Ist der Schmutz trocken?
KEHREN PRÜFENTrockene Krümel, Sand, Laub und lose Späne können grundsätzlich gekehrt werden.
WECHSELN / STOPPENFeuchter, klebriger oder verschmierter Schmutz braucht ein anderes Aufnahmeverfahren.
EINZELKAPITEL · REINIGUNGSTECHNIK 01.1
Ein Besen nimmt Schmutz nicht auf. Er bewegt ihn nur. Fachgerecht wird Kehren erst durch die richtige Schmutzentscheidung, einen geplanten Kehrweg und die vollständige Aufnahme in ein Behältnis.
Kehren kann passen. Sobald Feinstaub, Haftung oder Gefahrstoff ins Spiel kommt, wird neu entschieden.

Hier liegen Grob- und Feinanteile zusammen. Die Steine und größeren Körner lassen sich bündeln; der sichtbare Staubanteil zeigt zugleich die Verfahrensgrenze. Je staubiger das Kehrgut, desto eher muss auf staubarme Aufnahme gewechselt werden.
VIER FRAGEN VOR DEM ERSTEN ZUG
Kehren ist kein allgemeiner Startschritt für jeden Boden. Vier kurze Prüfungen verhindern, dass aus einem kleinen Haufen eine große Staub- oder Schmierfläche wird.
KEHREN PRÜFENTrockene Krümel, Sand, Laub und lose Späne können grundsätzlich gekehrt werden.
WECHSELN / STOPPENFeuchter, klebriger oder verschmierter Schmutz braucht ein anderes Aufnahmeverfahren.
KEHREN PRÜFENDer Besen kann frei bewegliche Partikel bündeln und transportieren.
WECHSELN / STOPPENHaftende Rückstände werden nicht durch mehr Druck zum Kehrgut. Erst Material und Löseverfahren klären.
KEHREN PRÜFENAuf kleinen, robusten Flächen und in unzugänglichen Randzonen kann manuell gekehrt werden.
WECHSELN / STOPPENBei deutlichem Feinstaubanteil staubarm saugen, kehrsaugen oder ein freigegebenes Staubbindeverfahren wählen.
KEHREN PRÜFENAlltäglicher, ungefährlicher Grobschmutz kann in den geplanten Sammelbehälter aufgenommen werden.
WECHSELN / STOPPENUnbekannter, gesundheitsgefährdender, biologischer oder explosionsfähiger Staub ist ein Stopp-Signal.
DAS ARBEITSPRINZIP
Partikel werden bewegt.
Kleine Felder werden zusammengeführt.
Handfeger und Schaufel schließen den Weg.
Kehrgut bleibt kontrolliert gesammelt.
Er führt frei bewegliche, trockene Partikel über eine ausreichend robuste Oberfläche zu einem festgelegten Sammelpunkt.
Er filtert keine Luft, bindet ohne Hilfsmittel keinen Feinstaub und löst keine haftende Verschmutzung fachgerecht.
BESEN NACH AUFGABE
Arbeitsbreite, Borstenhärte, Besatzdichte und Bodenkontakt müssen gleichzeitig passen. Die drei Grundwerkzeuge lösen unterschiedliche Probleme.
Punktuelle Haufen, Treppen, Ecken und die letzte Aufnahme
Große Flächen oder feiner Staub; eine hochstehende Schaufellippe lässt Partikel zurück
Werkzeug öffnen →Größere freie, trockene Flächen mit passendem Fein- oder Mischbesatz
Möblierte Bereiche, hoher Feinstaubanteil oder zu grober Besatz auf empfindlicher Oberfläche
Werkzeug öffnen →Raue Außenflächen, Pflaster, Fugen, Sand, Laub und robuster Grobschmutz
Glatte Innenböden, Pflegefilme und empfindliche Beschichtungen
Werkzeug öffnen →VOM AUFTRAG BIS ZUM BEHÄLTNIS
Bereich, gewünschtes Ergebnis, Verkehrswege und Entsorgung festlegen. Schmutz wird aufgenommen – nicht durch Tür, Gully oder unter Einbauten verschoben.
Untergrund, Fugen, Kanten, Feuchte, Grob- und Feinanteil sowie mögliche Gefahrstoffe prüfen. Bei unklarer Staubbelastung nicht beginnen.
Arbeitsbreite und Besatz an Fläche und Partikel anpassen. Kehrschaufel oder Behälter steht bereit, bevor der erste Haufen entsteht.
Außen Windrichtung, Gefälle, Passanten und Fahrzeuge berücksichtigen. Innen von schwer erreichbaren Zonen zur gut zugänglichen Aufnahmestelle arbeiten.
Ecken, Sockelkanten und Hindernisse zuerst in die freie Kehrbahn holen. Nichts in Fugen drücken oder über bereits gereinigte Flächen verteilen.
Mit kurzen, bodennahen Zügen arbeiten und den Borstenkontakt halten. Kleine Haufen begrenzen Weg, Kraft und Aufwirbelung besser als ein einziger wandernder Großhaufen.
Kehrgut mit Handfeger und dicht anliegender Schaufel aufnehmen. Scharfe oder problematische Bestandteile berührungsfrei und passend zur Belastung sammeln.
Randzonen und Schmutzweg prüfen. Bleibt ein feiner Staubfilm zurück, wird nicht endlos weitergekehrt, sondern gezielt staubarm nachgearbeitet.
OPTIONALE STAUBBINDUNG
Kehrspäne oder Kehrmehle können Staub binden. Gleichzeitig können sie Öl, Wachs oder andere Stoffe auf den Boden bringen. Deshalb wird zuerst das Produkt gewählt und erst danach entschieden, ob es zum Belag und Auftrag passt.
bindet Staub mit möglichst geringer zusätzlicher Öl- oder Wachspflege
Rückstand und Belagsfreigabe trotzdem prüfenkönnen Staub und öligen Werkstattschmutz auf geeigneten robusten Böden aufnehmen
Ölfilm, Rutschgefahr, Brandlast und Entsorgung mitbewertenverbinden Staubbindung mit einer leichten Pflegewirkung
nur auf einem ausdrücklich passenden Pflegesystem einsetzennutzen mineralische oder synthetische Träger für definierte Einsatzbedingungen
Produktinformation, Staubart, Oberfläche und Entsorgungsweg entscheidenDIE KLARE GRENZE
Bei normalem trockenem Kehren lässt sich Staubaufwirbelung nicht vermeiden. Feine Partikel gelangen in die Raumluft und zurück auf bereits gereinigte Flächen.
Saugen, Kehrsaugen oder freigegebenes staubbindendes VerfahrenDer sichtbare Haufen sagt nichts über die einatembare Feinfraktion aus.
Geeignetes staubarmes Saugsystem nach GefährdungsbeurteilungAufwirbelung kann Gesundheits-, Brand- oder Explosionsgefahren verschärfen.
Arbeit stoppen; Stoff, Zone und geeignetes Gerät fachlich festlegenBorsten verschmieren die Belastung und vergrößern die verschmutzte Fläche.
Passendes Nass-, Aufnahme- oder SonderverfahrenZu harter Besatz und ungeprüftes Kehrmittel können Kratzer, Film oder veränderte Gleitwerte erzeugen.
Materialfreigabe, weicheres Werkzeug oder anderes VerfahrenManuelles Kehren wird langsam, körperlich belastend und bei Mischschmutz schnell staubig.
Kehr- oder Kehrsaugmaschine passend zu Fläche und Staub wählenÄHNLICHES ZIEL, ANDERER SCHMUTZWEG
Borstenerzeugnis bündelt trockenen Grobschmutz
kleine Außenflächen und unzugängliche Stellen
Feinstaub kann zurückbleiben oder aufwirbeln
Kehrmechanik plus Absaugung und Filter
größere Flächen mit Grob- und geeignetem Feinschmutz
Geräte- und Staubfreigabe bleiben notwendig
Luftstrom nimmt lose und schwach haftende Partikel auf
Innenflächen und höherer Feinstaubanteil
Düse, Filterklasse und Sauger müssen zur Belastung passen
Textil bindet lose Feinpartikel bei sehr geringer Feuchte
glatte geeignete Innenböden
Grobteile und tiefe Fugen begrenzen die Wirkung
NACH DEM KEHRGANG
Kein Kehrhaufen, keine Krümelspur und kein loses Material an Kanten, hinter Türen oder unter erreichbaren Einbauten.
Nichts wurde in Fugen, Gullys, Grünflächen, Verkehrswege oder bereits bearbeitete Bereiche geschoben.
Bleibt sichtbarer Staub zurück, folgt ein geeignetes Saug- oder Staubbindeverfahren. Kehren darf eine Vorstufe sein – aber kein erfundenes Endergebnis.
FACHLICHER ABGLEICH
Die Quellen trennen Grobschmutz, Feinstaub, manuelles Kehren, Kehrsaugen und den Einsatz von Kehrspänen. Objektvorgabe, Gefährdungsbeurteilung sowie Produkt- und Gerätefreigaben bleiben verbindlich.
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