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MATERIALKUNDE · BEREICH 03Naturstein
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · BEREICH 03 · NATURSTEIN

22 Natursteine.
22 eigene Grenzen.

Naturstein ist keine einheitliche Oberfläche. Erst Gesteinsart, Mineralbestand, Poren, Finish, Imprägnierung und Nutzung zusammen ergeben ein sicheres Reinigungsverfahren.

JANS GRUNDREGELKalkhaltig: Säure tabu. Silikatisch: Säure trotzdem nur nach eindeutiger Freigabe.

00.1 · ENTSTEHUNG VOR HANDELSNAMEN

Drei Gesteinsfamilien.
Eine wichtige Verwechslungsgefahr.

Die geologische Einordnung erklärt das Material. Der Handel fasst Steine häufig nach Bearbeitung und Leistung zusammen. Ein „schwarzer Granit“ kann deshalb tatsächlich Gabbro sein, ein „Jura-Marmor“ ist geologisch Kalkstein.

01Erstarrtes Magma oder Lava

Magmatisch

Granit und Gabbro kühlen langsam in der Tiefe; Basalt erstarrt schnell aus Lava. Kristallgröße und Porenbild unterscheiden sich deshalb deutlich.

02Abgelagert und verfestigt

Sedimentär

Sandstein entsteht aus verkitteten Sandkörnern. Kalkstein und Travertin entstehen überwiegend aus Calciumcarbonat – und reagieren deshalb auf Säure.

03Durch Druck und Wärme umgewandelt

Metamorph

Gneis, Quarzit, Schiefer und Marmor gehen aus älteren Gesteinen hervor. Mineralbestand und gerichtete Struktur bleiben für die Reinigung entscheidend.

00.2 · GESTEINSBILDENDE MINERALIEN

Das Gestein ist das Haus.
Mineralien sind seine Bausteine.

Mineralien sind natürliche Stoffe mit typischer chemischer Zusammensetzung und Kristallstruktur. Mehrere Minerale bilden gemeinsam ein Gestein – und jedes kann Härte, Farbe, Porigkeit oder chemische Beständigkeit beeinflussen.

01SiO₂

Quarz

Granit, Gneis, Sandstein und Quarzit

Sehr hart. Quarzkörner in Sand und Staub können weichere Oberflächen verkratzen; fluoridhaltige Reiniger greifen silikatische Bestandteile an.

02Aluminiumsilikate

Feldspäte

Granit, Gneis, Syenit und viele Vulkanite

Häufige helle bis farbige Kristalle. Verwitterung kann sie zu Tonmineralen verändern; mineralische Einschlüsse reagieren nicht immer einheitlich.

03Schichtsilikate

Glimmer

Granit, Gneis, Glimmerschiefer und Schiefer

Spaltet sich in dünne Blättchen. Glimmerreiche Lagen können mechanisch empfindlicher sein und Glanz oder Festigkeit richtungsabhängig verändern.

04CaCO₃

Calcit

Kalkstein, Marmor, Travertin und Kalkonyx

Calcit ist das wichtigste kalkbildende Mineral und säureempfindlich. Matte Säureflecken sind Materialverlust, kein abwischbarer Belag.

05CaMg(CO₃)₂

Dolomit

Dolomitstein und dolomitischer Marmor

Ebenfalls ein Carbonatmineral (Mineral mit Carbonat-Bausteinen) und deshalb nicht säurefest. Die Reaktion kann anders verlaufen als bei Calcit.

06sehr feine Schichtsilikate

Tonminerale

Tonstein, Mergel, Schiefer und als Bindemittel in Sandstein

Können Wasser aufnehmen, quellen oder Festigkeit und Farbe beeinflussen. Lange Durchfeuchtung und aggressive Mechanik sind besonders kritisch.

07FeS₂ · Fe-Oxide

Pyrit & Eisenoxide

als Nebenminerale in vielen Natursteinen

Pyrit (Eisensulfid) kann sich unter ungünstigen Bedingungen verändern; Eisenoxide färben gelb, braun oder rot. Rostfarbene Stellen sind nicht automatisch Fremdrost.

08dunkle Silikatminerale

Pyroxene, Amphibole & Olivin

Basalt, Gabbro und weitere dunkle Gesteine

Sie prägen Farbe und Gefüge. Dunkler Stein ist deshalb nicht automatisch chemisch unempfindlich und auch nicht automatisch Granit.

MOHS-SKALA · PRAXISBEZUG

Mineralhärte ist nicht automatisch Steinhärte.

Die Mohs-Skala ordnet Mineralien danach, welches Mineral ein anderes ritzen kann. Sie ist eine Vergleichsreihe, keine lineare Messung und keine Gesamtbewertung einer verlegten Steinfläche.

01Talksehr weich
03Calcittypisch für Marmor und Kalkstein
06Feldspathärter als Calcit
07Quarzhartes Schleifkorn im Alltag
WAS DIE ZAHL NICHT SAGT

Ein Gestein besteht aus mehreren Mineralien. Poren, Kornbindung, Risse, Spachtelungen, Harz, Fugen und Oberflächenfinish können schwächer sein als sein härtester Bestandteil.

DER TYPISCHE SCHADENSFALL

Ein Quarzkorn aus Sand bleibt unter Mopp oder Pad liegen und ritzt weicheren, polierten Marmor oder Kalkstein. Sichtbar werden Bögen, matte Laufspuren oder feine Kratzer.

DER RICHTIGE START

Sand und harten Feinschmutz zuerst vollständig saugen oder staubbindend aufnehmen. Werkzeug und Mechanik richten sich nach dem empfindlichsten Teil des gesamten Oberflächensystems.

00.3 · STEINMETZMÄSSIGE OBERFLÄCHEN

Gleicher Stein.
Anderes Reinigungsverhalten.

Die Bearbeitung verändert Rauheit, Glanz, Schmutzanhaftung und die mögliche Mechanik. Sie macht aus einem säureempfindlichen Stein keinen säurefesten – und aus einer rauen Nutzseite keinen ungepflegten Boden.

01

Gesägt

Sägewerkzeug hinterlässt eine matte Fläche mit gerichteten Spuren.

02

Geschliffen

Schleifstufen ebnen die Fläche. Die Körnung bestimmt, wie fein und matt sie wirkt.

03

Poliert

Sehr feiner Schliff erzeugt Glanz und Spiegelung – keine aufgetragene Lackschicht.

04

Gebürstet

Bürstwerkzeuge arbeiten weichere Bereiche stärker heraus und erzeugen eine satinierte Reliefstruktur.

05

Geflammt

Kurze starke Hitze lässt geeignete Steinoberflächen aufrauen; nicht jeder Naturstein verträgt das Verfahren.

06

Gestockt

Ein Schlagwerkzeug erzeugt viele kleine Vertiefungen und eine gleichmäßig raue Fläche.

07

Gestrahlt

Sand, Kugeln oder andere Strahlmittel mattieren und strukturieren die Nutzseite.

08

Spaltrau

Die natürliche Bruch- oder Spaltfläche bleibt sichtbar und bewusst unregelmäßig.

09

Getrommelt / antikisiert

Mechanische Bearbeitung rundet Kanten und erzeugt eine gewollt gebrauchte Anmutung.

00.4 · NATURSTEIN-ATLAS

Vom Rohblock
zur verlegten Fläche.

Alle Motive sind eigens generierte, fotorealistische Lehrdarstellungen. Links siehst du eine typische Anwendung, rechts die Rohfassung. Struktur und Farbe bleiben sortenabhängig – das Bild ersetzt keine Steinbestimmung.

Generiertes Bildpaar aus geschliffenem Granitboden und rauem Granitblock im Steinbruch
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
01Magmatisch

Granit

grobkristallin · hart · meist geringer Porenraum

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering, sortenabhängig
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Generiertes Bildpaar aus verlegtem Gneisboden mit Bänderung und rauem Gneisblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
02Metamorph

Gneis

gebändert · richtungsabhängig · hart

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering bis mäßig
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Generiertes Bildpaar aus dunklem Basaltboden und rauem Basaltblock vor Säulenbasalt
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
03Magmatisch

Basalt

dunkel · feinkörnig · dicht

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
dicht bis porig, Sorte entscheidet
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Generiertes Bildpaar aus dunkel geschliffenem Gabbroboden und rauem Gabbroblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
04Magmatisch

Gabbro

dunkel · grobkristallin · polierfähig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering
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Generiertes Bildpaar aus verlegten Quarzitplatten und rauem quarzkristallinem Quarzitblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
05Metamorph

Quarzit

sehr hart · kristallin · oft spaltbar

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering, offene Lagen möglich
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Generiertes Bildpaar aus spaltrau verlegtem Schieferboden und rohem Schieferblock mit Lagen
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
06Metamorph

Schiefer

lagig · spaltrau · variabel

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
gering bis mäßig, Spaltflächen entscheidend
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Generiertes Bildpaar aus verlegten Sandsteinplatten und rauem geschichtetem Sandsteinblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
07Sedimentär

Sandstein

körnig · porös · bindemittelabhängig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
oft mittel bis hoch
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Generiertes Bildpaar aus hellen Kalksteinfliesen und fossilführendem rauem Kalksteinblock
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08Sedimentär

Kalkstein

kalkhaltig · säureempfindlich · vielseitig

SÄURE
tabu
POREN
dicht bis stark porös
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Generiertes Bildpaar aus poliertem Marmorbelag und rauem kristallinem Marmorblock
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09Metamorph

Marmor

kristallin · polierfähig · säureempfindlich

SÄURE
tabu
POREN
meist gering bis mäßig, Adern entscheidend
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Generiertes Bildpaar aus gespachtelten Travertinfliesen und porigem rauem Travertinblock
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10Sedimentär

Travertin

porig · gebändert · säureempfindlich

SÄURE
tabu
POREN
hoch sichtbar; oft werkseitig gespachtelt
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Generiertes Bildpaar aus verlegtem dunklem Diabas und einem rauen Diabasblock
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11Magmatisch

Diabas

dunkelgrün bis anthrazit · dicht · fein- bis mittelkörnig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering, Klüfte und Finish entscheiden
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Generiertes Bildpaar aus rötlichem Porphyrpflaster und einem rauen Porphyrblock mit hellen Einsprenglingen
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12Magmatisch

Porphyr

rötlich bis grau · sichtbare Einsprenglinge · robust

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
gering bis mäßig, Gesteinsart entscheidet
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Generiertes Bildpaar aus hellen Dolomitsteinplatten und einem kompakten rohen Dolomitsteinblock
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13Sedimentär

Dolomitstein

hellgrau bis beige · dicht · säureempfindlich

SÄURE
tabu
POREN
gering bis mäßig, Poren und Klüfte sortenabhängig
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Generiertes Bildpaar aus polierten grünen Serpentinitplatten und einem rohen dunkelgrünen Serpentinitblock
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14Metamorph

Serpentinit

grün bis schwarzgrün · geadert · polierfähig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering, Adern und Risse relevant
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Generiertes Bildpaar aus grauen Grauwackeplatten und einem rauen geschichteten Grauwackeblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
15Sedimentär

Grauwacke

grau bis grüngrau · feinkörnig · kompakt

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist mäßig, Lager und Bindemittel entscheiden
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Generiertes Bildpaar aus polierten Konglomeratplatten und einem rohen Block mit gerundeten Kieseln
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16Sedimentär

Konglomerat

runde Kiesel · mehrfarbig · Verbundgestein

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
stark wechselnd zwischen Geröll und Matrix
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Generiertes Bildpaar aus polierten Brekzienplatten und einem rohen Block mit kantigen Gesteinsfragmenten
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17Sedimentär

Brekzie

kantige Einschlüsse · lebhafte Zeichnung · heterogen

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
wechselnd; Matrix, Adern und Füllungen entscheidend
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Generiertes Bildpaar aus hinterleuchteten Kalkonyxplatten und einem rohen gebänderten Kalksinterblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
18Sedimentär

Kalkonyx

durchscheinend · gebändert · sehr säureempfindlich

SÄURE
tabu
POREN
meist gering, Adern und offene Zonen relevant
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Generiertes Bildpaar aus einer bearbeiteten Specksteinoberfläche und einem rohen grau-grünen Specksteinblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
19Metamorph

Speckstein

weich · seifiger Griff · wärmespeichernd

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist gering, Kratzer und Adern relevant
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Generiertes Bildpaar aus hellen Bimssteinbauteilen und einem rohen extrem porigen Bimssteinblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
20Magmatisch

Bimsstein

sehr leicht · offenporig · saugstark

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
extrem hoch
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Generiertes Bildpaar aus einer historischen Tuffsteinfassade und einem rohen porigen Tuffsteinblock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
21Magmatisch

Tuffstein

porös · leicht bis mittelfest · stark sortenabhängig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
meist hoch
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Generiertes Bildpaar aus dunklen Lavasteinplatten und einem rohen vesikulären Lavablock
VERLEGT / BEARBEITETROHSTEIN
22Magmatisch

Lavastein

dunkel · offenporig · griffig

SÄURE
nur nach Freigabe
POREN
mäßig bis sehr hoch
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SCHNELLVERGLEICH FÜR DIE REINIGUNG

Nicht „hart oder weich“.
Erst Carbonat, Silikat und Oberfläche.

SteinGruppeSäureUnterhaltsmittelHaupt-Risiko
GranitMagmatischnur nach FreigabeRückstandsarmer pH-neutraler Naturstein-Unterhaltsreiniger; bei freigegebenem Belag gegebenenfalls mild alkalisch.Quarz macht verschmutzte Pads und Sand besonders kratzwirksam
GneisMetamorphnur nach FreigabeRückstandsarmer pH-neutraler Natursteinreiniger; mild alkalisch nur bei bestätigter Eignung von Sorte, Finish und Fuge.Eigenschaften schwanken mit Mineralbestand und Bänderung
BasaltMagmatischnur nach FreigabepH-neutraler, rückstandsarmer Natursteinreiniger; auf dunklen Flächen exakt dosieren und mit sauberem Wasser nacharbeiten.starke Säuren können dunkle Sorten aufhellen oder vergrauen
GabbroMagmatischnur nach FreigabepH-neutraler, sehr rückstandsarmer Natursteinreiniger; sauber dosieren, klar nachwischen und trockenpolieren, wenn das Finish dies verlangt.Säure kann einzelne dunkle Minerale verändern und Vergrauung erzeugen
QuarzitMetamorphnur nach FreigabepH-neutraler Natursteinreiniger; bei bestätigter Beständigkeit mild alkalisch. Rückstände auf strukturierter Fläche vollständig ausspülen.Flusssäure greift den Quarz selbst an
SchieferMetamorphnur nach FreigabepH-neutraler, schiefergeeigneter Natursteinreiniger; ausreichend klar nachspülen, damit kein grauer Film in der Spaltstruktur bleibt.Lagen können bei falscher Mechanik schuppen oder abblättern
SandsteinSedimentärnur nach FreigabepH-neutraler, schaumarmer Natursteinreiniger in möglichst geringer Flottenmenge; bei offenporiger Fläche maschinell absaugen statt verschmutztes Wasser verteilen.Poren nehmen Flüssigkeit, Öl und Schmutz tief auf
KalksteinSedimentärtabupH-neutraler bis schwach alkalischer, ausdrücklich kalksteingeeigneter Unterhaltsreiniger; niedrig dosieren und Rückstände vollständig aufnehmen.jede Säure kann ätzen und Glanz zerstören
MarmorMetamorphtabupH-neutraler bis schwach alkalischer, marmorgeeigneter Unterhaltsreiniger; auf polierter Fläche rückstandsarm und mit weichem Pad/Tuch.Säure erzeugt sofortige Ätzung und Glanzverlust
TravertinSedimentärtabupH-neutraler bis schwach alkalischer, travertingeeigneter Natursteinreiniger; offene Poren mit geeigneter Bürste bearbeiten und vollständig absaugen.Säure löst das Carbonat und kann auch Spachtelstellen schädigen
DiabasMagmatischnur nach FreigabepH-neutraler, rückstandsarmer Natursteinreiniger; auf dunklen Flächen exakt dosieren und klar nacharbeiten.Säuren können dunkle Minerale aufhellen oder verfärben
PorphyrMagmatischnur nach FreigabepH-neutraler Natursteinreiniger; raue Flächen mit geeigneter Bürste und kontrollierter Flottenmenge reinigen.Handelsbegriff sagt wenig über Mineralbestand und Säurebeständigkeit
DolomitsteinSedimentärtabupH-neutraler bis schwach alkalischer, carbonatsteingeeigneter Unterhaltsreiniger.Säure löst das Carbonat und erzeugt matte Stellen
SerpentinitMetamorphnur nach FreigabepH-neutraler, rückstandsarmer Natursteinreiniger; polierte Fläche mit weichem Tuch oder Pad behandeln.Adern, Risse und Harzstellen reagieren uneinheitlich
GrauwackeSedimentärnur nach FreigabepH-neutraler Natursteinreiniger; bei rauer Oberfläche eine ausreichend feine Bürste verwenden.Bindemittel und Matrix sind sortenabhängig
KonglomeratSedimentärnur nach FreigabepH-neutraler, rückstandsarmer Natursteinreiniger für heterogene Gesteine.Bestandteile reagieren chemisch und mechanisch unterschiedlich
BrekzieSedimentärnur nach FreigabepH-neutraler, für polierte Naturwerksteine geeigneter Unterhaltsreiniger.Fragmente, Matrix und Harzfüllungen reagieren unterschiedlich
KalkonyxSedimentärtabupH-neutraler, kalksteingeeigneter Reiniger auf ein weiches Tuch geben; Feuchtigkeit kontrolliert halten.Säure verursacht sofortige Ätzung
SpecksteinMetamorphnur nach FreigabepH-neutraler, rückstandsarmer Reiniger und sehr weiches Tuch; vorhandene Ölpflege berücksichtigen.sehr weich und leicht zu verkratzen
BimssteinMagmatischnur nach FreigabeBauteilsystem bestimmen. Unbeschichteten Bims möglichst trocken absaugen; beschichtete Flächen nach der Beschichtung reinigen.extrem hohe Wasser- und Schmutzaufnahme
TuffsteinMagmatischnur nach FreigabeTrockene, sehr weiche Bürst- oder Saugtechnik; intakte jüngere Flächen nur nach Freigabe schwach feucht reinigen.hohe Porosität und Wasseraufnahme
LavasteinMagmatischnur nach FreigabepH-neutraler Natursteinreiniger; porige Flächen bürsten und vollständig nasssaugen, glasierte Flächen nach Herstellerfreigabe behandeln.Poren sammeln Schmutz und Reinigungsflotte

DER GEMEINSAME START

Fünf Schritte vor jedem steinspezifischen Verfahren.

  1. 01Stein belegen

    Handelsname, tatsächliche Gesteinsart und Produktunterlagen zusammentragen.

  2. 02Oberfläche lesen

    Politur, Schliff, Spaltfläche, Poren, Spachtel, Imprägnierung und Pflegefilm trennen.

  3. 03Schmutz bestimmen

    Mineralisch, fettig, organisch, metallisch, biologisch oder ein Materialschaden?

  4. 04Probefläche trocknen lassen

    Farbe, Glanz, Griff, Wasseraufnahme und Rückstände erst nach vollständiger Trocknung bewerten.

  5. 05Mild beginnen

    Passenden Reiniger dosieren, Mechanik kontrollieren und Schmutzflotte vollständig abführen.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Quellen zum Nachlesen.

Der DNV weist ausdrücklich darauf hin, dass Reiniger, Konzentration, Methode und Werkzeug auf den jeweiligen Naturstein und seine Nutzung abgestimmt und vom Produkthersteller freigegeben sein müssen.

DNV · 2024BTI 3.2 Reinigung und Pflege · FachhinweiseDNV / NatursteinNaturwerkstein und Steinbrüche in DeutschlandBritish Geological SurveyRocks and minerals · Entstehung und GesteinsgruppenNatural Stone InstituteCare & Cleaning of Natural StoneNatural Stone InstituteWissenschaftliche und kommerzielle BezeichnungenMaterialarchivStatuario · Carrara-Marmor und Materialeinordnung

IM ATLAS BEGINNEN

Kapitel 01 · Granit.

Vom echten Tiefengestein bis zur weit gefassten Handelsgruppe.

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