Grobe und lange Späne
Vor allem beim Drehen, Fräsen und Bohren. Scharfe Kanten, Spitzen und zusammenhängende Späneknäuel machen die Aufnahme mit geeigneten Hilfsmitteln nötig. Werkstücke und brauchbare Abschnitte nicht als Abfall behandeln.

02.8.7 · METALLVERARBEITENDE BETRIEBE
Späne zuerst aufnehmen, Öl gezielt entfernen und empfindliche Flächen erhalten: So planst du die Reinigung im Metallbetrieb. Entscheidend sind die verarbeiteten Metalle, die Rückstände und der vereinbarte Arbeitsbereich.
Zum praktischen WerkstattablaufMetallart, Rückstand und zu reinigende Oberfläche feststellen.
ABSCHNITT 01
Eine Dreherei, ein Schleifbetrieb und eine Schweißerei erzeugen verschiedene Rückstände. Die Farbe allein verrät weder Zusammensetzung noch Gefährdung.
Vor allem beim Drehen, Fräsen und Bohren. Scharfe Kanten, Spitzen und zusammenhängende Späneknäuel machen die Aufnahme mit geeigneten Hilfsmitteln nötig. Werkstücke und brauchbare Abschnitte nicht als Abfall behandeln.
Metallart, Legierung und Bearbeitung feststellen lassen. Ein Staub von Edelstahl, Aluminium oder einer Hartmetallbearbeitung braucht nicht automatisch dasselbe Aufnahmeverfahren.
Wassergemischte Emulsionen beziehungsweise Lösungen von nichtwassermischbaren, ölartigen Kühlschmierstoffen unterscheiden. Farbe und milchiges Aussehen allein genügen nicht zur sicheren Zuordnung.
An Sockeln, Leitungen, Maschinenaußenflächen und Wegen. Eine frische Leckage zuerst melden und abgrenzen; verbleibende Filme nach Stoff und Untergrund behandeln.
Abgelagerter Rauch kann problematische Metallverbindungen enthalten. Zusammensetzung und Verfahren klären, nicht trocken abbürsten oder herumblasen. Schlacke und heiße Reste erst nach bestätigter Abkühlung anfassen lassen.
Lose harte Partikel vor dem Wischen aufnehmen, damit sie nicht unter Tüchern oder Pads weiterkratzen. Haftende Poliermittel auf freigegebenen Flächen gezielt lösen; Maß- und Prüfoberflächen gesondert abstimmen.
ABSCHNITT 02
Freie Lauf- und Fahrwege, zugängliche Sockel, freigegebene Gehäuse, vereinbarte Werkbankflächen und Lagergänge. Werkstücke, Messmittel und Werkzeuge vorher zuordnen lassen.
Maschineninneres, Späneförderer, Kühlschmierstoffkreisläufe, Absauganlagen, Filter und elektrische Einrichtungen. Diese Arbeiten brauchen einen eigenen Umfang und passende Fachkunde.
ABSCHNITT 03
„Metallbetrieb“ bedeutet nicht, dass jede Fläche aus blankem Stahl besteht. Lack, Kunststoff, Dichtungen, Beschichtungen und Fugen setzen eigene Grenzen.
Gestelle, blanke Tischflächen, Maschinensockel
Feuchtigkeit begrenzen und freigegebene Flächen nach einer Nassreinigung zeitnah trocknen. Erforderlichen Korrosionsschutz mit dem Betrieb abstimmen.
Beachten: Gleit- und Schutzfilme nicht versehentlich entfernen. Rost ist eine Materialveränderung; Entrosten oder Beizen ist ein eigener Auftrag.
Passendes Fachkapitel →Profile, Abdeckungen, verzinkte Bauteile
Eine ausdrücklich materialgeeignete Reinigung wählen. Starke Säuren und Laugen können die Oberfläche angreifen; ein geeigneter Reiniger für Stahl passt nicht automatisch für Aluminium.
Beachten: Keine Kratzer, Mattierung oder Farbänderung durch aggressive Pads und ungeprüfte Fettlöser riskieren.
Passendes Fachkapitel →Ablagen, Verkleidungen, Bauteile
Saubere, dafür getrennte Arbeitsmittel verwenden. Eisenabrieb aus anderen Bereichen kann Fremdrost verursachen. Bearbeitungsrichtung und Oberflächenfinish beachten.
Beachten: Keine gewöhnliche Stahlwolle oder bereits mit Stahlspänen belasteten Pads verwenden. Werkstücke nur reinigen, wenn dies ausdrücklich beauftragt ist.
Passendes Fachkapitel →Maschinengehäuse, Anzeigen, Schutzhauben
Beschichtung und Kunststoffart feststellen. Mit weichen, sauberen Tüchern und kontrollierter Feuchte arbeiten; zuvor scharfkantige Partikel aufnehmen.
Beachten: Lösemittel können Lack und Kunststoffe anlösen. Kein Sprühstrahl in Schalter, Dichtungen oder Elektrik; Schutzeinrichtungen nicht öffnen.
Passendes Fachkapitel →Fahrwege, Arbeitsplätze, Wasch- und Nebenbereiche
EP-/PU-Beschichtung, Beton, Fliesen und Fugen unterscheiden. Strukturierte Beläge in den Vertiefungen reinigen, passende Bürste oder Pad wählen und Schmutzflotte aufnehmen.
Beachten: Scharfe Späne vor dem Maschineneinsatz entfernen. Keine willkürliche Pflegebeschichtung auf ableitfähige oder rutschhemmende Böden auftragen.
Passendes Fachkapitel →Prüf- und Messflächen, Führungen und Präzisionsteile nicht wie eine gewöhnliche Ablage behandeln. Schon Rückstände oder veränderte Schutzfilme können ihre Funktion beeinträchtigen.
ABSCHNITT 04
Geeigneten Spänehaken mit Handschutz, Greifer oder Schaufel verwenden. Nicht mit Händen oder Tüchern in Spänenester greifen. Ein Magnet hilft nur bei geeigneten ferromagnetischen Rückständen, nicht bei Aluminium oder allen Edelstählen.
Staubklasse und Eignung für brennbare Stäube beziehungsweise den Ex-Bereich getrennt prüfen. Eine H-Kennzeichnung allein macht einen Sauger nicht explosionsgeschützt. Auch Schlauch, Zubehör und Sammelbehälter müssen passen.
Staubklassen und Saugerauswahl →Passendes Bindemittel oder ein für die konkrete Flüssigkeit zugelassenes Aufnahmegerät einsetzen. Ein gewöhnlicher Nasssauger ist nicht pauschal für Öle, Lösemittel, brennbare Flüssigkeiten oder metallhaltige Schlämme geeignet.
Für Fingerabdrücke, leichten Nutzungsschmutz und freigegebene lackierte Flächen.
Materialverträglichkeit und Rückstände prüfen. Den Reiniger über das geeignete Tuch dosieren, statt Bedienfelder einzusprühen.
Neutralreiniger →Für haftende Öl- und Fettrückstände auf ausreichend beständigen Flächen.
Nicht pauschal auf Aluminium, Zink oder empfindlichen Lack einsetzen. Mineralöl wird nicht einfach verseift; Benetzung, Schmutzablösung und Aufnahme sind entscheidend.
Fettlöser →Für den abgestimmten Einsatz in der Scheuersaugmaschine oder ein anderes freigegebenes Nassverfahren.
Boden, Ölbelastung, Dosierung, Bürste und Absaugung gemeinsam abstimmen. Überdosierung und unvollständige Aufnahme können einen rutschigen Film hinterlassen.
Schaumarme Automatenreiniger →Für einzelne, bekannte, hartnäckige Anhaftungen, wenn ein wässriges Verfahren nicht passt.
Nur örtlich begrenzt und ausdrücklich freigegeben anwenden. Brandgefahr, Lüftung und Verträglichkeit beachten; keinen Löser in die normale Scheuersaugmaschine geben.
Lösemittelreiniger und Grenzen →Diese Mittel sind für die Reinigung des Kreislaufs vorgesehen und können unter anderem Tenside, Korrosionsschutz und gegebenenfalls Biozide enthalten. Auswahl und Anwendung gehören in den betrieblichen Anlagenreinigungsplan. Sie ersetzen keinen normalen Bodenreiniger; nicht eigenmächtig nachdosieren.
Bei der Hallenreinigung dürfen Bodenreiniger und schmutzige Flotte nicht in den Kühlschmierstofftank gelangen.
Ölabscheider mitdenken: Das Trennverhalten des Reinigers muss zum vorgesehenen Abwasserverfahren passen. „Abscheidergeeignet“ oder „demulgierend“ ist keine allgemeine Erlaubnis, Reinigungsflotte in einen Ablauf zu geben. Den zulässigen Entsorgungsweg legt der Betrieb fest.
ABSCHNITT 05
Der folgende Auftrag betrifft eine spanende Stahlbearbeitung nach Schichtende. Für Leichtmetallstäube, unbekannte Schlämme oder besondere Produktionsbereiche wird das Verfahren gesondert festgelegt.
Auftrag mit der verantwortlichen Stelle abgleichen. Maschinenzustand bestätigen lassen, Lauf- und Fahrwege absichern und vorhandene Schäden dokumentieren. Keine eigenen Einstellungen an Maschine oder Förderer vornehmen.
Vorhandene Pfützen und frische Leckagen melden. Nur bekannte, freigegebene Kleinmengen nach dem festgelegten Verfahren aufnehmen. Bei unbekannten Stoffen, unklarer Restwärme oder fortgesetztem Austritt die Arbeit unterbrechen.
Zugängliche, abgekühlte Späne mit geeignetem Hilfsmittel in den vorgesehenen Behälter geben. Nicht von der Werkbank auf den Boden fegen. Werkzeuge, Messmittel und Werkstücke durch den Betrieb zuordnen lassen.
Mit dem für diesen Staub freigegebenen Saugsystem an zugänglichen oberen Flächen beginnen und nach unten arbeiten. Auflagen nicht mit Druckluft verteilen. Nicht in das Maschineninnere oder in fremde Staubbereiche wechseln.
Ölige Gehäuseflächen und Sockel mit materialgeeignetem Mittel behandeln. Produktvorgabe und Einwirkzeit einhalten, gelöste Rückstände aufnehmen und Tücher wechseln. Flüssigkeit von Öffnungen, Elektrik und Kühlschmierstoffkreislauf fernhalten.
Erst nach der Späneaufnahme den beständigen Boden nach vereinbartem Nassverfahren reinigen. Kanten und Vertiefungen berücksichtigen. In überschaubaren Abschnitten arbeiten, Lösung nicht antrocknen lassen und die Flotte vollständig aufnehmen.
Pads, Bürsten und Sauglippen auf festgesetzte Späne prüfen und nach Anleitung reinigen. Reststoffe getrennt übergeben. Keine ölhaltige Flotte oder Metallreste ohne Freigabe in einen Ablauf geben.
Bei ausreichendem Licht auf sichtbare Späne, Film, Feuchte und Schäden prüfen. Verbliebene Flecken und wiederkehrenden Austritt dokumentieren. Gesperrte Teilflächen benennen; Wiederinbetriebnahme der Technik dem Betrieb überlassen.
ABSCHNITT 06
Nach betrieblicher Sortierung und Metallart in geeignete, stabile Behälter geben. Scharfkantige Späne nicht in dünne Müllsäcke füllen, mit der Hand verdichten oder durch Abtasten nachsortieren. Ölhaltige Rückstände entsprechend kennzeichnen.
Getrennte Sammelwege und die gerätespezifische Entleerung einhalten. Bei reaktiven Leichtmetallresten können besondere Anforderungen an Behälter und Entlüftung gelten. Weder pauschal luftdicht verschließen noch Behälter eigenmächtig verändern.
Den vereinbarten Entsorgungsstellen zuführen und unterschiedliche Stoffströme nicht beliebig mischen. Vor der nächsten Reinigung auch Aufnahmeleisten, Bürsten, Pads und Geräte auf festgesetzte Späne kontrollieren und nach Anleitung reinigen.
Wassergemischte Kühlschmierstoffe können mikrobiell belastet sein. Geruch, Verfärbung oder schleimige Beläge melden; sie ersetzen keine fachliche Prüfung. Hautkontakt und Sprühnebel vermeiden. Keine Biozide oder Duftmittel auf eigene Faust einsetzen.
Schutzbrille, Fußschutz sowie Schnitt- und Chemikalienschutz nach Tätigkeit auswählen. Ein schnitthemmender Handschuh ist nicht automatisch chemikalienbeständig. Hautschutz- und Wechselplan beachten; Kleidung nicht mit Druckluft abblasen.
Handschuhe und Schutzwirkung →ABSCHNITT 07
„Außenflächen von Maschine 4 und Gang B gereinigt. Stahlspäne getrennt gesammelt, Bodenflotte übergeben. Erneuter Flüssigkeitsaustritt am Sockel gemeldet; Teilfläche bleibt abgesperrt. Kein Eingriff in Maschineninneres oder Kühlschmierstoffanlage.“
Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Herstellerfreigaben und Auftrag bestimmen das konkrete Vorgehen. Quellen geprüft am 18. September 2026.
DGUV Regel 109-003 · Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen (Ausgabe 04/2026, PDF) ↗DGUV Information 209-084 · Industriestaubsauger und Entstauber (Ausgabe 02/2017, PDF) ↗DGUV Regel 109-001 · Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium (Ausgabe 12/2020, PDF) ↗DGUV Information 209-090 · Tätigkeiten mit Magnesium (Ausgabe 06/2018, PDF) ↗DGUV Information 209-066 · Maschinen der Zerspanung (Stand 11/2012, Nachdruck 03/2019, PDF) ↗BGHM · Sichere Instandhaltung an Maschinen und Anlagen (Stand 03/2021) ↗