INHALTAluminium
MATERIALKUNDE · BEREICH 04Metalle
Alle Kapitel im Überblick

KAPITEL 04 · ELEMENT

Aluminium.

Aluminium schützt sich durch eine dünne Oxidschicht. In Gebäuden sieht man oft eloxierte oder pulverbeschichtete Oberflächen – gereinigt wird dann dieses konkrete Finish.

NichteisenmetallLeichtmetall

01 · REALBILD

Werkstoff.
Anwendung.

Links siehst du Material oder Halbzeug, rechts eine typische Anwendung. Die eigens generierte Lehrdarstellung ist kein Produktfoto und keine Bestimmung eines unbekannten Bauteils.

Fotorealistisch generiertes Bildpaar aus Aluminiumhalbzeugen und einem anodisierten Aluminiumrahmen
LINKS · WERKSTOFF / HALBZEUG

Farbe, Kante, Gefüge und Herstellungszustand als fotorealistische Orientierung.

RECHTS · VERBAUT / GENUTZT

Typische Oberfläche mit realistischen Fugen, Gebrauchsspuren oder Alterung.

02 · ZUSAMMENSETZUNG

Was es ist.
Und was nicht.

Element Al oder Aluminiumlegierung; häufig mit Magnesium, Silicium, Mangan, Kupfer oder Zink legiert.

02A · OBERFLÄCHENTECHNIK

Anodische Oxidation.
Eloxal.

Eloxal bedeutet elektrolytische Oxidation von Aluminium. Dabei wird keine Farbe wie ein Lack aufgetragen: Die Aluminiumoberfläche selbst wird kontrolliert in eine fest mit dem Grundmetall verbundene Aluminiumoxidschicht umgewandelt.

NATÜRLICH

Oxidschicht

Blankes Aluminium bildet an Luft von selbst eine sehr dünne, schützende Oxidschicht. Sie bremst weitere Korrosion, ist aber weder eine definierte Eloxalqualität noch beliebig chemikalienbeständig.

TECHNISCH VERSTÄRKT

Eloxalschicht

Beim Eloxieren ist das Aluminiumwerkstück die Anode in einem sauren Elektrolyten. Gleichstrom baut eine kontrollierte, zunächst poröse Oxidschicht auf. Sie kann farblos bleiben, eingefärbt und anschließend verdichtet werden.

  1. 01Reinigen

    Öle, Fette und Fertigungsrückstände werden vollständig entfernt. Sauberkeit entscheidet über ein gleichmäßiges Ergebnis.

  2. 02Vorbehandeln

    Beizen oder chemisches Glänzen stellt matt, satiniert oder glänzend ein. Kratzer und Gefügeunterschiede werden durch Eloxal nicht einfach verdeckt.

  3. 03Anodisieren

    Im sauren Elektrolyten und unter Gleichstrom wächst aus dem Aluminium eine porige Aluminiumoxidschicht. Legierung und Prozessführung beeinflussen Farbe und Qualität.

  4. 04Optional färben

    Farbstoffe oder elektrolytisch eingelagerte Metalle erzeugen Farbtöne. Gefärbtes Eloxal ist deshalb nicht mit deckendem Pulverlack gleichzusetzen.

  5. 05Verdichten

    Die Poren werden geschlossen. Das verbessert unter anderem Fleck-, Korrosions- und Farbbeständigkeit; die konkrete Qualität bleibt systemabhängig.

BAU & GESTALTUNG

Schwefelsäure-Eloxal

Die verbreitete dekorative und schützende Variante für Profile, Fassaden, Fenster und Beschläge – farblos oder gefärbt und in der Regel verdichtet.

TECHNISCHE BAUTEILE

Harteloxal

Eine dickere, besonders verschleißfeste Funktionsschicht für technische Teile. Sie ist nicht automatisch die übliche Oberfläche eines Fensterrahmens.

02B · SCHADENSBILD RICHTIG EINORDNEN

Irisierung auf Eloxal.
Schillern ist noch keine Diagnose.

Irisierung (regenbogenartiges Schillern) entsteht, wenn sehr dünne Schichten das Licht unterschiedlich überlagern. Dieser Effekt heißt Interferenz (Überlagerung von Lichtwellen). Sichtbar wird ein Wechsel aus blauen, violetten, goldenen oder grünlichen Tönen – abhängig von Licht und Blickwinkel.

01 · AUFLIEGENDER FILM

Oberfläche darunter möglicherweise intakt

Reinigerreste, Pflegefilm, Silikon, Fett oder mineralische Rückstände können eine dünne schillernde Schicht bilden. Sie lässt sich eventuell mit einem milden, freigegebenen Verfahren vollständig entfernen.

02 · CHEMISCH VERÄNDERT

Eloxalschicht angegriffen

Starke Säuren oder Laugen, lange Einwirkzeit, Wärme und wiederholtes Antrocknen können die Oxidschicht aufhellen, mattieren oder ungleichmäßig verändern. Eine abgetragene Schicht lässt sich nicht zurückreinigen.

03 · HERSTELLUNG ODER LICHT

Nicht automatisch ein Reinigungsschaden

Schichtdicke, Legierung, Färbung, Verdichtung sowie Licht- und Blickrichtung können Farbunterschiede sichtbar machen. Deshalb darf ein Foto allein weder Ursache noch Verantwortlichkeit festlegen.

  1. 01
    Trocken dokumentieren

    Übersicht und Nahaufnahme aus mehreren Blickrichtungen erstellen. Ablaufwege, Fugen und geschützte Vergleichsstellen einbeziehen.

  2. 02
    Oberfläche klären

    Bauteilunterlagen, Eloxalqualität, frühere Pflege und verwendete Reinigungsmittel prüfen. Metallisch wirkende Oberfläche nicht automatisch als unbeschichtetes Aluminium behandeln.

  3. 03
    Mild prüfen

    An einer unauffälligen Stelle mit dem freigegebenen milden Verfahren reinigen, klar nacharbeiten und vollständig trocknen lassen. Nassglanz ist kein Endergebnis.

  4. 04
    Grenze erkennen

    Bleiben Schillern, Mattierung oder Farbunterschied bestehen, nicht mit stärkerer Chemie, Politur oder hartem Pad nachsetzen. Dann sind Hersteller oder Fassadenfachbetrieb gefragt.

03 · HERSTELLUNG

Vom Rohstoff
zur Sichtfläche.

Die Herstellungs- und Oberflächenstufe erklärt oft besser als die Farbe, welche Reinigung zulässig ist.

  1. 01

    Bauxit im Bayer-Verfahren zu Aluminiumoxid aufbereiten

  2. 02

    Aluminiumoxid durch Schmelzflusselektrolyse zu Primäraluminium reduzieren oder Aluminiumschrott werkstoffgerecht einschmelzen

  3. 03

    Legieren, gießen, walzen oder strangpressen; die Sichtfläche danach je nach Bauteil blank lassen, eloxieren, lackieren oder pulverbeschichten

04 · ERKENNEN

Hinweise sammeln.
Nicht raten.

Magnet, Farbe und Gewicht liefern nur Indizien. Dokumentation, Werkstoffnummer, Schichtaufbau und eine unbeschädigte Musterstelle sind belastbarer.

01

deutlich leichter als Stahl, silbrig und meist nicht magnetisch

02

Eloxal wirkt metallisch-transparent; Pulverlack ist eine deckende Beschichtung

03

Weißliche Flecken können Oxidation, Reinigerangriff oder mineralischer Belag sein

05 · VERWENDUNG

Wo du Aluminium
finden kannst.

Die konkrete Bauteilfunktion verrät häufig, ob du massives Metall, eine Legierung, eine Beschichtung oder nur einen dünnen Überzug vor dir hast.

01Fenster-, Tür- und Fassadenprofile
02Leuchten, Möbel und Geräte
03Sonnenschutz und Geländer
04Bleche, Paneele und Verkleidungen

06 · EIGENSCHAFTEN

Stärken.
Grenzen.

Matte Wolken, Weißkorrosion oder schwarze Verfärbung können durch Chemie entstehen. Nicht mit mehr Alkalität oder Säure nachsetzen.

POSITIV

Stärken

  • geringes Gewicht
  • gute Formbarkeit
  • durch Eloxal und Beschichtung gut schützbar
NEGATIV

Schwächen

  • starke Säuren und Laugen greifen an
  • weiche Oberfläche kann verkratzen
  • Kontaktkorrosion im Metallmix

07 · REINIGUNG

Mild beginnen.
Sauber beenden.

Die Angaben sind ein fachlicher Startpunkt. Herstellerfreigabe, Objektzustand, Gefährdungsbeurteilung und sichtbares Finish haben Vorrang.

01UNTERHALT

Mit Wasser und mildem Neutralreiniger reinigen; weiches Tuch oder weiche Bürste verwenden.

02INTENSIVER

Fett kurz mit einem für das Finish freigegebenen Reiniger anlösen. Konzentration, Temperatur und Kontaktzeit klein halten.

03FINISH

Sorgfältig mit klarem Wasser nacharbeiten und trocknen, besonders in Profilen und Dichtungsnähe.

08 · ARBEITSSICHERHEIT

Reinigung endet,
wenn Gefahrstoffarbeit beginnt.

Aluminiumstaub ist brennbar; feine Leichtmetallstäube können besondere Absaug- und Explosionsschutzmaßnahmen erfordern. Nicht als gewöhnlichen Reinigungsstaub behandeln.

09 · QUELLEN

Elementdaten.
Werkstoffpraxis.

Direkte Fachquellen zur Vertiefung und für die objektbezogene Arbeitsplanung.

Royal Society of ChemistryElementdaten: aluminiumAluminum Anodizers CouncilAnodisieren: Definitionen und VerfahrensschritteAluminum Anodizers CouncilReinigung von anodisiertem AluminiumAluminum AssociationCare of AluminumDGUV Information 209-084Industriestaubsauger, Metall- und Leichtmetallstäube