Material- und Herstellerfreigabe für das Verfahren prüfen
→04.3 · Sterilisation
Sterilisationsverfahren
Das Verfahren muss zu Produkt, Material, Verpackung, Beladung und Sterilisationsgerät passen.
HYGIENE ALS REGELKREIS
Ein guter Prozess lässt sich wiederholen und kontrollieren.
Dampf ist bevorzugt, wenn das Produkt Hitze und Feuchtigkeit verträgt.
passendes Gerät, Programm, Verpackung und Beladungsmuster auswählen
→Instrumente so vorbereiten, dass das Sterilisationsmedium alle Flächen erreicht
→Prozess ohne eigenmächtige Änderung der Parameter durchführen
↺EINORDNUNG
Worum geht es bei Sterilisationsverfahren?
Ein Sterilisationsverfahren bringt ein geeignet vorbereitetes Produkt mit festgelegten Prozessbedingungen in Kontakt. Für thermostabile (hitzebeständige) Medizinprodukte ist die Dampfsterilisation im Autoklaven das bevorzugte Verfahren; thermolabile (hitzeempfindliche) Produkte benötigen gegebenenfalls ein zugelassenes Niedertemperaturverfahren.
- gesättigter Wasserdampf überträgt Wärme wirksam auf erreichbare Oberflächen
- Druck tötet nicht selbst, sondern ermöglicht die für das Verfahren benötigte Dampftemperatur
- Luftreste können den Dampfantritt verhindern und kalte, unzureichend behandelte Stellen verursachen
- Hohlkörper benötigen ein Gerät, Programm und Prüfkonzept, das ihre Innenräume sicher erreicht
PRAXISFELDER
Wo spielt das im Arbeitsalltag eine Rolle?
Dampfsterilisation für hitze- und feuchtigkeitsbeständige Instrumente
Niedertemperaturverfahren für ausdrücklich freigegebene hitzeempfindliche Produkte
spezialisierte Verfahren wie Ethylenoxid oder Wasserstoffperoxid nur in dafür vorgesehenen Anlagen
Trockene Hitze oder improvisierte Erhitzung nicht als frei austauschbarer Ersatz
PROZESS & GRENZEN
Was entscheidet über die sichere sterile Bereitstellung?
Das Verfahren wird nicht nach Bequemlichkeit ausgewählt. Produkt, Material, Verpackung, Beladung und Gerät müssen für denselben validierten Prozess freigegeben sein.
Dampf
Gesättigter Wasserdampf ist für geeignete hitze- und feuchtigkeitsbeständige Medizinprodukte das bevorzugte Verfahren.
Niedertemperatur
Hitzeempfindliche Produkte können ein ausdrücklich zugelassenes und validiertes Spezialverfahren benötigen.
Kontakt bis innen
Luft muss weichen und das Sterilisationsmedium jede äußere und innere vorgesehene Fläche erreichen.
In diesen Bereichen spielt das eine besonders große Rolle.
Massive Instrumente
Materialfreigabe, Gelenkstellung und Verpackung bestimmen das passende Dampfprogramm.
Hohlkörper
Innenkanäle benötigen geeignete Gerätezyklen, Anschlüsse, Beladung und Prüfungen.
Thermolabile Produkte
Nur freigegebene Niedertemperaturverfahren und Herstellerangaben anwenden.
ARBEITSABLAUF
Was folgt daraus für den Arbeitsablauf?
Bei der Dampfsterilisation wirken Dampf, Temperatur und Einwirkzeit zusammen; der Druck unterstützt das Erreichen der nötigen Temperatur. Das konkrete Programm wird aus Herstellerangaben, validiertem Prozess und Beladungsmuster gewählt – die höchste Zahl auf dem Display gewinnt hier keinen Pokal.
- 01Material- und Herstellerfreigabe für das Verfahren prüfen
- 02passendes Gerät, Programm, Verpackung und Beladungsmuster auswählen
- 03Instrumente so vorbereiten, dass das Sterilisationsmedium alle Flächen erreicht
- 04Prozess ohne eigenmächtige Änderung der Parameter durchführen
- 05vollständigen Zyklus und Ergebnis vor der Freigabe kontrollieren
RISIKOGRENZEN
Hier besonders aufpassen.
- !Druck als eigentliche keimtötende Wirkung erklären
- !feuchte oder hitzeempfindliche Produkte ungeprüft dampfsterilisieren
- !Hohlkörper in einem dafür ungeeigneten Programm behandeln
- !Programme nach Gefühl verkürzen oder Temperaturen eigenmächtig verändern
- !Niedertemperaturverfahren ohne Produkt- und Gerätefreigabe einsetzen
BEGRIFFE RICHTIG LESEN
Fachwörter – direkt daneben einfach erklärt.
Autoklav
Gerät zur Sterilisation mit gesättigtem Wasserdampf unter festgelegten Prozessbedingungen
thermostabil
hitzebeständig
thermolabil
hitzeempfindlich
Niedertemperaturverfahren
Sterilisationsverfahren für geeignete hitzeempfindliche Produkte bei vergleichsweise niedriger Temperatur
Sterilisationsmedium
wirksamer Stoff oder Zustand, der alle vorgesehenen Produktflächen erreichen muss
OFFIZIELLE QUELLEN