Marmor, Kalkstein und Travertin
Kalkhaltige Steine reagieren empfindlich auf Säuren. Ein matter Spritzer kann eine angeätzte Oberfläche sein. Ein Entkalker würde den Schaden weiter vergrößern.
HAUSHALTSTIPPS · B 06.08
Marmor, Kalkstein, Granit und Schiefer unterscheiden sich deutlich. Auch Politur, Imprägnierung und vorhandene Pflege beeinflussen die Reinigung. Solange der Stein nicht bestimmt ist, bleiben Entkalker, Essig und andere aggressive Experimente im Schrank.
Zur Schrittfolge
Steinart, Oberflächenbearbeitung und Pflegezustand zuerst klären.
MATERIAL & ZUSTAND
Kalkhaltige Steine reagieren empfindlich auf Säuren. Ein matter Spritzer kann eine angeätzte Oberfläche sein. Ein Entkalker würde den Schaden weiter vergrößern.
Der Handelsname „Granit“ reicht nicht für eine Säurefreigabe. Mineralbestand, Bearbeitung, Harzbehandlung und Fugen können Grenzen setzen.
Saugverhalten und Zusammensetzung unterscheiden sich. Farbvertiefende Pflege oder Imprägnierung ist eine bewusste Behandlung und kein universeller Reinigungszusatz.
VOR DEM START
Unterlagen zur Steinart und Behandlung suchen. Prüfen, ob eine Imprägnierung, ein Pflegefilm oder eine andere Vergütung vorliegt. Lose Körner entfernen. Bei unbekannten dunklen Flecken und matten Spritzern vor der Behandlung die Ursache eingrenzen.
MITTEL GEZIELT AUSWÄHLEN
Für passenden Stein und dessen Behandlung. Mild und korrekt dosiert beginnen; die Freigabe gilt für das konkrete Material, nicht für jedes Produkt mit ähnlicher Optik.
Kann je nach Pflegeplan erwünscht sein. Pflegewirkung, Farbveränderung und Rutschverhalten beachten. Aufschichtungen und Überdosierung vermeiden.
Öl, Rost, organische Verfärbung und Kalk erfordern unterschiedliche Diagnosen. Ein Mittel, das auf einem Stein passt, kann den anderen schädigen. Bei tiefen Flecken fachgerecht behandeln lassen.
Materialfreigabe, Dosierung und Schutzmaßnahmen auf dem Etikett beachten. Reinigungsmittel nicht mischen. Reinigen und Pflegen haben unterschiedliche Ziele.
SO GEHST DU VOR
Mit weicher, sauberer Düse saugen. Besonders polierte Oberflächen vor Sand unter dem Werkzeug schützen.
Säurefreien und für die konkrete Steinoberfläche geeigneten Unterhaltsreiniger dosieren. „Natursteinreiniger“ ist eine Produktgruppe mit unterschiedlichen Wirkungen, keine pauschale Verträglichkeitsgarantie.
Wassermenge an Stein, Fugen und Aufbau anpassen. Mit sauberem Bezug arbeiten und keine schmutzige Flüssigkeit in saugende Fugen stehen lassen.
Saugfähigen Bezug wechseln, wenn die Aufnahme nachlässt. Eine erforderliche Nachbehandlung richtet sich nach Produkt und Oberflächenfinish. Nicht wahllos andere Pflegeprodukte auftragen.
Feuchter Stein wirkt häufig dunkler. Erst nach vollständiger Trocknung beurteilen, ob Flecken geblieben sind. Wiederkehrende feuchte Stellen können auf eine andere Ursache als Reinigung hinweisen.
WENN DAS ERGEBNIS NICHT PASST
Saugverhalten, Feuchteeintrag und Untergrund prüfen. Keine neue Pflege oder Imprägnierung auf noch feuchte Bereiche aufbringen.
Dosierung, Pflegesystem und Bezug prüfen. Eine notwendige Entfernung alter Pflegeschichten muss zum Stein passen.
Kalk, Ausblühung und Reinigerrückstand unterscheiden. Wiederkehrende Salze oder Feuchte benötigen Ursachenklärung; nicht regelmäßig Säure nachsetzen.
ERGEBNIS PRÜFEN
HÄUFIGE FRAGE
Nein. Sie kann je nach Produkt das Eindringen bestimmter Flüssigkeiten verlangsamen, macht den Stein aber weder säurefest noch völlig fleckunempfindlich. Verschüttetes weiterhin zügig aufnehmen und das vorgesehene Pflegesystem verwenden.