INHALTGranit
MATERIALKUNDE · BEREICH 03Naturstein
Alle Kapitel im Überblick

MATERIALKUNDE · NATURSTEIN · KAPITEL 01

Granit.
Vom Bruch bis zur Reinigung.

Echter Granit ist ein langsam in der Tiefe erstarrter Plutonit. Im Handel werden jedoch auch Gneis, Gabbro und andere harte, polierfähige Gesteine als Granit angeboten.

MagmatischHartgestein · im Handel oft weit gefasstQuarz · Feldspat · Glimmer
Generiertes Bildpaar aus geschliffenem Granitboden und rauem Granitblock im Steinbruch
LINKS · VERLEGT / BEARBEITET

Typische Anwendung als Platte oder Bauteil. Sorte, Finish und Fugenbild können abweichen.

RECHTS · ROHFASSUNG

Lehrdarstellung des unbearbeiteten Gefüges vor Sägen, Schleifen oder Spalten.

01 · ENTSTEHUNG, ROHSTEIN & ABBAU

Woher kommt Granit?
Was passiert vor der Platte?

ENTSTEHUNG

Geologischer Ursprung

Magma kühlt tief in der Erdkruste langsam ab. Dadurch wachsen sichtbare, fest miteinander verzahnte Kristalle aus Quarz, Feldspat und Glimmer.

ROHFASSUNG

So wirkt der Bruch

Körnig-kristalliner Bruch ohne Schichtung; helle Feldspäte, glasig-grauer Quarz und dunkle Glimmeranteile sind häufig mit bloßem Auge erkennbar.

GEWINNUNG

Vom Lager zum Werkstück

Große Blöcke werden entlang natürlicher Klüfte gelöst, mit Diamantseil oder Schrämmtechnik getrennt und anschließend zu Tranchen, Platten, Werkstücken oder Pflaster verarbeitet.

WICHTIGE HERKUNFTS- UND ABBAUREGIONEN
  • Deutschland: Fichtelgebirge, Bayerischer Wald, Oberlausitz und weitere Mittelgebirge
  • Europa: Skandinavien, Spanien, Portugal, Frankreich und Italien
  • Weltmarkt: unter anderem Indien, China, Brasilien und Südafrika
Die Liste nennt typische Regionen, keine abschließende Markt- oder Herkunftsgarantie. Maßgeblich sind Lieferschein, Produktdaten und Bezugsprobe.

02 · WO UND ALS WAS?

Typische Verwendung.
Bevorzugte Einbauorte.

BAUTEILE & FORMATE
  • Bodenplatten, Treppen, Podeste und stark belastete Eingänge
  • Fassadenplatten, Fensterbänke und massive Werkstücke
  • Küchenarbeitsplatten, Waschtische und Abdeckungen
  • Pflaster, Bordsteine, Mauern und Außenanlagen
BESONDERS PASSEND
  • Stark frequentierte Innenbereiche bei geeigneter Oberflächenrauheit
  • Witterungsbeanspruchte Außenflächen mit geprüfter Frost- und Tausalzbeständigkeit
  • Arbeitsflächen, wenn Sorte, Finish und Imprägnierung zur Nutzung passen

03 · POSITIV & NEGATIV

Stärken nutzen.
Schwachstellen nicht wegreden.

+

Positive Eigenschaften

  • hohe Druck- und Abriebfestigkeit bei vielen Sorten
  • große Auswahl an Farben und Bearbeitungen
  • innen und außen vielseitig einsetzbar
  • viele Sorten sind polierfähig und relativ fleckunempfindlich

Negative Eigenschaften

  • Quarz macht verschmutzte Pads und Sand besonders kratzwirksam
  • einzelne Minerale können rosten, ausblühen oder verfärben
  • Politur kann nass rutschig werden
  • Handelsname allein beweist weder Gesteinsart noch chemische Beständigkeit

04 · OBERFLÄCHE ERKENNEN

Gleicher Stein.
Anderes Finish, andere Reinigung.

GÄNGIGE BEARBEITUNGEN
poliertgeschliffengebürstetgeflammtgestocktsandgestrahlt
VOR ORT PRÜFEN
  • sichtbar verzahntes Kristallgefüge statt gleichmäßiger Druckoptik
  • keine regelmäßige Schichtung; Zeichnung kann trotzdem stark variieren
  • Fugen, Imprägnierung, Politur und Reparaturharze separat prüfen
SÄURESTATUSnur nach Freigabe

Kein Freibrief: Minerale, Fugen, Imprägnierungen und Reparaturharze können trotzdem reagieren. Säure nur nach eindeutiger System- und Produktfreigabe.

05 · REINIGUNG & MITTEL

Welche Chemie?
Welche Mechanik?

UNTERHALTSREINIGUNG

Für den regelmäßigen Einsatz

Rückstandsarmer pH-neutraler Naturstein-Unterhaltsreiniger; bei freigegebenem Belag gegebenenfalls mild alkalisch.

INTENSIVREINIGUNG

Bei haftendem Schmutz

Alkalischer Naturstein-Grund- oder Intensivreiniger nur nach Produktfreigabe, Probefläche und vollständigem Aufnehmen der Schmutzflotte.

FLECKENBEHANDLUNG

Nur ursachenbezogen

Flecktyp bestimmen und einen dafür freigegebenen Naturstein-Fleckentferner beziehungsweise eine Kompresse einsetzen; nicht auf Verdacht bleichen oder lösen.

WERKZEUG & VERFAHREN

Mechanik passend dosieren

Staub und Sand trocken aufnehmen, zweistufig feucht wischen oder scheuersaugen; weiche Bürste beziehungsweise nicht schleifendes Pad passend zum Finish.

PRAXISABLAUF

Fünf Schritte für Granit.

  1. 01
    Sorte und Finish prüfen

    Handelsname, sichtbare Minerale, Politur, Imprägnierung und Fugen erfassen.

  2. 02
    Abrasiven Schmutz entfernen

    Sand und Splitt trocken und ohne kratzende Düsen aufnehmen.

  3. 03
    Neutral vorlegen

    Freigegebenen Natursteinreiniger korrekt dosieren und Probefläche beobachten.

  4. 04
    Mechanik abstimmen

    Weiches Pad oder Bürste mit wenig Druck einsetzen; Kanten und Glanz kontrollieren.

  5. 05
    Aufnehmen und spülen

    Schmutzflotte vollständig absaugen, klar nacharbeiten und gleichmäßig trocknen lassen.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Einordnung und Pflege.

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