Freie Außenflächen
Tischplatten, Ablagen und Schrankfronten im vereinbarten Intervall reinigen. Eine tägliche Sichtkontrolle bedeutet nicht automatisch eine tägliche Vollreinigung aller Möbel.
REINIGUNGSABLAUF · KAPITEL 03.1
Tische, Stühle, Schränke und persönliche Gegenstände brauchen unterschiedliche Behandlung. Entscheidend sind der vereinbarte Umfang, die tatsächliche Oberfläche und ein Arbeitsweg von oben nach unten. Freiräumen, Möbelrücken und Innenreinigung werden vorher abgesprochen.
Was gereinigt und bewegt wird, legt der Auftrag fest.

VOR DEM START
Außenreinigung, Innenreinigung, Polsterpflege und Möbelrücken sind unterschiedliche Leistungen. Individuelle Wünsche aufnehmen und den Umfang vor Beginn festhalten.
Tischplatten, Ablagen und Schrankfronten im vereinbarten Intervall reinigen. Eine tägliche Sichtkontrolle bedeutet nicht automatisch eine tägliche Vollreinigung aller Möbel.
Armlehnen, Lehnenoberkanten, Stuhlbeine, Fußkreuze und Rollen ausdrücklich einplanen. Bodennaher Schmutz bekommt eigene Tücher und gelangt nicht zurück auf die Tischplatte.
Nur beauftragte, zugängliche und nach Absprache geleerte Fächer bearbeiten. Unterlagen nicht lesen, neu sortieren oder eigenmächtig entsorgen.
Pflanzen, Bilder, Sammlerstücke und empfindliche Einzelteile sind keine automatische Zusatzleistung. Nur nach konkreter Absprache reinigen oder umsetzen; wertvolle und unbekannte Stücke klären.
Ohne vereinbartes Freiräumen bleiben die Gegenstände stehen. Nur frei erreichbare Stellen reinigen, wenn dabei nichts berührt, durchnässt oder beschädigt wird. Unzugängliche Bereiche konkret melden und die weitere Ausführung abstimmen.
Beispiel für die Rückmeldung: „Tisch rechts: freie Fläche gereinigt; Bereich unter Unterlagen nicht zugänglich. Freiräumen und gegebenenfalls Nachreinigung bitte abstimmen.“ Fotos nur nach Objektvorgabe und ohne vertrauliche Inhalte aufnehmen.
MATERIAL UND OBERFLÄCHE
Die sichtbare Oberfläche, ihre Beschichtung und der Aufbau darunter bestimmen die Reinigung. Die Tabelle gibt eine Orientierung; die konkrete Materialfreigabe bleibt entscheidend.
| Oberfläche | So vorgehen | Besonders beachten |
|---|---|---|
| Massivholz & Furnier Geölt, gewachst, lackiert oder unbehandelt? | Die Oberflächenbehandlung bestimmt das Verfahren. Mit wenig Feuchte und einem dafür freigegebenen Tuch arbeiten; Wasser an Kanten sofort aufnehmen. | Unbekanntes Finish zuerst klären. Nicht durchfeuchten; Nachölen, Wachsen oder Polieren ist eine gesonderte Pflegeleistung. |
| Lack & empfindliche Dekorflächen Hochglanz, Mattlack, beschichtete Fronten | Ein weiches, sauberes und freigegebenes Tuch mit wenig Druck führen. Nach der Probe die getrocknete Stelle bei seitlichem Licht ansehen. | Mikrofaser ist nicht pauschal für jeden Lack geeignet. Scheuerpads, Schmutzradierer und starke Reibung können Glanz und Struktur verändern. |
| Schichtstoff & Melaminoberflächen Tischplatten, Regalböden, Schrankkorpusse | Mit geeignetem mildem Reiniger und sauberem Tuch bearbeiten. Rückstände aufnehmen und besonders Kanten, Bohrungen und Stoßstellen trocken halten. | Eine widerstandsfähige Deckschicht macht den gesamten Möbelaufbau nicht wasserfest. Aufgequollene Kanten sind ein Schaden. |
| Kunststoff & Acrylglas Stuhlschalen, Abdeckungen, transparente Teile | Kunststoffart und Beschichtung prüfen. Körnigen Schmutz schonend entfernen; transparente Kunststoffe nur mit freigegebenen Tüchern und Mitteln reinigen. | Glasreiniger oder Alkohol sind keine automatische Freigabe für Acrylglas. Nicht trocken über Staub reiben. |
| Glas & Spiegel Tischplatten, Einlegeböden, Spiegelfronten | Beschichtungen und rückseitige Lackierung berücksichtigen. Reiniger kontrolliert ins Tuch geben; Ränder und Halterungen trocken nacharbeiten. | Flüssigkeit darf nicht an Spiegelkanten, in Rahmen oder unter aufliegende Glasplatten laufen. Acrylglas separat behandeln. |
| Metall & beschichtete Gestelle Edelstahl, Chrom, Aluminium, Pulverlack | Tatsächliche Oberfläche bestimmen; mild und kontrolliert reinigen. An Schliffrichtung, Verbindungspunkten und benachbarten Materialien orientieren. | Keine universelle Metallpolitur: Sie kann vorhandene Überzüge abtragen oder auf Nachbarflächen Flecken verursachen. |
| Stein & keramische Platten Beistelltische, Empfangstresen, Abdeckungen | Werkstoff identifizieren; für die laufende Reinigung einen geeigneten milden Reiniger und geringe Feuchte wählen. Klebeverbindungen und Unterbau mitdenken. | Steinoptik ist keine Materialbestimmung. Säure kann etwa kalkhaltigen Naturstein angreifen; Keramik und Komposit sind getrennt zu beurteilen. |
| Textile Polster Sitzflächen, Rückenlehnen, Stoffbespannungen | Bei beauftragter Leistung mit sauberer Polsterdüse und angepasster Saugleistung entstauben. Flecken erst nach Prüfung von Faser, Farbe und Aufbau behandeln. | Nicht mit dem Möbeltuch nass abwischen. Eine Tiefenreinigung braucht eine eigene Verfahrenswahl und ausreichende Trocknung. |
| Leder & Kunstleder Beschichtete oder offenporige Bezüge | Lederart, Kunststoffbeschichtung und Pflegevorgabe bestimmen. Nur das freigegebene Verfahren verwenden; Feuchte an Nähten begrenzen. | Leder und Kunstleder sind keine gemeinsame Reinigergruppe. Keine pauschale Behandlung mit Alkohol, Lösemitteln oder Möbelpolitur. |
Probefläche: Nicht nur unmittelbar nach dem Wischen schauen. Erst im trockenen Zustand lassen sich neue Glanzstellen, Aufhellungen, Klebrigkeit oder Farbabtrag beurteilen.
REINIGUNGSMITTEL & TEXTILIEN
Wasser oder ein passend dosierter milder Neutralreiniger, sofern für die Oberfläche freigegeben. Nicht automatisch mehr Produkt einsetzen, wenn Schlieren bleiben.
Fachkapitel öffnen →Ein materialverträglicher Oberflächen- oder Allzweckreiniger kann passen. Alkoholhaltige Varianten nur bei bestätigter Verträglichkeit von Lack, Kunststoff und Klebeverbindungen.
Fachkapitel öffnen →Erst Stoff und Untergrund bestimmen. Spezialreiniger, Fleckmittel und Pflegeprodukte gezielt auswählen und separat vereinbaren; keine universelle Möbelpolitur auf alle Oberflächen.
Fachkapitel öffnen →Nur saubere, für die Oberfläche geeignete Textilien einsetzen. Das Tuch falten und unbenutzte Seiten nutzen; bei Verschmutzung wechseln. Benutzte Tücher getrennt sammeln und nicht wieder in saubere Gebrauchslösung eintauchen. Sanitär-, Boden- und Möbeltücher getrennt halten; das betriebliche Farbsystem beachten.
Desinfektion ist ein eigener Arbeitsschritt. Griffbereiche nicht pauschal desinfizieren. Wenn der Hygieneplan es vorgibt, gelten Materialfreigabe, vollständige Benetzung und die festgelegte Einwirkzeit. Den Desinfektionsfilm nicht wie gewöhnliche Restfeuchte sofort trockenwischen. Zur Wischdesinfektion →
04 · PRAXISABLAUF
Die Reihenfolge an Raum, Auftrag und Nutzung anpassen. Hohe Flächen kommen vor den darunterliegenden; starke Verschmutzung wird mit getrennten Arbeitsmitteln bearbeitet.
Auftrag und Zustand abgleichen; belegte Flächen, empfindliche Gegenstände, Kabel und instabile Möbel vor dem Start erkennen.
Nur vereinbarte Gegenstände und leichte Möbel sicher umsetzen. Bei belegten Flächen ausschließlich frei erreichbare Stellen reinigen, sofern nichts berührt oder gefährdet wird; Hindernisse melden.
Lose Verschmutzung von den höchsten beauftragten Flächen nach unten staubarm aufnehmen. Polster bei vereinbarter Leistung mit geeignetem, sauberem Saugzubehör bearbeiten.
Reiniger und Tuch an unauffälliger Stelle prüfen. Eine freigegebene Gebrauchslösung in das Tuch geben; kein Sprühnebel über Elektronik, Fugen oder persönliche Gegenstände.
Tischplatten, Ablagen und Fronten abschnittsweise mit geringer, materialgerechter Feuchte reinigen. Saubere Tuchseiten nutzen und bei Verschmutzung wechseln.
Vereinbarte Griffbereiche, Armlehnen und Gestelle mit frischen Tuchflächen bearbeiten. Für stark verschmutzte Rollen, Füße oder bodennahe Teile getrennte Textilien verwenden.
Gelösten Schmutz und erforderlichenfalls Reinigungsmittelreste aufnehmen. Feuchte an Kanten, Fugen und Beschlägen sofort entfernen; das trockene Ergebnis kontrollieren.
Erst auf trockenem Untergrund an die vereinbarte Position zurückstellen. Standfestigkeit, Laufwege, Gegenstände und ausgelassene Bereiche abschließend prüfen und dokumentieren.
MÖBEL SICHER BEWEGEN
Auftrag, Gewicht, Standfestigkeit und Transportweg prüfen. Für schwere oder unhandliche Teile geeignete Hilfsmittel und erforderlichenfalls weitere Personen einplanen.
Rollen, Gleiter, lose Platten und Kabel kontrollieren. Ein belegter Rollcontainer wird nicht automatisch standfest, nur weil er Rollen hat. Möbel nur an vorgesehenen, tragfähigen Stellen anfassen.
Nicht über empfindliche Böden schleifen und nicht an Armlehnen, Tischkanten oder Kabeln ziehen. Kippsicherungen und feste Verbindungen nicht lösen. Fluchtwege und Türen freihalten.
Untergrund und Möbelunterseiten müssen ausreichend trocken sein. Vereinbarte Position, sicheren Stand und freiliegende Kabel prüfen. Stühle nur dann auf Tische stellen, wenn Aufgabe und Möbel dafür geeignet und freigegeben sind.
Arbeitsschutz: DGUV Regel 101-605, Abschnitte Ergonomie und Unterhaltsreinigung ↗
06 · ABSCHLUSSKONTROLLE
Bei seitlichem Licht nachprüfen. Bleiben trotz geeigneter Reinigung Verfärbungen, Abrieb oder Glanzunterschiede, den Zustand klären statt die Reibung und Dosierung immer weiter zu erhöhen.
Bei Farbabtrag, klebriger oder angelöster Oberfläche, offenen Kanten, instabilem Möbel oder unklarer Materialverträglichkeit stoppen und Rücksprache halten. Neue Schäden sofort melden.
Sind vereinbarte Flächen nicht zugänglich, wird das Hindernis dokumentiert und mit der Objektleitung geklärt. Ob Freiräumen, Nacharbeit oder eine Zusatzleistung erforderlich ist, richtet sich nach dem Auftrag und der Absprache. Reparaturen, Demontage, das Lösen von Kippsicherungen sowie das Öffnen privater oder verschlossener Schränke gehören nicht automatisch zur Reinigung.