INHALTAgglomarmor
MATERIALKUNDE · BEREICH 03Kunststein
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · KUNSTSTEIN · KAPITEL 04

Agglomarmor.
Binder vor Dekor.

Agglomarmor verbindet Marmorkörnung mit Harz oder Zement zu Blöcken und Platten. Die carbonatische Körnung bleibt säureempfindlich; der Binder setzt zusätzliche Grenzen.

carbonatischer AgglomeratsteinMarmorkörnung · industriell verdichtet · säureempfindlich

01 · REALBILD & SEITENANSICHT

Wie es wirklich wirkt.
Was darunter arbeitet.

Oben steht die fotorealistische Lehrdarstellung aus Anwendung und echter Schnittkante. Darunter folgt der technische Prinzipaufbau; exakte Schichtdicken und Befestigungen stammen verbindlich aus den Systemunterlagen.

Fotorealistisch generiertes Bildpaar aus eingebautem Agglomarmor und der Schnittkante einer industriell gefertigten Agglomarmorplatte
LINKS · VERBAUT / GENUTZT

Typische reale Anwendung mit materialgerechter Oberfläche.

RECHTS · SCHNITTKANTE / ROHPLATTE

Fotorealistische Ansicht von Binder, Körnung und Plattenaufbau.

Politur/Finishwerkseitig geschliffen oder poliert
Homogener VerbundMarmorkörnung plus Binder über die Plattendicke
Kleberbettsystemgerechter, verfärbungsarmer Klebstoff
Untergrundtrocken, eben und spannungsarm erforderlich
TECHNISCHER QUERSCHNITT

Prinzipieller Aufbau vom Finish bis zum Untergrund – nicht maßstäblich.

02 · HERSTELLUNG

Wie entsteht
Agglomarmor?

  1. 01

    Marmorkörnung, Füllstoffe, Pigmente und Binder mischen

  2. 02

    Unter Vakuum rütteln, verdichten und aushärten

  3. 03

    Block oder Platte sägen, kalibrieren, schleifen und polieren

03 · FORMATE & EINSATZ

Als was hergestellt?
Wo bevorzugt eingesetzt?

FORMATE / BAUTEILE
  • Boden- und Wandplatten
  • Treppen und Fensterbänke
  • Waschtische und Möbelplatten
  • große Rohplatten zum Zuschnitt
TYPISCHE EINSATZORTE
  • Hotels, Ladenbau und repräsentative Innenräume
  • Treppenhäuser und Flure
  • Wandverkleidungen und Möbelbau

04 · EIGENSCHAFTEN

Stärken nutzen.
Systemgrenzen erkennen.

+

Positive Eigenschaften

  • gleichmäßiger als viele Natursteine
  • große Farb- und Kornwahl
  • gut schleif- und polierbar
  • industriell reproduzierbare Formate

Negative Eigenschaften

  • Säure ätzt die Marmorkörnung
  • Harz kann durch Lösemittel, Hitze oder UV reagieren
  • Feuchte kann Maß- oder Verformungsprobleme verursachen
  • grobe Pads erzeugen sichtbaren Glanzverlust

05 · REINIGUNG & MITTEL

Binder schützen.
Schmutzflotte entfernen.

UNTERHALT

Regelmäßige Reinigung

pH-neutraler, für Agglomarmor freigegebener Reiniger; sparsam dosieren und trocken nacharbeiten.

INTENSIV

Haftender Schmutz

Mild alkalisch nur nach Freigabe des Bindertyps; kurze Kontaktzeit und vollständige Aufnahme.

FLECK

Ursachenbezogen

Fleckentferner muss zu Carbonatkorn und Binder passen. Ätzflecken erfordern Fachbearbeitung.

MECHANIK

Werkzeug und Verfahren

Kratzarm wischen oder scheuersaugen, Sand konsequent fernhalten und Wasser nicht an Kanten stehen lassen.

SÄURESTATUStabu

Carbonatische Körnung oder Zementmatrix werden durch Säure angegriffen. Saure Sanitär- und Zementschleierentferner bleiben weg.

06 · ROTWEIN AUF HELLEM AGGLOMARMOR

Erst Fleck oder Ätzung.
Dann Verfahren.

Rotwein bringt Farbstoffe und organische Säuren mit. Nach dem Trocknen kann deshalb ein eingedrungener Farbfleck, eine stumpfe Ätzung oder beides sichtbar sein. Reinigen und Restaurieren sind zwei verschiedene Aufträge.

  1. 01Sofort aufnehmen

    Flüssigkeit tupfend binden, nicht großflächig verreiben und keine Säure nachgeben.

  2. 02Mild reinigen

    Mit freigegebenem Neutralreiniger und weichem Tuch arbeiten, klar nachwischen und Ränder trocken halten.

  3. 03Trocknen lassen

    Erst die vollständig trockene Fläche unter Streiflicht und aus mehreren Blickrichtungen beurteilen.

  4. 04Befund trennen

    Farbe bei unverändertem Glanz spricht eher für einen Fleck; matte oder raue Reflexion für eine Ätzung beziehungsweise Oberflächenveränderung.

  5. 05Fleck behandeln

    Nur ein für Marmorkorn und Binder freigegebenes, nicht saures Fleckverfahren nach verdeckter Probe einsetzen.

  6. 06Ätzung übergeben

    Glanzverlust verlangt meist fachliches Honen und Polieren über eine ausreichend große Fläche. Kristallisation nur bei eindeutiger Produkt- und Binderfreigabe.

  7. 07Abnahme begrenzen

    Lokale Hochglanzreparaturen können Übergänge zeigen. Ein unsichtbares Ergebnis darf nicht versprochen werden.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Systeme und Pflege.

CEN / EN 14618Agglomeratstein · Terminologie und KlassifikationNTMATerrazzo · Aufbau, Bindemittel und technische SystemeNTMAPflegehinweis: Staubaufnahme, Neutralreiniger und SchutzsystemCorianSolid Surface · Dokumentation, Pflege und WerkstoffaufbauCaesarstoneQuarzkomposit · Chemische und mechanische GrenzenCosentinoGesinterte Mineralplatte · Pflege und Flusssäure-WarnungARDEXSteinteppich · zweikomponentiges PU-Bindemittel und SystemaufbauKEMPER SYSTEMSteinteppich-Bindemittel · Innen-/Außenanwendung und ProduktgrenzenNatural Stone InstituteNatur- und Kunststeinpflege · Fleck und Ätzung unterscheidenBAuABiozidprodukte · Definition, Zulassung und sichere VerwendungKärcherAußenflächen und Pflaster materialschonend reinigen