INHALTKonzentration, Zeit & Benetzung
HYGIENE & MIKROBIOLOGIEPlanung & Kontrolle
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WissensplattformHygiene & MikrobiologieKonzentration, Zeit & Benetzung

06 · Planung & Kontrolle

Konzentration, Zeit & Benetzung

Drei verbindliche Prozessparameter, die nicht gegeneinander geraten werden dürfen.

HYGIENE ALS REGELKREIS

Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.

Doppelte Konzentration halbiert nicht automatisch die Einwirkzeit.

01PLANEN

Gebrauchslösung exakt dosieren

02BEREITSTELLEN

gesamte Zielfläche mit ausreichender Menge benetzen

03DURCHFÜHREN

Einwirkzeit und zulässige Wiederbenutzung getrennt prüfen

04PRÜFEN

Temperatur- und Nachspülvorgaben beachten

VERTIEFUNG

EINWIRKZEIT & WIEDERBENUTZUNG

Nicht jede Fläche wartet gleich lange.

Einwirkzeit und Wiederbenutzung sind zwei Entscheidungen. Der örtliche Hygieneplan setzt die KRINKO-Vorgaben für Produkt, Fläche und Anlass in einen ausführbaren Ablauf um.

01

Vollständige Einwirkzeit vor Nutzung abwarten

Aseptische Arbeitsfläche
Vor aseptischen Tätigkeiten beginnt die Nutzung erst nach der deklarierten Einwirkzeit.
Sichtbare Kontamination
Nach Blut, Sekret, Exkret oder anderem potenziell erregerhaltigem Material wird die Einwirkzeit vor Wiederbenutzung eingehalten.
Umweltquelle
Nach Kontamination etwa durch Abwasser oder Baustaub wird die Einwirkzeit abgewartet.
Schlussdesinfektion
Der festgelegte Bereich wird erst nach abgeschlossener Einwirkzeit freigegeben.
Patientenbadewanne
Vor erneutem Einlassen von Badewasser muss die Einwirkzeit beendet sein.
Stationsküche
Ist anschließend eine Trinkwasserspülung vorgeschrieben, erfolgt sie erst nach der Einwirkzeit.
Besondere Wirkspektren
Beruht die Auslobung insbesondere gegen Viren oder bakterielle Sporen nur auf Suspensionstests, wird die deklarierte Einwirkzeit abgewartet.
02

Nutzung nach Lufttrocknung kann möglich sein

Übrige Flächen
Ohne starke sichtbare Belastung können andere Flächen nach Lufttrocknung genutzt oder betreten werden, wenn ausreichend Mittel wischend aufgetragen wurde und der freigegebene Prozess dies vorsieht.
Kein Freifahrtschein
Die Reinigungskraft entscheidet das nicht spontan. Hygieneplan, Produktangabe, Risikobewertung und Flächenfunktion bleiben verbindlich.
03

In jedem Fall

Nicht vorzeitig entfernen
Aufgetragenes Desinfektionsmittel wird vor Ende der Einwirkzeit weder mit Wasser noch durch Trockenwischen entfernt.
Nachspülen erst danach
Wo Trinkwasserspülung oder Rückstandsentfernung verlangt wird, erfolgt sie nach der Einwirkzeit.
01

EINORDNUNG

Worauf kommt es bei Konzentration, Zeit & Benetzung an?

DEFINITION

Chemische Desinfektion benötigt die geprüfte Konzentration, eine vollständige anfängliche Benetzung, ausreichende Lösungsmenge und die vorgeschriebene Einwirkzeit. Temperatur, Belastung und der Zeitpunkt der Wiederbenutzung gehören ebenfalls zu den Anwendungsbedingungen.

BIOLOGISCH WICHTIG
  • zu wenig Wirkstoff kann unzureichend sein
  • zu geringe Flüssigkeitsmenge oder Benetzungslücken lassen Bereiche unbehandelt
  • organische Belastung kann Wirkstoff verbrauchen oder abschirmen
02

VORKOMMEN & RESERVOIRE

Wo begegnet es der Reinigung?

01

Flächen- und Tauchdesinfektion

02

desinfizierende Reinigung

03

manuelle Dosierung und Dosieranlagen

03

MÖGLICHE ÜBERTRAGUNGSWEGE

Wie kann die Kette weiterlaufen?

Konzentration, Einwirkzeit und Benetzung bestimmen die Wirksamkeit eines freigegebenen Verfahrens. Sie korrigieren keinen falschen Übertragungsweg oder Tuchwechsel.

01Häufig relevant

Kontakt & Schmierweg

Kontaktpunkte, Tuchseiten, Wechselrhythmus und saubere/unreine Wege müssen eindeutig festgelegt sein.

02Situationsabhängig

Luft, Staub & Spritznebel

Das gewählte Verfahren darf keine vermeidbare Aerosol- oder Staubbelastung erzeugen.

03Situationsabhängig

Ausscheidungen, Blut & Sekrete

Kontaminationsereignisse brauchen vorab definierte PSA-, Aufnahme-, Desinfektions-, Abfall- und Meldewege.

PRAXISORTE

In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.

01

Kindergarten & Schule

Hygieneplan, Reinigungsplan und tatsächliche Nutzung müssen zusammenpassen; Sanitär- und Kontaktflächen sind besonders zu beobachten.

02

Pflegeheim & Krankenhaus

Vulnerable Personen und wechselnde Risikosituationen verlangen klare Information, Schulung und Zuständigkeit.

03

Reinigungsteam & Materialraum

Zeit, Textilmenge, Farbcodierung, Aufbereitung und Rückmeldung entscheiden, ob der Plan praktisch eingehalten werden kann.

04

BEDEUTUNG FÜR DIE REINIGUNG

Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?

EINORDNUNG

Nur die gemeinsam geprüften Bedingungen gelten. Das Mittel darf vor Ablauf der Einwirkzeit nicht mit Wasser oder durch Trockenwischen entfernt werden. Davon getrennt wird festgelegt, ob eine Fläche schon nach Lufttrocknung genutzt werden darf oder erst nach der vollständigen Einwirkzeit.

  1. 01Gebrauchslösung exakt dosieren
  2. 02gesamte Zielfläche mit ausreichender Menge benetzen
  3. 03Einwirkzeit und zulässige Wiederbenutzung getrennt prüfen
  4. 04Temperatur- und Nachspülvorgaben beachten
05

RISIKOGRENZEN

Hier besonders aufpassen.

NICHT VERWECHSELN · NICHT ABKÜRZENDoppelte Konzentration halbiert nicht automatisch die Einwirkzeit.
  • !nach Gefühl dosieren
  • !Benetzungslücken mit einer längeren Wartezeit schönrechnen
  • !Fläche vorzeitig mit Wasser oder trocken nachwischen
  • !Konzentrate miteinander mischen
06

BEGRIFFE RICHTIG LESEN

Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.

Konzentration

Anteil des Produkts in der Gebrauchslösung

Einwirkzeit

vorgegebene wirksame Kontaktzeit

Benetzung

zusammenhängender Kontakt der Flüssigkeit mit der Zielfläche

07

OFFIZIELLE QUELLEN

Fachliche Grundlage dieses Kapitels.