WissensplattformTheorieReinigungstechnikenTrockene Pflegefilmsanierung

EINZELKAPITEL · REINIGUNGSTECHNIK 04.4 · STAND 15.09.2026

Film erhalten.
Fehler nicht versiegeln.

Die trockene Pflegefilmsanierung trägt verschlissene obere Schichten eines noch tragfähigen Pflegefilms kontrolliert ab. Danach werden Staub und Rückstände vollständig entfernt und der Film kompatibel ergänzt. Das spart häufig Nassgrundreinigung – funktioniert aber nur mit sicherem Schichtaufbau, wirksamer Absaugung und nachgewiesener Haftung.

Professionelle rechteckige Orbitalmaschine mit flachem Maroon-Pad und direkter Schlauchverbindung zu einem separaten Staubsauger bei der trockenen Pflegefilmsanierung
PRINZIPMOTIV TROCKENABTRAG

Der rechteckige Arbeitskopf führt ein flaches Maroon-Oberflächenpad; die Absaugung erfasst den trockenen Filmabrieb direkt. Das gleichmäßig matte Feld ist das Zwischenziel – keine tiefe Riefe und kein freigelegter Nutzbelag.

DAS GRUNDPRINZIP

Prüfen. Gleichmäßig mattieren. Staubfrei machen. Kompatibel ergänzen.

  1. 01
    Restfilm prüfen

    Nur ein fest haftender Pflegefilm mit ausreichender Abtragsreserve ist sanierbar.

  2. 02
    Trocken egalisieren

    Nur die notwendige obere Schicht gleichmäßig anschleifen.

  3. 03
    Abrieb entfernen

    An der Entstehungsstelle absaugen und den Reststaub vollständig aufnehmen.

  4. 04
    Film ergänzen

    Kompatibles Pflegemittel dünn auftragen, trocknen und erst dann freigeben.

01

VERFAHREN NACH EINGRIFFSTIEFE TRENNEN

Nicht jedes Anschleifen ist dieselbe Sanierung.

Hersteller verwenden Begriffe nicht immer deckungsgleich. Dieses Kapitel meint mit Pflegefilmsanierung den kontrollierten, erhaltenden Abtrag verschlissener Filmschichten mit anschließendem kompatiblem Ergänzen – nicht das blinde Trockenschleifen bis zum Boden.

01 · POLIEREN

Verdichten statt gezielt abtragen

Ein geeignetes Polierpad gleicht einen geschlossenen Pflegefilm trocken an. Sichtbarer Materialabtrag ist nicht das Ziel; fehlende Filmschicht wird nicht ergänzt.

02 · SPRAY-CLEANERN

Örtlich reinigen und auffrischen

Eine kleine Menge kompatibler Cleaner wird auf einzelne Geh- und Absatzspuren dosiert und sofort verarbeitet. Tiefe Kratzer oder großflächiger Filmverschleiß bleiben bestehen.

03 · TROCKENE PFLEGEFILMSANIERUNG

Tragfähigen Altfilm kontrolliert egalisieren

Verschlissene obere Pflegefilmschichten werden trocken angeschliffen, der Abrieb wird vollständig entfernt und der verbleibende Film je nach System ergänzt. Die Fläche soll gleichmäßig matt, nicht blank bis zum Nutzbelag werden.

04 · TROCKENENTSCHICHTUNG

Pflegefilm weitgehend oder vollständig entfernen

Einige Hersteller verwenden diesen Begriff für einen deutlich stärkeren Trockenabtrag vor vollständiger Neubeschichtung. Das geht tiefer als die erhaltende Sanierung und braucht eine eigene Freigabe, Staubstrategie und Abtragskontrolle.

05 · NASSGRUNDREINIGUNG

Film chemisch-mechanisch lösen

Grundreiniger und Wasser lösen alte Pflegeschichten; die belastete Schmutzflotte wird nass aufgenommen und die Fläche nachgearbeitet. Das ist ein anderes Verfahren mit höherer Feuchte- und Stofffracht.

06 · PERMANENTBESCHICHTUNG SANIEREN

Fachsystem statt Pflegefilmverfahren

Werkseitige PUR-/PU-Vergütungen und nachträgliche Permanentbeschichtungen sind keine normalen Polymerpflegefilme. Ihre Reparatur oder Überarbeitung richtet sich ausschließlich nach dem Belags- beziehungsweise Beschichtungssystem.

02

VON UNTEN NACH OBEN PRÜFEN

Die Restschicht muss den Neuaufbau tragen.

Entscheidend ist nicht, ob der Boden matt aussieht, sondern was noch fest auf ihm liegt. Pflegefilm, Werksvergütung, Nutzbelag und mögliche Altbaustoffe dürfen nicht verwechselt werden.

TRAGFÄHIGER PFLEGEFILM

Der Altfilm haftet geschlossen, blättert nicht ab und besitzt genug Schichtreserve. Leichte Kratzer, matte Laufzonen und Verstrichungen können innerhalb dieses Films egalisiert werden.

DURCHGELAUFENE ZONE

Ist der Nutzbelag bereits sichtbar oder freigelegt, fehlt die notwendige Abtragsreserve. Weiteres Anschleifen vergrößert die offene Stelle statt sie zu reparieren.

HAFTUNGSSTÖRUNG

Blasen, Schuppen, Kantenablösung, Kreidung oder flächiges Pudern sprechen gegen ein festes Fundament. Eine neue Schicht haftet nicht zuverlässig auf einem losen Altfilm.

EINGELAGERTER SCHMUTZ

Öl, Silikon, Gummiabrieb oder tief eingebettete Verschmutzung kann nach dem Anschleifen im Film verbleiben. Wird sie überbeschichtet, ist sie nicht saniert, sondern eingeschlossen.

UNBEKANNTE VERGÜTUNG

Glanz beweist keinen erneuerbaren Pflegefilm. Werksvergütungen, PU-/PUR-Systeme und andere Oberflächenbehandlungen müssen über Unterlagen und Probefläche eindeutig bestimmt werden.

ALTER BESTAND

Bei alten oder unbekannten Bodenaufbauten muss vor abrasiver Bearbeitung geklärt sein, ob schadstoffhaltige Beläge, Beschichtungen, Spachtelmassen oder Kleber betroffen sein können. Verdacht bedeutet Stopp und fachliche Erkundung.

03

MASCHINE, BEWEGUNG UND ABSAUGUNG

Kontrollierter Abtrag braucht mehr als einen starken Motor.

Maschinen unterscheiden sich in Rotation, Oszillation, Hub, Druckverteilung, Randgängigkeit und Stauberfassung. Die ausgewählte Bauart muss ein gleichmäßiges Mattbild erzeugen, ohne den Restfilm zu durchbrechen.

01

ORBITALER FLÄCHENSCHLEIFER

Ein rechteckiger, oszillierender Maschinenkopf bewegt das Pad mit kurzem Hub. Mit Absaughaube und passendem Interfacepad lässt sich der Abtrag auf ebenen Flächen kontrollieren; die konkrete Hubzahl, Gewichtsbestückung und Padkombination gibt der Hersteller vor.

02

LEISTUNGSSTARKE EINSCHEIBENMASCHINE

Herstellersysteme nennen je nach Aufbau beispielsweise mindestens 400 min⁻¹ oder Bereiche um 400–700 min⁻¹. Diese Werte sind keine allgemeine Zielvorgabe: Maschine, Treibteller, Absaugung und Pad müssen gemeinsam freigegeben sein.

03

KONTRA- / MEHRSCHEIBENMASCHINE

Gegenläufige oder mehrere kleine Teller können die Führung stabilisieren und Randbereiche besser erreichen. Druckverteilung und Schleifbild unterscheiden sich vom Einscheiber; Werkzeuge werden nicht allein nach Durchmesser übertragen.

04

RAND- UND ECKMASCHINE

Kompakte Orbital- oder Randschleifer schließen Bereiche an, die die Flächenmaschine nicht erreicht. Weil dort schnell bis zur Kante oder zum Nutzbelag durchgeschliffen wird, braucht es ein mildes, abgesaugtes und exakt begrenztes Vorgehen.

05

EXTERNER STAUBSAUGER

Ein eigener Sauger wird über einen dichten Schlauch direkt an die Maschine angeschlossen. Luftleistung, Filterkonzept, Beutel und Staubklasse richten sich nach Maschine, Abrieb und Gefährdungsbeurteilung – ein beliebiger Trockensauger ist nicht automatisch geeignet.

06

AUFTRAGSGERÄT

Ein sauberer, nicht flusender Breitwischbezug oder spezieller Beschichtungsapplikator verteilt den neuen Pflegefilm. Dieses Werkzeug bleibt streng von Schleifpad, Staubtuch und Reinigungsmopp getrennt.

04

WERKZEUG UND GESCHLOSSENER STAUBWEG

Padfarbe ist keine Schleiftiefenanzeige.

Oberflächenvorbereitungspad, Interface, Maschine und Pflegefilm bilden eine abgestimmte Kombination. Der Staubweg gehört technisch dazu: Ohne sichere Erfassung wird aus einem trockenen Verfahren eine staubende Belastung.

01

SURFACE-PREPARATION- / MAROON-PAD

Spezielle Oberflächenvorbereitungspads können alte Hartbeschichtungen trocken egalisieren oder abtragen. Körnung, Faseraufbau, Maschine und erlaubte Schichttiefe sind produktspezifisch; die Farbe Maroon allein ist keine Verfahrensfreigabe.

02

BLAUES ODER BRAUNES PAD

Einzelne Herstellerreihen sehen blaue oder braune Pads für die Trockenfilmsanierung vor. In einer anderen Produktreihe kann dieselbe Farbe anders wirken. Deshalb zählen Artikelbezeichnung, Abrasivität und Datenblatt statt einer allgemeinen Farbskala.

03

INTERFACEPAD

Ein Interfacepad ist eine elastische Zwischenlage zwischen Treibteller und Schleifpad. Es gleicht kleine Unebenheiten aus und unterstützt einen gleichmäßigen Kontakt; Dicke und Aufbau dürfen nicht improvisiert werden.

04

SCHLEIFGITTER / SPEZIALWERKZEUG

Gitter, Netzschleifmittel oder diamantierte Werkzeuge greifen oft deutlich anders an als Faservlies. Sie kommen nur in ausdrücklich freigegebenen Systemen und nie als spontane Steigerung bei schwachem Ergebnis zum Einsatz.

05

POLIERPAD FÜR DEN ABSCHLUSS

Nach vollständiger Trocknung kann ein freigegebenes weißes, rotes, beiges oder anderes Polierpad Übergänge und Glanz angleichen. Das Polierpad ersetzt weder den vorherigen Schleifgang noch einen fehlenden Pflegefilm.

06

ERSATZPADS

Genügend saubere Pads gehören direkt an die Arbeitsstelle. Ein zugesetztes Pad verliert seine gleichmäßige Wirkung, erwärmt die Oberfläche und verteilt Abrieb. Reinigung oder Wechsel erfolgen nach festgelegter Fläche und sichtbarem Padzustand.

01

SCHÜRZE / ABSAUGHAUBE

Sie umschließt den Arbeitskopf möglichst dicht und führt den entstehenden Abrieb zur Absaugöffnung. Beschädigte, hochstehende oder falsch montierte Bereiche erzeugen Staubaustritt.

02

MASCHINENANSCHLUSS

Der Anschluss am Schleifkopf muss frei und dicht sein. Ablagerungen direkt hinter der Öffnung vermindern die Erfassung, obwohl der Sauger hörbar läuft.

03

SCHLAUCH

Der Schlauch wird so geführt, dass er nicht knickt, scheuert, die Maschine zieht oder zur Stolperfalle wird. Undichte Kupplungen senken den Luftstrom an der Entstehungsstelle.

04

FILTER & BEUTEL

Der Staub bleibt im vorgesehenen Filtersystem. Füllstand, Filterzustand, Dichtungen und zulässige Staubart werden vor, während und nach der Arbeit kontrolliert.

05

RESTSTAUBKONTROLLE

Ränder, Fugen, Heizkörperzonen und die gesamte Fläche werden nachgesaugt. Druckluft oder trockenes Ausklopfen im Raum verteilt den Abrieb erneut und ist keine Reinigung.

05

VOR DEM START

Acht Prüfungen verhindern eingeschlossene Fehler.

Was vor dem Schleifen nicht geklärt oder entfernt wird, taucht später als Krater, Staubeinschluss, Farbunterschied oder Haftungsproblem im neuen Film wieder auf.

AUFTRAG

Sanierungsziel und Abnahme festlegen

Teilfläche, Vollfläche, gewünschter Neuauftrag, Glanzgrad, Rutschhemmung, Sperrzeit und spätere Nutzung klären. Ohne Sollbild lässt sich der notwendige Abtrag nicht bestimmen.

HISTORIE

Belag und Schichten identifizieren

Nutzbelag, Alter, Werksvergütung, vorhandene Pflegeprodukte, Zahl der Aufträge, Reparaturen und bekannte Schadstoffe erfassen. Unklare Angaben werden vor dem Schleifen geklärt.

FILM

Haftung und Abtragsreserve prüfen

Die Fläche auf Ablösung, Blasen, Kreidung, offene Stellen und durchgelaufene Zonen untersuchen. Eine aussagekräftige Probe umfasst den geplanten Schleif-, Entstaubungs- und Neuaufbau.

KOMPATIBILITÄT

Altfilm und Neuauftrag abstimmen

Nur ein vom Produkt- und Belagshersteller freigegebenes Pflegesystem verwenden. Unbekannte Mischaufbauten können Benetzungsstörungen, Klebrigkeit oder spätere Ablösung verursachen.

VORREINIGUNG

Lose und haftende Belastung entfernen

Sand, Staub, Fette und Reinigerreste materialgerecht beseitigen. Je nach System kann das Feucht- oder Nasswischen und anschließende Klarwischen einschließen; vor dem Trockenschleifen muss die Fläche trocken sein.

TECHNIK

Maschine, Pad und Absaugung prüfen

Leitung, Stecker, Schalter, Räder, Treibteller, Haube, Schlauch, Filter, Beutel, Pad und Interface kontrollieren. Zusatzgewichte nur nach Maschinen- und Verfahrensfreigabe montieren.

BEREICH

Staub- und Beschichtungszone sichern

Arbeitsbereich räumen, Nutzung sperren, Luftverteilung und angrenzende sensible Bereiche berücksichtigen. Schleifweg, Schlauchführung, Randarbeit und Beschichtungsweg vorab planen.

KLIMA

Produktbedingungen einhalten

Boden- und Raumtemperatur, relative Luftfeuchte, Lüftung und erwartete Trocknungszeit nach Pflegeproduktvorgabe prüfen. Kalte Böden oder hohe Feuchte verändern Verlauf und Trocknung.

06

KOMPLETTER ARBEITSWEG

Vom Befund bis zur belastbaren neuen Filmschicht.

Die Sanierung endet nicht mit einem matten Boden. Erst kontrollierter Neuauftrag, geschützte Trocknung und die dokumentierte Endkontrolle schließen den Arbeitsweg.

01

Sanierungstiefe bestimmen

Zwischen Polieren, erhaltender Pflegefilmsanierung, Trockenentschichtung und Nassgrundreinigung entscheiden. Nur so viel Film abtragen, wie für ein tragfähiges, gleichmäßiges Ergebnis nötig ist.

02

Unterlagen zusammenführen

Belags-, Pflegeprodukt-, Maschinen-, Pad- und Absaugangaben vergleichen. Für alte Bestände zusätzlich Schadstofflage und zulässige Arbeitsweise klären.

03

Ausgangszustand dokumentieren

Laufstraßen, Glanzunterschiede, Kratzer, offene Stellen, Ablösungen, Nähte und Einbauten fotografisch und im Plan erfassen. Teilflächengrenzen festlegen.

04

Arbeitsbereich vorbereiten

Mobiliar entfernen, Durchgänge sperren, sensible Bereiche schützen und den Arbeitsweg für Maschine, Schlauch, Sauger und späteren Pflegefilmauftrag freihalten.

05

Fläche gründlich vorreinigen

Lose Partikel aufnehmen und haftenden Schmutz mit freigegebenem Verfahren entfernen. Reinigerrückstände nach Produktvorgabe beseitigen; vor dem Trockenabtrag vollständig trocknen lassen.

06

Maschine und Staubweg prüfen

Energieversorgung, Schutzteile, Treibteller, Haube, Schlauch, Filter und Behälter kontrollieren. Absaugung vor dem Schleifkopf starten und ihre Wirkung an der Probe beurteilen.

07

Padkombination montieren

Maschine energiefrei schalten, Stillstand abwarten und freigegebenes Pad sowie gegebenenfalls Interface exakt zentrieren. Bei rechteckigen Köpfen müssen alle Kanten vollständig aufliegen.

08

Komplette Systemprobe anlegen

Nicht nur anschleifen: kleine Zone bis einschließlich Entstaubung und Pflegefilmauftrag durchführen. Erst nach Trocknung beziehungsweise Aushärtung Haftung, Farbe, Glanz und Übergang bewerten.

09

Gleichmäßig trocken anschleifen

In geraden, überlappenden Bahnen arbeiten und die Fläche je nach System versetzt beziehungsweise im Kreuzgang bearbeiten. Vorschub, Überlappung und Druck konstant halten.

10

Mattbild laufend vergleichen

Das Ziel ist eine gleichmäßig matte, tragfähige Restschicht. Glänzende Inseln zeigen zu wenig Bearbeitung; hellere oder andersfarbige offene Stellen können bereits Nutzbelag oder Werksvergütung sein.

11

Pad und Filter rechtzeitig warten

Nach Herstellerwert, sichtbarer Beladung oder sinkender Absaugleistung stoppen. Pad absaugen beziehungsweise wechseln und Filterfüllstand prüfen – niemals bei laufender oder angeschlossener Maschine unter den Kopf greifen.

12

Ränder kontrolliert anschließen

Rand- und Eckbereiche mit freigegebenem Werkzeug bearbeiten. Nicht aus Ehrgeiz bis an jede Kante durchschleifen; schwer erreichbare Restzonen dürfen kein Anlass für Materialschaden sein.

13

Vollständig entstauben

Maschine, Fläche, Ränder und Fugen systemgerecht absaugen. Anschließend je nach Herstellerverfahren staubbindend oder leicht feucht nacharbeiten, ohne neue Rückstände einzutragen.

14

Beschichtungsreife prüfen

Fläche muss gleichmäßig, fest, sauber, rückstandsfrei und trocken sein. Bleiben Kreidung, Glanzinseln, klebrige Zonen oder Staub, wird nicht überbeschichtet.

15

Pflegefilm gleichmäßig ergänzen

Kompatible Polymerdispersion mit sauberem, nicht flusendem Auftragsgerät dünn und zusammenhängend verteilen. Nasskante halten, Pfützen und mehrfaches Nacharbeiten anziehender Bereiche vermeiden.

16

Trocknung und Aushärtung schützen

Bereich bis zur vorgesehenen Freigabe sperren. Weitere Schichten, Polieren und Nutzung erst nach den Produktzeiten; oberflächlich trocken bedeutet nicht automatisch belastbar.

17

Übergänge systemgerecht angleichen

Bei Teilflächen den Übergangsbereich nach vollständiger Trocknung mit freigegebenem Polierverfahren ausgleichen, sofern der Hersteller dies vorsieht. Eine harte Ansatzkante nicht durch aggressives Schleifen kaschieren.

18

Endkontrolle dokumentieren

Glanz, Matt-/Übergangsbild, Griffigkeit, Staubfreiheit, Haftung, Randzonen und Nutzungsvorgaben prüfen. Maschine, Pads, Produkte, Chargen, Zeiten und Abweichungen festhalten.

07

TEILFLÄCHE, NASSKANTE UND TROCKNUNG

Der Übergang entsteht vor dem Polieren.

Teilflächige Sanierung spart Arbeit, ist optisch aber anspruchsvoll. Schleifauslauf, Schichtdicke, Auftragstechnik und Altfilm bestimmen bereits, ob später eine sichtbare Kante bleibt.

01

NATÜRLICHE GRENZE NUTZEN

Teilflächen möglichst an Türen, Raumgrenzen oder anderen logisch zusammenhängenden Zonen auslaufen lassen. Ein willkürlicher rechteckiger Flicken mitten im Streiflicht bleibt häufig sichtbar.

02

KEINE HARTE SCHLEIFKANTE

Die Sanierungszone gleichmäßig und nach System auslaufen lassen. Klebeband direkt als Abtragskante kann einen fühl- oder sichtbaren Absatz erzeugen und ist nur bei ausdrücklicher Verfahrensvorgabe sinnvoll.

03

NASSKANTE HALTEN

Beim Pflegefilmauftrag Bahn an Bahn arbeiten, solange die vorherige Kante noch offen ist. Bereits anziehende Bereiche nicht immer wieder nachrollen oder nachwischen; das erzeugt Verstrichungen.

04

DÜNN UND GESCHLOSSEN

Mehr Produkt gleicht Schleiffehler nicht aus. Zu hoher Auftrag trocknet langsam, kann Ränder, Wolken oder weiche Zonen bilden und verändert möglicherweise die geforderte Griffigkeit.

05

TROCKNUNG IST PRODUKTZEIT

Raumklima, Saugfähigkeit, Schichtdicke und Lüftung beeinflussen die Zeit. Herstellerangaben sind Mindest- beziehungsweise Prüfwerte; ein Fingerkontakt ersetzt keine Freigabe.

06

ENDPOLITUR NUR FREIGEGEBEN

Nach dem Neuauftrag wird nur poliert, wenn Pflegesystem, Aushärtung, Maschine und Pad dies erlauben. Die Politur soll Übergänge angleichen – nicht die frische Schicht wieder abtragen.

08

PROZESSSIGNALE SOFORT LESEN

Matt, staubig oder heller: Jedes Bild meint etwas anderes.

Die Fläche meldet während des Abtrags, ob Werkzeug, Staubweg und Restfilm noch im sicheren Bereich sind. Wer erst nach dem Neuauftrag schaut, hat den Fehler womöglich bereits eingeschlossen.

01

Tragfähig starten

Film, Schadstofflage, Vorreinigung und Systemprobe vollständig klären.

02

Gleichmäßig mattieren

Abtrag und Staubweg während jeder Bahn kontrollieren.

03

Staubfrei aufbauen

Erst die geprüfte Restschicht kompatibel und dünn ergänzen.

STAUBFAHNE

Staub tritt am Maschinenkopf aus

Schürze, Anschluss, Schlauch, Filter oder Luftleistung stimmen nicht. Sofort stoppen, Ursache beheben und ausgetretenen Abrieb aufnehmen.

PADBELADUNG

Pad wird glatt, hart oder ungleich dunkel

Der Abrieb setzt das Werkzeug zu und verändert den Angriff. Pad nach Vorgabe absaugen, wenden oder ersetzen; Fläche und Vorschub neu prüfen.

GLANZINSELN

Einzelne Stellen bleiben spiegelnd

Kontakt, Bahnüberlappung, Padwirkung oder Filmhärte sind ungleich. Nicht örtlich endlos nacharbeiten, sondern Ursache und Restschicht kontrollieren.

FARBWECHSEL

Eine Zone wird heller oder andersfarbig

Der Pflegefilm könnte bereits durchgeschliffen sein. Maschine sofort aus der Zone nehmen und nach Entstaubung den Schichtaufbau prüfen.

GERUCH / WÄRME

Pad oder Boden wird warm und riecht

Zu hoher Druck, zu langsamer Vorschub, zugesetztes Pad oder ungeeignete Kombination erzeugt Reibungswärme. Abbrechen und abgekühlt auf Schaden prüfen.

VIBRATION

Maschine hüpft oder zieht

Pad oder Interface sitzt falsch, ist beschädigt oder einseitig belastet; auch Treibteller und Fahrwerk kommen infrage. Energiefrei kontrollieren.

FEHLERBILDWAHRSCHEINLICHE URSACHESICHERE REAKTION
Unregelmäßiges Mattbild

Bahnen, Überlappung, Druck oder Padwirkung schwanken; das Pad ist zugesetzt oder der Altfilm unterschiedlich hart.

Nicht direkt beschichten. Systemparameter stabilisieren und auf einer Referenzzone ein gleichmäßiges Mattbild herstellen.

Tiefe Schleifkreise oder Riefen

Harter Fremdkörper, zu aggressives Werkzeug, defektes Pad oder lange örtliche Bearbeitung.

Sofort stoppen, Werkzeug und Fläche reinigen und prüfen, ob Pflegefilm, Vergütung oder Nutzbelag beschädigt ist.

Glänzende Punkte nach Entstaubung

Altfilm wurde dort nicht ausreichend angeraut oder ist durch Verunreinigung nicht bearbeitbar.

Ursache klären und nur innerhalb der Abtragsreserve nacharbeiten. Keine Schicht auf ungeprüfte Glanzinseln legen.

Helle oder andersfarbige Insel

Pflegefilm wurde bis zur Werksvergütung oder zum Nutzbelag durchgeschliffen.

Als Schadens- beziehungsweise Neuaufbauzone behandeln; nicht durch großflächiges Weiterschleifen angleichen.

Staubkörner im neuen Film

Fläche, Ränder, Luftweg oder Auftragsgerät waren nicht staubfrei; während der Trocknung fand Staubeintrag statt.

Trocknung abwarten, Befund bewerten und nach Produktsystem nacharbeiten. Nasse Schicht nicht mit schmutzigem Werkzeug retten.

Krater oder Benetzungslöcher

Öl, Silikon, Fett, Reinigerrückstand oder unverträglicher Altfilm stößt den neuen Pflegefilm ab.

Auftrag stoppen, Kontamination bestimmen und Systemverträglichkeit neu prüfen. Nicht mit einer dickeren Lage zuschütten.

Film löst sich oder schuppt

Altfilm war nicht tragfähig, Reststaub blieb liegen, Produkte sind unverträglich oder Trocknung wurde unterschritten.

Fläche sperren und Schichtaufbau fachgerecht sanieren. Losen Film nicht überpolieren oder erneut überbeschichten.

Klebrige oder weiche Zone

Auftrag zu dick, Klima ungeeignet, Nutzung zu früh oder chemische Unverträglichkeit.

Nicht freigeben. Produkt-, Klima- und Zeitvorgaben prüfen und den Sanierungsweg mit dem Hersteller abstimmen.

Sichtbare Teilflächenkante

Schleif- oder Auftragsgrenze wurde hart gesetzt; Alt- und Neufilm unterscheiden sich zu stark in Schichtdicke oder Glanz.

Nach vollständiger Trocknung nur mit freigegebenem Polierverfahren angleichen; sonst größere logische Fläche neu planen.

Guter Glanz, falsche Griffigkeit

Produkt, Schichtdicke oder Endpolitur hat die geforderte Oberflächenfunktion verändert.

Bereich nicht freigeben. Objektvorgabe und Herstellerverfahren prüfen; Funktion hat Vorrang vor Optik.

09

MATERIALGRENZEN & ARBEITSSCHUTZ

Trocken reduziert Flotte – nicht Verantwortung.

Der mögliche Vorteil von weniger Grundreiniger und kürzerer Bodentrocknung steht einem neuen Schwerpunkt gegenüber: kontrolliertem Abtrag mit staubförmigem Polymer- und Schmutzgemisch.

Alter oder unbekannter Bodenaufbau

Mechanisches Schleifen kann Fasern oder belastete Stäube freisetzen. Bei Bestandsbauten und unklaren Schichten muss vor Beginn fachlich erkundet sein, welche Materialien tatsächlich bearbeitet werden.

PUR-/PU- und Permanentbeschichtungen

Sie dürfen nicht wie ein erneuerbarer Pflegefilm behandelt werden. Manche Belagshersteller schließen die normale Pflegefilmsanierung ausdrücklich aus oder verlangen ein eigenes Renovierungssystem.

Fehlender oder loser Pflegefilm

Durchgelaufene, abblätternde, blasige oder schlecht haftende Schichten bieten keine sichere Restbasis. Eine erhaltende Teilflächensanierung ist dann meist der falsche Eingriff.

Struktur- und Sicherheitsbeläge

Ein flaches Schleifpad bearbeitet Profilspitzen stärker als Vertiefungen. Rutschhemmung, elektrische Ableitfähigkeit oder Sportbodeneigenschaften dürfen nicht unkontrolliert verändert werden.

Staubexposition

Absaugung an der Entstehungsstelle, geeignete Filterung, Bereichstrennung und saubere Entleerung werden aus Staubbeurteilung und Herstellerangaben abgeleitet. Trocken bedeutet nicht staubfrei.

Maschine, Kabel und Gewichte

Padwechsel nur energiefrei. Leitungen und Schläuche aus dem Werkzeugweg halten, Zusatzgewichte sicher handhaben und die auslaufende Maschine abwarten. Defekte Arbeitsmittel werden gesperrt.

Reiniger und Pflegeprodukte

Auch ein trockener Schleifschritt kann von Nassreinigung und flüssigem Neuauftrag umgeben sein. Sicherheitsdatenblatt, Lüftung, Haut-/Augenschutz und Objektvorgaben bleiben verbindlich.

Abfall und Nutzung

Schleifstaub, Filterbeutel und Pflegefilmreste nach betrieblicher und örtlicher Vorgabe entsorgen – nicht aus Bequemlichkeit in den Ausguss. Fläche bis zur vollständigen Freigabe gegen Nutzung sichern.

10

PRAXIS ENTSCHEIDEN

Nur veränderter Pflegefilm gehört in dieses Verfahren.

Verschmutzung wird gereinigt, tragfähiger Film kann saniert werden und echter Schaden braucht ein eigenes Konzept. Diese Trennung verhindert, dass Schmutz eingeschlossen oder der Nutzbelag weggeschliffen wird.

SCHULFLUR

Geschlossener Film mit matter Laufstraße

Der mehrlagige Pflegefilm haftet, die Laufzone ist nicht bis zum Belag durchgelaufen und eine vollständige Systemprobe zeigt gute Haftung des Neuauftrags.

PASSEND: Laufzone trocken egalisieren, entstauben, kompatibel ergänzen und Übergang prüfen.
EINGANG

Sand und schwarzer Abrieb liegen auf dem Film

Das sichtbare Bild ist zunächst Verschmutzung. Unter dem Schleifpad würde der Sand unkontrolliert kratzen und Gummiabrieb könnte im Film verschmiert werden.

REIHENFOLGE: vollständig reinigen, trocknen, dann Film neu beurteilen.
ALTBAU

Alter und Aufbau des Bodens sind unbekannt

Vor einer abrasiven Bearbeitung ist nicht geklärt, welche Beläge, Beschichtungen, Spachtelmassen oder Kleber vorhanden sind und ob schadstoffhaltige Materialien betroffen sein können.

STOPP: Erkundung vor Schleifversuch.
LAUFZONE

Nutzbelag liegt stellenweise frei

Die Pflegefilmschicht fehlt örtlich. Ein weiterer Trockenabtrag vergrößert den Höhen- und Farbunterschied und kann die Werksoberfläche angreifen.

GRENZE: Neuaufbau statt erhaltender Pflegefilmsanierung.
TEILFLÄCHE

Neuer Film bildet kleine Krater

Die Fläche ist wahrscheinlich nicht rückstandsfrei oder Alt- und Neusystem sind unverträglich. Mehr Pflegeprodukt schließt diese Benetzungsstörung nicht zuverlässig.

FEHLER: Auftrag stoppen und Kontamination beziehungsweise Kompatibilität klären.
SPORTHALLE

Optisch schön, aber Gleitverhalten unklar

Bei Sport- und Sicherheitsflächen ist die Oberflächenfunktion Teil der Abnahme. Ein beliebiger Hochglanzfilm oder aggressive Endpolitur kann die Nutzungseigenschaften verändern.

FREIGABE: nur geprüftes System und vorgeschriebene Funktionskontrolle.
VERSCHMUTZUNG

Liegt auf oder im Pflegefilm

Staub, Sand, Gummi, Öl, Silikon und Reinigerreste werden zuerst bestimmt und entfernt. Überbeschichten schließt Verschmutzung nur ein und gefährdet die Haftung.

MATERIALVERÄNDERUNG

Der tragfähige Pflegefilm ist verschlissen

Mattierung, leichte Kratzer, Laufstraßen und ungleichmäßige obere Filmschichten können kontrolliert angeschliffen und mit kompatiblem Pflegefilm ergänzt werden.

ECHTER SCHADEN

Schichtverbund oder Nutzbelag ist verletzt

Ablösung, Blase, tiefe Riefe, offene Naht, durchgeschliffene Werksvergütung oder freiliegender Belag brauchen ein anderes Reparatur- beziehungsweise Neuaufbaukonzept.

FACHLICHER ABGLEICH · STAND 15.09.2026

Filmabtrag, Padtechnik, Neuauftrag und Grenzen geprüft.

Die Quellen beschreiben teils erhaltende Pflegefilmsanierung, teils stärkere Trockenentschichtung. Das Kapitel unterscheidet diese Eingriffstiefen. Im Objekt bleiben die aktuellen Unterlagen des konkreten Belags-, Pflege-, Maschinen- und Padsystems verbindlich.

01Gütegemeinschaft Gebäudereinigung · Merkblatt BodenbelägeBranchenmerkblatt zu Pflegefilmverschleiß, Teilflächen, Polieren, trockener Sanierung und Grenzen der Standardreinigung ↗02Forbo · Marmoleum-Sport PflegeempfehlungBelagshersteller-Beispiel für gleichmäßige Mattierung, direkte Staubaufnahme, Polymerauftrag, Übergangspolitur und Funktionsgrenzen ↗03JÖST · Trockene PflegefilmsanierungHerstellersystem mit orbitalem Flächenschleifer, Maroon- und Interfacepad, Zusatzgewichten, Absaugung und Reststaubentfernung ↗043M · Hartboden- und OberflächenpadsHerstellerunterlage zu Surface-Preparation-, blauen, braunen und weiteren Pads – jeweils nach Anwendung statt bloßer Farbe ↗05Herwetec · PflegefilmsanierungHerstellerverfahren zu Vorreinigung, partieller Bearbeitung, Maschine mit Absaugung, Reststaub und anschließendem Pflegefilmauftrag ↗06BG BAU · ReinigungsmaschinenBetriebsanweisung als Grundlage für an den Betrieb angepasste Unterweisung und Schutzmaßnahmen ↗07BAuA · Asbest in BestandsbautenBehördliche Hinweise zu Erkundung und Faserfreisetzung bei mechanischer Bearbeitung alter Bodenbeläge, Kleber und Spachtelmassen ↗

WEITER IM SYSTEM

Pflegefilm erhalten, Grenzen erkennen und den nächsttieferen Eingriff bewusst wählen.

04.3 · High-Speed- / UHS-Polieren 04.2 · Polieren / Poliersaugen 04.1 · Spray-Cleanern Grundreinigung als nächsttieferer Eingriff Pflegefilme verstehen