merkblatt sind entscheidend
  • eine sehr dünne Versiegelung folgt meist der Untergrundstruktur, eine Beschichtung kann Poren und Unebenheiten stärker überdecken
  • bei Polymerzugabe kann die sichtbare Fläche weiterhin mineralisch wirken und entsprechend reagieren
  • Abplatzungen und offene Stellen zeigen manchmal Schichtdicke, Untergrund und Haftverbund
  • Glanz, Elastizität oder Lösemittelgeruch sind keine sichere Feldbestimmung
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EIGENSCHAFTEN

Für die Reinigung relevant.

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Polymermodifizierter Mineralboden

Kunststoffzusatz kann Haftung, Verformbarkeit oder Dichtigkeit einer zementären Matrix verändern. Die Oberfläche bleibt dennoch ein mineralisches System und ist nicht automatisch säurefest.

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Imprägnierung oder Versiegelung

Eine Imprägnierung wirkt überwiegend in der Porenzone; eine Versiegelung bildet einen dünnen Film. Verschleiß kann den Untergrund stellenweise wieder freilegen.

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Beschichtung

Eine klar ausgebildete Kunstharzschicht übernimmt die Nutzseite. Harztyp, Füllstoffe, Einstreuung, Deckversiegelung und Schichtdicke bestimmen die Beständigkeit.

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Kunstharzestrich

Reaktionsharz bindet mineralische Körnung zu einer vergleichsweise dicken Mörtelschicht. Das ist mehr als ein Anstrich und trotzdem kein Freifahrtschein für jede Chemie.

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SCHICHTEN LESEN

Welche Fläche wird tatsächlich gereinigt?

  1. Variante Apolymermodifizierte mineralische Nutzschicht – Binder bleibt überwiegend mineralisch
  2. Variante BImprägnierung oder dünne Versiegelung auf Beton beziehungsweise Estrich
  3. Variante CEP-, PU- oder PMMA-Beschichtung beziehungsweise harzgebundener Estrich als Nutzschicht
Schematische Einordnung – der konkrete Objektaufbau kann abweichen.
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PRAXISABLAUF

Kontrolliert statt kräftig.

  1. 01

    Systemnachweis beschaffen

    Harztyp, Schichtaufbau, Leitfähigkeit, Rutschhemmung, chemische Beständigkeit und Herstellerfreigaben zusammentragen. Der Sammelbegriff ersetzt diese Angaben nicht.

  2. 02

    Schmutz und Prozessstoff trennen

    Staub, Reifenabrieb, Öl, Kühlschmierstoff, Lebensmittelrückstand und Chemikalie erfordern unterschiedliche Reiniger, Aufnahmewege und Entsorgung.

  3. 03

    Mechanik abstimmen

    Bürste oder Pad nach Struktur und Deckversiegelung wählen. Anpressdruck, Fahrgeschwindigkeit und Maschinengewicht dürfen die Nutzschicht nicht mattieren oder aufreißen.

  4. 04

    Chemie aufbauen

    Mit der mildesten wirksamen, freigegebenen Kombination beginnen. Konzentrate nicht auf der Fläche stehen lassen und Lösemittel nur bei ausdrücklicher Systembeständigkeit verwenden.

  5. 05

    Funktion kontrollieren

    Schmutzflotte vollständig aufnehmen. Nach dem Trocknen Glätte, Rückstand, Farb- oder Glanzänderung, Klebrigkeit, Kreidung, Blasen und offene Stellen dokumentieren.

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MATERIALGRENZEN

Hier nicht einfach weitermachen.

VERMEIDEN
  • alle glänzenden Industrieböden als Epoxidharz bezeichnen
  • Säurefestigkeit oder Lösemittelbeständigkeit aus dem Wort Kunststoff ableiten
  • aggressive Pads auf einer dünnen oder verschlissenen Deckversiegelung
  • stehende Konzentrate, unkontrollierte Lösemittel und nicht freigegebene Hochtemperaturverfahren
  • Blasen, Ablösung, Kreidung oder offene Schichten mit Pflegefilm kaschieren
BEFUND EINORDNEN
Reinigung

Ein aufliegender Fremdstoff lässt sich mit freigegebenem Verfahren entfernen; Farbe, Härte und Funktion der trockenen Nutzschicht bleiben gleich.

Materialveränderung

Mattierung, Quellung, Verfärbung, Kreidung oder geänderte Rutschstruktur bleibt trotz sauberer Oberfläche bestehen.

Schaden

Blasen, Ablösung, Risse, weiche Stellen, offener Schichtverbund oder Unterwanderung müssen gesichert und vom Beschichtungsfachbetrieb beurteilt werden.

FACHLICH ABGEGLICHEN

Quellen und Vertiefung

Für die konkrete Fläche gelten zusätzlich Herstellerunterlagen, Betreiberfreigabe und dokumentierte Probefläche.

DIN MediaDIN EN 13813 – Estrichmörtel und EstrichmassenDIN MediaDIN 18560-7 – Hochbeanspruchbare Estriche (Industrieestriche)BauNetz WissenIndustrieestriche und Kunstharzestriche einordnenBundesverband Estrich und BelagFachinformationen zu Estrich und Belag