frische, ausreichend saugfähige und produktverträgliche Textilien bereitstellen
→06 · Planung & Kontrolle
Arbeitsmittel, Wäsche & Abfall
Gebrauchte Materialien so führen, dass sie nicht selbst zum Reservoir werden.
HYGIENE ALS REGELKREIS
Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.
Der Hygieneprozess endet nicht an der gereinigten Fläche.
gebrauchte Textilien nicht erneut in saubere Lösung tauchen und geschlossen sammeln
→sauberen und unreinen Weg trennen
→freigegebenes Wasch-, Trocknungs- und Lagerverfahren einhalten
↺VORBEREITEN · BENUTZEN · AUFBEREITEN
Wischtextilien brauchen einen geschlossenen Kreislauf.
Der Hygieneplan muss Textil, Lösung, Behälter, Wechselpunkt, Standzeit, Wäsche und Lagerung als zusammenhängenden Prozess festlegen. Eine einzelne Zahl passt nicht zu jedem System.
Vor dem und während des Einsatzes
- Frisch und sauber
- Nur saubere Wischtextilien mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme sowie nachgewiesener Produkt- und Verfahrenskompatibilität einsetzen.
- Patienteneinheit
- Nach jedem Patientenzimmer einschließlich des zugehörigen Sanitärbereichs werden Tücher und Bezüge der Aufbereitung oder Entsorgung zugeführt.
- Kein Wiedereintauchen
- Ein benutztes Textil geht nicht zurück in die Reinigungs- oder Desinfektionsmittellösung.
- Manuelle Vorpräparation
- Saubere Textilien werden vor Gebrauch in einem geeigneten geschlossenen Behälter mit definierter Lösungsmenge gleichmäßig benetzt.
- Maschinelle Konfektionierung
- Die Waschmaschine kann Textilien nach einem validierten Verfahren gebrauchsfertig vortränken. Gleichmäßigkeit, Verdünnung, Waschmittelreste, Kompatibilität und Lagerzeit müssen im realen System beherrscht sein.
Standzeit ist systemabhängig
- Vorgetränkte Mehrwegtextilien
- Bei sachgerechter dauerhafter Lagerung in Gebrauchslösung und geeignetem geschlossenem Behälter gilt in der Regel die Dauer eines Arbeitstags.
- Aufbereitbarer Tuchspender
- Es gilt die gutachterlich bestätigte Herstellerangabe; allgemein werden 28 Tage genannt. Nach jeder Entnahme sorgfältig schließen und Behälter samt Deckel vor Neubeschickung nach Vorgabe aufbereiten.
- Maschinell konfektioniert
- Die für das validierte reale System festgelegte maximale Lagerdauer einhalten; dafür gibt es keine frei übertragbare Universalzahl.
- Gebrauchsfertige Einwegtücher
- Anbruch- und Lagerdauer richten sich nach der konkreten Verpackungs- und Herstellerangabe. Eine Zahl aus einem anderen System darf nicht übernommen werden.
Nach dem Einsatz
- Desinfektionswäsche
- Mehrwegtextilien, die zur Desinfektion eingesetzt wurden, werden mit nachgewiesen wirksamem thermischem oder chemothermischem Desinfektionswaschverfahren aufbereitet.
- Maschinell trocknen
- Nach dem Waschen folgt die maschinelle Trocknung. Lufttrocknung wird wegen Verkeimungs- und Rekontaminationsrisiko abgelehnt.
- Geschützt lagern
- Nicht vorgetränkte Textilien vollständig trocken und vor Rekontamination geschützt bis zur nächsten Verwendung lagern.
EINORDNUNG
Worauf kommt es bei Arbeitsmittel, Wäsche & Abfall an?
Tücher, Mopps, Bürsten, Maschinen, Schutzkleidung und Abfälle nehmen Kontamination auf. Sammlung, Transport, Aufbereitung, Trocknung und Lagerung müssen deshalb Teil des Plans sein.
- feuchte Textilien können Keime schützen oder Wachstum ermöglichen
- offene Abfälle können Umgebung und Hände kontaminieren
- unzureichend gereinigte Geräte verschleppen Rückstände
VORKOMMEN & RESERVOIRE
Wo begegnet es der Reinigung?
Reinigungswagen und Geräteraum
Wäschesäcke und Aufbereitungsbereich
Abfall- und Zwischenlagerung
MÖGLICHE ÜBERTRAGUNGSWEGE
Wie kann die Kette weiterlaufen?
Textilien, Geräte, Schmutzwäsche und Abfall können Kontamination transportieren. Saubere und unreine Wege müssen vom Einsatz bis zur Aufbereitung getrennt bleiben.
Kontakt & Schmierweg
Kontaktpunkte, Tuchseiten, Wechselrhythmus und saubere/unreine Wege müssen eindeutig festgelegt sein.
Luft, Staub & Spritznebel
Das gewählte Verfahren darf keine vermeidbare Aerosol- oder Staubbelastung erzeugen.
Ausscheidungen, Blut & Sekrete
Kontaminationsereignisse brauchen vorab definierte PSA-, Aufnahme-, Desinfektions-, Abfall- und Meldewege.
In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.
Kindergarten & Schule
Hygieneplan, Reinigungsplan und tatsächliche Nutzung müssen zusammenpassen; Sanitär- und Kontaktflächen sind besonders zu beobachten.
Pflegeheim & Krankenhaus
Vulnerable Personen und wechselnde Risikosituationen verlangen klare Information, Schulung und Zuständigkeit.
Reinigungsteam & Materialraum
Zeit, Textilmenge, Farbcodierung, Aufbereitung und Rückmeldung entscheiden, ob der Plan praktisch eingehalten werden kann.
BEDEUTUNG FÜR DIE REINIGUNG
Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?
Saubere und gebrauchte Materialien brauchen getrennte Wege. In medizinischen Bereichen werden frische Wischtextilien verwendet und nach jeder Patienteneinheit – Patientenzimmer einschließlich Sanitärbereich – abgeworfen. Vorpräparation vor dem Einsatz und Aufbereitung nach dem Einsatz sind dabei zwei verschiedene Prozessschritte.
- 01frische, ausreichend saugfähige und produktverträgliche Textilien bereitstellen
- 02gebrauchte Textilien nicht erneut in saubere Lösung tauchen und geschlossen sammeln
- 03sauberen und unreinen Weg trennen
- 04freigegebenes Wasch-, Trocknungs- und Lagerverfahren einhalten
- 05Geräte, Behälter und Handkontaktflächen nach Plan aufbereiten
RISIKOGRENZEN
Hier besonders aufpassen.
- !feuchte Mopps unkontrolliert lagern
- !Wäschesäcke überfüllen oder ausschütten
- !Lufttrocknung als hygienische Aufbereitung von Wischtextilien im Gesundheitswesen ansehen
- !Tuchspender nachfüllen, ohne Behälter und Deckel nach Herstellervorgabe aufzubereiten
- !Schmutzwassertank ungereinigt schließen
BEGRIFFE RICHTIG LESEN
Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.
Aufbereitung
Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion zur sicheren Wiederverwendung
unreiner Weg
Transport kontaminierter Materialien
Freigabe
bestätigter Abschluss des Aufbereitungsprozesses
OFFIZIELLE QUELLEN