INHALTStraßenbesen
WERKZEUGKUNDEBürsten, Besen & Handwerkzeuge
Alle Kapitel im Überblick

Werkzeugkunde · Außenflächen

Straßen­besen

Straßenbesen mit sattelförmigem Holzkörper, roten Borsten und einem Holzstiel auf grauem Pflaster neben trockenem Laub
KI-generierte Werkzeugansicht ohne Personen. Beispielhafte Bauform, kein bestimmtes Produkt.

Ein Straßenbesen bewegt losen Schmutz auf geeigneten Außenflächen. Wie gut das klappt, hängt von den Borsten, dem Untergrund und deiner Führung ab.

Typischer Einsatz
Wege, Höfe und robuste Außenbeläge mit gewöhnlichem losem Kehrgut.
Vorher prüfen
Oberfläche, Fugen, Rückstände und festen Sitz des Stiels.
Untergrund auswählen

Vor dem ersten Kehrzug

Welchen Untergrund hast du vor dir?

Wähle die passende Fläche. Der Check hilft bei der Auswahl; maßgeblich bleiben Zustand, Beschichtung und konkrete Pflegevorgabe.

Untergrund auswählen

Pflaster mit Fugen

Die Oberfläche kehren, die Fugenfüllung erhalten

EinordnungAuf robustem, unbeschichtetem Pflaster kann ein kräftiger Besatz lose Körner und Laub führen. Zuerst Zustand der Steine und Fugen sowie die Pflegevorgabe prüfen.

So gehst du vorMit wenig Druck eine kurze Probebahn kehren. Den Kopf über die Fläche führen, ohne die Borsten gezielt in lose Fugen zu drücken. Kehrgut portionsweise aufnehmen.

Darauf achtenKommt erkennbar Fugenmaterial mit heraus, Druck und Arbeitsweise ändern beziehungsweise abbrechen. Frische Verlegung, lose Steine oder ausgespülte Fugen brauchen besondere Rücksicht und gegebenenfalls Instandsetzung.

Unbehandelter Beton

Struktur und Zustand der Oberfläche prüfen

EinordnungAuf intaktem, robustem Beton eignet sich ein passender Straßenbesen für gewöhnlichen losen Grobschmutz. Sichtbarer Beton kann allerdings auch versiegelt oder oberflächenbehandelt sein.

So gehst du vorBesatz so wählen, dass er die Struktur erreicht und sich kontrolliert führen lässt. Erst eine kleine Fläche bearbeiten, dann Kehrbild und Oberfläche vergleichen.

Darauf achtenSandet die Oberfläche ab oder entsteht eine Staubwolke, nicht mit mehr Kraft weiterkehren. Bau- und Schleifstaub braucht ein geeignetes staubarmes Verfahren; haftende Beläge brauchen eine gesonderte Reinigung.

Asphalt

Lose Rückstände in kurzen Bahnen sammeln

EinordnungAuf intakten Asphaltflächen kommt ein robuster Besen für bekanntes, ungefährliches Kehrgut infrage. Vorher auf Schäden, lose Bestandteile, Markierungen und nachträgliche Beschichtungen achten.

So gehst du vorRuhig und bodennah arbeiten, Sammelpunkte außerhalb der Verkehrswege wählen und die Menge vor dem Besen klein halten. Kanten und Übergänge mit weniger Druck bearbeiten.

Darauf achtenÖlige Rückstände, unbekannte Stoffe und lose oder beschädigte Oberflächen nicht einfach verteilen. Auch im Freien ist staubendes Kehrgut keine automatische Freigabe zum trockenen Kehren.

Beschichtete Flächen

Die Pflegevorgabe entscheidet über den Besatz

EinordnungBeschichtete Betonplatten, versiegelte Flächen und empfindliche Oberflächen können eine andere Bürste oder ein anderes Verfahren verlangen. Die Bezeichnung Außenbelag sagt darüber zu wenig aus.

So gehst du vorGeeignetes Werkzeug nach der Pflegeanleitung wählen und an unauffälliger Stelle prüfen. Harte Körner auf der Oberfläche zeitnah aufnehmen; sauberen Besatz verwenden und nicht mehrfach über dieselben Körner schieben.

Darauf achtenEin harter Straßenbesen ist keine pauschale Wahl. Bei sichtbaren Spuren oder unklarer Materialverträglichkeit stoppen. Auch zugesetztes Wasser und Reinigungsmittel müssen zum Belag passen.

Besatz vergleichen

Welche Borsten passen zur Aufgabe?

Besatz bezeichnet die Fasern oder Borsten im Besenkopf. Straßenbesen haben häufig einen kräftigen Besatz; seine Wirkung ergibt sich aus Material und Bauweise gemeinsam.

Kunststoffbesatz

Kräftige Borsten für passende Außenflächen

Borstendicke, Länge, Form und Werkstoff bestimmen die Wirkung. Grobe, elastische Kunststoffborsten können Sand, Laub und gewöhnlichen Grobschmutz auf rauen Flächen führen. Die Farbe allein verrät weder Härte noch Eignung.

Nassfestigkeit, Temperatur- und Chemiebeständigkeit am konkreten Gerät prüfen. Ein besonders harter Besatz ist auf empfindlichen Oberflächen nicht automatisch besser.

Pflanzenfasern

Naturbesatz mit unterschiedlichen Eigenschaften

Bahia ist eine kräftige, elastische Palmenfaser für Straßenbesen und auch für geeignete nasse Anwendungen beschrieben. Piassava ist ebenfalls grob, kann bei Austrocknung jedoch spröde werden. Auch Arenga kommt bei robusten Besen zum Einsatz.

Die Fasern nicht gleichsetzen. Selbst wenn der Besatz Nässe verträgt, können Holzkörper und Stielaufnahme eine andere Pflege benötigen.

Mischbesatz

Die Kombination und der Aufbau zählen

Naturfasern und Kunststoffborsten können in einem Besenkopf kombiniert sein. Solche Mischungen werden im Profisegment für Außenflächen angeboten. Das Arbeitsverhalten hängt von der konkreten Zusammensetzung ab.

Produktbeschreibung und Probebahn heranziehen. Aus dem Wort Mischung lässt sich weder eine universelle Bodenfreigabe noch eine bestimmte Reinigungsleistung ableiten.

Borstenarten und Besatzmaterialien vertiefen →

Arbeitsbreite & Aufbau

Der Besen muss sich sicher führen lassen

Eine größere Breite lohnt sich auf freien Bahnen. Zwischen Pollern, an Kanten oder bei unebenem Pflaster kann ein schmalerer Kopf leichter zu kontrollieren sein.

40 cm50 cm54 cm

Beispiele aus dem Profisegment, keine festen Standardgrößen. 540 mm entsprechen 54 cm. Vergleiche die Breite des Kopfes quer zur Arbeitsrichtung.

Körper und Befestigung

Holzkörper auf Risse, Splitter und Verzug prüfen. Ein sattelförmiger Kopf hat einen erhöhten Mittelbereich für die Stielaufnahme. Die genaue Form ersetzt keine Kontrolle der Verbindung.

Stielloch oder Gewinde

Durchmesser, Form und Befestigung müssen zusammenpassen. Einen Stiel nur wie vorgesehen einsetzen und sichern. Unterschiedliche Gewinde sind nicht automatisch miteinander kompatibel.

Stielwinkel und Haltung

Den vollständigen Besen ausprobieren: aufrecht stehen, Schultern entspannt halten und die Borsten gleichmäßig aufsetzen. Der Holzkörper soll nicht über den Boden schaben. Bei breiteren Köpfen auch den Kraftaufwand prüfen.

Stiele, Anschlüsse und Einstellung →

Praktischer Arbeitsablauf

So kehrst du eine Außenfläche

Plane kurze Wege bis zur Aufnahme. Kleine, kontrollierte Schmutzmengen lassen sich leichter führen als ein großer Haufen über den gesamten Hof.

Reinigungstechnik Kehren →
  1. Fläche und Rückstände ansehen

    Untergrund, Fugen, Feuchte und Kehrgut prüfen. Glas, scharfe Teile, unbekannte Pulver oder ausgelaufene Stoffe vor Beginn erkennen und eine passende Aufnahme festlegen.

  2. Arbeitsbereich vorbereiten

    Fußgänger- und Fahrzeugverkehr berücksichtigen, den Arbeitsbereich bei Bedarf absichern und einen geeigneten Sammelbehälter bereithalten. Kehrgut weder auf Verkehrswege noch in Abläufe oder Grünflächen verschieben.

  3. Besen prüfen und eine Probebahn kehren

    Kopf, Besatz und Stielverbindung kontrollieren. Eine kurze Bahn zeigt, ob die Borsten den Schmutz mitnehmen, Fugenmaterial herauslösen oder Spuren hinterlassen. Bei Problemen die Auswahl korrigieren.

  4. In kleinen Abschnitten arbeiten

    Aufrecht stehen, die Füße mitbewegen und den Kopf ruhig am Boden führen. Mit den Borstenspitzen arbeiten, statt den Besatz plattzudrücken. Schübe oder Züge an Bauform und Arbeitsrichtung anpassen.

  5. Kehrgut laufend aufnehmen

    Kleine Haufen an erreichbaren Stellen sammeln und mit geeigneter Kehrschaufel oder Kehrgarnitur aufnehmen. Nasses Laub und anhaftende Pflanzenreste rechtzeitig aus dem Besatz entfernen; nicht ungeschützt in unbekanntes Kehrgut greifen.

  6. Ergebnis und Werkzeug kontrollieren

    Ränder, Übergänge und Fugen nachsehen. Ein verbliebener Staub- oder Schmierfilm verlangt gegebenenfalls ein anderes Verfahren. Werkzeug reinigen, Schäden prüfen und so lagern, dass der Besatz unbelastet trocknen kann.

Einsatzgrenzen erkennen

Wann du das Verfahren wechseln solltest

Feiner oder gefährlicher Staub

Ein grober Besatz nimmt Feinstaub nicht zuverlässig auf. Bau-, Schleif- und andere gesundheitsgefährdende Stäube mit einem geeigneten staubarmen Verfahren bearbeiten. Wind macht die Belastung nicht ungefährlich; Staub nicht mit Druckluft abblasen. Ein Sauggerät muss für die jeweilige Belastung geeignet sein.

Nasses Laub und haftende Beläge

Kleine Mengen feuchten Laubs lassen sich je nach Besen noch sammeln. Dicke, festliegende Schichten setzen den Besatz jedoch zu. Dann zunächst ein geeignetes Aufnahmewerkzeug verwenden. Algenbeläge, festgetretener Schmutz und andere Anhaftungen verlangen ein zur Oberfläche passendes Reinigungsverfahren.

Scherben, Spritzen und unbekannte Stoffe

Solche Rückstände nicht unkontrolliert zusammenkehren oder von Hand aus den Borsten ziehen. Bereich sichern, Art der Rückstände beurteilen und geeignete Aufnahme sowie Entsorgung organisieren. Bei unbekannten oder gefährlichen Stoffen die zuständige Stelle hinzuziehen.

Nach dem Einsatz

Pflegen, prüfen und richtig lagern

Erst Rückstände entfernen

Pflanzenreste, Schnüre und Steinchen mit einem geeigneten Hilfsmittel lösen. Nicht ungeschützt in einen Besatz mit möglichen scharfen Fremdkörpern greifen. Außenbesen getrennt von Werkzeugen für saubere Innen- und Hygienebereiche aufbewahren.

Nass reinigen nur nach Gerätefreigabe

Nassfeste Borsten machen nicht automatisch den gesamten Besen nässebeständig. Holzkörper und Verbindung mitberücksichtigen. Falls vorgesehen, mit geeigneten Mitteln reinigen und gut trocknen lassen; nicht dauerhaft im Wasser stehen lassen.

Besatz entlasten

Aufhängen oder so ablegen, dass die Borsten unbelastet bleiben. Vor dem nächsten Einsatz auf lockere Teile, Risse, Verformung und Borstenverlust prüfen. Verschlissene oder beschädigte Teile rechtzeitig austauschen.

Häufige Probleme im Alltag

Der Besen hakt oder springt

Zu viel Druck, ein unpassender Stielwinkel, Unebenheiten oder zu steifer Besatz können die Führung stören. Weniger Schmutz vor dem Kopf sammeln, Haltung und Bodenkontakt prüfen und nötigenfalls einen geeigneteren Besatz wählen.

Aus den Fugen kommt ständig Material

Die Arbeitsweise kann die Fugenfüllung lösen; möglicherweise sind die Fugen bereits geschädigt. Nicht weiter ausbürsten. Zustand prüfen, die Methode anpassen und fehlende Füllung fachgerecht beurteilen lassen.

Laub hängt zwischen den Borsten

Feuchte Pflanzenreste können den Besatz zusetzen. Arbeit unterbrechen, Rückstände mit einem geeigneten Hilfsmittel entfernen und kleinere Mengen aufnehmen. Bei anhaltendem Zusetzen ein passenderes Aufnahmewerkzeug verwenden.

Der Kopf sitzt locker

Verbindung, Passung und Befestigung kontrollieren. Beschädigte Teile ersetzen beziehungsweise die vorgesehene Befestigung herstellen. Mit einem drehenden oder wackelnden Kopf ist keine zuverlässige Führung möglich.

Die Borsten bleiben schief

Dauerhafte Belastung bei der Lagerung und Verschleiß können den Besatz verformen. Entlastet lagern und das Kehrbild prüfen. Stark verformten oder ausfallenden Besatz ersetzen; nicht mit ungeprüfter Hitze richten.

Fachliche Grundlage

Quellen und weiterführende Informationen

Geprüft am 23. September 2026. Alle Inhalte sind in eigenen Worten zusammengefasst. Herstellerangaben gelten für die beschriebenen Produkte. Untergrundcheck, Größenbeispiele und Arbeitsablauf ordnen die Angaben für die Praxis ein; sie ersetzen keine konkrete Material- oder Verfahrensfreigabe.

  1. Nölle Profi Brush · Materialkunde

    Kunststoffborsten und Pflanzenfasern

    Erklärt unter anderem Bahia, Piassava, Arenga und grobe Kunststoffborsten. Die unterschiedlichen Eigenschaften stützen die Einordnung der Besatzarten; daraus folgt keine pauschale Freigabe für den gesamten Besen oder einen bestimmten Boden.

  2. Nölle Profi Brush · Produktinformation

    40-cm-Straßenbesen mit Mischbesatz

    Dokumentiert einen Besen mit Naturfaser-Kunststoff-Mischung, sattelförmigem Buchenholzkörper und Stielloch. Er dient als Beispiel für Arbeitsbreite, Besatzkombination und Bauform aus dem Profisegment.

  3. Nölle Profi Brush · Produktreihe

    Straßenbesen mit Bahia-Besatz

    Die Produktübersicht führt unter anderem Varianten mit 40 und 50 cm auf. Sie beschreibt die elastische Naturfaser und den Holzkörper mit Stielloch. Die Breiten im Kapitel sind Beispiele, keine abschließende Größenreihe.

  4. Vikan · Produktinformation

    540-mm-Straßenbesen mit Gewinde

    Beschreibt einen Straßenbesen mit hartem Kunststoffbesatz, Holzkörper und Gewinde für passende Stiele. Das Beispiel belegt ein weiteres Produktmaß und zeigt, warum die Stielaufnahme zum vorgesehenen System passen muss.

  5. KANN · Pflegehinweise

    Unbehandelte Betonoberflächen reinigen

    Unterscheidet gewöhnliche Verschmutzungen von haftenden Rückständen und beschreibt geeignete Reinigungsmethoden für die eigenen unbehandelten Oberflächen. Hinweise zu jungen Pflasterflächen und Fugen werden hier als Anlass für eine Prüfung der konkreten Pflegevorgabe genutzt.

  6. KANN · Oberflächenschutz

    Besonderheiten beschichteter Betonplatten

    Erläutert Pflege und Beanspruchung einer beschichteten Produktreihe, einschließlich möglicher Spuren durch lose Körner auf der Oberfläche. Die Angaben begründen die gesonderte Materialprüfung; sie gelten nicht automatisch für jede Beschichtung.

  7. braun-steine · Fachinformationen

    Pflaster reinigen und Fugenfüllung erhalten

    Erklärt die Bedeutung intakter Fugenfüllungen und warnt vor nennenswertem Materialaustrag bei der Reinigung. Der Untergrundcheck überträgt diese Anforderung auf eine vorsichtige Auswahl und Kontrolle beim manuellen Kehren.

  8. DGUV · Sachgebiet Abfallwirtschaft

    Gefährdungen bei Straßenreinigung und Abfallsammlung

    Nennt unter anderem Verkehr, körperliche Belastung, Sturzgefahren, Staub und gefährliche Abfälle. Daraus werden die Hinweise zur Vorbereitung des Arbeitsbereichs und zur Beurteilung unbekannten Kehrguts abgeleitet.

  9. BG BAU · Präventionsinformation

    Staubarm arbeiten, gesund bleiben

    Warnt vor trockenem Kehren und Abblasen von Baustäuben und erläutert staubarme Verfahren. Diese Hinweise begrenzen den Einsatz des Straßenbesens bei gesundheitsgefährdenden Staubablagerungen, auch im Außenbereich.

  10. Vikan · Fachinformation

    Reinigungsgeräte auf Fremdkörper und Schäden prüfen

    Beschreibt Auswahl, Kontrolle und Instandhaltung von Reinigungsgeräten. Unpassende Beanspruchung und beschädigte Teile können Borsten lösen oder Fremdkörper eintragen; die Pflegehinweise im Kapitel greifen diese Kontrollpunkte auf.