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MATERIALKUNDE · NATURSTEIN · KAPITEL 15
Grauwacke.Vom Bruch bis zur Reinigung. Grauwacke ist ein meist dunkler, schlecht sortierter Sandstein. Die feine Matrix kann tonige oder carbonatische Bestandteile enthalten – deshalb ist sie nicht pauschal wie Quarzit zu behandeln.
Sedimentär dichter Sandstein mit hohem Matrixanteil Quarz · Feldspat · Gesteinsbruchstücke · feine Matrix
00 Übersicht01 Granit02 Gneis03 Basalt04 Gabbro05 Quarzit06 Schiefer07 Sandstein08 Kalkstein09 Marmor10 Travertin11 Diabas12 Porphyr13 Dolomitstein14 Serpentinit15 Grauwacke16 Konglomerat17 Brekzie18 Kalkonyx19 Speckstein20 Bimsstein21 Tuffstein22 LavasteinLINKS · VERLEGT / BEARBEITET Typische Anwendung als Platte oder Bauteil. Sorte, Finish und Fugenbild können abweichen.
RECHTS · ROHFASSUNG Lehrdarstellung des unbearbeiteten Gefüges vor Sägen, Schleifen oder Spalten.
GENERIERTE LEHRDARSTELLUNG Kein Produktfoto und kein Beleg für eine konkrete Handelssorte. Zur sicheren Bestimmung sind Unterlagen, Gesteinsgefüge und gegebenenfalls Fachprüfung nötig.
ENTSTEHUNG Geologischer Ursprung Sand, Schluff und Gesteinsbruchstücke werden häufig durch submarine Trübeströme rasch abgelagert und anschließend dicht verfestigt.
ROHFASSUNG So wirkt der Bruch Grau, grüngrau oder braungrau; feines bis mittleres Korn, häufig lagerhaft und deutlich kompakter als lockerer Sandstein.
GEWINNUNG Vom Lager zum Werkstück Lager werden entlang natürlicher Schicht- und Kluftflächen gelöst. Werkstein wird zu Platten, Pflaster und Mauersteinen gesägt oder gespalten.
WICHTIGE HERKUNFTS- UND ABBAUREGIONEN Deutschland: Rheinisches Schiefergebirge, Harz und weitere paläozoische Gebiete Europa: Großbritannien, Belgien, Polen und Alpenregionen Weitere Vorkommen weltweit in alten Faltengebirgen Die Liste nennt typische Regionen, keine abschließende Markt- oder Herkunftsgarantie. Maßgeblich sind Lieferschein, Produktdaten und Bezugsprobe. 02 · WO UND ALS WAS?
Typische Verwendung.Bevorzugte Einbauorte. BAUTEILE & FORMATE Terrassen, Wege und Pflaster Bodenplatten und Treppen Fassaden, Mauern und Sockel Landschaftsbau und massive Werkstücke BESONDERS PASSEND Außenbereiche mit geeignetem Finish Rustikale bis moderne graue Architektur Verkehrsflächen bei geprüfter Festigkeit und Frostbeständigkeit PLANUNGS-CHECK Die Gesteinsfamilie ersetzt keine technische Freigabe. Rutschhemmung, Abrieb, Wasseraufnahme, Frost-/Tausalzbeständigkeit, Plattendicke, Befestigung, Fuge und Nutzung müssen für die konkrete Sorte nachgewiesen sein.
03 · POSITIV & NEGATIV
Stärken nutzen.Schwachstellen nicht wegreden. + Positive Eigenschaften häufig kompakt und abriebfest ruhige graue Farbtöne raue Oberfläche bietet Griffigkeit innen und außen vielseitig einsetzbar − Negative Eigenschaften Bindemittel und Matrix sind sortenabhängig raue Flächen halten Feinschmutz Schichtung und offene Kanten können durch Druck geschädigt werden Rost- und Salzverfärbungen sind möglich 04 · OBERFLÄCHE ERKENNEN
Gleicher Stein.Anderes Finish, andere Reinigung. GÄNGIGE BEARBEITUNGEN spaltrau gesägt geschliffen gebürstet gestockt
VOR ORT PRÜFEN dunkler, dichter Sandstein mit schlechter Sortierung häufig feine Schichtung von Schiefer oder dichtem Sandstein ohne Bruchbild schwer zu trennen SÄURESTATUS nur nach Freigabe Kein Freibrief: Minerale, Fugen, Imprägnierungen und Reparaturharze können trotzdem reagieren. Säure nur nach eindeutiger System- und Produktfreigabe.
05 · REINIGUNG & MITTEL
Welche Chemie?Welche Mechanik? UNTERHALTSREINIGUNG Für den regelmäßigen Einsatz pH-neutraler Natursteinreiniger; bei rauer Oberfläche eine ausreichend feine Bürste verwenden.
INTENSIVREINIGUNG Bei haftendem Schmutz Freigegebener alkalischer Intensivreiniger; Wasseraufnahme, Matrix und Fugen vorher prüfen.
FLECKENBEHANDLUNG Nur ursachenbezogen Bewuchs, Öl, Rost oder Salze getrennt behandeln; Spezialchemie nur nach getrockneter Probefläche.
WERKZEUG & VERFAHREN Mechanik passend dosieren Trocken vorreinigen, kontrolliert vorwässern, bürsten und Schmutzflotte nass absaugen.
PRAXISABLAUF Fünf Schritte für Grauwacke. 01 Material belegen Grauwacke, Handelsname, Finish, Fuge und Schutzbehandlung anhand der Unterlagen prüfen.
02 Trocken entlasten Sand, Splitt und lose Partikel mit kratzfreier Technik vollständig aufnehmen.
03 Probefläche anlegen Freigegebenen Reiniger korrekt dosieren und eine verdeckte Fläche vollständig trocknen lassen.
04 Mechanik abstimmen Bürste oder Pad nach Härte, Porenbild und Oberflächenbearbeitung auswählen.
05 Flotte entfernen Gelösten Schmutz vollständig aufnehmen, klar nacharbeiten und das Trockenbild kontrollieren.
STOPP Damit wird nicht improvisiert. Säure ohne Analyse des Bindemittels unkontrollierter Hochdruck an Schichtkanten Drahtbürsten Schmutzflotte in der rauen Fläche trocknen lassen Produktgruppe statt Produktversprechen Die genannten Mittel sind fachliche Kategorien, keine pauschale Freigabe. Verbindlich bleiben technisches Merkblatt, Sicherheitsdatenblatt, Dosierung, Herstellerfreigabe für die konkrete Steinoberfläche und eine vollständig getrocknete Probefläche.
FACHLICHE GRUNDLAGE
Einordnung und Pflege.