INHALTSeide
MATERIALKUNDE · BEREICH 05Textilien
Alle Kapitel im Überblick

KAPITEL 08 · TIERISCHE NATURFASER

Seide.

Bei Seide reicht die Faserangabe nie. Beschwerung, Farbstoff, Gewebe, Futter und Besatz können jede pauschale Nassreinigung ausschließen.

Tierische NaturfaserNaturfilament

01 · LEHRBILD

Faser.
Textile Fläche.

Das eigens generierte, fotorealistische Lehrbild zeigt Rohfaser oder Filament neben einer typischen Oberfläche. Es ist kein Produktfoto und keine sichere Materialbestimmung.

Fotorealistische Lehransicht von Seidenfilamenten und Seidengewebe
FOTOREALISTISCHE KI-LEHRANSICHT · KONKRETE FASERFEINHEIT, FARBE UND AUSRÜSTUNG KÖNNEN ABWEICHEN

02 · ZUSAMMENSETZUNG

Was die Faser
im Kern ist.

Kokonseide besteht überwiegend aus Fibroin, das zunächst von Sericin umgeben ist. Den größten Anteil der Kulturseide liefert die Raupe des domestizierten Seidenspinners Bombyx mori; daneben gibt es Wildseiden anderer Arten. Entbasten, Zwirnung, Beschwerung, Färbung und Finish beeinflussen Griff, Glanz und Alterungsbeständigkeit.

03 · HERSTELLUNG

Vom Rohstoff
zur Faser.

Der Herstellungsweg erklärt Form, Oberfläche und erste Pflegegrenzen. Färbung, Garnbildung und textile Konstruktion folgen als eigene Produktstufen.

  1. 01

    Kokons gewinnen und geeignete Filamente abhaspeln

  2. 02

    Sericin teilweise oder weitgehend entfernen

  3. 03

    Feine Filamente bündeln und verzwirnen

  4. 04

    Weben, färben, bedrucken und gegebenenfalls beschweren oder ausrüsten

04 · ERKENNEN

Belege sammeln.
Nicht erraten.

Optik und Griff liefern Hinweise. Belastbar sind Materialkennzeichnung, Pflegeetikett, Produktdatenblatt, Rückseite und vollständiger Schichtaufbau.

01

Kennzeichnung SE beziehungsweise Seide

02

Feiner natürlicher Glanz verändert sich mit dem Betrachtungswinkel

03

Kunstseide ist kein eindeutiger Werkstoffbegriff

04

Futter, Kleber, Druck und Besatz separat prüfen

06 · FASERREAKTION

Feuchte, Wärme,
Chemie und Statik.

Bei Textilfasern sind Rohdichte und Härte für die Reinigung wenig hilfreich. Entscheidend sind Feuchteverhalten, Nassbelastbarkeit, Thermik, chemisches Grundgerüst und Oberflächenwirkung.

01 · NASSVERHALTEN

nass empfindlicher; Wasserflecken und Formänderung möglich

02 · WÄRME

nur niedrige, kontrollierte Temperatur

03 · CHEMIE

mild und produktspezifisch; Lauge und Bleiche vermeiden

04 · ELEKTROSTATIK

mittel, abhängig von Feuchte und Finish

07 · EIGENSCHAFTEN

Stärken.
Grenzen.

Sehr feines Proteinfilament mit charakteristischem Glanz; Wasserflecken, Farbverlust, Reibung und Lichtalterung sind häufig enger als die Faserfestigkeit vermuten lässt.

POSITIV

Stärken

  • sehr fein und bei geringem Gewicht fest
  • charakteristischer Glanz und Fall
  • glatte Filamentoberfläche
  • hochwertige textile Wirkung
NEGATIV

Schwächen

  • Nässe- und Wasserflecken sichtbar
  • Schweiß, Alkalität und Licht können schädigen
  • Reibung erzeugt Glanzverlust oder Faserbruch
  • ältere beschwerte Seide kann extrem spröde sein

08 · REINIGUNG

So trocken wie möglich.
So feucht wie nötig.

Die Faserangabe ist nur der Startpunkt. Pflegekennzeichnung, Färbung, Ausrüstung, Konstruktion, Rücken, Verlegung und Probefläche entscheiden verbindlich.

01UNTERHALT

Staub mit niedriger Saugleistung und Schutzgitter abnehmen; nicht an spröden Fasern bürsten.

02INTENSIVER

Wertvolle, fest verbaute oder unbekannte Seide an spezialisierte Textilpflege beziehungsweise Restaurierung geben.

03TROCKNUNG

Spannungsarm, lichtgeschützt und ohne lokale Wärme trocknen.

09 · ARBEITSSICHERHEIT

Textil schützen.
Menschen zuerst.

Historische Textilien können Metallbeschwerungen, Farbstoffe oder Altstaub enthalten. Bei wertvollen Objekten ist Zustandsdokumentation wichtiger als ein spontaner Reinigungsversuch.

10 · QUELLEN

Faserkunde.
Produktpraxis.

Fachquellen zur Einordnung. Für das konkrete Objekt gelten zusätzlich Pflegekennzeichnung, Produktunterlagen und die dokumentierte Probefläche.

DNFINaturfasern einschließlich Seide im weltweiten FasermarktGINETEXPflegesymbole nach ISO 3758:2023 und ihre Behandlungsgrenzen