INHALTDolomitstein
MATERIALKUNDE · BEREICH 03Naturstein
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · NATURSTEIN · KAPITEL 13

Dolomitstein.
Vom Bruch bis zur Reinigung.

Dolomitstein ist ein sedimentäres Carbonatgestein mit hohem Dolomitanteil. Er reagiert oft langsamer als calcitischer Kalkstein, wird durch Säure aber trotzdem angegriffen.

SedimentärCarbonatgestein · nicht automatisch Dolomitmarmorüberwiegend Dolomit CaMg(CO₃)₂
Generiertes Bildpaar aus hellen Dolomitsteinplatten und einem kompakten rohen Dolomitsteinblock
LINKS · VERLEGT / BEARBEITET

Typische Anwendung als Platte oder Bauteil. Sorte, Finish und Fugenbild können abweichen.

RECHTS · ROHFASSUNG

Lehrdarstellung des unbearbeiteten Gefüges vor Sägen, Schleifen oder Spalten.

01 · ENTSTEHUNG, ROHSTEIN & ABBAU

Woher kommt Dolomitstein?
Was passiert vor der Platte?

ENTSTEHUNG

Geologischer Ursprung

Magnesiumreiche Lösungen verändern kalkige Sedimente oder Dolomit fällt direkt aus. Das Ergebnis ist ein meist dichter, fein- bis mittelkristalliner Carbonatstein.

ROHFASSUNG

So wirkt der Bruch

Hellgrau, beige, gelblich oder bräunlich; dichter bis feinporiger Bruch, mitunter gebändert oder von Adern durchzogen.

GEWINNUNG

Vom Lager zum Werkstück

Lager werden gesägt und zu Rohblöcken, Platten, Stufen oder Mauersteinen verarbeitet. Lagerung und Klüfte bestimmen Format und Ausbeute.

WICHTIGE HERKUNFTS- UND ABBAUREGIONEN
  • Deutschland: Alpenrand und verschiedene Kalkgebirge
  • Europa: Dolomiten, Alpenraum, Spanien, Kroatien und Türkei
  • Weltmarkt: zahlreiche dolomitische Werksteine aus Indien, China und Nordamerika
Die Liste nennt typische Regionen, keine abschließende Markt- oder Herkunftsgarantie. Maßgeblich sind Lieferschein, Produktdaten und Bezugsprobe.

02 · WO UND ALS WAS?

Typische Verwendung.
Bevorzugte Einbauorte.

BAUTEILE & FORMATE
  • Boden- und Wandplatten
  • Treppen, Fensterbänke und massive Werkstücke
  • Fassaden und Sockel bei geeigneter Sorte
  • Mauer- und Landschaftsbau
BESONDERS PASSEND
  • Innenräume mit säurefreier Pflege
  • Repräsentative Flächen mit geschliffenem Finish
  • Außenbauteile bei nachgewiesener Frostbeständigkeit

03 · POSITIV & NEGATIV

Stärken nutzen.
Schwachstellen nicht wegreden.

+

Positive Eigenschaften

  • häufig dicht und druckfest
  • ruhige, warme Naturtöne
  • schleif- und teilweise polierfähig
  • vielfältige Werksteinformate

Negative Eigenschaften

  • Säure löst das Carbonat und erzeugt matte Stellen
  • Dolomitanteil ist kein Säureschutz
  • Salze und Feuchtigkeit können Kanten und Fugen schädigen
  • Handelsnamen können Dolomitstein und Dolomitmarmor vermischen

04 · OBERFLÄCHE ERKENNEN

Gleicher Stein.
Anderes Finish, andere Reinigung.

GÄNGIGE BEARBEITUNGEN
geschliffenpoliert – sortenabhängiggebürstetgestocktsandgestrahlt
VOR ORT PRÜFEN
  • meist feinere, dichtere Optik als poriger Travertin
  • keine sichere Unterscheidung von Kalkstein ohne Unterlagen
  • Dolomitmarmor zeigt stärker rekristallisiertes Gefüge
SÄURESTATUStabu

Carbonatgestein: Säure greift den Stein selbst an. Essig, Zitronensäure, Sanitärreiniger und saure Zementschleierentferner bleiben weg.

05 · REINIGUNG & MITTEL

Welche Chemie?
Welche Mechanik?

UNTERHALTSREINIGUNG

Für den regelmäßigen Einsatz

pH-neutraler bis schwach alkalischer, carbonatsteingeeigneter Unterhaltsreiniger.

INTENSIVREINIGUNG

Bei haftendem Schmutz

Freigegebener alkalischer Naturstein-Intensivreiniger; Pflegefilm, Fuge und Stein gemeinsam prüfen.

FLECKENBEHANDLUNG

Nur ursachenbezogen

Ursachenbezogene Kompresse oder Spezialreinigung ohne Säure; matte Ätzstellen sind Substanzschäden.

WERKZEUG & VERFAHREN

Mechanik passend dosieren

Sand fernhalten, weich mechanisieren, zweistufig wischen oder scheuersaugen und Restfeuchte aufnehmen.

PRAXISABLAUF

Fünf Schritte für Dolomitstein.

  1. 01
    Material belegen

    Dolomitstein, Handelsname, Finish, Fuge und Schutzbehandlung anhand der Unterlagen prüfen.

  2. 02
    Trocken entlasten

    Sand, Splitt und lose Partikel mit kratzfreier Technik vollständig aufnehmen.

  3. 03
    Probefläche anlegen

    Freigegebenen Reiniger korrekt dosieren und eine verdeckte Fläche vollständig trocknen lassen.

  4. 04
    Mechanik abstimmen

    Bürste oder Pad nach Härte, Porenbild und Oberflächenbearbeitung auswählen.

  5. 05
    Flotte entfernen

    Gelösten Schmutz vollständig aufnehmen, klar nacharbeiten und das Trockenbild kontrollieren.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Einordnung und Pflege.

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