INHALTDiabas
MATERIALKUNDE · BEREICH 03Naturstein
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · NATURSTEIN · KAPITEL 11

Diabas.
Vom Bruch bis zur Reinigung.

Diabas ist die in Deutschland traditionelle Bezeichnung für meist ältere, nachträglich veränderte doleritische Ganggesteine. Im Handel wird er wegen seiner technischen Eigenschaften häufig der Granitgruppe zugeordnet.

MagmatischGanggestein · kommerziell oft GranitgruppePlagioklas · Pyroxen · umgewandelte dunkle Minerale
Generiertes Bildpaar aus verlegtem dunklem Diabas und einem rauen Diabasblock
LINKS · VERLEGT / BEARBEITET

Typische Anwendung als Platte oder Bauteil. Sorte, Finish und Fugenbild können abweichen.

RECHTS · ROHFASSUNG

Lehrdarstellung des unbearbeiteten Gefüges vor Sägen, Schleifen oder Spalten.

01 · ENTSTEHUNG, ROHSTEIN & ABBAU

Woher kommt Diabas?
Was passiert vor der Platte?

ENTSTEHUNG

Geologischer Ursprung

Basisches Magma erstarrt in Gängen oder flachen Intrusionen langsamer als Lava, aber schneller als Gabbro. Spätere Umwandlung kann die typische grünliche Färbung erzeugen.

ROHFASSUNG

So wirkt der Bruch

Dunkelgrauer bis grünschwarzer, dichter Bruch mit feinem bis mittlerem Korn. Unter gutem Licht sind kleine helle Feldspäte und dunkle Minerale erkennbar.

GEWINNUNG

Vom Lager zum Werkstück

Massive Lager werden gebohrt, gesägt oder schonend gesprengt. Werksteinfähige Blöcke werden zu Platten, Pflaster und Massivteilen verarbeitet; ein großer Anteil dient als Gesteinskörnung.

WICHTIGE HERKUNFTS- UND ABBAUREGIONEN
  • Deutschland: unter anderem Sauerland, Harz, Lahn-Dill-Gebiet und Bayerischer Wald
  • Europa: Skandinavien, Tschechien, Polen und Großbritannien
  • Weltmarkt: weitere doleritische Hartgesteine aus Indien und Südafrika
Die Liste nennt typische Regionen, keine abschließende Markt- oder Herkunftsgarantie. Maßgeblich sind Lieferschein, Produktdaten und Bezugsprobe.

02 · WO UND ALS WAS?

Typische Verwendung.
Bevorzugte Einbauorte.

BAUTEILE & FORMATE
  • Pflaster, Bordsteine, Rinnen und stark belastete Außenflächen
  • Bodenplatten, Treppen und Sockel
  • Fassaden- und Wandplatten
  • Schotter, Splitt und technische Gesteinskörnung
BESONDERS PASSEND
  • Eingänge und Verkehrsflächen mit passender Rutschhemmung
  • Außenbereiche bei nachgewiesener Frost- und Tausalzeignung
  • Dunkle, strapazierfähige Architekturflächen

03 · POSITIV & NEGATIV

Stärken nutzen.
Schwachstellen nicht wegreden.

+

Positive Eigenschaften

  • häufig hohe Druck- und Abriebfestigkeit
  • dichtes, unaufdringliches Erscheinungsbild
  • bei geeigneter Sorte gut frostbeständig
  • raue und geschliffene Bearbeitungen möglich

Negative Eigenschaften

  • Säuren können dunkle Minerale aufhellen oder verfärben
  • Kalk- und Salzränder fallen auf dunkler Fläche stark auf
  • Polierte Flächen zeigen Mikrokratzer und Pflegemittelfilme
  • Handelsname allein bestätigt die genaue Petrographie nicht

04 · OBERFLÄCHE ERKENNEN

Gleicher Stein.
Anderes Finish, andere Reinigung.

GÄNGIGE BEARBEITUNGEN
geschliffenpoliertgeflammtgestocktsandgestrahlt
VOR ORT PRÜFEN
  • grünlich-anthrazitfarbenes, dichtes Gefüge
  • deutlich feiner als typischer Gabbro, gröber als vieler Basalt
  • von dunklem Kunststein ohne Unterlagen nicht sicher zu trennen
SÄURESTATUSnur nach Freigabe

Kein Freibrief: Minerale, Fugen, Imprägnierungen und Reparaturharze können trotzdem reagieren. Säure nur nach eindeutiger System- und Produktfreigabe.

05 · REINIGUNG & MITTEL

Welche Chemie?
Welche Mechanik?

UNTERHALTSREINIGUNG

Für den regelmäßigen Einsatz

pH-neutraler, rückstandsarmer Natursteinreiniger; auf dunklen Flächen exakt dosieren und klar nacharbeiten.

INTENSIVREINIGUNG

Bei haftendem Schmutz

Freigegebener alkalischer Intensivreiniger mit kurzer Einwirkzeit und vollständigem Absaugen der Schmutzflotte.

FLECKENBEHANDLUNG

Nur ursachenbezogen

Öl, Rost, Salz oder Kalk getrennt diagnostizieren; nur für dunkles Hartgestein freigegebene Spezialmittel einsetzen.

WERKZEUG & VERFAHREN

Mechanik passend dosieren

Sand gründlich vorentfernen, geschliffene Flächen mit weichem Pad und raue Flächen mit passender Bürste bearbeiten.

PRAXISABLAUF

Fünf Schritte für Diabas.

  1. 01
    Material belegen

    Diabas, Handelsname, Finish, Fuge und Schutzbehandlung anhand der Unterlagen prüfen.

  2. 02
    Trocken entlasten

    Sand, Splitt und lose Partikel mit kratzfreier Technik vollständig aufnehmen.

  3. 03
    Probefläche anlegen

    Freigegebenen Reiniger korrekt dosieren und eine verdeckte Fläche vollständig trocknen lassen.

  4. 04
    Mechanik abstimmen

    Bürste oder Pad nach Härte, Porenbild und Oberflächenbearbeitung auswählen.

  5. 05
    Flotte entfernen

    Gelösten Schmutz vollständig aufnehmen, klar nacharbeiten und das Trockenbild kontrollieren.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Einordnung und Pflege.

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