Sanitärraum sperren, Ausstattung prüfen und defekte oder undichte Bauteile melden
REINIGUNGSABLAUF · HYGIENE- & RISIKOZONE 05.2
TUCHFARBEN · WECHSELPUNKTE · MATERIALSCHUTZSanitärbereiche
Gelb am Waschplatz, Rot an WC und Urinal: In diesem Kapitel geht es um hygienische Bereichstrennung, frische Tücher und materialgerechte Mittel für Sitz und Deckel. Der ausführliche Bauteil- und Reinigungsablauf steht in 03.5.

01 · ZONE KLÄREN
Hygienezone und Wechselmaterial vorbereiten
Waschplatz-, Dusch-, WC- und Bodenbereich als getrennte Arbeitsfelder festlegen
Farbzuordnung im Objektplan prüfen: gelbe Waschplatztücher, rote WC-Tücher, eigene Bürsten und genügend frisches Wechselmaterial vorbereiten
Mildes, freigegebenes Mittel für Sitz und Deckel getrennt vom Beckenreiniger bereitstellen. Geeignete Schutzhandschuhe nach Gefährdungsbeurteilung und Produktangaben wählen; Abwurf und Wechsel planen
02 · MATERIALFLUSS & REIHENFOLGE
Vom Waschplatz zur WC-Zone – ohne Rückverschleppung
- 01
Abfall mit zugeordnetem Material bearbeiten. Vor dem Nachfüllen sauberer Vorräte belastete Handschuhe wechseln beziehungsweise nach Plan aufbereiten und Händehygiene durchführen.
- 02
Mit frischem gelbem Tuch am Waschplatz und den übrigen zugeordneten Sanitärflächen beginnen. Weniger belastete Kontaktflächen vor Ablaufdetails bearbeiten.
- 03
Für WC und Urinal zu frischem rotem Tuch wechseln. Sitz und Deckel mild reinigen; sauren Beckenreiniger ausschließlich an der freigegebenen Innenkeramik einsetzen.
- 04
An jeder neuen WC- oder Urinaleinheit mit frischem Tuch beginnen. Benutztes Material sofort abwerfen und vor sauberen Arbeiten die Handschuhe wechseln beziehungsweise aufbereiten und Händehygiene durchführen.
- 05
Boden zuletzt mit zugeordnetem Bezug reinigen. Vor dem nächsten Bereich frischen Bezug nehmen; Restwasser und Produktfilm vollständig entfernen.
03 · TUCHFARBEN
Gelb am Waschplatz, Rot an WC und Urinal
Diese verbreitete Zuordnung gilt, wenn sie im Objekt so festgelegt ist. Farbe kennzeichnet den Einsatzbereich; sie sagt nichts über die Sauberkeit des Tuchs oder das geeignete Reinigungsmittel aus.
Waschbecken und übrige Sanitärflächen
Waschplatz, Armatur, Ablage, Dusche und entsprechende Kontaktflächen außerhalb der WC- und Urinalzone.
Am Ablauf endet die saubere Tuchseite. Für Ablaufdetails eigene Werkzeuge verwenden; danach nicht zurück an Wasserhahn oder Spender.
WC, Urinal und zugehöriger Spritzbereich
Auch WC-Sitz, Kunststoffdeckel und Außenkeramik gehören in diese Zone. Die Innenkeramik erhält ihre eigene WC-Bürste.
Für jedes WC beziehungsweise Urinal frisch beginnen. Ein benutztes rotes Tuch niemals am Waschbecken weiterverwenden.
Tuch falten und mit unbenutzten Seiten arbeiten. Bei sichtbarer Verschmutzung, ausgeschöpften Tuchseiten oder dem festgelegten Einheitenwechsel das ganze Tuch abwerfen – nicht nur umdrehen.
05.7 · Farb- und Textilwechselsystem vertiefen →04 · WC-SITZ UND KUNSTSTOFFDECKEL
Keinen sauren Beckenreiniger auf Sitz und Deckel
Dass ein Bauteil zum WC gehört, macht es nicht so chemikalienbeständig wie die Innenkeramik. Sitz, Deckel und Scharniere brauchen eine eigene Produktauswahl.
- Sitz, Deckel und Scharniere
- Mit frischem rotem, weichem Tuch und einem für diese Oberfläche freigegebenen milden Reiniger arbeiten, beispielsweise einem geeigneten Neutralreiniger. Dosiert aufs Tuch geben, Rückstände nach Pflegeanleitung entfernen und trocken nacharbeiten.
- Kalk oder Urinstein im Innenbecken
- Sauren Sanitär-, WC- oder Urinsteinreiniger nur gezielt auf die dafür freigegebene Innenkeramik geben. Nicht auf Sitz und Deckel verteilen; ein mit Beckenreiniger benetztes Tuch dafür nicht weiterbenutzen.
05 · WECHSELPUNKTE
Keime nicht über Handschuhe und Vorräte weitertragen
- 01
Nach Abfall und unreinen Arbeiten
Mit belasteten Handschuhen weder Papierrollen noch frische Tücher, Flaschengriffe oder den sauberen Wagenbereich anfassen. Einmalhandschuhe wechseln; Mehrweghandschuhe nur nach festgelegtem Verfahren aufbereiten. Händehygiene nach Hautschutz- und Hygieneplan durchführen.
- 02
Beim nächsten Arbeitsbereich
Benutzte Tücher direkt in den vorgesehenen Abwurf geben. Nicht im Waschbecken ausspülen und nicht in frische Reinigungslösung zurücktauchen. Für saubere Nacharbeit frisches, zugeordnetes Material nehmen.
- 03
Nach dem Einsatz
Gebrauchte Textilien getrennt von sauberen Vorräten transportieren und nach dem festgelegten hygienischen Waschverfahren aufbereiten. Vollständig trocknen und geschützt lagern; ein feuchtes WC-Tuch bleibt nicht bis zum nächsten Tag am Wagen hängen.
Waschbecken ist kein Geräteausguss: Schmutzwasser am vorgesehenen Ausguss nach Betriebs- und Produktvorgabe entsorgen. Ablaufbürste und WC-Bürste bleiben jeweils in ihrem eigenen Arbeitsbereich.
Tuch- und Bezugswechsel im Detail →06 · BESONDERE KONTAMINATION
Wann der normale Ablauf nicht genügt
Blut, Erbrochenes oder größere Fäkalverunreinigung
Bereich sichern und den Ereignisplan anwenden. Mit vorgeschriebener Schutzausrüstung sichtbares Material spritzarm mechanisch aufnehmen und getrennt entsorgen. Anschließend die vorgesehene Flächendesinfektion ausführen; Wirkspektrum, Konzentration, Benetzung, Einwirkzeit und Freigabe beachten. Nicht mit dem normalen Unterhaltstuch weiterwischen.
Bei Kanülen, ungeklärtem Abwasser oder fehlender Unterweisung die zuständige Stelle hinzuziehen.
Ein Sanitärraum braucht nicht allein wegen seines Namens eine tägliche Volldesinfektion. Anlass, Nutzung und Hygieneplan bestimmen die Maßnahme. In medizinischen und pflegerischen Einrichtungen gelten die dort festgelegten zusätzlichen Anforderungen.
Wischdesinfektion und Einwirkzeit nachlesen →07 · VOR DER FREIGABE
Hygiene und sichere Nutzung kontrollieren
Das WC-Tuch bleibt in der WC-Zone. Auch ein rotes Tuch braucht frische Seiten und einen rechtzeitigen Wechsel.
PASSENDE VERTIEFUNGEN
Hygiene, Material und Verfahren.
QUELLEN & EINORDNUNG
Fachliche Grundlagen.
Quellen geprüft am 20.09.2026. Die KRINKO-Empfehlung bezieht sich auf medizinische und pflegerische Einrichtungen.
Für den konkreten Auftrag gelten zusätzlich der aktuelle Hygieneplan, Betriebsanweisungen, Herstellerangaben und die Freigabe der verantwortlichen Stelle.