Verunreinigter oder ungeeigneter Untergrund
Wachs, Öl, Tensid, alte Pflege, Trennmittel, Staub oder ein nicht tragfähiger Altfilm verhindern den sicheren Verbund.
BESCHICHTUNGS- & PFLEGESCHÄDEN · SCHICHT VOR GRUNDBELAG
Pflegefilm oder Beschichtung verliert den Verbund zum Untergrund beziehungsweise zu einer älteren Zwischenschicht und löst sich in Schuppen, Bahnen oder Inseln.

Der Film hebt sich in Schollen vom Belag ab. Entscheidend ist, an welcher Grenzfläche die Trennung liegt: im Pflegepaket, am Grundbelag oder bereits im Belag selbst.
SCHADENSBILD & BEGRIFF
Haftungsverlust bedeutet, dass die Adhäsion zwischen zwei Schichten geringer ist als die auftretende Belastung. Löst sich ein erneuerbarer Pflegefilm, ist das ein anderer Befund als eine delaminierende werkseitige Vergütung oder eine fest aufgebaute Reaktionsharzbeschichtung. Das sichtbare Abblättern ist deshalb nur das Endbild; Untergrundvorbereitung, Restchemie, Feuchte, Aushärtung, Schichtverträglichkeit und Nutzung müssen gemeinsam geprüft werden.
WIE KANN DAS PASSIEREN?
Beschichtungsfehler entstehen häufig nicht aus einem einzigen Grund. Vorbehandlung, Produktverträglichkeit, Schichtdicke, Klima, Trocknung und spätere Beanspruchung wirken als System zusammen.
Wachs, Öl, Tensid, alte Pflege, Trennmittel, Staub oder ein nicht tragfähiger Altfilm verhindern den sicheren Verbund.
Neue und alte Pflege beziehungsweise Beschichtung unterscheiden sich in Chemie, Härte, Lösemittel- oder Weichmacherempfindlichkeit.
Restfeuchte, Kondensat, zu kurze Trocknung oder frühe Geh-, Roll- und Nassbelastung schwächen die Grenzfläche.
ERKENNEN & EINORDNEN
Ablösung nicht weiter abziehen; Übersicht, Rand, Unterseite des Films und freigelegte Fläche getrennt fotografieren.
Klären, welche Schicht sich löst: abnehmbarer Pflegefilm, werkseitiges Finish, Versiegelung oder festes Beschichtungssystem.
Lage zu Türen, Nasszonen, Rollenwegen, Desinfektionsmittelspendern und früheren Teilbeschichtungen dokumentieren.
Untergrundfeuchte, Restchemie, pH, Trocknungszeiten und eingesetzte Produkte anhand von Unterlagen beziehungsweise freigegebener Probestelle prüfen.
Nur ein erneuerbarer Film löst sich; Grundbelag und werksseitiger Schutz sind intakt.
Mehrere Alt- und Neuschichten trennen sich; eine vollständige Entschichtung wird wahrscheinlich.
Vergütung, Versiegelung, Nutzschicht oder Verbund zum Untergrund ist geschädigt; Reinigung reicht nicht.
REPARABEL ODER IRREPARABEL?
Ein nicht tragfähiger Pflegefilm muss bis auf eine sichere Ebene entfernt und systemgerecht neu aufgebaut werden. Bei werkseitiger Vergütung, Reaktionsharz, Belagsschicht oder unbekanntem Verbund endet die gewöhnliche Grundreinigung; Hersteller beziehungsweise Beschichtungsfachbetrieb legt die Instandsetzung fest.
Wichtig: Eine neue Schicht haftet nur so gut wie die Ebene darunter. Wenn Altfilm, Restchemie, Feuchte oder Untergrund nicht tragfähig sind, macht zusätzlicher Auftrag den Aufbau dicker – aber nicht sicherer.
MÖGLICHE BEHEBUNG
Schichtaufbau, Filmunterseite und freigelegte Fläche untersuchen; Proben nur an freigegebener Stelle sichern.
Restchemie, Feuchte, ungeeigneten Altfilm, falsche Trocknung oder Produktunverträglichkeit beseitigen.
Nicht tragfähige Schichten flächig entfernen, spülen, trocknen, Probestelle abnehmen lassen und kompatibel beschichten.
MATERIAL- & SYSTEMVERGLEICH
Ein erneuerbarer Polymerfilm kann grundgereinigt werden. Eine werkseitige Vergütung, Holzversiegelung oder Reaktionsharzbeschichtung benötigt dagegen ihr eigenes Hersteller- beziehungsweise Instandsetzungssystem.
VORBEUGEN
DOKUMENTATION
Übersicht und Makro der Ablösekante
Unter- und Oberseite eines bereits losen Filmteils
Schichtaufbau, Produkte und Chargen
Klima, Feuchte und Trocknungszeiten
Lage zu Nutzung, Wasser und Teilflächen
FACHLICHE ANKNÜPFUNG
Die Kapitel helfen beim Erkennen, Dokumentieren und Eingrenzen. Für feste Beschichtungen, unbekannte Schichtsysteme, Untergrundfeuchte oder mögliche Haftungs- und Rutschgefahren können Herstellerfreigabe, Messung und Beschichtungsfachkunde erforderlich sein.