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MATERIALKUNDE · BEREICH 05Textilien
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · BEREICH 05 · TEXTILIEN

Textilien.
Mehr als Faser.

Faser, Garn, Konstruktion, Farbe, Ausrüstung, Rücken und Verlegung bilden ein System. Erst diese Reihenfolge erklärt, ob Saugen, Waschen, Detachieren oder Extrahieren sicher ist.

00.1 · ZUERST RICHTIG LESEN

Sechs Ebenen.
Eine Sichtfläche.

„Polyester“ oder „Wolle“ beschreibt nur einen Teil. Ein gutes Reinigungsverfahren prüft das textile Produkt von außen bis zum Untergrund.

01Faser

Naturfaser, Chemiefaser oder Mischung – mit eigenem Feuchte-, Wärme- und Chemieverhalten.

02Garn

Filament, Stapel, Zwirn, Bändchen oder Effektgarn verändern Oberfläche und Schmutzzugang.

03Konstruktion

Gewebe, Maschenware, Vlies, Filz, Flock oder Tufting reagieren mechanisch verschieden.

04Färbung

Faser-, Garn-, Stück-, Druck- oder Spinndüsenfärbung bestimmen die Farbstabilität mit.

05Ausrüstung

Fleckschutz, Flammhemmung, antistatisches Finish, Beschichtung oder Appretur können empfindlicher sein.

06Verbund

Naht, Futter, Schaum, Kleber, Rücken, Untergrund und Verlegung müssen die Feuchte ebenfalls vertragen.

00.2 · FASERGRUPPEN

Natur, Cellulose
und Polymer.

Die Gruppierung beschreibt Rohstoff und chemisches Grundgerüst. Sie ist die erste fachliche Einordnung, aber noch keine pauschale Pflegeanweisung.

01überwiegend Cellulose

Pflanzliche Naturfasern

Baumwolle · Flachs · Hanf · Jute · Sisal · Kokos

Sie stammen aus Samenhaaren, Stängeln, Blättern oder Fruchthüllen. Feuchte, Alkalität, Farbstoff und Ausrüstung müssen gemeinsam beurteilt werden.

02Proteine

Tierische Naturfasern

Schafwolle · Kaschmir · Mohair · Alpaka · Kamelhaar · Angora · Seide

Schafwolle, Kaschmir, Mohair, Alpaka, Kamelhaar und Angora sind Tierhaarfasern; Seide ist dagegen ein Kokonfilament. Proteinfasern reagieren anders als Cellulose. Starke Alkalität, hohe Temperatur und aggressive Mechanik können Struktur und Oberfläche dauerhaft verändern.

03Cellulose oder Cellulosederivat

Chemiefasern aus natürlichen Polymeren

Viskose · Modal · Lyocell · Acetat

Der Rohstoff kann pflanzliche Cellulose sein, die Faser entsteht jedoch technisch. Verfahren und Modifikation beeinflussen Nassfestigkeit und Pflegegrenzen.

04synthetische Polymere

Synthetische Chemiefasern

Polyester · Polyamid · Polypropylen · Polyacryl

Schmelzspinnen, Querschnitt, Färbung, Texturierung und Ausrüstung erzeugen sehr verschiedene Fasern. Der Polymername allein ist keine Reinigungsfreigabe.

00.2.1 · REINIGUNGSTEXTILIEN

Baumwolle plus Polyester.
Absicht statt Zufall.

Breitwisch- und Moppbezüge werden nicht allein nach dem Fasernamen beurteilt. Mischung, Garnform, Schlingenaufbau, Flächengewicht und Aufbereitung bestimmen gemeinsam, wie viel Flüssigkeit der Bezug hält, wie er gleitet und wie lange er formstabil bleibt.

01BAUMWOLLE

Aufnehmen

Baumwolle kann viel Wasser und gelöste Schmutzfracht aufnehmen. Ihre meist gute Nassfestigkeit unterstützt robuste, waschbare Bezugssysteme.

02POLYESTER

Stabilisieren

Polyester nimmt selbst wenig Wasser auf, erhöht aber häufig Formstabilität, Abriebfestigkeit und Haltbarkeit und trocknet als Faser schneller.

03MISCHUNG

Abstimmen

Das Mischungsverhältnis steuert Aufnahme, Gleitverhalten, Schmutzabgabe in der Wäsche und Lebensdauer. Mehr Baumwolle oder mehr Polyester ist nicht automatisch besser.

04GESAMTSYSTEM

Prüfen

Garn, Mikrofaseranteil, Schlingenlänge, Rücken, Nähte, Waschchemie und Trocknung können die Faservorteile verstärken oder vollständig zunichtemachen.

00.2.2 · CHEMISCHE GRENZEN

Keine Faserklasse
ist ein Freibrief.

Empfindlichkeit entsteht aus Faser, Konzentration, Temperatur, Einwirkzeit, Mechanik, Farbstoff und Ausrüstung. Die Übersicht zeigt typische Schwerpunkte – keine pauschale Produktfreigabe.

01ALKALITÄT

Protein schützen

Wolle, Kaschmir, Mohair, Alpaka, Kamelhaar, Angora und Seide reagieren besonders kritisch auf starke Alkalität. Struktur, Farbe, Griff und Festigkeit können leiden.

02SÄURE

Cellulose prüfen

Starke Säuren können Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute sowie cellulosische Chemiefasern abbauen. Auch Polyamid und empfindliche Färbungen besitzen eigene Säuregrenzen.

03LÖSEMITTEL

Acetat erkennen

Acetat kann etwa durch Aceton stark angegriffen werden. Bei anderen Textilien können Druck, Beschichtung, Kleber, Schaum oder Rücken früher versagen als die sichtbare Faser.

04PRAXISREGEL

Produkt vor Polymer

Pflegekennzeichnung, technisches Datenblatt, Herstellerfreigabe und kontrollierte Probefläche stehen über jeder allgemeinen Tabelle. Mischfasern richten sich nach dem empfindlichsten relevanten Bestandteil.

00.3 · FLÄCHENBILDUNG

Wie Fasern
zur Fläche werden.

Zwei Textilien aus derselben Faser können wegen ihrer Konstruktion völlig verschiedene Verfahren verlangen.

01KETTE × SCHUSS

Gewebe

Zwei Fadensysteme kreuzen sich. Bindung, Dichte und Garn bestimmen, ob Flüssigkeit schnell durchläuft oder an der Oberfläche bleibt.

02MASCHEN

Gestrick & Gewirk

Fäden bilden miteinander verbundene Maschen. Die Fläche ist oft dehnbarer; Nähte, Verzug und Formstabilität werden bei Nässe wichtig.

03FASERFLÄCHE

Vliesstoff & Filz

Fasern werden mechanisch, thermisch oder chemisch verfestigt. Binder, Dichte und Schichtverbund setzen die Reinigungsgrenze.

04POL + TRÄGER

Tufting

Garne werden durch einen Primärträger eingebracht und als Schlinge oder Schnittpol fixiert. Rücken und Klebung gehören zum System.

05KURZFASER + KLEBER

Flock

Kurze Fasern stehen in einer Klebstoffschicht. Aggressive Mechanik und ungeeignete Lösemittel können den Faserflor ablösen.

00.4 · TEXTILE FLÄCHEN IM OBJEKT

Was die Gebäudereinigung
tatsächlich vor sich hat.

Ein textiles Flächengebilde (aus Fasern oder Garnen hergestellte Fläche) kann lose, fest eingebaut, gespannt, verklebt oder Teil eines mehrschichtigen Bauteils sein. Deshalb wird zuerst die gesamte Fläche eingeordnet – danach erst die einzelne Faser.

01

Bodenflächen

Teppiche · Teppichfliesen · Läufer · textile Matten
VERDECKTES RISIKO
Flor, Rücken, Klebstoff, Untergrund und Trocknungszeit bilden ein gemeinsames System.
GRUNDIDEE
Gründlich saugen beziehungsweise bürstsaugen; Zwischen- oder Nassreinigung nur nach Prüfung des Aufbaus.
02

Polsterflächen

Bürostühle · Sofas · Sitzbänke · gepolsterte Kopfteile
VERDECKTES RISIKO
Bezugsstoff, Polsterung, Kleber, Nähte und Gestell können Feuchtigkeit unterschiedlich vertragen.
GRUNDIDEE
Absaugen, Flecken materialgerecht behandeln und nur bei Freigabe sprühextrahieren.
03

Fenstertextilien

Gardinen · Vorhänge · textile Rollos · Lamellenvorhänge
VERDECKTES RISIKO
Sonnenalterung, Ausrüstung, Beschwerungsbänder, Haken und Maßänderung begrenzen die Behandlung.
GRUNDIDEE
Schonend entstauben oder nach Pflegekennzeichnung abnehmen, waschen und formgerecht trocknen.
04

Wand- und Deckenflächen

Wandbespannungen · Textiltapeten · Deckenbespannungen · textile Paneele
VERDECKTES RISIKO
Verdeckte Kleber, Spannelemente und empfindliche Untergründe machen eine Durchnässung riskant.
GRUNDIDEE
Mit niedriger Saugleistung entstauben; feuchte Punktbehandlung nur nach Aufbau- und Farbechtheitsprüfung.
05

Akustik- und Trennelemente

Akustiksegel · Schallabsorber · Raumteiler · textile Stellwände
VERDECKTES RISIKO
Mehrschichtige Füllungen, schwer zugängliche Kanten und Brandschutzausrüstungen können empfindlich sein.
GRUNDIDEE
Staubarm absaugen und Spezialreinigung mit Hersteller oder Objektverantwortlichen abstimmen.
06

Objekt- und Gebrauchstextilien

Bettwäsche · Tischwäsche · Handtücher · Arbeitskleidung
VERDECKTES RISIKO
Faser, Farbe, Verschmutzung und gefordertes Hygieneniveau entscheiden gemeinsam über die Aufbereitung.
GRUNDIDEE
Getrennt sammeln, passend sortieren und im festgelegten Wasch- beziehungsweise Hygieneprozess aufbereiten.
07

Dekorations- und Sonderflächen

Banner · Fahnen · textile Leuchten · empfindliche Ausstellungsstücke
VERDECKTES RISIKO
Alter, Wert, Druck, Verklebung und fehlende Pflegekennzeichnung können normale Verfahren ausschließen.
GRUNDIDEE
Zustand dokumentieren, trocken beginnen und hochwertige beziehungsweise unbekannte Stücke fachlich abklären.

00.4.1 · TEXTILE LAMELLENVORHÄNGE

Drei mögliche Wege.
Keine pauschale Waschfreigabe.

Fasername und senkrechte Form reichen für die Verfahrenswahl nicht. Beschichtung, Flammhemmung, Sonnenalterung, Klebung, Beschwerungsplatten, Verbindungsketten und Schienensystem können früher versagen als der sichtbare Stoff.

01MONTIERT

Trocken entstauben

Lamellen schließen, beidseitig mit geeigneter weicher Düse und begrenzter Saugleistung systematisch absaugen. Ketten, Beschwerungen, Säume und Laufwagen werden nicht unter Zug gesetzt.

02NUR MIT FREIGABE

Kontrolliert oberflächlich reinigen

Abwischbare Ware kann nach Herstellerangabe mit wenig Feuchte oder einem freigegebenen Niedrigfeuchteverfahren bearbeitet werden. Flecken werden geprüft, getupft und ohne harte Ränder ausgetragen; Schienen und Antrieb bleiben getrennte Bauteile.

03SYSTEMABHÄNGIG

Abnehmen und aufbereiten

Waschbare Lamellen werden nummeriert, ohne Knick ausgehängt, nach Kennzeichnung aufbereitet, formgerecht getrocknet und in ursprünglicher Reihenfolge montiert. Nicht waschbare, beschichtete oder dimensionskritische Ware geht an einen geeigneten Spezialbetrieb.

00.5 · FASERATLAS

Rohfaser plus
textile Anwendung.

Die eigens generierten Lehrbilder zeigen Material und typische textile Oberfläche. Sie sind keine Produktfotos; genaue Faserfeinheit, Farbe und Ausrüstung bleiben produktabhängig.

Fotorealistische Lehransicht von Baumwollfasern und Baumwollgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
01Pflanzliche Naturfaser

Baumwolle

Saugfähige Cellulosefaser, die nass meist belastbar bleibt – Farbe, Ausrüstung und Konstruktion können dennoch enge Grenzen setzen.

KURZZEICHEN
CO
URSPRUNG
Samenhaar der Baumwollpflanze
FEUCHTE
hoch · saugfähig
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Fotorealistische Lehransicht von Flachsfasern und Leinengewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
02Pflanzliche Naturfaser

Flachs · Leinen

Feste, glatte Bastfaser mit charakteristischen Garnverdickungen; Knitter, Glanzbruch und Maßänderung gehören zu den typischen Risiken.

KURZZEICHEN
LI
URSPRUNG
Bastfaser aus dem Flachsstängel
FEUCHTE
hoch · schnell sichtbar
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Fotorealistische Lehransicht von Hanffasern und Hanfgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
03Pflanzliche Naturfaser

Hanf

Robuste cellulosehaltige Bastfaser, meist in gröberen Geweben oder Mischungen – Feuchte und Kanten bleiben kritisch.

KURZZEICHEN
HA
URSPRUNG
Bastfaser aus dem Hanfstängel
FEUCHTE
hoch · hygroskopisch
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Fotorealistische Lehransicht von Jutefasern und Jutegewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
04Pflanzliche Naturfaser

Jute

Ligninhaltigere, goldbraune Bastfaser für grobe Gewebe und Rücken – Übernässung kann Verfärbung und Geruch verstärken.

KURZZEICHEN
JU
URSPRUNG
Bastfaser aus Jutestängeln
FEUCHTE
hoch · randempfindlich
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Fotorealistische Lehransicht von Sisalfasern und Sisalgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
05Pflanzliche Naturfaser

Sisal

Steife Agavenblattfaser für Teppiche, Matten und Seile – eine der feuchteempfindlichsten Sichtflächen im Atlas.

KURZZEICHEN
SI
URSPRUNG
Blattfaser der Agave sisalana
FEUCHTE
hoch · wasserfleckkritisch
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Fotorealistische Lehransicht von Kokosfasern und Kokosmattenoberfläche
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
06Pflanzliche Naturfaser

Kokosfaser

Elastische, ligninreiche Grobfaser für Bürsten und Eingangsmatten; sie kratzt trocken gut ab, ist aber kein dauerhafter Nässepuffer.

KURZZEICHEN
CC
URSPRUNG
Faserhülle der Kokosfrucht
FEUCHTE
mittel · schmutzbindend
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Fotorealistische Lehransicht von Wollfasern und Wollgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
07Tierische Naturfaser

Wolle

Proteinbasierte Faser mit Schuppenstruktur und guter Feuchtepufferung – alkalische Chemie, Reibung und Temperaturwechsel sind kritisch.

KURZZEICHEN
WO
URSPRUNG
Tierhaar · überwiegend Schafwolle
FEUCHTE
hoch · langsam fühlbar
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Seidenfilamenten und Seidengewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
08Tierische Naturfaser

Seide

Sehr feines Proteinfilament mit charakteristischem Glanz; Wasserflecken, Farbverlust, Reibung und Lichtalterung sind häufig enger als die Faserfestigkeit vermuten lässt.

KURZZEICHEN
SE
URSPRUNG
Kokonfilament der Seidenraupe
FEUCHTE
mittel bis hoch · fleckkritisch
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Viskosefasern und Viskosegewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
09Chemiefaser aus natürlichem Polymer

Viskose

Regenerierte Cellulosefaser mit hoher Saugfähigkeit und weichem Fall; klassische Viskose verliert nass deutlich an Belastbarkeit.

KURZZEICHEN
CV
URSPRUNG
regenerierte Cellulose
FEUCHTE
hoch · nassfestigkeitskritisch
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Modalfasern und Modaljersey
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
10Chemiefaser aus natürlichem Polymer

Modal

Cellulosische Chemiefaser mit höherem Nassmodul als klassische Viskose; feine Mischgewebe bleiben reibungs- und formkritisch.

KURZZEICHEN
CMD
URSPRUNG
modifizierte regenerierte Cellulose
FEUCHTE
hoch · formabhängig
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Fotorealistische Lehransicht von Lyocellfasern und Lyocellgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
11Chemiefaser aus natürlichem Polymer

Lyocell

Cellulosische Chemiefaser aus Direktlöseverfahren mit guter Festigkeit; ungeeignete Nassmechanik kann je nach Typ Fibrillation sichtbar machen.

KURZZEICHEN
CLY
URSPRUNG
regenerierte Cellulose im Direktlöseverfahren
FEUCHTE
hoch · fibrillationsabhängig
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Acetatfilamenten und Acetatgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
12Chemiefaser aus natürlichem Polymer

Acetat

Cellulosederivat mit seidigem Glanz und thermoplastischem Verhalten; Aceton und hohe Wärme sind besonders kritisch.

KURZZEICHEN
CA
URSPRUNG
Celluloseacetat
FEUCHTE
mittel · lösemittelkritisch
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Polyesterfasern und Polyestergewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
13Synthetische Chemiefaser

Polyester

Formstabile, schnell trocknende Synthesefaser; geringe Wasseraufnahme bedeutet nicht geringe Anschmutzung – ölhaltiger Schmutz haftet oft hartnäckig.

KURZZEICHEN
PES
URSPRUNG
meist Polyethylenterephthalat · PET
FEUCHTE
niedrig · ölaffin
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Polyamidfasern und Polyamidgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
14Synthetische Chemiefaser

Polyamid

Abriebfeste, elastische Faser für stark belastete Teppiche und Bürsten; Färbung, Fleckschutz und starke Säure setzen die Grenzen.

KURZZEICHEN
PA
URSPRUNG
PA 6 oder PA 6.6
FEUCHTE
mittel · robust
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Fotorealistische Lehransicht von Polypropylenfasern und Polypropylengewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
15Synthetische Chemiefaser

Polypropylen

Sehr leichte, wasserabweisende Polyolefinfaser für Matten, Teppiche und Vliesstoffe – Öl, Wärme und geringe Oberflächenenergie sind die Praxisgrenzen.

KURZZEICHEN
PP
URSPRUNG
Polypropylen · Polyolefin
FEUCHTE
sehr niedrig · ölaffin
Faserkapitel öffnen
Fotorealistische Lehransicht von Polyacrylfasern und Polyacrylgewebe
ROHFASER / FILAMENTTEXTILE FLÄCHE
16Synthetische Chemiefaser

Polyacryl

Wollähnliche, leichte Synthesefaser für Decken, Möbel- und Dekostoffe; Pilling, Wärme und statische Aufladung sind typische Grenzen.

KURZZEICHEN
PAN
URSPRUNG
Polyacrylnitril-Copolymer
FEUCHTE
niedrig · wärmeempfindlich
Faserkapitel öffnen

FOTOREALISTISCHE KI-LEHRBILDER · KEINE PRODUKTFOTOS · KONKRETE FASER, FÄRBUNG UND AUSRÜSTUNG KÖNNEN ABWEICHEN

00.6 · SCHNELLVERGLEICH

Was reagiert
worauf?

Die Tabelle zeigt erste Risiken. Sie ersetzt weder Pflegeetikett noch Produktdatenblatt, Farbechtheitsprüfung oder die Bewertung des gesamten Verbunds.

FaserGruppeFeuchteerste Reinigungsgrenze
Baumwolle (CO)Pflanzliche Naturfaserhoch · saugfähigTemperatur allein nach Faser statt Pflegeetikett wählen
Flachs · Leinen (LI)Pflanzliche Naturfaserhoch · schnell sichtbarpunktuelles Fluten auf fest verspannten Flächen
Hanf (HA)Pflanzliche Naturfaserhoch · hygroskopischharte Bürsten auf grobem Garn
Jute (JU)Pflanzliche Naturfaserhoch · randempfindlichSprühextraktion ohne Rückenprüfung
Sisal (SI)Pflanzliche Naturfaserhoch · wasserfleckkritischDampfreinigung
Kokosfaser (CC)Pflanzliche Naturfasermittel · schmutzbindendnasse Matte im Mattenrahmen liegen lassen
Wolle (WO)Tierische Naturfaserhoch · langsam fühlbarstarke alkalische Reiniger
Seide (SE)Tierische Naturfasermittel bis hoch · fleckkritischUniversal-Fleckentferner
Viskose (CV)Chemiefaser aus natürlichem Polymerhoch · nassfestigkeitskritischnass kräftig reiben
Modal (CMD)Chemiefaser aus natürlichem Polymerhoch · formabhängigheißes Trocknen ohne Freigabe
Lyocell (CLY)Chemiefaser aus natürlichem Polymerhoch · fibrillationsabhängigharte Bürste auf nasser Oberfläche
Acetat (CA)Chemiefaser aus natürlichem Polymermittel · lösemittelkritischAceton und acetonhaltige Fleckmittel
Polyester (PES)Synthetische Chemiefaserniedrig · ölaffinWeichspüler auf Funktions-Mikrofaser
Polyamid (PA)Synthetische Chemiefasermittel · robustSäure als Standard-Teppichreiniger
Polypropylen (PP)Synthetische Chemiefasersehr niedrig · ölaffinheißes Wasser oder lokale Heißluft
Polyacryl (PAN)Synthetische Chemiefaserniedrig · wärmeempfindlichheiße Trocknung

00.7 · VOR DER REINIGUNG

Fünf Prüfungen.
Dann Methode wählen.

Besonders bei fest verbauten Bezügen, Vorhängen, Teppichen und Akustikflächen darf die sichtbare Faser nicht isoliert betrachtet werden.

  1. 01Kennzeichnung

    Material, Pflegeetikett, Datenblatt und Herstellerfreigabe sammeln.

  2. 02Konstruktion

    Gewebe, Maschen, Flor, Vlies, Flock und beschädigte Stellen prüfen.

  3. 03Verbund

    Futter, Schaum, Kleber, Rücken, Untergrund und Kanten erfassen.

  4. 04Probe

    Farbe, Glanz, Reibechtheit, Schrumpfung und Randbildung verdeckt testen.

  5. 05Trocknung

    Feuchtemenge, Rückgewinnung, Luftwechsel und Wiederfreigabe vorab planen.

QUELLENBASIS

Faserkunde.
Pflegekennzeichnung.

Die Einteilung folgt den Fachinformationen zu Natur- und Chemiefasern. Für die konkrete Behandlung bleiben die Pflegegrenzen des fertigen Artikels maßgeblich.

ISO 6938Naturfasern: Gattungsnamen und Definitionen ISO 2076Chemiefasern: Gattungsnamen und Kurzzeichen EU 1007/2011Textilfaserbezeichnungen und Kennzeichnung CIRFSEinteilung und Herstellung von Chemiefasern FAOJute, Sisal, Kokos und weitere harte Naturfasern GINETEXPflegesymbole nach ISO 3758:2023 LAMELLENBEISPIELLouvolite · Produkt ohne Hand- oder Maschinenwaschfreigabe

IM ATLAS BEGINNEN

Kapitel 01 · Baumwolle.

Warum die Cellulosefaser nass fest sein kann und das fertige Textil trotzdem nicht automatisch heiß gewaschen werden darf.

01Baumwolle öffnen