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MATERIALKUNDE · BEREICH 03Keramik
Alle Kapitel im Überblick
WissensplattformMaterialkundeStein & KeramikKeramische Oberflächen

MATERIALKUNDE · BEREICH 03 · KERAMIK

Keramik.
Gebrannt ist nicht gleich.

Hier steht nur, was keramische Beläge gemeinsam haben. Feinsteinzeug, Steinzeug, Steingut, Cotto, Klinker, Spaltplatten und Keramikmosaik werden danach in eigenen Fachkapiteln erklärt.

00.1 · GEMEINSAME GRUNDLAGEN

Von Mineralen
zur Nutzfläche.

Keramische Fliesen werden aus mineralischen Rohstoffen geformt und gebrannt. Herstellung, Wasseraufnahme, Glasur, Struktur, Fuge und Einbau entscheiden gemeinsam über Nutzung und Reinigung.

  1. 01Rohstoffe

    Tone, Kaolin, Quarz, Feldspäte und weitere mineralische Bestandteile werden ausgewählt.

  2. 02Aufbereitung

    Mahlsuspension oder plastische Masse wird homogenisiert und als Granulat oder Strangmasse bereitgestellt.

  3. 03Formgebung

    Trockenpressen, Extrudieren oder Gießen erzeugt Platte, Riemchen oder Formkörper.

  4. 04Oberfläche

    Glasur, Engobe, Dekordruck, Relief oder Vergütung wird produktabhängig aufgebaut.

  5. 05Brand & Finish

    Der Brand sintert den Scherben; Polieren, Kalibrieren oder Beschichten verändert die Nutzfläche erneut.

00.2 · ALLGEMEINE AUSFÜHRUNGEN

Ein Belagstyp.
Viele Nutzflächen.

Diese Merkmale kommen bei mehreren Keramikarten vor. Darum stehen sie in der Übersicht. Die konkrete Auswirkung wird anschließend im jeweiligen Fachkapitel erklärt.

01

GLASIERT

Glasur (eingebrannte glasartige Deckschicht) gibt Farbe und Fleckschutz. Bei Bodenfliesen muss ihre Abriebfestigkeit zur Nutzung passen.

02

UNGLASIERT

Die Nutzfläche gehört zum Scherben (gebrannter Grundkörper). Poren, Vergütung und mögliche Imprägnierung müssen geprüft werden.

03

POLIERT

Die Oberfläche wurde mechanisch geglättet und geöffnet. Glanz ist schick, aber leider kein Schutzschild gegen Kratzer, Flecken oder Rutschgefahr.

04

STRUKTURIERT

Relief oder Mikrorauigkeit kann die Griffigkeit unterstützen, hält aber auch Schmutz und Reinigungsflotte stärker fest.

05

REKTIFIZIERT

Rektifiziert bedeutet nach dem Brand exakt auf Maß geschnitten. Schmale Fugen werden möglich, eine fugenlose Fläche entsteht trotzdem nicht.

00.3 · EINORDNUNG

Formgebung plus
Wasseraufnahme.

Keramische Fliesen werden unter anderem nach Herstellungsverfahren und Wasseraufnahme eingeteilt. E bezeichnet die Wasseraufnahme des Scherbens (gebrannter Grundkörper) bezogen auf seine Trockenmasse.

01Verfahren B

Trockengepresst

von sehr dicht bis porös

Granulat wird in einer Form verdichtet. So entstehen viele Feinsteinzeug-, Steinzeug- und Steingutprodukte.

02Verfahren A

Stranggepresst

produktabhängig

Eine plastische Tonmasse wird durch ein Formstück gedrückt. Klinker und Spaltplatten können so entstehen.

03BIa

Sehr dicht

E ≤ 0,5 %

E bezeichnet die Wasseraufnahme des Scherbens. Feinsteinzeug gehört typischerweise in diese Gruppe.

04zum Beispiel BIII

Poröser

E > 10 %

Steingut besitzt einen saugfähigen Scherben und wird überwiegend als glasierte Innenwandfliese eingesetzt.

00.4 · SIEBEN FACHKAPITEL

Grob einordnen.
Getrennt vertiefen.

Die realistischen KI-Lehrbilder zeigen Materialzustand und typische Einbausituation. Sie sind keine Produktfotos und ersetzen keine Kennzeichnung oder Objektprüfung.

Realistische KI-Lehransicht von Feinsteinzeug mit dichtem Querschnitt und verlegten großformatigen Bodenplatten
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
01trockengepresste Sinterkeramik

Feinsteinzeug

sehr dicht gebrannt und fast überall einsetzbar

FORMGEBUNG
trockengepresst · meist BIa
WASSERAUFNAHME
E ≤ 0,5 %
MERKMAL
sehr dichter Scherben
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Realistische KI-Lehransicht von Steinzeug mit dichtem Querschnitt und verlegtem Boden
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
02dicht gebrannte Keramik

Steinzeug

robust und dichter als Steingut

FORMGEBUNG
trocken- oder stranggepresst
WASSERAUFNAHME
meist 0,5 % < E ≤ 6 %
MERKMAL
Wand und Boden
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Realistische KI-Lehransicht einer glasierten Steingutfliese mit porösem Querschnitt und Innenwandfliesen
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
03trockengepresste Feinkeramik

Steingut

porös und überwiegend eine Wandfliese

FORMGEBUNG
meist trockengepresst
WASSERAUFNAHME
typisch E > 10 %
MERKMAL
Innenwand
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Realistische KI-Lehransicht von offenporigem Cotto mit Tonquerschnitt und verlegtem Terrakottaboden
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
04unglasierte Tonkeramik

Cotto & Terrakotta

offenporiger Ton mit Schutzsystem

FORMGEBUNG
handgeformt, gepresst oder extrudiert
WASSERAUFNAHME
oft deutlich saugfähig
MERKMAL
offenporig
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Realistische KI-Lehransicht eines Klinkerplättchens mit dichtem Querschnitt und verlegten Klinkerplatten im Eingangsbereich
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
05dicht gebrannte Grobkeramik

Klinker

dicht gebrannte robuste Tonkeramik

FORMGEBUNG
meist stranggepresst
WASSERAUFNAHME
niedrig, aber produktabhängig
MERKMAL
robust
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Realistische KI-Lehransicht getrennter Spaltplatten mit charakteristischer Rückseite und verlegter Außenfläche
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
06stranggepresste Keramik

Spaltplatten

strukturierte Doppelplatten aus dem Strang

FORMGEBUNG
als Strang und häufig Doppelplatte
WASSERAUFNAHME
produktabhängig
MERKMAL
unglasiert oder glasiert
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Realistische KI-Lehransicht keramischer Mosaiksteine auf Netz und verlegtem Mosaik auf einem Duschboden
ROHSTOFF / QUERSCHNITTVERLEGT / EINGEBAUT
07kleinformatige keramische Fliesen

Keramikmosaik

kleine Fliesen mit großem Fugenanteil

FORMGEBUNG
Einzelsteine, meist auf Netz oder Papier
WASSERAUFNAHME
vom Keramiktyp abhängig
MERKMAL
kleine Formate
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00.5 · SCHNELLVERGLEICH

Was liegt vor?
Wo beginnt das Risiko?

Die Übersicht ordnet nur allgemein ein. Herstellung, Varianten, Reinigung, Stoppschilder und Schäden stehen vollständig im jeweiligen Fachkapitel.

KeramikFormgebungWasseraufnahmetypische Flächeerste Reinigungsgrenze
Feinsteinzeugtrockengepresst · meist BIaE ≤ 0,5 %sehr dichter Scherben · glasiert oder unglasiert · matt, poliert oder strukturiertSeifen-, Wachs- oder Polymerfilm aufbauen
Steinzeugtrocken- oder stranggepresstmeist 0,5 % < E ≤ 6 %Wand und Boden · glasiert oder unglasiert · innen und produktabhängig außenPflegefilm ohne Objektvorgabe
Steingutmeist trockengepressttypisch E > 10 %Innenwand · meist glasiert · poröser ScherbenSchleifpulver auf glänzender Glasur
Cotto & Terrakottahandgeformt, gepresst oder extrudiertoft deutlich saugfähigoffenporig · unglasiert · Imprägnierung oder Pflege möglichunbekannten Cotto fluten
Klinkermeist stranggepresstniedrig, aber produktabhängigrobust · häufig frostbeständig · naturrau, engobiert oder glasiertHochdruck direkt in Fugen richten
Spaltplattenals Strang und häufig Doppelplatteproduktabhängigunglasiert oder glasiert · griffige Oberfläche · häufig außen eingesetztFlachmopp als einzige Mechanik auf tiefem Relief
KeramikmosaikEinzelsteine, meist auf Netz oder Papiervom Keramiktyp abhängigkleine Formate · hoher Fugenanteil · für Rundungen geeignetSäure auf trockene Zementfugen

QUELLENBASIS

Keramiktechnik.
Reinigungspraxis.

Herstellung und Einordnung sind mit Fachinformationen der deutschen Fliesenindustrie abgeglichen. Die Reinigungshinweise bewerten immer das vollständige Belagssystem.

AGROB BUCHTALRohstoffe, Aufbereitung und Formgebung FLIESENVERBANDFliesenarten, Abrieb und Fachbegriffe FLIESENVERBANDErst-, Unterhalts- und Grundreinigung

ERSTES FACHKAPITEL

Kapitel 01 · Feinsteinzeug.

Warum ein sehr dichter Scherben trotzdem keine Universal-Reinigungsfreigabe ist.

01Feinsteinzeug öffnen