Welche Arbeiten anstehen, wird gemeinsam vereinbart. Wie du sie sinnvoll ausführst, planst du passend zur Wohnung, zu den Materialien und zum Alltag der Menschen.
Kundenwünsche klären. Material prüfen. Ablauf selbst festlegen.
Generierte Praxisansicht · Der Auftrag richtet sich nach dem jeweiligen Haushalt.
01 / Auftrag abstimmen
Reinigen, was vereinbart ist
In einer Wohnung können fast alle Materialien vorkommen. Daraus folgt nicht, dass jede Fläche bei jedem Besuch gereinigt werden muss. Halte gemeinsam fest, was zum Auftrag gehört, wie häufig es dran ist und welches Ergebnis erwartet wird.
Diese Punkte helfen beim Erstgespräch und bei Änderungen des Auftrags.
Thema
Gemeinsam klären
Beispiel
Räume & Flächen
Welche Räume und Oberflächen sind heute dran? Was bleibt ausdrücklich unberührt?
Zum Beispiel Bad, Küche und freie Wohnflächen; Arbeitszimmer heute auslassen.
Arbeiten & Häufigkeit
Was wird bei jedem Termin erledigt, was gelegentlich oder nur auf Wunsch?
Fenster, Schrankinnenräume, Backofen, Kühlschrank, Wäsche und Betten einzeln vereinbaren.
Aufräumen & Bewegen
Wer räumt Flächen frei? Welche Gegenstände oder Möbel dürfen bewegt werden?
Kleine Gegenstände nach Absprache zurückstellen; schwere Möbel und Sammlungen gesondert klären.
Zeit & Prioritäten
Was ist besonders wichtig? Was darf warten, wenn die vereinbarte Zeit nicht reicht?
Heute hat das Bad Vorrang. Eine zusätzliche Fensterreinigung verändert den übrigen Umfang.
Produkte & Wünsche
Gibt es Duftempfindlichkeit, bekannte Unverträglichkeiten oder gewünschte Produkte?
Duftarme Reinigung oder kundeneigene Mittel prüfen; nur geeignete und eindeutig beschriftete Produkte einsetzen.
Zutritt & Alltag
Wann sind Räume frei? Was gilt für Schlüssel, Alarm, Haustiere und Fenster?
Homeoffice-Termin abwarten, schlafendes Kind berücksichtigen und Haustiere sicher unterbringen lassen.
Wünsche dürfen sich ändern
Frag nach, was heute besonders wichtig ist. Ein zusätzlicher Wunsch lässt sich häufig einplanen: Aufwand, verfügbare Zeit und gegebenenfalls Preis vorher abstimmen. Gemeinsam entscheiden, ob andere Arbeiten verschoben werden oder ein weiterer Termin nötig ist.
„Die Fenster können wir heute zusätzlich machen. Was hat für Sie Vorrang, wenn die übrige Zeit nicht für alle vereinbarten Räume reicht?“
Beispiel für eine klare Kundenabsprache
Auch die gewünschte Methode wird geprüft: Ein bestimmtes Mittel, zusätzlicher Glanz oder eine Nassreinigung kann gewünscht sein. Wenn Material oder sichere Ausführung dagegen sprechen, den Grund erklären und eine passende Alternative anbieten.
02 / Materialübersicht
Jede vereinbarte Fläche einzeln beurteilen
Werkstoff, Oberflächenbehandlung und Zustand zählen zusammen. Frage nach Pflegeanleitungen und bisherigen Produkten. Bei unklarer Verträglichkeit erst klären oder eine geeignete, unauffällige Probefläche abstimmen. Die Übersicht ist eine Auswahlhilfe für den Auftrag.
01
Holz, Parkett & Kork
Boden, Treppe, Tisch, geölte Arbeitsplatte
Oberflächenbehandlung klären: geölt, gewachst, lackiert oder unbehandelt. Feuchte, Reiniger und Pflege darauf abstimmen. Bei geeignetem Parkett nur nebelfeucht wischen, also mit sehr wenig Restfeuchte; stehendes Wasser vermeiden.
Optik bestimmt nicht den Werkstoff. Belag, Fugen und vorhandene Pflegefilme prüfen. Wassermenge und Produkt nach Belagfreigabe wählen; keine pauschale Empfehlung für Dampf oder stark alkalische Reiniger.
Gesteinsart, Beschichtung und Imprägnierung klären. Kalkhaltige Steine können durch saure Entkalker angegriffen werden. Unbekannte Steinplatten nicht wie gewöhnliche Fliesen behandeln.
Glasur, Oberflächenstruktur und Fugenmaterial getrennt beurteilen. Ein geeigneter Fliesenreiniger ist nicht automatisch für jede Fuge, Armatur oder angrenzende Fläche geeignet.
Beschichtungen, Folien, Rahmen und empfindliche Spiegelkanten berücksichtigen. Keine scheuernden Hilfsmittel oder Klingen ohne eindeutige Eignung; Reiniger kontrolliert einsetzen.
Metall und sichtbare Beschichtung unterscheiden. Nur freigegebene Chemie und schonende Werkzeuge verwenden. Entkalker nicht ungeprüft auf eine beschichtete Armatur oder angrenzendes Metall geben.
Kratz- und Lösemittelempfindlichkeit prüfen. Auch Mikrofasertuch und Reinigungsschwamm müssen zur Oberfläche passen. An Fugen, Kanten und aufgequollenen Stellen Feuchteeintrag begrenzen.
Faser, Farbe, Rücken und Pflegekennzeichnung beachten. Geeignetes Saugen kann vereinbart sein; Fleckbehandlung, Nassreinigung und Lederpflege benötigen eine eigene Prüfung und Absprache.
Herstellerhinweise und ausdrücklichen Auftrag klären. Keine Flüssigkeit in Öffnungen oder auf Anschlüsse sprühen. Empfindliche Sammlungen, Kunst und unbekannte Oberflächen bei ungeklärter Eignung auslassen.
Beispiel Parkett: HARO unterscheidet Trockenreinigung, bedarfsgerechtes nebelfeuchtes Wischen und zusätzliche Pflege. Welche Produkte passen, hängt von der konkreten Oberfläche ab. Herstellerquelle ansehen →
Die goldene Regel
Von oben nach unten.
Staub und gelöster Schmutz können auf tiefer liegende Flächen fallen. Deshalb bearbeitest du innerhalb eines Bereichs zuerst die höheren vereinbarten Flächen und schließt den Boden danach ab.
Die Raumreihenfolge bleibt deine Planung. Diese Regel beschreibt die Arbeitsrichtung an den Flächen.
OBEN
Höhere Flächen
Zum Beispiel erreichbare Schrankoberseiten und Regale – soweit beauftragt und sicher zugänglich.
MITTE
Einrichtung & Kontaktflächen
Vereinbarte Tische, Ablagen, Fronten, Griffe und tiefer liegende Flächen passend zum Material bearbeiten.
UNTEN
Boden
Herabgefallenen Schmutz und lose Partikel aufnehmen. Anschließend die vereinbarte Bodenreinigung ausführen.
Gefahren zuerst beseitigen: Scherben oder eine rutschige Pfütze am Boden werden sofort gesichert und aufgenommen. Höhere Flächen nur mit geeigneten Arbeitsmitteln erreichen; nicht auf Stühle oder improvisierte Unterlagen steigen.
03 / Ablauf planen
Du legst die passende Reihenfolge fest
Es gibt keine feste Raumfolge für jeden Haushalt. Plane nach Auftrag, Material, Verschmutzung und Nutzung. Diese Schritte sind eine Orientierung; sie schreiben weder eine vollständige Wohnungsreinigung noch eine bestimmte Startzeit für das Bad vor.
01
Auftrag für heute bestätigen
Neue Wünsche, zugängliche Räume und Prioritäten kurz abgleichen. Schäden oder unklare Materialien vor der Bearbeitung ansprechen. Arbeitsmittel passend zum tatsächlichen Umfang zusammenstellen.
02
Räume sinnvoll einteilen
Du entscheidest, ob du einen Raum fertigstellst oder ähnliche Arbeiten bündelst. Berücksichtige Anwesenheit, Lautstärke, Laufwege, Einwirkzeiten und Trocknung. Ein belegtes Arbeitszimmer kann später folgen.
03
Arbeitsflächen vorbereiten
Nur vereinbarte Gegenstände bewegen und Abfall getrennt aufnehmen. Mittel, Geräte und Leitungen so platzieren, dass Bewohner und Haustiere nicht gefährdet werden. Benötigte Flächen gezielt freiräumen.
04
Vereinbarte Oberflächen bearbeiten
Innerhalb des Bereichs von oben nach unten arbeiten. Sauberere vor stärker verschmutzten Flächen reinigen; passende Tücher regelmäßig wechseln. Küche, Bad, WC und Tierbereiche getrennt behandeln.
05
Böden passend abschließen
Lose Partikel mit geeignetem Verfahren aufnehmen. Danach nur die beauftragte und für den Belag geeignete Reinigung ausführen. Ein Teppich wird nicht wie ein Hartboden gewischt; trocken gereinigte Flächen müssen nicht automatisch zusätzlich feucht gereinigt werden.
06
Ergebnis und offene Punkte rückmelden
Vereinbarte Leistungen kontrollieren, Gegenstände zurückstellen und sichere Begehbarkeit prüfen. Nicht erledigte Arbeiten oder neue Schäden transparent besprechen. Fenster, Zugang und Schlüssel wie vereinbart hinterlassen.
Zwei mögliche Planungen
Gleiche Grundregel, anderer Tagesablauf
Die Wohnung ist frei
Du kannst Raum für Raum arbeiten oder zuerst die vereinbarten Einrichtungsflächen in mehreren Räumen bearbeiten. Küche und Sanitär erhalten getrennte Tücher. Böden so abschließen, dass gereinigte Flächen möglichst nicht erneut betreten werden.
Homeoffice und wechselnde Prioritäten
Das Arbeitszimmer bleibt während eines Gesprächs aus. Du beginnst in den freien, heute wichtigen Bereichen und vereinbarst ein späteres Zeitfenster. Ist der Raum dann weiterhin belegt, wird die offene Leistung rückgemeldet und neu eingeplant.
Mit Einwirkzeiten planen: Nur geeignete Produkte vorlegen, Flächen beaufsichtigen und die Herstellerzeit einhalten. Keine Mittel unbeaufsichtigt antrocknen lassen, während du in einem anderen Raum arbeitest.
04 / Getrennte Arbeitsmittel
Küche, Bad und Tierbereiche
Die Reihenfolge ist flexibel. Schmutz und Keime dürfen dabei nicht mit Tüchern, Händen oder Geräten in andere Bereiche verschleppt werden.
Küche
Arbeitsflächen, Spüle und vereinbarte Geräteaußenflächen materialgerecht reinigen. Lebensmittel und Geschirr schützen; Produktrückstände auf Lebensmittelkontaktflächen nach Anwendungsvorgabe entfernen. Geräteinneres, Geschirr und Kühlschrankinhalt nur nach Absprache bearbeiten.
Bad & WC
Becken, Armaturen, Dusche und WC im vereinbarten Umfang reinigen. WC-Tücher von anderen Sanitärtextilien trennen; für Küche und Wohnbereiche eigene Tücher verwenden. Nach Sanitärarbeiten verschmutzte Handschuhe wechseln beziehungsweise ablegen und Hände reinigen.
Liegeplätze, Näpfe oder Katzentoilette nur übernehmen, wenn sie ausdrücklich zum Auftrag gehören. Eigene Arbeitsmittel verwenden, Tiere von Chemie und nassen Flächen fernhalten und die Rückgabe des Bereichs mit den Bewohnern abstimmen.
05 / Persönlicher Wohnbereich
Eigentum und Gewohnheiten respektieren
Gute Arbeit passt sich dem Haushalt an. Dazu gehört, Dinge an ihren vereinbarten Platz zurückzustellen und offen nachzufragen, wenn etwas unklar ist.
Persönliche Gegenstände
Unterlagen, Medikamente, Schmuck und Sammlungen nicht eigenmächtig sortieren oder entsorgen. Schubladen und Schränke nur im vereinbarten Umfang öffnen. Fotos zur Dokumentation vorher abstimmen und private Details vermeiden.
Schlüssel & Zutritt
Übergabe, Aufbewahrung und Rückgabe von Schlüsseln oder Codes eindeutig vereinbaren. Zutrittsdaten vertraulich behandeln. Für den Abschluss klären, welche Türen und Fenster offen oder geschlossen bleiben sollen.
Kinder, Tiere & Anwesenheit
Arbeitszeiten, Lautstärke und Raumzugänge abstimmen. Reinigungsmittel und Geräte sicher abstellen, Kabel aus Laufwegen halten und nasse Flächen bis zur sicheren Nutzung schützen. Auch benötigte Wege für Rollator oder Rollstuhl mitdenken.
Grenzen offen besprechen
Unbekannte Chemikalien nicht verwenden oder mischen. Bei Schimmel, Schädlingsbefall, beschädigter Elektrik oder unklaren Spezialoberflächen die Arbeit an dieser Stelle unterbrechen und das weitere Vorgehen klären. Für Spezialarbeiten gegebenenfalls geeignete Fachkräfte hinzuziehen.
06 / Abschluss
Am vereinbarten Ergebnis messen
Bei der Kontrolle zählt der abgesprochene Umfang. Bewusst nicht beauftragte Flächen sind keine vergessenen Arbeiten.
Vereinbarte Räume und Flächen bearbeitet, Ergebnis kontrolliert?
Böden sicher nutzbar, keine störenden Rückstände oder Arbeitsmittel?
Offene Leistungen, Wünsche für den nächsten Termin und Schäden besprochen?
Fenster, Türen, Geräte und Schlüssel im vereinbarten Abschlusszustand?
Beispiel für die Rückmeldung: „Bad, Küche und Wohnbereich sind erledigt. Das Arbeitszimmer war belegt und bleibt heute aus. Die zusätzliche Fensterreinigung haben wir für den nächsten Termin vereinbart.“
Hygiene- und Produkthinweise stützen sich auf die folgenden Quellen. Konkrete Materialfreigaben ergeben sich aus den Angaben zum vorhandenen Belag, Möbelstück oder Gerät.