Geologischer Ursprung
Kalkschlämme, Schalen, Skelette oder chemisch ausgefälltes Calciumcarbonat lagern sich häufig in Meeren ab und verfestigen sich zu Kalkstein.
MATERIALKUNDE · NATURSTEIN · KAPITEL 08
Kalkstein besteht überwiegend aus Calciumcarbonat. Säuren lösen den Stein selbst an – matte Flecken sind deshalb Materialverlust und kein abwischbarer Belag.

Typische Anwendung als Platte oder Bauteil. Sorte, Finish und Fugenbild können abweichen.
Lehrdarstellung des unbearbeiteten Gefüges vor Sägen, Schleifen oder Spalten.
01 · ENTSTEHUNG, ROHSTEIN & ABBAU
Kalkschlämme, Schalen, Skelette oder chemisch ausgefälltes Calciumcarbonat lagern sich häufig in Meeren ab und verfestigen sich zu Kalkstein.
Von dicht und fein bis offenporig; Fossilien, Adern, Stylolithen und wolkige Farben sind typisch. Handelsnamen wie Jura-Marmor können geologisch Kalkstein bezeichnen.
Lager werden blockweise gesägt oder geschrämt. Je nach Bankhöhe entstehen massive Werkstücke, Unmaßplatten oder dünne Boden- und Fassadenplatten.
BESONDERE KALKSTEINE
Jura-Marmor ist kein echter Marmor und Petit Granit kein Granit. Der Stein nimmt es gelassen – bei der Reinigung sollte man den Unterschied trotzdem kennen.

Sehr feinkörniger, dichter Kalkstein aus Bayern, der sich entlang dünner Schichten in Platten spalten lässt.
Cremefarben bis ocker; möglich sind Fossilien und Dendriten (baumartige Ablagerungen aus Metalloxiden). Dendriten sehen pflanzenähnlich aus, sind aber weder Pflanzen noch Schmutz.
Vor allem Boden- und Wandplatten im Innenbereich, außerdem historische Bauteile und früher Druckplatten für die Lithografie (Steindruck).
Säurefrei und mit weicher Mechanik reinigen. Natürlich raue Spaltflächen gründlich absaugen und Schmutzflotte vollständig aufnehmen.
Dichter, häufig fossilreicher Kalkstein aus der Fränkischen Alb. Der Handelsname klingt edel, macht ihn aber nicht zu echtem Marmor.
Meist gelblich-beige bis graublau, häufig mit Schalenresten, Schwämmen oder wolkigen Fossilzeichnungen.
Typisch für Böden, Treppen, Fensterbänke, Wandplatten und massive Werkstücke.
Säurefreie, kalksteingeeignete Mittel verwenden. Polierte oder geschliffene Flächen vor Sand schützen und ohne grobe Pads bearbeiten.
Sedimentgestein mit sichtbaren Schalen- und Fossilresten. Dichte und Porenraum können je nach Sorte deutlich schwanken.
Meist grau, graubraun oder blaugrau; Muscheln, Schalenbruchstücke und unregelmäßige Lagen prägen das Bild.
Böden, Treppen, Fassaden, Fensterbänke und Bauteile im Innen- und Außenbereich – sofern die konkrete Sorte dafür freigegeben ist.
Fossilvertiefungen und Poren mit einer weichen Bürste ausarbeiten. Säure, aggressiven Hochdruck und antrocknende Schmutzflotte vermeiden.
Dunkler, dichter Kalkstein aus Belgien mit vielen fossilen Bestandteilen. Trotz des Handelsnamens Petit Granit ist er kein Granit.
Blaugrau bis fast schwarz mit hellen Fossilpunkten und Krinoidenresten (Bruchstücke fossiler Seelilien).
Bodenplatten, Treppen, Fensterbänke, Fassaden und massive Werkstücke.
Wie jeden Kalkstein konsequent säurefrei behandeln. Auf dunklen Flächen Reiniger exakt dosieren und klar nachwischen, damit keine Schleier bleiben.
Alle vier Beispiele sind Kalksteine und damit säureempfindlich. Entscheidend bleiben dennoch die konkrete Sorte, Oberfläche, Fuge und Herstellerfreigabe.
Der Ausdruck wurde und wird für verschiedene polierfähige deutsche Kalksteine verwendet. Häufig ist im Baualltag Jura-Kalkstein beziehungsweise „Jura-Marmor“ gemeint; ohne Sorten- oder Liefernachweis bleibt die Bezeichnung jedoch zu ungenau. Gereinigt wird nach dem tatsächlich bestimmten Carbonatgestein.
02 · WO UND ALS WAS?
03 · POSITIV & NEGATIV
04 · OBERFLÄCHE ERKENNEN
Carbonatgestein: Säure greift den Stein selbst an. Essig, Zitronensäure, Sanitärreiniger und saure Zementschleierentferner bleiben weg.
05 · REINIGUNG & MITTEL
pH-neutraler bis schwach alkalischer, ausdrücklich kalksteingeeigneter Unterhaltsreiniger; niedrig dosieren und Rückstände vollständig aufnehmen.
Nur freigegebener alkalischer Naturstein-Intensiv- oder Grundreiniger. Fläche vorprüfen, kurze Einwirkzeit, weiche Mechanik und gründliche Neutralspülung mit Wasser.
Flecken materialschonend diagnostizieren; Öl-, Rost- oder organische Flecken mit kalksteinfreigegebenem Spezialprodukt beziehungsweise Kompresse behandeln.
Staubbindend vorreinigen, nebelfeucht bis feucht wischen oder scheuersaugen; polierte Flächen ausschließlich mit nicht abrasiver Mechanik.
Gesteinsunterlagen, Fossilien, Oberfläche und Nutzung prüfen; kein Säuretest auf Sichtfläche.
Sand und harte Partikel vollständig entfernen.
Kalksteingeeigneten Neutral- oder milden Alkalireiniger anlegen.
Pad/Bürste nach Finish wählen und Ätzstellen nicht weiter bearbeiten.
Klar nacharbeiten; matte Flecken als möglichen Substanzschaden melden.
FACHLICHE GRUNDLAGE