INHALTPU/PUR
MATERIALKUNDE · BEREICH 04Kunststoffe
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KAPITEL 10 · WERKSTOFFFAMILIE

Polyurethan.

PU ist keine einzelne Oberfläche. Weichschaum, Hartschaum, TPU, Gießharz, Klebstoff, Bodenbeschichtung und hauchdünne PUR-Vergütung reagieren unterschiedlich.

WerkstofffamiliePolyadditionTPU bis Duroplast

01 · REALBILD

Werkstoff.
Anwendung.

Links siehst du Granulat oder Halbzeug, rechts eine typische Anwendung. Die eigens generierte Lehrdarstellung ist kein Produktfoto und keine Bestimmung eines unbekannten Bauteils.

Fotorealistisches Bildpaar aus Polyurethan-Rohstoffmustern, Schaum und Beschichtung sowie PU-Boden und Dämmelement
LINKS · GRANULAT / HALBZEUG

Farbe, Kante, Struktur und Herstellungszustand als fotorealistische Orientierung.

RECHTS · VERBAUT / GENUTZT

Eine typische Sichtfläche oder Bauteilanwendung im Gebäude.

02 · ZUSAMMENSETZUNG

Was es ist.
Und was nicht.

Polyurethane entstehen durch Reaktion von Polyolen mit Di- oder Polyisocyanaten. Katalysatoren, Vernetzer, Treibmittel, Füllstoffe und Decklack bestimmen das System.

Wiederholungseinheit: Urethangruppen · rezepturabhängig

03 · HERSTELLUNG

Vom Baustein
zur Sichtfläche.

Polymerbildung, Rezeptur und Formgebung erklären oft besser als die Farbe, welche Reinigung zulässig ist.

  1. 01

    Polyolkomponente mit Additiven formulieren

  2. 02

    Isocyanatkomponente passend auswählen

  3. 03

    Komponenten dosiert mischen und durch Polyaddition reagieren lassen

  4. 04

    Als Schaum, Beschichtung, Gießteil, Klebstoff, TPU oder dünne Vergütung ausbilden

04 · ERKENNEN

Hinweise sammeln.
Nicht anbrennen.

Kennzeichnung, Datenblatt, Schnittkante und Schichtaufbau sind belastbarer als Geruch, Flamme, Farbe oder eine aggressive Lösemittelprobe.

01

PU kann weich, hart, elastisch, massiv, geschäumt oder nur wenige Mikrometer dünn sein

02

Die Abkürzung PUR auf einem Boden kann eine Vergütung und nicht den Grundbelag bezeichnen

03

Technisches Datenblatt und Schichtaufbau sind zwingend

05 · VERWENDUNG

Wo du PU / PUR
finden kannst.

Die Anwendung zeigt häufig, ob du eine massive Platte, einen Schaum, eine Faser, eine Beschichtung oder nur eine dünne Deckschicht vor dir hast.

01Bodenbeschichtungen und fugenlose Beläge
02PUR-Vergütungen auf Bodenbelägen
03Dämm- und Polsterschäume
04Dichtstoffe, Rollen, Kleber und Formteile

06 · EIGENSCHAFTEN

Stärken.
Grenzen.

Klebrigkeit, Kreidung, Rissbildung oder Delamination kann Alterung, Hydrolyse oder Haftungsverlust sein. Eine PUR-Vergütung darf nicht wie eine dicke PU-Beschichtung saniert werden.

POSITIV

Stärken

  • extrem vielseitig einstellbar
  • elastische und verschleißfeste Systeme möglich
  • fugenlose Beschichtungen herstellbar
NEGATIV

Schwächen

  • Beständigkeit stark rezepturabhängig
  • Hydrolyse, Vergilbung oder Kreidung möglich
  • unvernetzte Rohstoffe arbeitsschutzrelevant

07 · REINIGUNG

Mild beginnen.
System prüfen.

Die Angaben sind ein fachlicher Startpunkt. Herstellerfreigabe, Produktrezeptur, Beschichtung, Alterung und verdeckte Probefläche haben Vorrang.

01UNTERHALT

Nur das konkrete PU-System reinigen: meist mild, rückstandsarm und mit weichem Werkzeug beginnen.

02INTENSIVER

Herstellerfreigabe, Vernetzungsgrad, Deckversiegelung und Rutschhemmung prüfen; Probefläche vollständig trocknen lassen.

03FINISH

Schmutzflotte restlos aufnehmen und das vorgesehene Finish erhalten.

08 · ARBEITSSICHERHEIT

Reinigung endet,
wenn Bearbeitung beginnt.

Ausgehärtetes PU und reaktive PU-Rohstoffe sind arbeitsschutzfachlich nicht dasselbe. Schleifen, Beschichten und Arbeiten mit Diisocyanaten separat planen.

09 · QUELLEN

Polymerdaten.
Produktpraxis.

Direkte Fachquellen zur Einordnung und für die objektbezogene Arbeitsplanung.

Plastics EuropeKunststoffgruppen und gebräuchliche Polymerarten